Jede dritte Firma leidet unter Motivationsmangel 
Mittwoch, 18. August 2010 - Studien
In einer weltweiten Untersuchung der Boston Consulting Group unter 1.300 Managern zeigt, dass Motivation, die Anerkennung im Job und die Fähigkeit des Managements, Mitarbeiter gezielt zu fördern, im Zuge der Wirtschaftskrise deutlich gelitten haben. So sanken im Top-Management die entsprechenden Werte um rund sieben Prozent, im mittleren Management sogar um um zehn bis 14 Prozent. 37 Prozent der Befragten sind mit den Werten ihres Unternehmens unzufrieden, 31 Prozent mit deren Corporate Social Responsibility und 30 Prozent mit der Vertrauenskultur und dem Empowerment, das vom Management ausgeht. 38 Prozent vermissen ein strukturiertes Karrieremanagement, 32 Prozent eine Anerkennung, die über Gehaltszahlungen hinaus geht, und 35 Prozent bemängeln, dass Manager ihre Mitarbeiter nicht unterstützen.
Pressemitteilung BCG 13.7.10

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Ehrlichkeit fördert Wohlstand 
Dienstag, 17. August 2010 - Wissenschaft
Eine ehrliche Wirtschaftskultur kommt dem Wohlstand zugute und fördert die Produktivität einer Volkswirtschaft, so die Erkenntnisse einer Studie der Universität Köln. Da in einem Klima von Ehrlichkeit und Vertrauen die Transaktionskosten geringer sind, weil beispielsweise der Aufwand, um wasserdichte Verträge zu schließen, nicht so hoch ausfällt und teure Rechtsstreitigkeiten eher selten sind, wird wirtschaftliches Engagement komplikationsärmer. Darüber hinaus fallen Investitionen in Forschung und Entwicklung leichter, wenn Firmen nicht fürchten müssen, dass ihre Innovationen von der Konkurrenz einfach kopiert werden. Wo Vertrauen herrscht, orientiert sich darüber hinaus die Auswahl der Mitarbeiter eher an deren tatsächlicher Qualifikation als an Gruppenzugehörigkeiten, was wiederum den Anreiz erhöht, in die eigene Bildung zu investieren. Prosperierende Wirtschaften wie in den skandinavischen Ländern rangieren deshalb auch am oberen Ende der Ehrlichkeitsforscher, während diese Deutschland in einem bereits problematischen Mittelfeld verorten.
Ehrlichkeit fördert das Bruttosozialprodukt, Psychologie aktuell 4.6.10

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Es geht nicht nur um Geld 
Montag, 16. August 2010 - Management
Rendite, Kosten, Gewinn - wo die meisten Firmen sich allein auf monetäre Werte konzentrieren, erscheint das Unternehmen Wala, das anthroposophische Arzneimittel und hochwertige Naturkosmetik, darunter die durch verschiedene Hollywood-Stars international bekannt gewordene Marke Dr. Hauschka, herstellt, wie eine Oase jenseits üblicher kapitalistischer Perspektiven. "Umsatz und Kosten sind uns egal", sagt etwa Wala-Chef Johannes Stellmann, der als Betriebswirt über "Die ökologische Dimension im strategischen Management" promoviert hat und als Steuerungsgrößen eher Qualität und Produktivität betrachtet. Die Unternehmensführung von Wala setzt auf "Freiheit und Unabhängigkeit", hat eine Eigenkapitalquote von 48 Prozent und hält die Banken freundlich auf Distanz. Mit einer Eigenkapitalrendite, die zwischen 14 und 33 Prozent liegt, braucht sich das Unternehmen nicht hinter der renditegetriebenen Konkurrenz zu verstecken, sondern zeigt eindrucksvoll, dass auch ein sehr auf Ethik bedachtes Wirtschaften nicht nur ideelle Gewinne abwirft. Die Werte haben allerdings immer oberste Priorität, auch wenn der finanzielle Gewinn darunter - zumindest kurzfristig - gelegentlich leidet. Als Wala sich entschloss, nur noch Händler zu beliefern, die eine umfassende Beratung zu den Wala-Produkten leisten können und wollen, sank der Umsatz von 103 auf 98 Millionen Euro - um danach wieder anzuziehen. Rückrat lohnt sich also.
"Umsatz und Kosten sind uns egal", FAZ 7.8.10

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Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 26. Juli 2010 - sonstiges
think.work.different macht Sommerferien. Ab 16. August finden Sie hier wieder wie gewöhnlich frische News zum Thema authentisches Business. Bis dahin wünsche ich Ihnen schöne Sommertage.

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Hohe Arbeitsdichte führt zu Depressionen 
Freitag, 23. Juli 2010 - Studien
Die Arbeitsdichte ist ein wesentlicher Faktor, ob Arbeitnehmer verstärkt zu depressiven Erkrankungen neigen, so das Ergebnis einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Gängige Studien gehen seit längerem von diesem Zusammenhang aus. Ihr Manko: Die Befragten beurteilen zumeist sowohl ihre Arbeitsbedingungen als auch ihren Gesundheitszustand. Dieses Setting erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Befragten einen Zusammenhang zwischen beiden Aspekten herstellen. Zudem kann eine bereits vorhandene depressive Verstimmung dazu führen, dass die eigene Wahrnehmung dadurch beeinflusst wird und man die eigene Arbeitssituation entsprechend einschätzt. Um Verzerrungen wie diese zu beseitigen, wurden in der BAuA-Studie die Arbeitsbedingungen unabhängig und objektiv bewertet. Depressionen wurden anhand des standardisierten klinischen Interviews und depressive Verstimmungen mittels eines Screening-Verfahrens diagnostiziert. Die Untersuchung der 517 Beschäftigten aus drei Branchen (Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen, Öffentlicher Dienst) zeigt, dass die objektiv bewertete Arbeitsintensität tatsächlich einen Einfluss auf das Auftreten von Depressionen hat, der subjektiv bewertete Tätigkeitsspielraum hingegen nicht. Je höher die objektive Arbeitsbelastung, umso häufiger treten unter den Beschäftigten sowohl Depressionen als auch depressive Verstimmungen auf.
BAuA-Studie, 14.7.10

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Durchbruch für weibliche Führungskräfte? 
Donnerstag, 22. Juli 2010 - Studien
Der Frauenanteil in Führungspositionen stagniert. So zeigt der Führungskräfte-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass dieser seit drei Jahren unverändert bei 27 Prozent liegt, obwohl die Frauenquote unter den Beschäftigten insgesamt bei rund 50 Prozent liegt. In den Vorständen der 200 größten Unternehmen sind zu 97 Prozent Männer am Zuge. Ein weiterer Punkt: Frauen in Führungspositionen verdienen rund 28 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Studienautorin Elke Holst sieht dennoch eine gewisse Aufbruchstimmung. Einerseits wachse der politische Druck auf die Unternehmen, Frauen stärker in verantwortlichen Positionen zu berücksichtigen. Neue Vorstandsfrauen bei Siemens, SAP und EON hätten zudem Signalwirkung, ebenso die Ankündigung der Telekom, bis Ende 2015 die Führungspositionen im eigenen Unternehmen zu 30 Prozent mit Frauen besetzen zu wollen. Holst geht davon aus, dass Vorgaben - durch die Politik bzw. die Unternehmensleitung - hier einen Wandel in Gang setzen könnten. Ohne Direktiven bleibe hingegen erwartungsgemäß alles, wie es ist.
Ein Schritt vor, zwei zurück, SZ 15.7.10

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Subjektive Perspektiven der Lohngerechtigkeit 
Mittwoch, 21. Juli 2010 - Studien
Eine Studie der Universitäten Konstanz und Bielefeld geht der Frage nach, welche Faktoren bei der Bewertung von Einkommensunterschieden eine Rolle spielen. Befragt wurden 1.600 Personen. Gut 90 Prozent der Studienteilnehmer empfanden dabei die Unterschiede zwischen den Einkommen als zu groß oder sogar als viel zu groß. Gut 80 Prozent gehen davon aus, dass diese Unterschiede in den kommenden zehn Jahren noch steigen werden. Je nach Berufsgruppe zwischen 27 Prozent (Arbeiter) und 38 Prozent (Beamte) empfinden ihr Bruttoeinkommen als gerecht. Der Anteil derer, die ihr Einkommen ungerechterweise als zu niedrig einstufen, liegt zwischen 60 Prozent (Beamte) und 71,5 Prozent (Arbeiter), unter den Selbstständigen sind 68,5 Prozent dieser Ansicht, unter den Angestellten 64,4 Prozent. Die wichtigsten Kriterien für die Festsetzung eines gerechten Einkommens sind laut Ansicht der Befragten Leistung, berufliche Erfahrung, Ausbildung, Beruf und Betriebszugehörigkeit. Sollen die Befragten hingegen konkrete Einkommensfälle beurteilen, bei denen ihnen die Lebensumstände und beruflichen Rahmenbedingungen der Beispielpersonen bekannt sind, bildet der Faktor Beruf das wichtigste Kriterium für die Einschätzung, ob Einkommen gerecht sind oder nicht. Hier zeigt sich, dass vor allem angesehenen Berufen ein höheres Einkommen zugebilligt wird. Bericht zur Studie Einkommensgerechtigkeit in Deutschland, Mai 2010

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Die Selbsttäuschung der "Linken" 
Dienstag, 20. Juli 2010 - Studien
Jung + gebildet = links? Die politische Gleichung, nach der man - zumindest in früheren Zeiten - die politische Haltung von Menschen relativ zuverlässig bestimmen konnte, scheint in der Postmoderne an Plausibilität zu verlieren. Zwar glauben immer noch viele Junge und Gebildete, dass sie eher links denken, eine Studie zeigt jedoch, dass sie vielfach viel konservativer sind, als sie selbst glauben. So wertete der Ökonom James Rockey von der University Lancester die weltweite Umfrage World Value Survey aus, für die durchschnittlich 1.500 Menschen in 84 Ländern über die Jahre 1981 bis 2008 nach ihren Werten befragt wurden. Aus den Datensätzen der insgesamt mehr als 280.000 Befragten griff der Forscher vor allem die Haltung zu Einkommensunterschieden heraus. Als eher links wertete Rockey die Einstellung, Einkommen sollten gleicher gemacht werden, als eher konservativ die Meinung, dass Einkommensunterschiede als Anreiz notwendig seien. Dieses Item vergleich er mit Geschlecht, Alter, Ausbildung, Einkommen, Familienstand und Beschäftigung der Befragten. Das Ergebnis: Menschen mit besserer Ausbildung ordnen sich eher dem linken Spektrum zu, neigen aber gleichzeitig dazu, Einkommensunterschiede zu befürworten. Diesen vordergründigen Widerspruch macht der Ökonom daran fest, dass viele besser Gebildeten sich häufig auf frühere Haltungen, die sie beispielsweise als Studenten hatten, beziehen, und nicht merken, dass sie diese im Laufe ihres Lebens verändern. Studenten verortet der Forscher übrigens ideologisch im Mainstream.
Wer sich selbst als Linker sieht, ist das oft nicht, Telepolis 17.7.10

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