Persönlichkeitsbildung liegt im Trend 
Freitag, 19. September 2008 - Management
Das Thema Bildung kreist längst nicht mehr nur um die berufliche Weiterbildung und Qualifikation, sondern erfasst zunehmend auch den Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. "Der Trend hin zur eigenen Zukunfts-Fitness durch "kulturelles Kapital", wie Pierre Bourdieu das einmal so schön formulierte, hat sich nochmal verstärkt. Die richtigen Leute kennen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein (und nur damit auch "entdeckt" werden können), die richtigen Communities im Internet nutzen, mentale Trainings, Coaching-Angebote oder Seminare für "Lebenskunst" – all das boomt. Bildung steht heute für die Schärfung der eigenen, personalen Kompetenz. Konventionelles Wissen gibt's im Internet, aber das, was die persönliche "Gebildetheit" ausmacht – also eine individuelle, authentische, für andere interessante Performance – muss man sich immer noch selbst erarbeiten", konstatiert Dr. Friederike Müller-Friemauth von Sinus Sociovision. Der Trendforscherin zufolge ist es die "authentische Erscheinung einer Person", die die eigenen Chancen im Job verbessert. Im Zuge dieses Wandels sehen die Forscher, dass sich auch in deutschen Köpfen immer mehr eine typisch asiatische Geisteshaltung verankert: "Wenn ich mich anderen gegenüber unwissend oder unachtsam verhalte, verliere ich das Gesicht - nicht der andere." Für Müller-Friemauth hängen die Verschiebungen in den Bildungsbedürfnissen eng mit dem gesellschaftlichen Wandel zusammen: "Persönlichkeitsmerkmale wie individuelles Format, ein gewisser Erfahrungshorizont, Gerechtigkeitsempfinden oder Verantwortungsbewusstsein sind Anforderungen aus der Gesellschaft heraus: Hier werden Defizite gesehen. Und viele sind auch bereit, selbst etwas dafür zu tun, um nicht selbst irgendwann im Scheinwerferlicht dieser Debatte zu landen. Solchen Anwürfen begegnet man am besten im Vorhinein, proaktiv, vorsorgend – das ist ein starkes Motiv für zeitgemäße Formen des Lifelong Learning. Das momentane soziale Klima fordert eine gewisse Sorge um sich und um andere, also die vielbeschworene soziale
Kompetenz, deutlich ein." Vielleicht resultiert aus dieser geänderten Perspektive dann tatsächlich einmal der von der Zukunftsforscherin prognostizierte "Boom an Menschenbildung".
"Bildung wird Persönlichkeitsbildung", NL Sinus Sociovision


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HR-Management geht nicht in Führung 
Donnerstag, 18. September 2008 - Studien
Das Weiterbildungsmagazin ManagerSeminare zeigt in einer Übersicht über verschiedene Studien zum Stellenwert des Human Resource Management, dass die Personalabteilungen in Unternehmen anscheinend deutlichen Nachholbedarf haben, wenn es um die Gestaltung der Unternehmenskultur und die Förderung der Innovationsfähigkeit geht. Dem HR-Kompetenzbarometer 2008, das vom Personalmagazin und der Beratung Droege & Comp. erhoben wurde, besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Personaler und der Perspektive des Managements. Zugrunde gelegt wurde eine Skala von 1 (trifft voll zu) bis 5 (trifft gar nicht zu). Während die Personaler sich bei der aktiven Förderung der Unternehmenskultur eine 2,2 geben, liegen sie aus Sicht des Managements hier nur bei 2,7, leisten also einen eher mäßigen Beitrag. Die Beteiligung an strategischen Entscheidungen liegt im selben Bereich, wenngleich Manager (2,7) und Personaler (2,8) hier in ihren Einschätzungen dicht beieinander liegen. Während sich die Personaler für das Vorantreiben von Veränderungen und das Forcieren von Entscheidungen eine 2,5 geben, sieht das Management ihren Anteil nur bei einer 2,8. Eine Studie von Kienbaum stützt diese Ergebnisse. So sind laut Kienbaum nur 56 Prozent der Personaler in strategische Fragen einbezogen, und als Generator von Innovationen sehen sich nur 28 Prozent von ihnen.
"Führungskräfte erwarten mehr vom HR-Management", ManagerSeminare September 2008


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Sinus Sociovision sieht 20 Prozent Lohas-Anhänger 
Mittwoch, 17. September 2008 - Studien
Die Diskussion über die neuen Anhänger der so genannten Lifestyles of Health and Sustainability (Lohas - auf deutsch: gesunde und nachhaltige Lebensstile) bekommt neue Nahrung. Nachdem kürzlich eine Studie von AC Nielsen etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung als Lohas-Anhänger bezifferte, bremsen die Sinus-Forscher die Euphorie ein wenig. Das Institut kommt in eigenen Studien, die unter anderem Orientierungen zu Nachhaltigkeit und sozial-ökologischer Verantwortung über mehrere Jahre beobachtet haben, zu dem Ergebnis, dass etwa 20 Prozent aller Deutschen zur Lohas-Zielgruppe zu zählen sind. Das von Sinus Sociovision ermittelte Lohas-Profil: "Sie wollen Nachhaltigkeit, aber lehnen die Askese der alten Öko-Fraktion ab. Sie sind ober- und mittelschichtig und konsumieren gerne. Sie sind sehr werteorientiert, aber auch widersprüchlich. Sie postulieren klare Haltungen, setzen diese auch immer mal wieder in Konsumentscheidungen um, lassen aber auch mal Fünfe gerade sein." Zwar betrachten die Forscher von Sinus Sociovision diese Bevölkerungsgruppe als dynamischen Motor des Wandels, sie warnen jedoch auch davor, die Wirkung und Kraft der Bewegung zu überschätzen: "Sie sind vielmehr die Spitze eines Eisberges: Was viele Menschen umtreibt, haben sie zur Weltanschauung stilisiert. Das ist einerseits ihre Stärke, markiert aber langfristig auch ihre Grenzen. Denn diese ethisch anspruchsvolle, betont selbstbewusste und auch fordernde Haltung trifft in weiten Teilen der weniger gut betuchten Bevölkerung auf Skepsis: Viele Vorschläge der Lohas passen nicht zu ihrer Geldbörse, ihren Konsumpräferenzen und ihren Lebensweisen. Gegenwind bekommen die Lohas aber auch von anderer Seite: von den jüngeren, postmodern geprägten Gruppen in der Gesellschaft, die dem ethisch-moralisch fundierten Weltbild der Lohas schon länger distanziert gegenüberstehen. Entgegen den Prognosen einiger Euphoriker unter den Trendforschern sind die Lohas also nicht mehrheitsfähig."
"Ist Tübingen die Hauptstadt der Lohas?", NL Sinus Sociovision


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Firmen ignorieren die Kreativität der Mitarbeiter 
Dienstag, 16. September 2008 - Studien
Eine Umfrage der Leipzig Graduate School of Management zeigt: Viele Firmen ignorieren die Kreativitätspotenziale ihrer Mitarbeiter. Laut der repräsentativen Befragung von insgesamt 1.263 Bürgern im gesamten Bundesgebiet weisen 59,3 Prozent ein mittleres Kreativitätspotenzial ("Kreatives Mittelmaß"), 6,7 Prozent ein geringes ("Kreativitätsmuffel") und 34 Prozent der Befragten ein hohes Kreativitätspotenzial ("Kreative Avantgarde") auf. Innerhalb der "Avantgarde" zeigen sogar 0,2 Prozent der Bundesbürger eine extrem hohe kreative Veranlagung ("Kreativitätsfreaks"). Erfasst wurde das Kreativitätspotenzial mittels 30 Indikatoren gemäß dem in "Creative Personality Scale Test". Hier schätzen sich kreative Menschen unter anderem als kompetent, individualistisch, erfinderisch, nachdenklich, selbstbewusst und unkonventionell ein. In einem zweiten Schritt fragen die Forscher, wie dieses Potenzial im Arbeitsalltag genutzt werden könne. Die Ergebnisse sind ernüchtern. Lediglich 3,4 Prozent der Befragten betrachten ihr Arbeitsumfeld als die Kreativität sehr gut fördernd, immerhin noch 31,7 Prozent schätzten es als gut fördernd ein. Die große Mehrheit, nämlich 64,9 Prozent der Befragten, gab dagegen an, in einem die Kreativität nur mittelmäßig bis sehr gering förderndem Umfeld zu arbeiten.
Studie der Leipzig Graduate School of Management


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Macht Ethik aus ökonomischer Sicht Sinn? 
Montag, 15. September 2008 - Management
Im Zuge der immer populärer werdenden Diskussion über Corporate Social Responsibility mehren sich inzwischen kritische Stimmen, die den ökonomischen Sinn eines sozialen Engagements von Unternehmen hinterfragen. Das Centrum for Corporate Citizenship Deutschland befragte im vergangenen Jahr 501 kleine und große Firmen. Lediglich 40 Prozent unter ihnen waren der Ansicht, dass gesellschaftlicher Einsatz von Unternehmen sich positiv in der ökonomischen Bilanz niederschlägt. Für die USA nennt das Forschungsinstitut Sinus Sociovision die Vergleichszahl von 63 Prozent, wobei bei den Großunternehmen dort sogar 83 Prozent von positiven bilanziellen Folgen überzeugt sind. Der Anstoß zu entsprechenden Imagemaßnahmen kommt zu 64 Prozent direkt von der Unternehmensführung, während die Öffentlichkeitsarbeiter und Marketingmitarbeiter der Unternehmen hier deutlich zurückhaltender sind. Diese Skepsis der Experten, die meist mit der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen betraut werden, scheint nur allzu berechtigt zu sein, denn in den Augen der Verbraucher wirken viele CSR-Maßnahmen immer noch wie ein Feigenblatt. Eine Studie von Icon Added Value aus dem vergangenen Jahr zeigt beispielsweise, dass 35 Prozent der Verbraucher die Verantwortung hinter den CSR-Maßnahmen nicht erkennen können. 43 Prozent sind der Meinung, dass die Firmen "einigermaßen" Verantwortung übernehmen, und nur 11 Prozent der Befragten sehen gar eine hohe unternehmerische Verantwortung. Die Forscher von Sinus Sociovision kommen zu dem Schluss: "Wer sich nicht authentisch auf CSR einlässt, sondern sich lediglich ein grünes Feigenblatt für seine Imagepflege erkaufen will, für den sind Investitionen in teure Medienkampagnen wahrlich ökonomischer Unsinn. Wer hingegen glaubwürdig kommuniziert, zählt heute schon zu den Gewinnern; künftig gilt dies noch viel mehr. Der Verweis auf "Nachhaltigkeit" und "soziale Verantwortung" hat eine erhebliche Bedeutung für Markenstärke und Ausgabebereitschaft der Kunden, wenn er mit den Produkten und deren Nutzen unmittelbar verknüpft wird. Denn die Dynamik des aktuellen Wertewandels zeigt auch: Die Empfindsamkeit gegenüber diesen Themen in der Gesellschaft nimmt zu – nicht ab. Grund genug, sich des Themas der sozialen Verantwortung und des ethischen Handelns anzunehmen. Zwar unbedingt mehr als heute – aber bitte auch anders."
"Ist Wirtschaftsethik ökonomischer Unsinn?", NL Sinus Sociovision


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Schlechte Führung sanktionieren 
Freitag, 12. September 2008 - Management
Management-Berater Reinhard K. Sprenger legt in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche den Finger in eine offene Wunde vieler Unternehmen: Der Motivationsmangel vieler Mitarbeiter und letztlich deren innere oder gar faktische Kündigung seien in den meisten Fällen schlechter Führung durch die Vorgesetzten geschuldet. Erst wenn Manager für ihr schlechtes Führungsverhalten wirklich verantwortlich gemacht würden, könne man dem Problem Herr werden. "Menschen kommen zu Unternehmen, aber sie verlassen Vorgesetzte. ... Es ist kein Phänomen der Makroebene, sondern der Mikroebene. Menschen müssen Wertschätzung spüren; sie müssen erleben können, dass ihre Meinung zählt", schreibt Sprenger. Sein Ratschlag: "Bei einer hohen Fluktuationsrate müssen wir bereit sein, uns von Managern zu trennen, die dafür verantwortlich sind."
"Wer schlecht führt, fliegt", WiWo 5.9.2008


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Nachholbedarf in Sachen Produktivität 
Donnerstag, 11. September 2008 - Studien
Das Schwächeln der deutschen Wirtschaft hängt unter anderem mit der nachlassenden Produktivität im internationalen Vergleich zusammen, so das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. So fällt Deutschland seit 20 Jahren beim Produktivitätswachstum stetig zurück. Die DIW-Forscher untersuchten die Arbeitsstundenproduktivität innerhalb der OECD-Länder der Jahre 1995 bis 2006. Das Produktivitätswachstum ging in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 1,9 Prozent in den Jahren 1995 bis 2000 auf 1,4 Prozent in den Jahren 2001 bis 2006 zurück. Zwar liegt der Wert immer noch höher als in der Eurozone (1,2 Prozent), jedoch niedriger als in den G7-Ländern (1,9 Prozent). Länder wie die USA oder Großbritannien schneiden mit 2,2 Prozent deutlich besser ab. Die Forscher nennen als Hauptgründe für das Zurückfallen der deutschen Wirtschaft den verhältnismäßig zurückhaltenden Einsatz von Informationstechnologie und mahnen zudem mehr Investitionen in Humankapital, Qualifikation und Bildung an sowie die Erschließung neuer Wachstumsfelder.
Pressemitteilung des DIW


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Warum Gefühl im Job so wichtig ist 
Mittwoch, 10. September 2008 - Management
Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet in einem Artikel die Bedeutung von Gefühlen im Berufsleben. Dem gängigen Vorurteil "Über Gefühle spricht man im Beruf nicht" halten verschiedene im Beitrag zitierte Berater entgegen, dass Emotionen in bestimmten Situationen sogar ausschlaggebend sein können. "Wenn wir Emotionen zeigen, wirken wir authentisch - und wer authentisch rüberkommt, überzeugt auch mehr", sagt etwa der Trainer Ingo Vogel. In Verkaufsgesprächen können Gefühle sogar zum Mehrwert werden, denn Kunden schätzen durchaus die Verbindung auf der persönlichen Ebene, so dass Verkäufer, die nicht stromlinienförmig und emotional distanziert agieren, oft die besseren Karten haben. "Je schwächer sie emotional sind, umso eher redet man nur noch über den Preis", so Vogels Erfahrung. Hingegen sei es gerade, wenn ein Produkt kaum Alleinstellungsmerkmale aufweise, wichtig, über die Persönlichkeit zu überzeugen.
"Und noch einmal mit Gefühl", SZ 29.8.2008


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