Frauenquote käme der Wirtschaft zugute 
Freitag, 26. März 2010 - Studien
Die Telekom prescht vor: Bis 2015 sollen 30 Prozent der Führungsjobs im Konzern mit Frauen besetzt sein. Ein Schritt, der Not tut, denn gegenwärtig sind im deutschen Top-Management nur sechs Prozent der Führungskräfte weiblich. Eine Frauenquote kommt Firmen zugute, wie eine Auswertung von McKinsey deutlich illustriert. die durchschnittliche Rendite von Unternehmen mit Frauenquote lag in den Jahren 2003 bis 2008 zehn Prozent über dem Industriedurchschnitt (11,4 Prozent vs. 10,3 Prozent). Beim durchschnittlichen Gewinn vor Zinsen und Steuern wirkt sich die Frauenquote noch deutlicher aus, denn hier performen die Frauenintegrierer um 48 Prozent besser (11,1 Prozent vs. 5,8 Prozent). Auch der Aktienkurs lässt sich von mehr Frauen in der Führungsetage beflügeln - er liegt in solchen Unternehmen um 17 Prozent höher als die Entwicklung des Eurostoxx 600 (64 Prozent vs. 47 Prozent).
Frauen zahlen sich aus, taz 16.3.10

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Führungskräfte verdienen auch in Krisenzeiten mehr 
Donnerstag, 25. März 2010 - Studien
Eine Auswertung der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt im Auftrag der WirtschaftsWoche zeigt: Zwar steigen in Krisenzeiten die Gehälter deutlich moderater, doch vor allem Führungskräfte können ihr Einkommen im Vergleich zu gewöhnlichen Mitarbeitern deutlich erhöhen, so dass die Einkommensschere deutlich weiter auseinander geht. 2009 erhöhten sich die Bezüge von Führungskräften um drei bis fünf Prozent, die Einstiegsgehälter in den zehn bestbezahlten Branchen hingegen nur um ein Prozent. Betrachtet man den Zeitraum zwischen 2003 und 2009, wird die Diskrepanz noch deutlicher: Führungskräfte verbesserten in diesem Zeitraum ihr Einkommen um 15 Prozent, Fachkräfte um lediglich 4,2 Prozent und für Berufseinsteiger gab es nur einen Zuwachs von 3,8 Prozent.
Die Schere bei den Einkommen geht weiter auseinander, WiWo 13.3.10

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Die Verführung des Hirndopings 
Mittwoch, 24. März 2010 - Wissenschaft
Die Zeit geht in einem Interview mit dem Psychiater Klaus Lieb der Frage nach, welche Verführungskraft gegenwärtig von Möglichkeiten des Hirndopings ausgeht und welche Folgen diese haben kann. Lieb stellte in einer Studie mit 1.035 Schülern und 512 Studenten fest, dass rund vier Prozent der Befragten bereits einmal versucht haben, ihre Konzentration, Aufmerksamkeit oder Wachheit mit Hilfe von Medikamenten zu steigern. In den USA liegt dieser Anteil bereits bei etwa acht Prozent, eine Umfrage der Zeitschrift Nature unter Akademikern kam sogar auf 20 Prozent. Die Angst vor Nebenwirkungen scheint gegenwärtig die beste Abschreckung zu sein, denn mehr als 80 Prozent von Liebs Studienteilnehmern gaben an, nebenwirkungsfreie Pillen, die keine Langzeitschäden verursachen, einnehmen zu wollen, wenn es sie denn gäbe. Lieb sieht explizit mögliche Gefahren von Visionen einer stetigen Leistungssteigerung und warnt dafür, dass eine Pilleneuphorie tiefe Auswirkungen auf die psychische Entwicklung von Menschen haben kann: "Bislang ist völlig unklar, wie sicher die heute verfügbaren Mittel langfristig sind. Sie können womöglich zu Abhängigkeit und Psychosen führen. There is no such thing as a free lunch , sagen die Amerikaner dazu treffend. Wir können eben unsere Leistungen nicht unbegrenzt steigern. Nach Abschluss einer intensiven Lernphase oder eines wichtigen Projekts muss eine Phase der Erholung einsetzen, in der wir abschalten, zur Ruhe kommen. Natürlich wäre es toll, wenn wir dauerhaft nur zwei Stunden Schlaf bräuchten, um geistig fit zu sein. Aber da macht unser Gehirn nicht mit. ... n einem ständigen Konkurrenzkampf vergessen wir schnell, dass im Leben auch anderes zählt als nur der Erfolg. Als Individuen reifen wir auch durch Schwächen und Niederlagen."
"Das macht unser Gehirn nicht mit", Die Zeit 11.3.10

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Jeder dritte Arbeitnehmer ist nicht engagiert 
Dienstag, 23. März 2010 - Studien
Die Global Workforce Study 2010 von Towers Watson zeigt, dass auch in Zeiten der Krise die Arbeitsmotivation hoch ausgeprägt ist. So sind in Deutschland 24 Prozent der Arbeitnehmer (weltweit: 21 Prozent) hoch engagiert und 43 Prozent (weltweit: 42 Prozent) moderat engagiert. Befragt wurden mehr als 20.000 Arbeitnehmer in 27 Ländern. Immerhin jeder Dritte zeigt jedoch ein unterdurchschnittliches Engagement bzw. überhaupt keines. So verweigern sich zumindest teilweise in Deutschland 27 Prozent (weltweit: 30 Prozent) und sechs Prozent (weltweit: acht Prozent) sogar ganz. Die Verbundenheit mit dem Unternehmen hängt nach Aussage der Studienautoren vor allem mit dem Top-Management zusammen. Wird dieses als ineffektiv eingeschätzt, steigt die Wechselbereitschaft der Mitarbeiter auf 50 Prozent. Die Beurteilung von Leistung spielt für viele Mitarbeiter eine große Rolle. Nur 41 Prozent sehen bei ihren Vorgesetzten einen effektiven Umgang mit schlechten Leistungen, nur 45 Prozent finden, dass ihre Chefs gute Leistungen entsprechend würdigen.
Nachhaltiges Mitarbeiterengagement braucht neue Erfolgsformel, Towers Watson 16.3.10

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Leistungswahn richtet Unternehmen zugrunde 
Montag, 22. März 2010 - Management
In einem Beitrag in der Wirtschaftswoche spricht sich Prof. Dr. Lutz Becker, der an der Karlshochschule International University in Karlsruhe den Masterstudiengang "Leadership" leitet, gegen den im Business immer mehr zunehmenden Leistungswahn aus: "Dass dauernde Spitzenleistungen nicht funktionieren, ist in der Wissenschaft hinlänglich bekannt. Wenn sich Wertschätzung allein am vermeintlichen Wertbeitrag orientiert, entwickeln Mitarbeiter in der Folge Angstprogramme, die Standards nicht zu erfüllen. Was unter dem Strich geschieht, ist, dass die Menschen physiologisch in einen Alarmzustand verfallen. Dieser Zustand führt dazu, dass die Menschen zwar bis zu einem gewissen Punkt funktionieren wie die Ratte im Laufrad, aber nicht wirklich Leistungen erbringen können." Becker beruft sich auf den Management-Vordenker Fredmund Malik, demzufolge es nicht die individuellen Spitzenleistungen sind, die Unternehmen langfristig erfolgreich machen, sondern die Stetigkeit, mit der Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg beitragen.
Selbstausbeutung und echte Führungstugenden, WiWo 4.3.2010

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Mitarbeiter werden ausgepresst wie Zitronen 
Freitag, 19. März 2010 - Arbeit
In Deutschland werden jedes Jahr 1,5 Milliarden unbezahlte Überstunden von Mitarbeitern geleistet, was etwa 800.000 Vollzeitarbeitsplätzen entspricht. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung beklagt der Betriebsratsberater Christian Stupka, dass aus Mitarbeitern Maximalleistungen herausgepresst werden, ohne Rücksicht auf gesundheitliche Verluste. Mehrarbeit an sich ist laut Stupka kein Problem, wenn Phasen der extremen Anspannung sich mit weniger stressigen Arbeitsphasen abwechseln, die Mehrbelastung also eher die Ausnahme bleibt. Die Realität sieht jedoch anders aus: "Es sind zwar 40 Stunden pro Woche vereinbart, aber sämtliche Überstunden sollen mit dem Gehalt pauschal abgegolten sein. Das führt oft zu 50-Stunden-Wochen, und diese Mitarbeiter stehen so unter Druck, dass die Zahl der psychisch bedingten Erkrankungen in diesen Berufen dramatisch zunimmt." Stupka beklagt, dass viele Unternehmen aus der Krise Profit ziehen: Sie umgehen die Gewerkschaften und schließen mit den Mitarbeitern dauerhafte Vereinbarungen über Mehrarbeit, um Vorteile gegenüber den Wettbewerbern zu erlangen. Eine sich verselbstständigen Spirale "Das geht dann so aus wie im Kino, wenn in der dritten Reihe einer aufsteht, um besser sehen zu können. Nach und nach stehen alle auf. Am Ende sehen alle so gut oder schlecht wie vorher, nur dass es jetzt für alle ungemütlicher ist."
"Es kommt zu extremen Gesundheitsschäden", SZ 11.3.2010

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Weniger arbeiten und dabei effizienter und zufriedener sein 
Donnerstag, 18. März 2010 - Studien
Eine Untersuchung der Harvard Business School: Selbst in Arbeitsfeldern mit hohem Zeit- und Erfolgsdruck und extremer Arbeitsverdichtung ist es für Mitarbeiter möglich, weniger zu arbeiten und dennoch effizienter zu sein. Ein Forscherteam experimentierte mit mehreren Beraterteam der Boston Consulting Group mit folgendem Setting: In den üblichen Vierer-Teams musste sich jeder Mitarbeiter einen vollen Tag die Woche freinehmen und durfte nur noch zu 80 Prozent arbeiten. Zum Ausgleich wurden diese Teams um eine fünfte Person ergänzt. In einer weiteren Stufe des Experiments mussten sich die Mitarbeiter einen ganzen Abend pro Woche ab 18 Uhr aus dem Business ausklinken. Wie die Forscher berichten, stießen sie zunächst auf nicht unerhebliche Widerstände der Beteiligten: Sie hatten Angst, dass ihre Projekte stocken, dass die Reduzierung ihrer Arbeitszeit ihre weitere Karriere bremst und mussten sich schlicht an die neue freie Zeit gewöhnen. Der Harvard Business Manager zitiert einen der beteiligten Berater: "Uns einen ganzen freien Tag aufzuzwingen war so, als ob man jemandem die rechte Hand auf dem Rücken festbindet, damit er lernt, die linke zu gebrauchen. Das hat unserem Team wirklich geholfen, sich von der Einstellung zu befreien, dass wir sieben Tage pro Woche 24 Stunden lang erreichbar sein müssen." Die Ergebnisse des Projekts waren mehr als überzeugend. So zeigten sich deutliche Verbesserungen auf den Skalen Lernprozesse/Entwicklungsmöglichkeiten, offene Kommunikation und Wert für den Kunden. Aber auch die Zufriedenheit der Berater mit ihrer Arbeit und ihrer Work-Life-Balance wuchs deutlich - und, trotz aller Befürchtungen im Vorfeld - sahen die Berater schließlich auch eine Verbesserung ihrer langfristigen Karriereaussichten. Weniger ist also häufig wirklich mehr ...
Weniger arbeiten, mehr leisten, Harvard Business Manager 8.3.2010

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Die Eigentumsfrage im Kapitalismus 3.0 
Mittwoch, 17. März 2010 - Veranstaltungen
Heute eine Ankündigung in eigener Sache: Am 20. Mai 2010 laden das Magazin info3, die Triodos Bank, Wala und die GLS Treuhand zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zur "Eigentumsfrage im Kapitalismus 3.0" nach Frankfurt ein. Im Zuge der notwendigen Transformation des Kapitalismus hin zu einer global und nachhaltig ausgerichteten Ökonomie der Zukunft spielt die Frage nach dem Eigentum eine entscheidende Rolle. Die Veranstaltung thematisiert neue Denkanstäze und Fallbeispiele aus der Unternehmenswelt. Ich werde den Einführungsvortrag zum Thema "Wandel fängt beim Denken an - wie eine neue 'Wir-Kultur' die Wirtschaft zukunftsfähig machen kann" halten. Alexander Schwedeler von der Geschäftsleitung der Triodos Bank, Frankfurt, wir über Erfahrungen der Bank mit neuen Formen des Eigentums berichten. Dr. Philip Lettmann von der Wala GmbH zeigt auf, wie eine Stiftung für ein Unternehmen zur Alternative gegenüber dem Privateigentum werden kann. Und Dr. Antje tönnis von der GLS Treuhand, Bochum, gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Gemeingüterwirtschaft. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im Saalbau Gallus, Frankenallee 111, Frankfurt am Main, und dauert bis 18.30 Uhr.
Weitere Infos und Anmeldung

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