Neues vom WIR Magazin 
Montag, 7. Februar 2011 - Medien
Heute wieder mal eine Meldung in eigener Sache. Mitte Januar hatte ich ja bereits über das Magazin-Projekt WIR - Menschen im Wandel berichtet, das ich mit zwei Journalistenkollegen ins Leben gerufen habe. Die Resonanz, die wir bisher auf unsere Nullnummer erfahren, ist enorm. Letzte Woche waren Jens Heisterkamp und ich zu Gast bei Radio EnlightenNext und haben die Hintergründe dieses einmaligen Projekts vorgestellt. Die einstündige Sendung kann manhier herunterladen und online anhören. Heute möchte ich ein wenig über unser Geschäftsmodell berichten. Um ein Magazin auf den Markt zu bringen, braucht es erfahrungsgemäß einiges an Startkapitals. Unser Businessplan sieht vor, dass wir für eine Aufbauphase von drei Jahren etwa 200.000 Euro werden investieren müssen, bis das Heft sich selbst trägt. Als GründerInnen haben wir selbst alle Gründungsbausteinen gezeichnet - das sind Risikodarlehen, die im Erfolgsfall verzinst werden. Darüber hinaus bringen wir in der Startphase unsere ganze Arbeitskraft ebenfalls auf Darlehensbasis in das Projekt ein. In der anthroposophischen Bewegung sind solche Finanzierungsmodelle längst erprobt, da Rudolf Steiner einer der großen Vorreiter einer Kultur des Schenkens und Gestaltens war. Für uns ist dabei das Wichtigste, dass wir das Magazin von unten nach oben aufbauen wollen und dabei von Anfang an ganz im Sinne des Titels alle Menschen, die sich einem Kulturwandel in der Gesellschaft verschrieben haben, einbinden möchten. Neue Gedanken und Ideen brauchen Unterstützung, damit sie in die Welt gelangen und in einer Bürgergesellschaft bedeutet Teilhabe und Gestaltung nicht nur, sich seiner Rechte bewusst zu sein, sondern auch, sich selbst einzubringen. Mir nehmen diesen Gedanken sehr ernst und sind glücklich, dass wir bereits zahlreiche Mitmacher gefunden haben. Die Grafik unserer Nullnummer, der Druck der Hefte, alle Artikel, aber auch die Vertriebsunterstützung wurden von zahlreichen UnterstützerInnen auf einer Beteiligungsbasis eingebracht - das Magazin "gehört" also allen, die dabei sind. Mich fasziniert dieses Modell nicht nur, weil wir schlicht auf jedwede Unterstützung von denjenigen, die unser Projekt inspirierend finden, angewiesen, sondern auch, weil es zeigt, dass Wandel möglich ist, wenn man bereit ist, sich zu engagieren. In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn Sie einen Blick in unsere Nullnummer werfen. Wenn Ihnen das Heft gefällt, scheuen Sie sich nicht, bereits ein Abo zu bestellen. Die erste Ausgabe wird im Juni 2011 erscheinen. Und wenn Sie sich mehr engagieren möchten, können Sie uns mit einem 10-Jahres-Abo unterstützen oder einen unserer Gründungsbausteine zeichnen. Jedes Commitment zählt und macht es möglich, dass WIR tatsächlich etwas bewegen wird.

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Stress bringt schon Studenten aus der Balance 
Freitag, 4. Februar 2011 - Studien
Eine Studie der University of California Los Angeles zeigt, dass Stress nicht erst im Arbeitsleben zum Problem wird, sondern längst Studenten in erheblichem Maße betroffen sind. Unter 200.000 Studienanfängern sagten nur 52 Prozent der Studienanfänger, dass ihre emotionale Gesundheit überdurchschnittlich oder sogar sehr gut sei. Gegenüber der Erhebung im Vorjahr ein Rückgang um 3,4 Prozentpunkte. Verglichen mit 1985, dem ersten Jahr der Erhebung, zeigt sich, wie sich die Verfassung der Studierenden langfristig verändert hat. Damals fühlten sich noch knapp zwei Drittel der Studienanfänger in sehr guter emotionaler Verfassung. Vor allem Frauen fühlen sich betroffen - sie fühlen sich nur noch zu 46 Prozent emotional ausgeglichen, bei den Männern sind es immerhin 59 Prozent.
US students stressed out: study, Yahoo-News 27.1.11

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Meditation macht das Hirn leistungsfähiger 
Donnerstag, 3. Februar 2011 - Studien
Eine neue Studie des Massachusetts General Hospital zeigt eindrücklich, wie regelmäßige Meditation schon innerhalb von acht Wochen deutliche Spuren im Gehirn nach sich zieht - in Arealen, die der Stressregulation dienen, für die Aufmerksamkeit zuständig sind und beim Lernen aktiv sind. Die Probanden hatten ein Training in Mindfulness Based Stress Reduction absolviert und im Durchschnitt jeden Tag 27 Minuten meditiert. Die Teilnehmer berichteten über physische Entspannung und eine bessere psychische Verfassung und fühlten sich kognitiv leistungsfähiger. MRT-Befunde zeigten, dass sich die für das jeweilige Verhalten und Empfinden zuständigen Gehirnregionen während des Trainings verändert hatten.
Grenzwissenschaft aktuell, 24.1.11

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Firmen in der Beschleunigungsfalle 
Mittwoch, 2. Februar 2011 - Studien
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen sich Firmen häufig, durch Straffung interner Prozesse gesundzuschrumpfen. Mehr Arbeit für weniger Mitarbeiter, lautet dann Devise. Das fatale: Viele Firmen behalten diese Verdichtungsprozesse auch in Aufschwungphasen bei - und höhlen sich auf diese Weise von innen aus. Die Leadership-Professorin Heike Bruch von der Universität St. Gallen und der HR-Lehrbeauftragte Jochen Menges von der Universität Cambridge haben in einer neunjährigen Langzeituntersuchung diese Prozesse in 600 Unternehmen untersucht. Mit ernüchternden Ergebnissen. So klagen in den Firmen, die den Beschleunigungsdruck beibehalten, 60 Prozent der Beschäftigten darüber, nicht über ausreichende Ressourcen zu verfügen, um ihre Arbeit zu schaffen - in Firmen, die Arbeitsprozesse weniger verdichtet haben, sind es lediglich zwei Prozent. Ähnlich deutlich sind die Unterschiede bei weiteren Themenfeldern. So arbeiten 80 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen, die Abläufe stark verdichtet haben, ständig unter erhöhtem Zeitdruck - in der Vergleichsgruppe sind es nur vier Prozent. 75 Prozent klagen über sich ständig ändernde Prioritäten (Vergleichsgruppe: ein Prozent), 83 Prozent sehen kein Licht am Ende des Tunnels (Vergleichsgruppe: drei Prozent) und nur sechs Prozent sehen die Möglichkeit, sich regelmäßig zu erholen (Vergleichsgruppe: 86 Prozent). Die Firmen als ganzes brennen also aus.
Im Rausch der Geschwindigkeit, ManagerSeminare Februar 2011

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Mittleres Management: Nachholbedarf bei Führungskompetenz 
Dienstag, 1. Februar 2011 - Studien
Das mittlere Management fühlt sich nur unzureichend für die anstehenden Aufgaben gerüstet, so das Ergebnis der Studie "Mid-Level Leadership" der Talent-Management-Beratung Development Dimensions International (DDI). Als größte Herausforderung in den kommenden zwei Jahren sehen die Führungskräfte das Steuern von Veränderungsprozessen, das Umsetzen von Prioritäten bei Arbeitsabläufen und das Treffen schwieriger Entscheidungen. Nur elf Prozent der Befragten fühlen sich diesen Aufgaben gewachsen, 40 Prozent betrachten sich immerhin als einigermaßen vorbereitet. Mehr als 60 Prozent der Manager verzeichneten in den letzten eineinhalb Jahren einen geringen bis signifikanten Anstieg des Stresses in ihrem Arbeitsumfeld. Der Druck auf den Märkten scheint die Mitarbeiter indes zusammenzuschweißen, denn 85 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber in den letzten zwei nicht gesunken oder sogar noch gestiegen sei.
Mittleres Management unzureichend für die Zukunft gerüstet, Personalwirtschaft 2.12.10

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Die Oetkerisierung von Bionade 
Montag, 31. Januar 2011 - Management
Einst das "Getränk für eine bessere Welt" ist der Getränkehersteller Bionade mit dem mehrheitlichen Einstieg der Oetker-Gruppe inzwischen, was sein gesellschaftliches Engagement angeht, anscheinend auf dem absteigenden Ast. Setzte sich das Unternehmen bis vor kurzem noch aktiv gegen Gentechnik und die industrialisierte Landwirtschaft ein, hat der Getränkehersteller inzwischen seine Sponsoring-Aktivitäten auf Projekte für Kinder und Jugendliche mit dem Fokus Sport, Bewegung, Gesundheit und Kultur zurechtgestutzt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass man den neuen Mehrheitseigner Oetker, der hauptsächlich im Bereich der konventionellen Lebensmittelproduktion tätig ist, nicht düpieren möchte, indem man Diskurse unterstützt, denen sich eigentlich auch Oetker aktiver stellen sollte. In der Community rumort es indes, denn viele Bionade-Fans sind nicht bereit, diese Anpassungsstrategie zu unterstützen.
Weniger Bio bei Bionade, taz 21.1.11

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Studieren erhöht nicht unbedingt die Kompetenz 
Freitag, 28. Januar 2011 - Studien
Die Kritik am Bachelor-Studium reißt nicht ab, denn unter intellektuellen Gesichtspunkten geht es in vielen reformierten Studienfächern längst nicht mehr darum, die Denkfähigkeit der Studenten zu fördern, sondern darum, ihnen möglichst viel im Job direkt umsetzbares Fachwissen einzuimpfen. Welche Kehrseite dieses "praxisnahe" Vorgehen mit sich bringt, zeigt eine Studie aus den Vereinigten Staaten. Zwei Soziologen untersuchten, wie Studenten in dem Test "Collegiate Learning Assessment" abschneiden. Der Test misst Fähigkeiten wie logisches Denken, die Fähigkeit, Probleme zu lösen, und Sprachverständnis. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Nach zwei Studienjahren zeigten 45 Prozent der 2.300 beteiligten Studenten von 24 Hochschulen keine Verbesserungen in den gemessenen Kompetenzen. Nach vier Jahren waren es immerhin noch 36 Prozent, die keinerlei Erweiterung ihrer diesbezüglichen Fähigkeiten verbuchen konnten. Und: Die Studenten, die bessere Testergebnisse erreicht hatten, verzeichneten allenfalls marginale Steigerung. Interessant: Vor allem die Geisteswissenschaftler, deren Fächer nur allzu gerne geschmäht werden, weil sie wenig direkt umsetzbaren Nutzen für die Wirtschaft generieren, verbesserten ihre Testergebnisse überdurchschnittlich. Die angehenden Wirtschaftswissenschaftler hingegen schnitten im Laufe der Jahre nicht besser beim Test ab.
Forscher attackieren Universitäten, WiWo 19.1.11

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Banker in der Burn-out-Falle 
Donnerstag, 27. Januar 2011 - Arbeit
Die Finanzkrise hat viele Banker als Angehörige eines vielkritisierten Berufsstands ins gesellschaftliche Abseits befördert. Immer noch herrscht das Bild der Großverdiener vor, die den kleinen Mann rücksichtslos abzocken. Dass viele Banker dabei selbst Opfer systemimmanenter Zwänge sind, denen sie wenig entgegensetzen können, wird dabei selten wahrgenommen. Die Süddeutsche Zeitung widmet einen Artikel der wachsenden Burn-out-Rate der Finanzberater und zeigt in teils erschütternden Fallgeschichten, mit welchen Methoden die Führungsetagen ihre Mitarbeiter in die Zange nehmen, um den Anlegern Produkte anzudrehen, die möglichst hohe Provisionen bringen. Viele Banker brechen unter dem krassen Druck, der hierbei auf sie ausgeübt wird, zusammen - weil sie illusorische Zielvorgaben nicht erfüllen können, aber auch, weil sie ethische Bedenken haben und ihre Kunden lieber ehrlich und passgenau beraten würden. Der Fisch stinkt wieder einmal vom Kopf her und vielen Angestellten bleibt letztlich nur die Flucht in einen anderen Job. Die Banken reagieren bereits auf die wachsenden Skrupel ihrer Fachangestellten und weichen auf Quereinsteiger aus, die vom Bankenwesen kaum Ahnung haben. Sie beraten Anleger mit Hilfe computergestützter Programme - und die empfehlen natürlich Anlageprodukte, die für die Bank am besten sind.
"Schon wieder die Zielvorgaben verfehlt!", SZ 13.1.11

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