Angst vor sozialer Unsicherheit 
Montag, 11. April 2011 - Studien
Unter den Deutschen wachsen die Ängste, dass es mit der sozialen Sicherheit im Lande bergab geht. Die Bertelsmann Stiftung ließ 1.000 Befragte einschätzen, wie sie die Leistungsfähigkeit des deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells im Jahr 2020 einschätzen. 63 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rentenversicherung ihre Zahlungen wird kürzen müssen. 78 Prozent rechnen mit höheren Steuern. 61 Prozent fürchten sinkende Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, 50 Prozent erwarten dies auch bei der Pflegeversicherung. 93 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich um die soziale Sicherheit vor allem der Staat kümmern müsse. 63 Prozent glauben, dass die Einkommensunterschiede in den nächsten Jahren noch größer werden, und 51 Prozent befürchten eine Schwächung des sozialen Zusammenhalts.
Deutsche bangen um soziale Sicherheit, Spiegel online 7.4.2011

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Sex und Quasseln machen schlauer 
Freitag, 8. April 2011 - Studien
Das Weiterbildungsmagazin Manager Seminare zitiert zwei herrliche Studien über Umstände, die die Leistungsfähigkeit fördern. Eine Studie der Universitäten von Amsterdam, Groningen und Bremen legt nahe, dass Sex die kognitive Leistungsfähigkeit fördert. Dreißig Pärchen mussten in zwei Durchläufen Denkaufgaben lösen - beim ersten Durchgang hatten sie unmittelbar davor Sex und schnitten merklich besser ab als in der zweiten Denkrunde, die ohne sexuelles Vorspiel abgehalten wurde. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Gehirnregionen, die für logisches Denken zuständig sind, durch Sex stärker durchblutet werden. Auch Quasselstrippen profitieren einer Studie der Universität Michigan zufolge. In einem Test mit 3.610 Probanden, die einen Intelligenztest absolvieren mussten, verglichen die Forscher die Testergebnisse mit der Anzahl der sozialen Kontakte der Testpersonen. Die Studienteilnehmer mit den meisten Sozialbeziehungen schnitten besser ab. In einem zweiten Versuch wurden 76 Studenten in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe musste vor dem Intelligenztest zehn Minuten diskutieren, eine zweite machte Kreuzworträtsel und eine dritte wurde vor den Fernseher gesetzt. Auch hier schnitten die Teilnehmer, die zuvor reden konnten, besser ab.
Sex macht schlau, Manager Seminare April 2011
Quasseln macht noch schlauer, Manager Seminare April 2011

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Beteiligung erhöht die Einsatzfreude 
Donnerstag, 7. April 2011 - Studien
Mitarbeiter, die in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, arbeiten produktiver - so das Ergebnis einer Untersuchung der University of Massachusetts. Die Forscher arbeiten mit 180 Probanden, die in Dreiergruppen eingeteilt wurden und gemeinsam Rechenaufgaben lösen sollten, für die sie entlohnt wurden. Die Hälfte der Teams durfte entscheiden, ob der erwirtschaftete Gewinn zu gleichen Teilen an alle Teammitglieder aufgeteilt wird oder ob nach dem Leistungsprinzip individuell entlohnt werden soll. Die Vergleichsgruppe hatte keinerlei Einfluss auf das Vergütungsmodell. Die Gruppen, die frei bestimmen konnten, lösten anschließend sieben Prozent mehr Aufgaben und wiesen um neun Prozent bessere Ergebnisse auf als die Vergleichsgruppen. Und dies unabhängig davon, für welches Vergütungsmodell die Teams sich entschieden hatten. Die Forscher schließen daraus, dass ein stärkerer Einbezug der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse der Motivation zugute komme.
Studie "Workplace Democracy in the Lab"

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Klatsch ist gut fürs Unternehmen 
Mittwoch, 6. April 2011 - Management
Im Harvard Business Manager vertritt der Management-Professor Giuseppe Labianca die These, dass Unternehmen von Klatsch profitieren können. "Klatsch kann für Menschen in einem Unternehmen sehr hilfreich sein, vor allem wenn der Informationsfluss von der Spitze an die Basis unterbunden wird. Das ist oft der Fall, wenn Firmen sich in der Krise befinden oder einen Wandel durchmachen. Wenn nur wenige Menschen wissen, was vor sich geht, sorgt Gerede dafür, dass Informationen weitergegeben werden. Darüber hinaus zeigen Forschungsergebnisse, dass Tratsch hilft, individuelle Ängste abzubauen und mit Ungewissheit klarzukommen", so der Wissenschaftler. Einerseits könne zwar ungezügelter Flurfunk in Zeiten der Unsicherheit auch das Angstniveau in einer Organisation vorübergehend erhöhen, aber gleichzeitig führe der Tratsch auch dazu, dass Mitarbeiter sich sozial und emotional unterstützen. Hinzu komme, dass all die informellen Gespräche auch einen Prozess der Normenbildung vorantrieben, denn auch beim Tratschen werde laut Labianca ausgehandelt, welches Verhalten als korrekt gilt. Zudem könne der Flurfunk auch die Werte eines Unternehmens stärken, denn wer übereinander redet, beobachtet andere genau - und fühlt sich beobachtet, so dass immer mehr Mitarbeiter sich an die impliziten Leistungsnormen anpassen. Labianca hat in seinen Forschungen zudem herausgefunden, dass nicht immer nur über Negatives getratscht werde: "Klatsch ist lediglich der Austausch von Informationen zwischen zwei Personen über eine dritte, abwesende, Person. Überwiegend handelt es sich dabei um Lob. Wenn jemand länger bleibt, um Ihnen zu helfen, reden Sie vermutlich mit anderen darüber. Positiver Klatsch ist verbreiteter als negative Äußerungen. In 72 Prozent aller Klatschbeziehungen fanden wir einen ausgewogenen Mix aus positivem und negativem Gerede; positiver Tratsch überwog in 21 Prozent der Fälle, und nur bei 7 Prozent dominierte Negatives."
"Klatsch stärkt Unternehmen", Harvard Business Manager 28.3.11

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Wie viel Arbeit macht glücklich? 
Dienstag, 5. April 2011 - Studien
Der amerikanische Politikwissenschaftler Adam Okulicz-Kozaryn ging an der Universität Texas der Frage nach, in welchem Verhältnis die Arbeitszeit zum Glück der Bevölkerung steht und kam dabei zu überraschenden Befunden. Der Durchschnittseuropäer ist dann am glücklichsten, wenn seine Wochenarbeitszeit zwischen 35 und 39 Stunden liegt. Amerikaner hingegen outen sich als Heavy-Worker - ihr Glückspegel steigt auf Höchstniveau, wenn sie zwischen 50 und 59 Stunden pro Woche im Dienste des Jobs agieren. Der Wissenschaftler hat für den Arbeitseifer seiner Landsleute zwei Erklärungen: Einerseits lohne es sich aufgrund der niedrigeren Steuern in den USA eher, viel zu arbeite. Zum anderen verbinden die Amerikaner mit Fleiß und Anstrengung stets auch den Glauben, dadurch Erfolg zu haben.
Amerikaner arbeiten lieber als Europäer, Wirtschaftswoche 28.3.11

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Pausen machen leistungsfähiger 
Montag, 4. April 2011 - Wissenschaft
Wer öfter mal während der Arbeitszeit eine Pause einlegt, ist im Job wesentlich effektiver und schützt sich zugleich wirksam gegen Überarbeitung. So warnt der Psychologe Johannes Wendsche von der TU Dresden in einem Beitrag der Zeit: "Wenn die Ermüdung im Tagesverlauf ansteigt, muss man sich bei der Arbeit umso mehr anstrengen" Sein Tipp: Bereits kurze Arbeitsunterbrechungen von etwa einer Minute haben einen positiven Effekt, denn die Erholungswirkung ist in den ersten Minuten am stärksten. "Uns fällt es leichter, wenn wir viele kurze Arbeitsphasen haben, dann erreichen wir unser Leistungsziel besser", so Wendsche. Durcharbeiten und Mittagspausen ausfallen lassen, bringt unter dem Strich hingegen nichts, denn ohne Pausen ist am Ende eines Arbeitstages die Erschöpfung nur umso größer und wir brauchen länger, um uns zu regenerieren.
Mach mal Pause, Die Zeit 24.3.11

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Zwischen Luxus und sozialer Balance 
Freitag, 1. April 2011 - Arbeit
Während sich in den vergangenen Monaten die Berichte darüber mehrten, dass die sozialen Unterschiede in China immer stärker wachsen, weil nicht zuletzt aufgrund der hohen Teuerungsrate die Einkommenskluft immer größer werde, hat die chinesische Regierung nun eine erstaunliche Gegenoffensive eingeleitet. So sollen in Peking bestimmte Worte bei der Plakatwerbung für Luxusgüter im öffentlichen Raum künftig verboten sein, darunter "königlich", "Luxus" oder "hochwertig" - Begriffe, die beispielsweise bei der Werbung für Häuser, Autos oder Weine gerne verwendet werden. Die Behörden in Chongqing haben bereits ein ähnliches Verbot erlassen - hier trifft es in der Immobilienwerbung Begriffe wie "bestes", "einzigartig" und "unersetzlich". Ob sich die sozialen Verwerfungen in China auf dieser semantischen Ebene lösen lassen, darf bezweifelt werden. Die chinesische Regierung verspricht jedoch, im Zuge eines Fünfjahresplans gegen die hohe Inflation anzugehen, die vor allem die einkommensschwache Bevölkerung trifft.
Peking verbietet Plakatwerbung für Luxusgüter, Die Zeit 21.3.11

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Eine Ehrung bewirkt mehr als Geld allein 
Donnerstag, 31. März 2011 - Studien
Die Zeit berichtet über zwei Studien, die der Frage nachgehen, welche Anreizsysteme stärker motivieren. Die Studie "Getting More Work for Nothing? Symbolic Awards and Worker Performance", die am ZEW Mannheim und der Universität Frankfurt entstand, fand heraus, dass studentische Arbeitskräfte, denen zusätzlich zu ihrer Bezahlung eine Ehrung in Form einer Urkunde in Aussicht gestellt wurde, wenn sie sich durch überdurchschnittliche Leistungen hervortun, eine um zwölf Prozent höhere Produktivität zeigten, als eine Vergleichsgruppe, die nur bezahlt wurde. Die Forscher schätzen, dass eine vergleichbar hohe Produktivität auch über höhere Löhne hätte erreicht werden können - das Honorarplus hätte dann aber wohl bei mindestens einem Drittel liegen müssen. Eine weitere ZEW-Studie"What is an Award Worth? An Ecnonometric Assessment of the Impaact of Awards on Employee Performance" untersuchte das Engagement der Mitarbeiter eines Schweizer Call-Centers. Mitarbeiter, die sich durch Leistungen hervortun, die nicht zu ihren Routineaufgaben gehören - darunter Leistungen, die der gesamten Abteilung zugute kommen wie die freiwillige Übernahme von Urlaubsvertretungen, das Einspringen für kranke Kollegen oder die Organisation von Betriebsausflügen -, wurden mit einer Urkunde und einer minimalen Bonuszahlung bedacht. Während es in den Leistungsbeurteilungen vor der Urkundenverleihung keine systematischen Unterschiede zwischen den geehrten und den nichtgeehrten Mitarbeitern gab, stieg die Arbeitsleistung der Geehrten im Folgemonat nach einer Auszeichnung um 7,5 Prozent. Die Erkenntnis der Forscher: "Status und Ansehen sind starke Motivationskräfte für Beschäftigte." Allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine Kombination von Auszeichnung und Geld das optimale Anreizsystem darstellt, da beide Elemente sich wechselseitig in ihrer Wirkung verstärken würden.
Ehre spornt Mitarbeiter mehr an als Geld, Die Zeit 22.3.11

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