No Mail today 
Dienstag, 7. Oktober 2008 - Arbeit
Das Zukunftsinstitut diagnostiziert in seinem aktuellen Zukunftsletter eine wachsende Online-Müdigkeit. So zitieren die Zukunftsforscher die regelmäßige Online-Studie von ARD und ZDF, der zufolge es in Deutschland inzwischen 2,6 Millionen Menschen gibt, die sich zu den Ex-Onlinern zählen, also dem Internetkonsum abgeschworen haben. Eine Untersuchung von Basex zeigt, dass die tägliche E-Mail-Flut amerikanische Unternehmen jedes Jahr 650 Millionen US-Dollar kostet, weil die Produktivität der Mitarbeiter unter ständigem E-Mail-Beschuss sinkt. Intel begegnete der permanenten Ablenkung mit einem 7-monatigen Projekt "Quiet Time" - die Mitarbeiter in Austin und Chandler könnten sich jeden Dienstagmorgen vier Stunden ohne Mailverkehr. Das Unternehmen verbuchte in dieser Zeit wachsende Effizienz und Effektivität. IBM-Manager Dan Russel rief ein Slow-E-Mail-Movement ins Leben und forderte dazu auf, Mails nur noch zwei Mal am Tag zu beantworten. Und, wie halten Sie es mit Ihren Mails? Ich bin dann mal weg ...
Zukunftsletter


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In der Wirtschaft ist das einzig Stetige der Wandel 
Montag, 6. Oktober 2008 - Wissenschaft
Die aktuelle Krise der weltweiten Finanzmärkte und der öffentliche Umgang damit erwecken nur allzu leicht den Eindruck, dass wir gegenwärtig Zeugen eines außergewöhnlichen Störfalls werden. Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln und Professor für Soziologie an der Universität Köln ist das anderer Meinung. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung stellt er fest: "Nicht die Krise ist das große Rätsel des Kapitalismus, sondern die Fiktion der Stabilität." Streeck schärft den Blick dafür, dass Phasen des wirtschaftlichen Aufschwungs mit anschließenden Zeiten scheinbarer Stabilität eigentlich immer nur Intermezzi waren. Nach großen Krisen wie beispielsweise 1929 beruhigten sich die Märkte zwar immer wieder längerfristig, doch daraus zu schließen, dass der Kapitalismus eigentlich eine stabile Ordnung garantiert, ist für Streeck ein - allerdings allzu menschlicher - Fehlschluss: "Kapitalismus als soziale Ordnung ist durch und durch unwahrscheinlich: eine Ordnung, deren Wesen die unablässige Selbsttransformation ist. Für menschliche Wesen ist das schwer zu begreifen; sie wollen wissen, wohin sie gehören und wer sie bleiben können. Vielleicht ist das der Grund, weshalb wir auch in den modernen Kapitalismus eine vormoderne Stabilität hineinphantasieren, die er nicht zu bieten hat." Der Soziologe legt den Finger darüber hinaus in eine andere Wunde und zeigt, dass im Kern viele Menschen, die sich dessen nicht unbedingt bewusst sind, Anteil haben an der dem Kapitalismus inhärenten Dynamik der Zuspitzungen: "Als Investoren und Konsumenten setzen wir die Unternehmen unter Druck, die dann uns als Arbeitnehmer unter Druck und am Ende gar frei setzen." Ohne das kapitalistische Maximierungsdenken zu kritisieren, stellt Streeck nüchtern fest, dass genau dieses Paradigma es ist, das nicht nur Wachstum und Entwicklung ermöglicht, sondern eben auch immer wieder krisenhafte Phasen: "Maximierung verlangt Kreativität, nicht Routine. Kreativität zerstört. Zerstörung aber ist riskant, für den, der zerstört wird, aber auch für den der zerstört. Risiko, wie alles im Kapitalismus, ist ungleich verteilt." Brauchen wir also eine neue Diskussion des Ungleichheitsthemas? Fest steht eigentlich nur, dass Komplexität nicht mit einfachen Lösungen zu meistern ist.
"Lektion zum Kapitalismus", FAS 28.9.2008


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Zen in Leben und Arbeit - Von Achtsamkeit bis Zeitmanagement 
Donnerstag, 2. Oktober 2008 - Bücher
Konzentration, Leistungsfähigkeit und innere Balance sind der Schlüssel zu einem kraftvollen Arbeits- und Privatleben. Das Achtsamkeits-Training des Zen fördert persönliche Potenziale und erschließt neue innere Ressourcen. Vor dem Hintergrund westlicher Psychologie erklärt die Zen-Lehrerin und Management-Beraterin Brigitte van Baren in ihrem neuen Buch "Zen in Leben und Arbeit", wie sich die Tradition des Zen aus einer modernen Weltsicht heraus erschließen lässt und – im Kontext neuer Bewusstseinstheorien wie der von Ken Wilber – Antworten auf die Fragen des Hier und Jetzt liefert. So werden Stille und Achtsamkeit, Meditation und Selbsterforschung zum Schlüssel für die Bewältigung beruflicher und privater Herausforderungen. Brigitte van Baren greift Themen wie Zeitmanagement, Work-Life-Balance und Kommunikation auf und illustriert, wie die Zen-Praxis es ermöglicht, Aufgaben im Leben effektiver anzugehen und dabei das innere Gleichgewicht zu wahren.
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Friedvolle Krieger im Management 
Mittwoch, 1. Oktober 2008 - Management
Dan Millman gehört zu den Größen der spirituellen Szene. Sein vor über 20 Jahren verfasster "Pfad des friedvollen Kriegers" wurde zum Weltbestseller, und inzwischen verbreitet er seine Erkenntnisse sogar in den Führungsetagen. Sein Ansatz der Balance zwischen Harmonie und Kampfgeist kommt bei Managern gut an. Ich habe ihn für das Weiterbildungsmagazin ManagerSeminare interviewt. Für Millman bedeutet Kämpfergeist nicht unbedingt, sich mit einer Ellbogen-Mentalität durch den Job zu kämpfen, sondern eher, sich den eigenen inneren Kämpfen und Selbstzweifeln zu stellen. "Wie den meisten von uns fehlt es auch Managern häufig an klaren Sinnbezügen, einer konzentrierten Absicht und einem Gefühl der Verbundenheit. Wir alle sehen uns - ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht - nach Wertschätzung und einem Sinn, der über finanzielle Kompensationen hinausreicht. Es geht darum, wieder einen Blick für das große Ganze zu entwickeln, für die Kunst des Lebens", sagt er. Wer mehr über die Weisheit des friedvollen Kriegers lernen möchte: Am 8. Oktober findet in Verlin ein Business-Workshop mit Dan Millman statt, am 16. Oktober in Hamburg. Weitere Informationen dazu unter www.at-connect.de.
"In erster Linie ist man Mensch, in zweiter Manager", ManagerSeminare Oktober 2008


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Nachhaltigkeitswerbung muss ehrlich sein 
Dienstag, 30. September 2008 - Studien
Das Thema Nachhaltigkeit ist bei Unternehmen gegenwärtig en vogue. Doch nicht immer kommen die vermittelten Botschaften beim Publikum, seien es wirtschaftliche Partner, Mitarbeiter oder Kunden, so positiv an, wie sie gemeint sind. Vielfacher, durch immer mehr Studien belegter Grund: Viele Firmen benutzen die Nachhaltigkeitskommunikation und -werbung, um ihr Image aufzuhübschen, lassen jedoch nicht zwingend auch entsprechende Taten folgen. Die Arcandor AG ließ nun eine Studie anfertigen, in der die Nachhaltigkeitswerbung im Bereich Tourismus und Handel über 17 Monate untersucht wurde, um nicht nur den Ist-Zustand dieser Werbeform zu evaluieren, sondern auch nach Leitlinien für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitswerbung zu suchen. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Michael Aßländer vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel. Das Ergebnis: Nachhaltige Werbung macht dann Sinn, wenn Unternehmen sich nicht mehr nur auf einzelne Aspekte ihres unternehmerischen Handelns beziehen, sondern das komplexe Gesamtbild ihrer Aktivitäten ins Visier nehmen - und die Selbstdarstellung konsequent mit entsprechendem Handeln untermauern. Als wichtigste Punkte wirklich nachhaltiger Werbung sieht die Studie einen respektvollen Umgang mit Mensch und Natur, Aussagen, die die Rechte und Meinungen anderer respektieren, einen sensiblen Umgang mit gesellschaftlichen Problemen, eine ehrliche Botschaft und den verantwortlichen Umgang mit den durch die Botschaft ausgelösten gesellschaftlichen Prozessen. Betrachtet man die allgemeine Formulierung dieser Aspekte, so wird deutlich, dass Nachhaltigkeitswerbung sich nicht auf ein Schema F verlassen kann und darf, sondern darauf angewiesen ist, dass Unternehmen ihre diesbezüglichen Bemühungen immer wieder durchdenken und prozesshaft den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen. Die Studie ist kostenlos erhältlich unter office@glocalist.com.

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Die Gesellschaft zwischen Ausschluss und Teilhabe 
Montag, 29. September 2008 - Arbeit
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat in der vergangenen Woche den Soziologen Heinz Bude über die wachsende Spaltung der Gesellschaft befragt. Kern des Gesprächs ist das immer virulenter werden Phänomen der Exklusion: Gerade aufgrund des Produktivitätswachstums der vergangenen Jahre fallen immer mehr nicht gut ausgebildete Menschen aus dem Erwerbsprozess heraus und finden keinen Weg zurück. Laut Bude sind vor allem Alleinerziehende, ausbildungsmüde Jugendliche und so genannte Migrationsverlierer besonders stark vom sozialen Abstieg betroffen. Bude kritisiert, dass es gegenwärtig kaum positive Vermittlungsmechanismen zwischen der Welt derer, die einen guten Job haben, und derer, die wohl nie mehr einen finden werden, gibt. "Es braucht eine politische Botschaft jenseits von Hartz IV. Die lautet: Wir befähigen jeden, sich wieder aufzurichten, aber wir überlassen niemanden seinem Schicksal", so der Soziologe. Bude warnt auch davor, die Armutsdiskussion allein an Einkommensgrenzen aufzuhängen, denn solange hier nur mit statistischen Größen hantiert wird, bleibt die größere Perspektive, nämlich die Frage, wie diese "Armen" wieder in den Stand versetzt werden können, an der gesellschaftlichen Entwicklung teilzuhaben, außen vor.
"Jeder kennt einen, der ins schwarze Loch gefallen ist", FAS 21.9.2008


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Besser sein fängt beim Denken an 
Freitag, 26. September 2008 - Bücher
Besser sein fängt beim Denken an - diese Perspektive propagiert der Unternehmensberater Wolf W. Lasko in seiner neuen Buchreihe »Think DEEP!«. In drei Bänden greift er das Thema Persönlichkeitsentwicklung mit all seinen Facetten auf, zeigt, wie man Charisma im Berufsleben entwickeln kann und wie starke Persönlichkeiten ihre Erfolgschancen im Job verbessern. Drei weitere Titel nehmen das Thema Elite ins Visier und hauchen dem in Deutschland leicht verkrusteten Elite-Diskurs neues Leben ein, denn während sich der vorherrschende Elite-Disput fast ausschließlich mit Fehltritten und Fehlentwicklungen vermeintlicher Eliten beschäftigt, hält Lasko dem entgegen, dass Elite ein Reifungsprozess ist, an dessen Ende schließlich gefestigte Persönlichkeiten stehen, die wissen was sie tun. Weitere Informationen zu allen Büchern sowie die Möglichkeit zur Direktbestellung beim Verlag (in Deutschland versandkostenfreie Lieferung!) finden Sie in unserem »inspire!«-Shop.
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Postmaterialistische Werte nehmen zu 
Donnerstag, 25. September 2008 - Studien
Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auf Basis des Soziooekonomischen Panels zeigen, dass in Deutschland die postmaterialistischen Werte immer wichtiger werden. So stieg in Westdeutschland der Anteil der Postmaterialisten in den letzten 20 Jahren von 38 auf 47 Prozent, in Ostdeutschland von 22 auf 45 Prozent. Unter Materialismus verstehen die Sozialwissenschaften, dass Menschen Sicherheit, wirtschaftlichen Aufstieg und ökonomische Absicherung höher bewerten als so genannte postmaterialistische Ziele wie individuelle Selbstentfaltung, Emanzipation, politische Mitbestimmung oder auch politische Ziele wie Umweltschutz. Eine Datenbetrachtung über mehrere Jahrzehnte belegt, dass die jüngsten Entwicklungen die Fortsetzung der allgemeinen Tendenz sind, dass jede Folgegeneration postmaterialistischer eingestellt ist als ihre vorhergehende Generation. Vor allem Selbstständige, Freiberufler, leitende Angestellte und Beamte weisen mit 55 Prozent einen hohen Anteil an Postmaterialisten auf, während es bei den Arbeitern nur 44 Prozent sind. Spitzenwerte weisen die Freiberufler und Selbstständigen ohne Mitarbeiter (61 Prozent) auf sowie die Auszubildenden (60 Prozent). Betrachtet man die Parteibindung, finden sich die meisten Postmaterialisten unter den Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen (74 Prozent) und bei der Linken (60 Prozent).
DIW-Wochenbericht 20.8.2008



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