Gute Arbeit ist Mangelware 
Donnerstag, 2. Juli 2009 - Arbeit
Nur zwölf Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben "gute Arbeit", so das ernüchternde Ergebnis des jährlich erhobenen Index des DGB. 55 Prozent der Angestellten haben mittelmäßige Arbeitsbedingungen, für 33 Prozent sind diese sogar schlecht. Auf der Skala des DGB stehen Indexwerte von 80 bis 100 für gute Arbeit, Werte zwischen 50 und 80 für Mittelmaß und Werte von 0 bis 50 für eine explizit schlechte Arbeitssituation. Der Durchschnittswert aller erhobenen Parameter lag in der Erhebung 2009 bei 58. Am zufriedensten sind die deutschen Arbeitnehmer mit dem Sinngehalt ihrer Arbeit (79), der Kollegialität am Arbeitsplatz (77) und der Gestaltung der emotionalen Anforderungen (71). Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten, Führungsqualität und die Betriebskultur rangieren dagegen im unteren Mittelfeld. Am schlechtesten beurteilen die Deutschen ihr Einkommen (40), gefolgt von Aufstiegsmöglichkeiten (47) und den beruflichen Zukunftsaussichten sowie der Arbeitsplatzsicherheit (48).
DGB Gute Arbeit 2009



[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Dalai Lama zur Finanzkrise 
Mittwoch, 1. Juli 2009 - Management
Die Fixierung auf materielle Werte engt den Geist und das Denken ein und ist eine der Ursachen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise - so der Dalai Lama in einem Interview mit dem Manager Magazin. Enthusiasmus und globale Verantwortung sollten die Triebfedern der Ökonomie sein, fordert der Mönch. Die entscheidende Frage sei, wie das Geld verteilt werde - für die Befriedigung der Gier von einigen wenigen Menschen oder im Sinne der globalen Verantwortung für den Lebensstandard der armen Menschen, die Bildung der Kinder und das Gesundheitssystem, schreibt das Manager Magazin. Ein besonderer Kritikpunkt des Dalai Lama: Immer noch werde in der Wirtschaft viel zu stark zwischen "wir" und "sie" unterschieden, so dass wechselseitige Verpflichtungen im Rahmen der Weltwirtschaft nicht gesehen würden. Auf der Webseite des Manager Magazins stehen verschiedene Web-Videos zum Interview zur Verfügung.
"Gier hat die Krise verursacht", Manager Magazin 26.6.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Götz Werner und seine menschengemäße Führung 
Dienstag, 30. Juni 2009 - Management
Mit seinem Einsatz für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist DM-Gründer Götz Werner in den letzten Jahren ständig in den Medien präsent. Sein Menschenbild, das auf Entfaltungsfähigkeit und Entwicklungspotenziale, abzielt, kann Führungskräften wichtige Anregungen für eine "menschengemäße Führung" vermitteln. Das Unternehmensmagazin von Egon Zehnder hat ein ausführliches Portrait über Werner veröffentlicht. "Menschen wollen sich in ihrem Leben entwickeln, sonst kämen sie gar nicht erst auf die Welt", so das Credo von Werner. Für den Anthroposophen haben Führungskräfte die Aufgabe, ähnlich wie ein Dirigent eines Orchesters einen Rahmen zu schaffen, der die Mitarbeiter anregt, ihr Bestes zu geben. Dabei stehe weniger das "Wie" im Vordergrund, als vielmehr das "Warum" einer Tätigkeit, denn Führung funktioniere dann wie ein Sog. Auch zum Thema Change und vorausschauender Strategieentwicklung hat Werner seine ganz eigenen Ansichten: "Die Fähigkeit zur Antizipation, die Vorwegnahme der Zukunft, ist die urunternehmerische Fähigkeit schlechthin.“ Voraussetzung für dieses "Handeln aus der eigenen Vorstellung heraus" sei eine gute Wahrnehmung. Diese durch Kunst, Kultur und andere Anregungen von außen zu schulen – auch bei sich selbst –, sei die Aufgabe einer Führungskraft.
Der Humanist, Egon Zehnder Magazin 1.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Bei Banken hapert es noch mit der Nachhaltigkeit 
Montag, 29. Juni 2009 - Management
Die Analysten von oekom research haben die Nachhaltigkeitsbemühungen von 65 Geschäftsbanken untersucht. Die Skala der Ratings reicht von der Bestnote A+ bis zur niedrigsten Wertung D-. Der Durchschnittswert aller untersuchten Banken lag bei C- - ein im Vergleich zu anderen Sektoren laut oekom research eher schlechtes Ergebnis. Die Deutsche HypoVereinsbank erreichte ein B-, gefolgt von den australischen Banken Westpac Banking Corporation und National Australia Bank, die beide mit C+ abschnitten. Die besondere Kritik der Analysten gilt nach wie vor der mangelnden Transparent und Kundenorientierung der Banken im Vertrieb. Bei der Ausgestaltung der Produkte orientieren sich immer mehr Finanzdienstleister am Thema Nachhaltigkeit und berücksichtigen Themen wie Klimawandel oder Wasser bei den Kapitalanlagemöglichkeiten. Trotz beeindruckender Wachstumsraten liegt der Anteil von Fonds und Mandaten, die nach umfassenden ökologischen und sozialen Kriterien verwaltet werden, bei den meisten Banken bei unter drei Prozent. Die HypoVereinsbank ist im Rating der Vorreiter. Sie berücksichtigt im Prüfprozess für die Vergabe von Großkrediten und Projekten auch ökologische und soziale Kriterien.
Pressemitteilung oekom research 19.6.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Krise ist in vielen Unternehmen hausgemacht 
Freitag, 26. Juni 2009 - Studien
Unternehmen, die im Zuge der gegenwärtigen Wirtschaftskrise akut ins Trudeln geraten und Insolvenz anmelden müssen, waren meist schon vor dem Einbruch der Wirtschaft gefährdet - ihre Bedrohung ist also in vielen Fällen hausgemacht, so das Ergebnis einer Studie der Munich Strategy Group. Untersucht wurden 800 Mittelständler mit Umsätzen zwischen zehn und 600 Millionen Euro. An den akuten Problemen der letzten Monate sind häufig Managementfehler früherer Jahre schuld, so die Studie. Falsche strategische Entscheidungen hätten Firmen wie rosenthal, Pfarr, karmann oder Märklin ins Trudeln gebracht, so die Experten. Laut Studie sind 19,3 Prozent der untersuchten Unternehmen derzeit akut gefährdet, weitere 41,4 Prozent weisen ein mittleres Risiko auf, darunter etwa ein Viertel, dem ebenfalls das Aus drohen könne. Mehr als ein Drittel der Firmen steht allerdings nach wie vor gut da: 17 Prozent haben aufgrund kluger Strategien ein sehr geringes Risiko, 22 Prozent ein geringes.
Wer jetzt fällt, hat lang gewackelt, FTD 17.6.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Selbstständigkeit ist der Deutschen Sache nicht 
Donnerstag, 25. Juni 2009 - Studien
In Deckung gehen, warten bis der Sturm vorbei ist - so die Devise vieler Angestellter in der aktuellen Krise. In der Selbstständigkeit neue berufliche Chancen zu sehen, kommt den wenigsten in den Sinn. Einer Repräsentativbefragung des Direktvertriebsunternehmens Amway zufolge können sich gegenwärtig acht von zehn Bundesbürgern nicht vorstellen, sich selbstständig zu machen - im Vorjahr war die Selbstständigkeit noch für jeden zweiten eine Option. 82 Prozent fürchten das finanzielle Risiko, 68 Prozent haben nicht genügend Startkapital und 28 Prozent vermissen ausreichende staatliche Förderung. Immerhin elf Prozent der Bevölkerung sehen in der Selbstständigkeit eine Chance, die eigenen Karrieremöglichkeiten zu verbessern. Die Angst vor dem Scheitern scheint nach wie vor groß zu sein und das, obwohl an Geschäftsideen anscheinend kein Mangel besteht. Sagten im vergangenen Jahr noch 55 Prozent, dass sie aufgrund fehlender Geschäftsideen nicht gründen wollen, waren es 2009 nur noch 38 Prozent. Ideen gibt es also, was fehlt, ist der Mut, sie auch umzusetzen.
Studie: Weniger Mut, mehr Geschäftsideen, WiWo 15.6.2009


[ 6 Kommentare ]     Permalink
Desk rage - Krise und Krach im Büro 
Mittwoch, 24. Juni 2009 - Management
Die Wirtschaftskrise führt zu einem raueren Umgang im Job. In den Vereinigten Staaten hat das Phänomen, dass immer mehr Mitarbeiter oder auch Chefs die Contenance verlieren und auch einmal lauter werden, bereits einen Namen: Desk rage. Die Süddeutsche Zeitung sprach mit der amerikanischen Psychologin Bonny Beuret über das Phänomen, das sicherlich auch deutschen Angestellten nicht ganz fremd ist. "Ich habe viel mit Führungskräften zu tun und höre immer wieder, dass ihre Mitarbeiter dünnhäutiger geworden sind und entsprechend reagieren. Die meisten haben Angst um ihre Jobs - das erhöht natürlich den Stresslevel. Aus diesem Grund rasten manche schneller aus, der Umgangston wird rauer", sagt Beuret. Ihr Tipp an alle Führungskräfte: Bei Wutausbrüchen von Mitarbeitern versuchen, respektvoll mit ihnen umzugehen, eingestehen, wenn tatsächlich etwas schief läuft und darüber sprechen. Andererseits sollten Chefs auch deutlich machen, wenn Verhaltensweisen nicht akzeptabel sind. Da viele der Rahmenbedingungen, die gegenwärtig unter der Mitarbeiterschaft Frust und Stress verursachen, kaum kurzfristig beeinflussbar sind, rät die Psychologin dazu, sich Kompensationsmechanismen zu suchen und beispielsweise Methoden der Stressbewältigung wie die Emotional Freedom Technique zu erlernen, eine Form der Klopfakkupressur. Das beseitig zwar die Stressauslöser nicht, hilft aber dabei, souveräner mit ihnen umzugehen.
"Es herrscht eine Cowboy-Mentalität", SZ 14.6.2009


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Abschied vom Spezialistentum 
Dienstag, 23. Juni 2009 - Management
“Spezialisten sind einzigartig, aber eben auch aus der Gesamtperspektive herausgelöst. Und wir beginnen nun den Preis zu entdecken, der mit einer solch einseitigen Entwicklung einhergeht. Die neue Qualität der Zeit ist ein Sowohl/Als-auch und wir müssen wieder lernen, uns zurückzunehmen und nicht nur die Details zu sehen, sondern auch eine Vogelperspektive einzunehmen”, sagt der Management-Coach und Zen-Lehrer Paul J. Kohtes. In einem Artikel für den österreichischen Standard erklärt er, warum weniger Spezialistentum manchmal mehr ist. "Vor allem im Top-Management wird es darauf ankommen, wieder die Fähigkeiten des 'Generalisten' zu entwickeln. Es ist die Zeit für Manager mit Weitsicht, die den Mut haben, im wahrsten Sinne des Wortes aufs Ganze zu gehen. Die als gereifte Persönlichkeiten ihre Aufgaben aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus angehen", so Kohtes, denn: "In der Vermählung von Perfektion und Gelassenheit liegt eine ernsthafte Chance zur Lösung der großen Probleme unserer Zeit."
Neue Manager: Abschied vom Spezialistentum, Der Standard 16./17.5.2009

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter