Hören Sie auf zu rennen - Das Buch zum Sonderpreis 
Dienstag, 22. Juni 2010 - Bücher
Stress, Hektik, Zielfixierung - wenn Sie im Job manchmal das Gefühl haben, Sie setzen einseitig auf Power und die Verschnaufpausen kommen zu kurz, empfehle ich Ihnen einen Blick in das Buch "Hören Sie auf zu rennen", das ich gemeinsam mit Paul Kohtes geschrieben habe. Am Beispiel des Märchens vom Hase und vom Igel zeigen wir darin, wie man die richtige Balance zwischen beherztem Handeln und relaxter Fokussierung findet - die Chinesen nennen diese Haltung wu wei, was so viel heißt wie Handeln im Nicht-Handeln. Der Verlag hat den Preis für das Buch nun reduziert und es ist jetzt für sagenhafte 9,95 Euro erhältlich. Viel Spaß beim Schmökern!
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Konsumdenken hinterfragen 
Montag, 21. Juni 2010 - sonstiges
Die taz berichtet über ein Selbstexperiment der Autorin Rosa Wolff, die ausprobiert hat, ob es möglich ist, mit dem Hartz IV-Satz für Lebensmittel eine gesunde Bio-Ernährung zu realisieren. Wolffs Experiment rüttelt an alten Konsumgewohnheiten (Bio ist zu teuer) und fordert auch dazu heraus, die eigenen Essgewohnheiten zu überdenken, denn bei 4,50 Euro pro Tag sind Fleisch oder besondere Leckereien natürlich nicht drin, wohl aber ein ausgewogener Speiseplan, der hauptsächlich auf Gemüse, Teigwaren, Hülsenfrüchte und vor allem regionale Saisonware setzt. Wolffs Resümé: "Ich habe einen Monat lang nur so viel fürs Essen ausgegeben, wie Hartz-IV-Empfängern für die Ernährung zugebilligt wird: etwa 4,50 Euro am Tag. Trotzdem konnte ich zu 100 Prozent Bio essen. Und das im teuren München. Wenn man es mit dem wenigen Geld schafft, hat ein Normalverdiener keinen Grund mehr zu sagen, dass er sich Bio nicht leisten könne. Man fragt sich dann wirklich, warum die Leute mit ihren teuren Autos vor Aldi stehen." Der Autorin geht es bei dem Selbstversuch nicht darum, zu zeigen, dass man mit Hartv IV unter dem Strich gut leben könne - ein Vorwurf, der ihr in den Leserkommentaren auf der taz-Webseite mehrfach gemacht wird, sondern darum, auch eine politische Perspektive im Hinblick auf selten hinterfragte Konsumwerte zu entwickeln: "Fleisch und Wurst kann man sich am wenigsten leisten. Aber das ist nicht wirklich schlimm, weil der Konsum an tierischen Produkten ja generell zu hoch ist in unseren reichen Ländern. Weniger Fleisch und Wurst tut in der Regel den meisten gut. Auch der Umwelt und der globalen Verteilungsgerechtigkeit.
Ich habe keine Lust, mein bisschen Geld bei den Milliardären Albrecht, also bei Aldi abzuliefern. Aber es lohnt auch nicht, wenn man allein lebt. Ich war nur einmal bei Lidl und habe ein Kilo Karotten gekauft, davon sind mir zwei Stück vergammelt. Dadurch war es unterm Strich teurer als im Bioladen, wo man sich die Sachen einzeln raussuchen kann."
"100 Prozent Bio trotz Hartz IV", taz 21.5.10

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Ein bisschen mehr Vertrauen 
Freitag, 18. Juni 2010 - Studien
Das Misstrauen in der Arbeitswelt nimmt ein wenig, so das Ergebnis des von der Wirtschaftswoche quartalsweise erhobenen Vertrauensindex. Gegenwärtig haben 87 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wieder Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit Ihres Arbeitgebers - sieben Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Sogar 90 Prozent haben Vertrauen in ihre Kollegen - sechs Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Und acht von zehn Mitarbeitern halten ihre unmittelbar Vorgesetzten für vertrauenswürdig. Der Blick auf die Firmenspitze fällt hier wesentlich kritischer aus - jeder dritte Arbeitnehmer zweifelt an den Aussagen des Top-Managements.
Weniger Misstrauen im Job, 9.6.10

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Wie das Gehirn die Führungsqualitäten bestimmt 
Donnerstag, 17. Juni 2010 - Management
In einem Beitrag der Financial Times Deutschland erklärt die Beraterin Silke Wöhrmann, welchen Einfluss Gehirnstrukturen auf die Führungsqualitäten von Managern haben. Die Biostrukturanalyse zeigt, welche Gehirnareale ein Mensch im Hinblick auf sein Verhalten am Häufigsten mobilisiert. Zentral sind Stammhirn, Zwischenhirn und Großhirn - und jedem Gehirnareal entsprechen besondere Fähigkeiten. Beziehungsmenschen etwa zeichnen sich durch eine Dominanz des Stammhirns aus - sie sind anderen gegenüber und gehen gerne auf sie zu, pflegen ihre Kontakte und arbeiten eher intuitiv. Bei den Dynamikern reagiert vor allem das Zwischenhirn - sie sind entscheidungsfreudig und innovativ, können sich gut durchsetzen und blühen im Wettbewerb auf. Beim typischen Analytiker spielt das Großhirn seine Qualitäten aus - sie sind gut im Planen und Analysieren, sind zukunftsorientiert und gehen sehr planvoll an ihre Arbeit. Viele Menschen zeichnen sich durch eine dieser Qualitäten besonders aus, bei einigen zeigen sich auch Mischformen. "Die Biostrukturanalyse nlegt offen, wo liegen die Stärken des Einzelnen? Wo hat er Potenzial, wo liegen Begrenzungen? Die Antworten auf diese Fragen helfen, sich besser einzuschätzen. Die Ausprägung lässt sich nicht ändern, aber man kann erkennen, wie man besser mit seinem Umfeld umgeht", so Wöhrmann. Eine Perspektive wie diese legt nahe, nicht nach einheitlichen Führungskriterien zu suchen, sondern sich eher auf die strukturell im Gehirn der Führungskräfte angelegten Qualitäten zu konzentrieren.
Welchen Teil des Gehirns nutzt Ihr Chef? FTD 3.6.10

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Die eigenen Werte bewahren 
Mittwoch, 16. Juni 2010 - Arbeit
Burn-out ist in vielerlei Hinsicht auch eine Kopfsache, meint die Gesundheitsexpertin Elke Engels in einem Interview mit der Zeit. "Es ist gut untersucht, dass die innere Einstellung eines Mitarbeiters ein entscheidender Faktor dafür ist, ob er an Burn-Out erkrankt oder nicht. Es geht darum, seine eigenen Werte zu bewahren – Werte wie Familie, Freizeit, Freunde, die viel zitierte Work-Life-Balance. Der Mensch braucht unverplante Zeit, um sich entspannen zu können", so Engels. Die Expertin stellt immer wieder fest, dass von Burn-out Betroffene häufig eher problemorientiert an ihre Arbeit herangehen, während eine eher zielorientierte Haltung es hingegen erleichtert, auch mit großen Herausforderungen konstruktiv umzugehen: "Viele Menschen neigen dazu, problemorientiert statt zielorientiert zu arbeiten. Arbeit nimmt in ihrem Leben den zentralen Raum ein, ein Privatleben findet kaum noch statt. Freizeit, Entspannung und soziale Kontakte sind aber für die Gesundheit sehr wichtig. Menschen brauchen Spiel und Spaß in ihrem Leben, sonst werden sie krank." Wer dann nur die Probleme im Arbeitsleben wahrnehme und krampfhaft versuche, diese zu lösen, feuere die so entstehende Stressspirale noch zusätzlich an. Konzentriere man sich hingegen positiv auf seine Ziele, tue man sich leichter, die entsprechenden Kräfte zu mobilisieren, ohne sich zu verausgaben.
"Der Mensch braucht unverplante Zeit", Die Zeit 8.6.10

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Empathie ist auf dem Rückzug 
Dienstag, 15. Juni 2010 - Studien
Gerade erst hat der bekannte Soziologe Jeremy Rifkin sein großes Buch über die Evolution der Empathie vorgelegt und schon zeichnet sich ein Backlash ab. Während Rifkin in der von ihm gewohnten Akribie aufzeigt, dass der Mensch historisch betrachtet noch nie zu mehr Empathie fähig war als heute, konstatieren Wissenschaftler für die jüngere Zeit eher das Gegenteil. Psychologen der University of Michigan haben 72 verschiedene Studien zum Thema Empathie unter die Lupe genommen, bei denen insgesamt 14.000 Studentinnen und Studenten (Frauenanteil 63 Prozent) zwischen 1979 und 2009 zu ihrer Empathiefähigkeit befragt wurden. Der zugrunde gelegte standardisierten Empathietest Interpersonal Reactivity Index (IRI) misst, inwiefern Menschen fähig und bereit sind, sich in andere hineinzuversetzen und deren Motivationen zu verstehen, Mitgefühl mit anderen zu empfinden und beispielsweise auch sich in Figuren aus Filmen oder Büchern hineinzuversetzen. Bei der Meta-Analyse fiel den Forschern auf, dass die durchschnittlichen Empathiewerte der Studenten heute um etwa 40 Prozent niedriger liegen als bei den Studenten vor zehn oder zwanzig Jahren. Als mögliche Auslöser für das stark rückläufige Einfühlungsvermögen erwägen die Psychologen das generell rauer gewordene Wirtschaftsklima, die Ellbogenmentalität, die durch die Bush-Ära gefordert wurde, aber auch den zunehmenden Medienkonsum und gewaltdarstellende Computerspiele.
Empathie trocknet bei der Generation "Ich" aus, Telepolis 2.6.10

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Skepsis gegenüber Wachstumsprämissen wächst 
Montag, 14. Juni 2010 - Management
Stillstand bedeutet Rückschritt, so die These vieler Wachstumsverfechter, die wirtschaftliche Prosperität allein an steigendem Konsum, höherem BIP oder höheren Umsätzen festmachen. Schon 1972 wies der Club of Rome darauf hin, dass permanentes Wachstum womöglich seine Grenzen haben könnte. Im wirtschaftskritischen Lager ist diese These seit Jahrzehnten ein Gemeingut. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeigt nun in einem Übersichtsbeitrag, dass die Zahl der Wachstumskritiker aus dem bürgerlich-akademischen Lager wächst und nicht nur Attac-Sympathisanten oder Vertreter des linken Lagers ähnliche Befürchtungen hegen. Der frühere bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU) beispielsweise lieferte mit seinem Buch "Warum wir uns ändern müssen" einen Entwurf für eine qualitativ ausgerichtete ökosoziale Marktwirtschaft. Die Duisburger Politologin Ute Klammer mahnt an, gesellschaftliche Perspektiven zu entwickeln, die sich nicht auf Wachstum berufen. Und der ehemalige CDU-Generalsekretär und sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf wirft die Frage auf, wie sich die Demokratie ohne Wachstumsversprechen in Zukunft ausgestalten lässt. In der Wissenschaft und auf dem Buchmarkt gärt es also, doch finden diese Impulse in der aktuellen Politik noch wenig Resonanz. Hier wird eher so getan, als ginge nach der Krise (wann immer das sein wird) alles weiter wie bisher.
Die Zweifel am Wachstum wachsen, FAZ 7.6.10

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Meditation zähmt die Gefühle 
Freitag, 11. Juni 2010 - Wissenschaft
Der Tagesspiegel stellt in einem Beitrag neueste Forschungsergebnisse zum Thema Meditation vor. So kommt darin der Psychologe Dr. Ulrich Ott zu Wort, der am Bender Institute of Neuroimaging an der Universität Gießen die Auswirkungen von Meditation auf das Gehirn erforscht. Ott betrachtet Meditation als Geistesschulung, die es ermöglicht, den eigenen Körper besser wahrzunehmen, seine Konzentration zu schärfen und gelassener auf Empfindungen zu reagieren. Seine Studien zeigen: "Parallel zu dem psychischen Erleben gibt es Veränderungen im Gehirn." Die mit der Meditation verbundene bessere Fokussierung der Aufmerksamkeit zeigt an deutlich höherer Aktivität im anterioren cingulären Cortex, dem Hirnareal, dem eine wichtige Rolle bei der Aufmerksamkeitssteuerung zugeschrieben wird. Auch die Struktur des Gehirns, das Volumen und die Dichte verändern sich durch Meditation. "Ott konnte bei erfahrenen Meditierenden einen vergrößerten Inselcortex feststellen. In diesem Bereich der Großhirnrinde werden chemische oder physische Signale aus unserem Körper empfangen und in Emotionen wie Liebe, Hass, Verlangen, Abneigung oder Schmerz umgesetzt. Wenn wir den Inselcortex trainieren, sollten wir also auch Kontrolle über unsere Emotionen gewinnen", so der Tagesspiegel. Unter dem Strich: Meditieren lohnt sich.
Die Bändigung der Gefühle, Tagesspiegel 30.5.10

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