Studium Integrale Spiritualität 
Montag, 14. März 2011 - Veranstaltungen
Wie bereits mehrfach berichtet, mehren sich die Studien, die positive Wirkungen von Meditation in ganz alltagspragmatischen Lebenszusammenhängen aufzeigen. Gerade die Neurowissenschaften betrachten dabei die Meditationspraxis häufig als eher neutrale Methode, losgelöst von den spirituellen Kontexten, aus denen sie stammt. Das hat den Vorteil, dass sich nun auch Zielgruppen für das Thema zu interessieren beginnen, die sich selbst eher als spirituelle Skeptiker betrachten. Allerdings birgt es auch gewisse Schwierigkeiten, den Meditation hat viel mit Persönlichkeitsentwicklung insgesamt und unseren Vorstellungen vom Menschsein auf einer ganz allgemeinen Ebene zu tun. Wer nur meditiert, um sich selbst zu optimieren, tappt leicht in die Falle der in unserer Gesellschaft verbreiteten materialistischen Grundhaltung. Sicherlich kann man durch Meditation im Alltag effizienter werden, aber das ist nicht ihr Zweck. Basierend auf der Integralen Theorie des amerikanischen Philosophen Ken Wilber hat sich in den letzten Jahren ein sehr komplexes System der Betrachtung entwickelt, das es ermöglicht, die Wechselwirkungen von Innen und Außen, von Meditation und Wirken in der Welt, angemessener zu betrachten und damit ganzheitlich umzugehen. Allen, die das Thema interessiert, möchte ich den Studiengang Integrale Spiritualität ans Herz legen, der im Mai 2011 zum zweiten Mal am Benediktushof Holzkirchen durchgeführt wird. Die Weiterbildung bringt Theorie und Praxis, wissenschaftliche Forschung und spirituelle Erfahrung, sachlich zusammen und zeigt übergeordnete Kontexte auf. In der Ausschreibung heißt es u.a.: "Zum einen ist dieser Studiengang ein Übungsweg, bei dem die TeilnehmerInnen selbst ausführlich Gelegenheit haben, viele Facetten einer integralen Spiritualität unter sachkundiger Anleitung selbst zu praktizieren und zu leben. Zum anderen ist der Studiengang auch ein Studium, bei dem fundiert Kenntnisse darüber vermittelt werden was integrale Spiritualität ist, auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen sie beruht, und wie man sie selbst weiter vermitteln kann. Es geht sowohl um eine Spiritualität des Seins wie auch eine Spiritualität des Werdens, und einer Verbindung von beidem im eigenen Leben."
Kursprogramm des Benediktushofs

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Karriere hat ihren Preis 
Freitag, 11. März 2011 - Studien
Eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass Frauen in Führungspositionen einen Preis für ihre Karriere zahlen: Sie sind seltener verheiratet, als Männer in vergleichbarer Position, und haben weniger Kinder. So waren 2009 etwa 55 Prozent der Führungsfrauen ledig, unter den männlichen Führungskräften hingegen nur 38 Prozent. Kinder haben 28 Prozent der Frauen im Top-Management, während es bei den Männern 38 Prozent sind. Die Männer kommen im Schnitt auf zwei Kinder, bei den Frauen bleibt es meistens bei einem Kind. Mütter von Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren sucht man in den Führungsetagen fast vergeblich.
Top-Managerinnen nur selten verheiratet, FTD 4.3.11

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Arbeitsmarkt: Prekär oder nicht?  
Donnerstag, 10. März 2011 - Studien
Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) zeigt mit den neuesten Zahlen zur Arbeitsmarktstatistik, dass sich in der Arbeitswelt einerseits eine wachsende Kluft zeigt, aber andererseits für viele Beschäftigte sich auch kaum etwas geändert hat. 60 Prozent der Erwerbstätigen haben eine normale, sozialversicherte und unbefristete Stelle - Mitte der Neunziger Jahre waren es allerdings noch rund zwei Drittel. 2,7 Millionen Arbeitnehmer haben befristete Arbeitsverträge (8,9 Prozent) - ein Anstieg um eine Millionen in den letzten 15 Jahren. Auch die Zahl der Kleinstunternehmer und Leiharbeiter wächst. Damit zeigt sich, dass die Kluft zwischen denen, die sich in beruflicher Sicherheit wägen können, und den prekär Beschäftigten weiter wächst. Andererseits sind Arbeitnehmer im Durchschnitt 10,8 Jahre beim selben Arbeitgeber beschäftigt - dieser Wert liegt damit höher als im Vergleich zu 1992. Andererseits ist die Beschäftigungsdauer von Berufsanfängern in den vergangenen Jahren um ein Viertel gesunken. Wenngleich also immer noch ein Großteil aller Beschäftigten unter vergleichsweise stabilen Bedingungen arbeitet, sind die negativen Begleiterscheinungen für die prekär Beschäftigten nicht zu unterschätzen. Leiharbeiter und befristet Angestellte fühlen sich weit weniger in die Gesellschaft integriert als Angestellte mit unbefristeten Verträgen - und dies selbst dann, wenn sie über gleiche Einkommen verfügen. Sie führen ein Leben in Unsicherheit, das ihnen zusetzt.
Die Kluft am Arbeitsmarkt wächst, Die Zeit 3.3.11

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Energetische Psychologie im Coaching 
Mittwoch, 9. März 2011 - Management
Die Energetische Psychologie, die durch verschiedene Klopftechniken das Meridiansystem aktiviert und dadurch dabei hilft, Stress und Ängste abzubauen sowie Emotionen zu regulieren, findet auch im Coaching immer mehr Resonanz. Das Magazin Training aktuell berichtet in seiner März-Ausgabe über mögliche Einsatzszenarien im Business-Kontext. Coaches nutzen die Methode vor allem gerne, um mit starken Gefühlen, die während der Beratung auftauchen können, konstruktiv umzugehen. "Das Klopfen der Akkupunkturpunkte führt meist direkt zu einer Reduktion der emotionalen Erregung", sagt etwa der Facharzt für Psychiatrie Dr. Michael Bohne, der eine eigene Form der Klopfakkupressur entwickelt hat. Gerade wenn es um die Verarbeitung psychischer Belastungen in Beratungssituationen gehe, zeige sich, so der Mediziner, dass man auf der reinen Gesprächsebene den Klienten nur schwer erreiche - energetische Interventionen könnten hier helfen. Energetische Methoden können den Beratungsprozess unterstützen, weil sie dabei helfen, Blockaden zu lösen - ein Wundermittel sind sie hingegen nicht.
Anklopfen am Unbewussten, Training aktuell März 2011

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Frauen weniger karriereorientiert als Männer 
Dienstag, 8. März 2011 - Studien
Eine neue Studie der Unternehmensberatung Accenture kommt zu dem Schluss, dass Frauen im Job deutlich weniger ehrgeizig seien als Männer. Befragt wurden 3.400 Angestellte - zur Hälfte Frauen, zur Hälfte Männer. Die Ergebnisse für Deutschland: 80 Prozent der Frauen bezeichneten sich als zufrieden mit der Position, die sie zum Zeitpunkt der Befragung im Unternehmen einnehmen - bei den Männern lediglich 65 Prozent. Wahrscheinlich deshalb gaben 47 Prozent der Männer an, im laufenden Jahr ihre Karriere weiter vorantreiben zu wollen, während es bei den Frauen nur 28 Prozent waren. Im internationalen Durchschnitt waren die weiblichen Angestellten deutlich unzufriedener mit ihren Positionen - hier lag der Anteil nur bei 55 Prozent und 44 Prozent der Befragten gaben an, einen Karriereschritt zu planen. In Deutschland hingegen gibt sich jede vierte Frau skeptisch und glaubt, für den nächsten Karriereschritt nicht über die ausreichende Qualifikation zu verfügen. Die deutschen Frauen sind auch, was den Sprung auf den Chefsessel angeht, zurückhaltender. Nur 30 Prozent streben einen Job in der ersten Führungsebene an, bei den Männern 41 Prozent.
Studie: Frauen weniger ehrgeizig, FAZ 4.3.11

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Neuro-Enhancement: Mehr Schein als Sein 
Montag, 7. März 2011 - Wissenschaft
Die Optimierung kognitiver Leistungen durch die Einnahme von Medikamenten macht seit wenigen Jahren immer mal wieder Schlagzeilen. Unter dem Stichwort Neuro-Enhancement diskutieren Forscher und Ethiker seit längerem darüber, welche gesellschaftlichen Folgen sich daraus ergeben könnten. Die FAZ kritisiert nun, dass hier mit einer Phantomdebatte Marketing gemacht werde. Doch zunächst zu den wissenschaftlichen Diagnosen. "Einen ernüchternden Einwurf macht der Frankfurter Soziologe Torsten Heinemann in dem Band 'Leben mit den Lebenswissenschaften'. Er analysiert die Debatte über den neuen Weg zum klaren Kopf als Anzeichen einer "Medikalisierung", soll heißen: einer Ausweitung des medizinischen Zugriffs in Alltagsbereiche hinein, die bis vor kurzem nicht in ärztliche oder gesundheitspolitische Zuständigkeit fielen. Kognitive Leistungsfähigkeit zu steigern schlüpft unvermerkt in das Gewand einer medizinischen Maßnahme: Wir lernen, dass ein Normalzustand als behandlungsbedürftig gelten kann - und dass nun Ethikexperten eingeschaltet werden müssen, um mit dem 'Neuen' der pharmazeutischen Möglichkeiten verantwortlich umzugehen", so die FAZ. Die FAZ sieht hier weitaus weniger Handlungsbedarf, da es gegenwärtig noch gar keine Beweise gebe, dass Medikamente wie Ritalin, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Betablocker, die immer wieder als Neuo-Enhancer ins Spiel gebracht werden, überhaupt leistungssteigernd wirken. "Vor allem, wer übermüdet ist, zeigt nach Einnahme solcher Mittel messbar bessere Leistungen. Wer jedoch wach und ohnehin überdurchschnittlich leistungsfähig ist, dessen Werte sinken nach Einnahme der Medikamente eher ab. Dazu wirken allenfalls geringe Dosierungen positiv. Steigert man die Dosis, werden Leistungen messbar schlechter. Auch einschlägige Umfragen unter amerikanischen Hochschulangehörigen, die jeweils zu zehn bis fünfzehn Prozent (Studierende) oder gar zwanzig Prozent (Wissenschaftler) angaben, sich mit Tabletten mental fitzumachen oder schon fitgemacht zu haben, sagen allenfalls etwas über den Gebrauch der Mittel, nicht aber über den Erfolg", merkt die Zeitung an. Heinemann selbst geht es indes um eine viel grundsätzlichere Frage, denn er stellt einen Zusammenhang her zum Erfolgs- und Leistungsdruck der "wissensbasierten Ökonomie des Neoliberalismus" - wo der Stress immer größer wird, wächst auch die Sehnsucht nach - medizinischen - Lösungen. Stehen wir also tatsächlich vor einer "Medikalisierung" der Gesellschaft? Im Zweifel wird diese Entwicklung, wenn erst einmal wirksame Neuro-Enhancer auf dem Markt sind, sicherlich einsetzen. Hat der Mensch doch häufig einen Hang, jemand sein zu wollen, der er eigentlich nicht ist, bzw. das Bedürfnis, auf möglichst einfachem Weg seine Ziele zu erreichen - die Debatte um den Promotionsbetrug des Bundesverteidigungsminister (wenngleich ein anderes Feld) macht dies wieder einmal augenscheinlich. Auf absehbare Zeit wird nebenwirkungsfreies Hirndoping sicherlich eher Wunsch denn Wirklichkeit sein. Und wer dennoch ein wenig an seinen geistigen Fähigkeiten drehen möchte, ist - wir haben schon mehrfach über dieses Thema berichtet - mit Meditationstechniken weitaus besser bedient, denn sie haben keine Nebenwirkungen und tragen zudem auch zur Entwicklung der Persönlichkeit bei. Eine Form der Optimierung, die man auch manchem Pseudo-Wissenschaftler gerne nahelegen würde.
Wie mit einer Phantomdebatte Marketing gemacht wird, FAZ 28.2.11

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Der IQ ist nicht zwingend ein Leistungsgarant 
Freitag, 4. März 2011 - Studien
Eine Studie der Rotterdam School of Management, Erasmus University (RSM), stellt die in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen propagierten Zusammenhänge zwischen der Höhe des IQ und der beruflichen Leistungsfähigkeit in Frage. Die Untersuchung der RSM brachte weitere Faktoren zutage, die deutlichen Einfluss auf den beruflichen Erfolg haben: Vorbilder während der Ausbildung, die ein hohes Maß an Erfahrungen haben; die Förderung des kritischen Denkvermögens, ein hochmotiviertes Umfeld und die Möglichkeit, bereits während des Studiums Berufstrainings und Praktika zu absolvieren. Da vor allem in Deutschland bei Einstellungsverfahren der IQ immer noch als besonders wichtige Messgröße für das Potential von Bewerbern herangezogen werde, würden "Klügere" von vornherein privilegiert - und erhielten dann auch einen deutlich besseren Zugang zu erfolgsrelevanten Ressourcen. Im Vergleich zeigt sich in Ländern, die den Zugang zu solchen Ressourcen weniger an der rein kognitiven Intelligenz festmachen, auch ein deutlich geringerer Zusammenhang zwischen dem IQ und der Arbeitsleistung.
Hoher IQ ist nicht gleich hohe Leistung, FAZ.net 22.2.11

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Perfektionismus essen Kreativität auf 
Donnerstag, 3. März 2011 - Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung geht in einem Interview mit dem Psychologen Stephan Grünewald der Frage nach, warum es in Deutschland keine wirkliche Kultur der Selbstständigkeit gibt. Grünewald, der selbst nach seinem Studium ein Unternehmen gründete, sieht einen nicht zu unterschätzenden Bremsklotz im Bildungssystem: "In Amerika lernen Schüler und Studenten: Wie biete ich mich an, wie verkaufe ich mich gut. In Deutschland ist die Bildung dagegen schon darauf ausgelegt, eine intellektuelle Druckbetankung zu vollziehen. Möglichst viel Bildung effizient vermitteln. Das ist nicht kreativitätsfördernd." Gründer bauchen nach Ansicht des Psychologen Liebe und Besessenheit. Viele Kinder würden jedoch schon von früh auf von ihren Eltern verplant, auch weil es eben typisch deutsch sei, sich nach allen Richtungen mehrfach abzusichern. Die Folge: Nicht zuletzt ein Hang zum Perfektionismus, der in Bürokratiewahn gipfelt und Eigeninitiative lähmt: "Vor allem aber gibt es ein paar Kreativitätskiller in Deutschland, an denen die Unternehmen, der Staat und das Individuum etwas ändern könnten: Der Perfektionswahn - das erstickt die Idee nur. Außerdem müssten wir raus aus diesem Hamsterrad und auch mal innehalten. Wir Deutschen neigen dazu, unser Leben überzuprogrammieren. Damit betrügen wir uns um unsere schöpferischen Kräfte. Und jeder sollte sich die Liebe zu einer Sache zugestehen."
"Wir Deutschen werkeln lieber im Hobbykeller", SZ 23.2.11

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