GLS Bank wird Bank des Jahres 2010 
Montag, 7. Juni 2010 - sonstiges
Die Bankenkrise scheint zumindest in Teilen der Bevölkerung zu einem Aufwachen geführt zu haben. Bei der Wahl zur beliebtesten Hausbank der Deutschen, zu der der Nachrichtensender n-tv und das Magazin Börse online von März bis Mai aufriefen, beteiligten sich mehr als 33.700 Teilnehmer und kürten die GLS Bank zum Sieger. Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bank mit den anthroposophischen Wurzeln ließ dabei die etablierte Konkurrenz weit hinter sich - so landete die Deutsche Bank beispielsweise nur auf Platz 21. Zwar ist die GLS mit ihren 80.000 KundInnen noch ein kleiner Fisch - die Deutsche Bank hat mehr als hundertmal mehr Kunden -, doch mit ihrer Ausrichtung punktet sie mächtig. Laut Umfragen möchten bereits mehr als zehn Prozent aller Deutschen, dass ihr Geld "Gutes tut" und nicht zu fragwürdigen Spekulationen verwendet wird. Bei der GLS haben sie die Sicherheit, dass dem so ist - und können sich sogar aussuchen, für welche Projekte ihre Anlage als Kredit ausgezahlt werden soll. Was die Konditionen angeht, rangiert die GLS im Mittelfeld - doch ist das ihren Kunden dennoch die Bestnote wert. So kostet das Girokonto mit Service-Karte und Mastercard pro Jahr 64 Euro - bei der Deutschen Bank sind es sogar knapp 20 Euro mehr. Auf Tagesgeld gibt die GLS gegenwärtig 1,1 Prozent, aufs Sparbuch 1,3 Prozent - das ist Durchschnitt. Die Wahl zeigt: Zwar spielt die GLS gegenwärtig noch in einem Nischenmarkt, doch ihre Fans sind treu.
Die Kleinen triumphieren, n-tv 2.6.10

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Manager an der Belastungsgrenze 
Freitag, 4. Juni 2010 - Studien
Der Handelsblatt Business-Monitor, für den mehr als 760 Manager in Deutschland befragt wurden, zeigt: jeder zweite Manager im besonders durch die Rezession gebeutelten Maschinen- und Fahrzeugbau sieht sich am Rande seiner Belastungsgrenze. 40 Prozent klagen, dass ihnen in Krisenzeiten im Unternehmen deutlich mehr abverlangt werde. Berater gehen ohnehin davon, dass heute in den Führungsetagen das Anforderungsniveau etwas doppelt so hoch ist wie noch vor zehn Jahren. 42 Prozent der Manager konstatieren eine straffere Führung in Krisenzeiten, wobei Experten davon ausgehen, dass gerade der enorme wirtschaftliche Druck es firmenintern erleichtere, auch schmerzhafte Programme ohne große Widerstände durchzusetzen. Trotz aller Schwierigkeiten sehen sich 92 Prozent der Führungskräfte gut gewappnet für die nächste Krise - ein Selbstbewusstsein, dem Personalexperten eher misstrauen, da der eigentliche Prozess nachhaltiger Veränderungen für viele Firmen noch anstehe. Und außerdem: "Die nächste Krise ist immer anders."
Manager stoßen an ihre Grenzen, HB 28.5.10

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Kollegialität und attraktive Aufgaben 
Mittwoch, 2. Juni 2010 - Studien
Was bewegt Absolventen, die in Krisenzeiten auf den Arbeitsmarkt streben? Das Absolventenbarometer 2010, das von dem Beratungsunternehmen Trendence erhoben wurde, zeigt, dass der Nachwuchs durchaus skeptisch ist. Befragt wurden mehr als 21.000 Studierende der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften, dir kurz vor dem Examen stehen. 73 Prozent der BWLer glauben, dass es ihnen gelingen wird, mit ihrem Beruf einmal den Lebensstandard ihrer Eltern zu erreichen - sieben Prozentpunkte weniger als in der Erhebung des Vorjahres. Für die angehenden Arbeitnehmer zählt bei der Jobsuche nicht zuletzt, was potenzielle Arbeitgeber ihnen im ideellen Bereich zu bieten haben. Ingenieure beispielsweise nennen an erster Stelle die Attraktivität der Arbeitsaufgaben, gefolgt von Kollegialität, persönlicher Entwicklung, Wertschätzung der Mitarbeiter und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ähnlichen sehen dies die BWLer, wobei ihnen die Karriereperspektiven im Unternehmen wichtiger sind als Möglichkeiten zur Weiterbildung.
Was Bewerber wirklich wollen, Manager Magazin 25.5.10

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Den Kapitalismus in Frage stellen? 
Dienstag, 1. Juni 2010 - Management
Der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer reflektiert im Interview mit der Zeit über die Wirtschaftskrise und die Rolle der Banken - teilweise durchaus selbstkritisch, aber stellenweise auch aalglatt. "Ist unser angloamerikanisches Kapitalismusmodell überhaupt noch zeitgemäß? Vielleicht haben wir uns zu sehr auf Aktionärsinteressen fokussiert und dabei die Gesellschaft vergessen. Da ist etwas aus den Fugen geraten, und die Menschen spüren das", so Breuer. Einst Verfechter hoher Renditen, wird Breuer im Tonfall nun moderater: "Ich würde hohe Renditen nicht als strategisches Primärziel definieren. Die Stabilität unserer Banken ist wichtig für die Gesellschaft. Wir dürfen nicht wieder in ein Desaster geraten, in dem die Gesellschaft für den Schaden zahlt." Zum großen Banken-Desaster sagt er: "Es war alles legal. Aber deswegen war es noch nicht richtig." Andererseits geht Breuers Selbst- und Systemkritik dann doch nicht so weit, das Bankenwesen in seiner heutigen Form grundsätzlich in Frage zu stellen. So sagt er etwa auch: "Eine Bank kann kein Wasserwerk sein, wo das Geld ankommt und nur weitergeleitet wird wie Trinkwasser." Oder: "Banken müssen mehr tun, als das Geld ihrer Kunden auf Sparkonten zu verzinsen und es zu einem höheren Zins an andere zu verleihen. Manche sehen den Fehler darin, dass wir mehr Geld verleihen, als wir eigentlich haben. Aber indem wir das tun, erzeugen wir einen Wachstumsimpuls für die gesamte Wirtschaft." Unter dem Strich soll also eigentlich alles so bleiben, wie es ist.
"Wir sind der Prügelknabe", Die Zeit 20.4.10

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Zerbrechliche Karrieren 
Montag, 31. Mai 2010 - Arbeit
Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung philosophiert Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger über den Wandel von Karrierewegen in der heutigen Zeit. Vorzeichen, die vor allem Absolventen gegenwärtig zu spüren bekommen: "Die Generation 30 ist reingeraten in eine neue Phase der Ungewissheiten und Unsicherheiten. Früher stand das ungebrochene Wachstum der Wirtschaft außer Frage und damit auch die Karriere der Einzelnen. Heute zeigen die Krisen, wie zerbrechlich die wirtschaftliche Ordnung ist und wie instabil die gesellschaftliche Ordnung. Und wie persönliche Entwicklungen davon betroffen sind." Für Sattelberger sind lineare Karrieremodelle des Aufstiegs und klassische Manager-Karrieren eher Auslaufmodelle - "noch nicht ganz tot", aber irgendwie doch bereits Schnee von gestern. Der Chef-Personaler der Telekom sieht ein neues Lebensunternehmertum am Horizont, worunter er versteht, "Dass die Menschen Unternehmer ihrer eigenen Talente werden. Das hat auch ein freudiges, gestalterisches Element. Unternehmer sein, heißt Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen, sich zu fragen: Was wage ich als Nächstes? Wie schärfe ich mein Profil? Wie entwickle ich meine Fähigkeiten?" Dabei wird er auch philosophisch: "Die Hochschulen müssen wieder werden, was sie mal waren, Reflexionsstätten, in denen nachgedacht wird: Was ist der richtige Weg für die Gesellschaft? Jenseits der Ökonomie, jenseits der reinen Fakten, was ist der Sinn des Ganzen? ... Berufliche und geistige Varietät, das ist viel wichtiger als glattgebügelte Lebensläufe. Das Prinzip, immer mehr vom selben, ist nicht gut für die eigene Entwicklung."
"Das Ender der klassischen Karriere ist eingeläutet", FAZ 24.5.10

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Warum wir häufig wandlungsresistent sind 
Freitag, 28. Mai 2010 - Arbeit
Die Wirtschaftswoche geht in einem umfangreichen Artikel der Frage nach, warum der Mensch sich mit dem Wandel so schwer tut. Neuere neurologische Studien erklären den Hang zum Festhalten am Gewohnten mit der Funktionsweise des Gehirns. Allein um eine kleine Körpergeste wie das Falten der Hände zu verändern, braucht der durchschnittliche Mensch etwa zwei Wochen, bis der neue Bewegungsablauf sich im Gehirn verankert hat. In der Umstellungsphase signalisiert das Gehirn unablässig Alarm - ein Begleitumstand, der Wandel oft zu einem unangenehmen Erlebnis werden lässt. Dass diese Mechanismen selbst in lebensbedrohlichen Situationen wirksam sind, macht die Sache nicht leichter. Das US-Magazin "Fast Company" machte unter dem Motto "Change or Die" - verändere dich oder stirb - vor einigen Jahren einen Test, der dies eindrucksvoll belegt. Die Befragten wurden damit konfrontiert, dass sie ihr Leben von ihr auf jetzt vollständig umkrempeln müssten, um nicht zu sterben. Beruf, Beziehungen, Familie, privates Umfeld, Lebensgewohnheiten - alles sollte zur Disposition gestellt werden. Neun von zehn Befragten der Studie konnten das nicht - selbst diejenigen, die bereits einige Bypässe hatten und der gesundheitlichen Bedrohung ins Auge sahen. Auch weniger umfassende Veränderungen lassen viele Menschen zurückschrecken. Eine EU-Studie von 2008 beispielsweise zeigt, dass Arbeitnehmer hierzulande lieber lange Wege zur Arbeit in Kauf nehmen, als umzuziehen - 41 Prozent nehmen deshalb eine tägliche Fahrzeit von mindestens zwei Stunden in Kauf. Wissenschaftler weisen immer wieder darauf hin, dass wir umso wandlungsfähiger sind, je häufiger wir positive Erlebnisse mit Veränderungen verknüpfen können. Wer also in einer angstvollen Situation feststeckt, wird aller Voraussicht nach deutlich weniger wandlungswillig sein als ein Mensch, der schon viele Veränderungssituationen mit Erfolg gemeistert hat. Diese menschliche Grunddisposition zeigt: Gerade in schwierigen Situationen mit besonders großen Herausforderungen, die viele Menschen als bedrohlich empfinden - wie der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise - sind die Hürden für den - dann akut notwendigen - Wandel am höchsten.
Wie viel Flexibilität ist möglich? WiWo 17.5.10

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Chefs können Burn-out entgegenwirken 
Donnerstag, 27. Mai 2010 - Studien
Eine Langzeit-Studie des Schweizer Instituts sciencetransfer in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass Führungskräfte Burn-out-Erkrankungen gezielt gegensteuern und damit Millionenbeträge sparen könnten. Laut einer Erhebung der Betriebskrankenkassen von 2009 bringen Erkrankungen aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen in Deutschland jährliche Kosten von 6,3 Milliarden Euro mit sich - drei Milliarden für die Behandlung der Erkrankten, 3,3 Milliarden für die Produktionsausfälle während der Krankheitszeit. Eine Verringerung der Burn-out-Erkrankungen um zehn Prozent könne demzufolge mehrere Hundert Millionen Euro sparen. Wichtiger Hebel: Das Verhalten der Führungskräfte gegenüber ihren Mitarbeitern. Die Schweizer Studie zeigt: Wenn Führungskräfte ihre Unterstützung der Mitarbeiter um 20 Prozent intensivieren, ist dieses Ziel bereits erreichbar. Bessere Arbeitsmittel, Tipps und Arbeitsentlastung erweisen sich hier genau so hilfreich wie Zuspruch, Trost, Motivation und Zuhören. Für die Studie wurden zwischen 2006 und 2009 jedes Jahr 120 Teilnehmer befragt und dabei 20 Gesundheitsaspekte betrachtet.
Der Chef kann es richten, SZ 19.5.10

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Interesse am Menschen und konstruktive Unzufriedenheit 
Mittwoch, 26. Mai 2010 - Management
Was macht gute Unternehmer aus? Eine Frage, der Götz Werner, Gründer der Drogeriekette dm, als Professor an der Universität Karlsruhe nachgeht, wo er am Institut für Entrepreneurship lehrt. Werners Vorstellung, welches Rüstzeug zukunftsfähige Unternehmer brauchen, ist prägnant: "Ein Unternehmer braucht Interesse an den Menschen. Er gestaltet aber auch die Welt, also braucht er ein Weltinteresse. Das Dritte ist konstruktive Unzufriedenheit, um Chancen für Verbesserung und Veränderung zu erkennen." Aus Sicht des Anthroposophen ist es wichtig, dass Unternehmer zuerst einmal im eigenen Leben einen roten Faden finden und ihre Biografie gestalten wollen, denn: "Wenn sie nicht einmal wissen, wie sie ihr eigenes Leben unternehmen, wie wollen sie etwas für andere unternehmen?" Unerlässlich ist dabei aus Werners Sicht eine gute Portion Neugier und Unvoreingenommenheit: "Gehe ich mit einem fragenden Bewusstsein durch die Welt, oder sage ich mir, ich kann alles, ich weiß alles? Das Leben mit offenen Fragestellungen fällt vielen Menschen nicht leicht, aber es macht empfänglich für Evidenz-Erlebnisse. Antworten machen hingegen immer gleich alles klar, und dann geht es nicht mehr weiter."
Wach geküsst, Die Zeit 12.5.10

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