Das Gehirn ist plastischer als gedacht 
Donnerstag, 14. April 2011 - Studien
Dank der Neurowissenschaften wissen wir längst, dass unser Gehirn sehr formbar ist und sich auch im Erwachsenenaltern noch neue Fähigkeiten nachhaltig entwickeln und verankern lassen. Wie schnell aber der Umbau dann tatsächlich vonstatten geht, überraschte ein Forscherteam aus China und den USA dann doch. Sie machten mit 19 chinesischen Studenten einen Test, bei die Probanden in fünf Sitzungen, auf drei Tage verteilt, willkürlich entwickelte Farbnamen für Blau- und Grüntöne lernen sollten. Wurden Ihnen die Farbtöne dann gezeigt, mussten sie diese benennen. Insgesamt dauerte das Training für jeden Probanden eine Stunde und 48 Minuten. Die Forscher prüften in Vorher-Nachher-Tests Veränderungen iim Gehirn mit einem MRT-Scan. Wo der Umbau des Gehirns gewöhnlich mehrere Wochen benötigt, stellten die Forscher bereits in dem kurzen Versuchszeitraum deutliche Veränderungen fest. So erhöhte sich das Volumen der Grauen Substanz in einem Teil des Sehzentrums in der linken Hirnhälfte deutlich. Die Forscher können so erkennen, in welchen Regionen des Gehirns die Sprach- und Farbwahrnehmung in ihrer Kopplung zu verorten ist. Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich, dass unser Gehirn wahrscheinlich deutlich leistungsfähiger ist, als wir gemeinhin erwarten. Jedenfalls zeigt die Untersuchung, dass schon recht kurze Übungsabschnitte anscheinend eine Wirkung zeitigen.
Hirndoping in Grün und Blau, wissenschaft.de 4.4.2011

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Vielfalt kann die Führung bereichern 
Mittwoch, 13. April 2011 - Management
In einem Interview mit Spiegel online spricht Porsche-Chef Matthias Müller über seinen eigenen Werdegang, über Talente und die Frage, wie man diese erkennt. Müllers Vita hat - im Gegensatz zu vielen eher geradlinigen Karrieren - Schlenker. Er lernte Werkzeugmacher und unterbrach seinen Berufsweg, um zu studieren. "Ich frage mich tatsächlich, ob der geradlinige Weg der beste ist. Ich habe gerade von der Vielfalt meines Lebenslaufs enorm profitiert", weiß er aus Erfahrung. Dennoch komme es auch auf die Potentiale des Einzelnen an und wie er diese nutze. Bewerbungsgespräche sind für den Porsche-Boss jedenfalls kaum aussagekräftig genug, um die Spreu vom Weizen zu trennen. "Top-Talente erkennt man nicht im Bewerbungsgespräch. Man muss jemanden über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Problemsituationen erleben: Wächst er mit seinen Aufgaben? Ist er stabil, innerlich ausgeglichen und robust?", so der Mann an der Porsche-Spitze. Er selbst musste im Laufe seiner Tätigkeit manche Niederlage einstecken, blieb aber immer am Ball - und setzte sich durch. Nicht brachial, sondern mit Engagement und dem Glauben an seine Projekte. So wurde der A5 Sportback von Audi, den er propagierte, vier Mal in den Gremien abgelehnt - beim fünften Mal schließlich setzte Müller sich durch. Was zeigt, dass es für manches Projekt eben einen sehr langen Atem braucht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Verweildauer von Top-Führungskräften in ihren Jobs immer kürzer wird, Grund genug zum Nachdenken.
"Top-Talente erkennt man nicht im Bewerbungsgespräch", Spiegel online 7.4.2011

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Autoverkäufer genießen mehr Vertrauen als Politiker 
Dienstag, 12. April 2011 - Studien
Das Magazin Reader's Digest hat mit einer Umfrage in 16 Ländern Europas eruiert, welche Berufsgruppen das höchste Vertrauen genießen. Insgesamt wurden 33.005 Personen befragt, davon 7.148 aus Deutschland. Sie mussten aus einer Liste mit 20 Berufen bewerten, welche sie am vertrauenswürdigsten einstuften. Spitzenreiter sind die Feuerwehrleute mit 95 Prozent Zustimmung, gefolgt von Piloten und Krankenschwestern (je 92 Prozent), Apothekern (86 Prozent) und Ärzten (85 Prozent). Lehrer (65 Prozent), Richter (60 Prozent), Taxifahrer (55 Prozent) und Rechtsanwälte (50 Prozent) finden sich im Mittelfeld. Priester und Pfarrer erfreuen sich dagegen einer deutlich geringeren Vertrauensbasis (39 Prozent). Wenig verwunderlich ist das Ende der Liste. Finanzberater stoßen nur bei 14 Prozent der Befragten auf Vertrauen - ebenso niedrig liegt die Zustimmungsrate bei Fußballern. Autoverkäufer landen mit 10 Prozent auf dem vorletzten Platz - nur die Politiker (7 Prozent) genießen noch weniger Vertrauen.
Deutsche Feuerwehrleute halten Spitzenposition, Presseprotal 5.4.2011

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Angst vor sozialer Unsicherheit 
Montag, 11. April 2011 - Studien
Unter den Deutschen wachsen die Ängste, dass es mit der sozialen Sicherheit im Lande bergab geht. Die Bertelsmann Stiftung ließ 1.000 Befragte einschätzen, wie sie die Leistungsfähigkeit des deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells im Jahr 2020 einschätzen. 63 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rentenversicherung ihre Zahlungen wird kürzen müssen. 78 Prozent rechnen mit höheren Steuern. 61 Prozent fürchten sinkende Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, 50 Prozent erwarten dies auch bei der Pflegeversicherung. 93 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich um die soziale Sicherheit vor allem der Staat kümmern müsse. 63 Prozent glauben, dass die Einkommensunterschiede in den nächsten Jahren noch größer werden, und 51 Prozent befürchten eine Schwächung des sozialen Zusammenhalts.
Deutsche bangen um soziale Sicherheit, Spiegel online 7.4.2011

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Sex und Quasseln machen schlauer 
Freitag, 8. April 2011 - Studien
Das Weiterbildungsmagazin Manager Seminare zitiert zwei herrliche Studien über Umstände, die die Leistungsfähigkeit fördern. Eine Studie der Universitäten von Amsterdam, Groningen und Bremen legt nahe, dass Sex die kognitive Leistungsfähigkeit fördert. Dreißig Pärchen mussten in zwei Durchläufen Denkaufgaben lösen - beim ersten Durchgang hatten sie unmittelbar davor Sex und schnitten merklich besser ab als in der zweiten Denkrunde, die ohne sexuelles Vorspiel abgehalten wurde. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Gehirnregionen, die für logisches Denken zuständig sind, durch Sex stärker durchblutet werden. Auch Quasselstrippen profitieren einer Studie der Universität Michigan zufolge. In einem Test mit 3.610 Probanden, die einen Intelligenztest absolvieren mussten, verglichen die Forscher die Testergebnisse mit der Anzahl der sozialen Kontakte der Testpersonen. Die Studienteilnehmer mit den meisten Sozialbeziehungen schnitten besser ab. In einem zweiten Versuch wurden 76 Studenten in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe musste vor dem Intelligenztest zehn Minuten diskutieren, eine zweite machte Kreuzworträtsel und eine dritte wurde vor den Fernseher gesetzt. Auch hier schnitten die Teilnehmer, die zuvor reden konnten, besser ab.
Sex macht schlau, Manager Seminare April 2011
Quasseln macht noch schlauer, Manager Seminare April 2011

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Beteiligung erhöht die Einsatzfreude 
Donnerstag, 7. April 2011 - Studien
Mitarbeiter, die in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, arbeiten produktiver - so das Ergebnis einer Untersuchung der University of Massachusetts. Die Forscher arbeiten mit 180 Probanden, die in Dreiergruppen eingeteilt wurden und gemeinsam Rechenaufgaben lösen sollten, für die sie entlohnt wurden. Die Hälfte der Teams durfte entscheiden, ob der erwirtschaftete Gewinn zu gleichen Teilen an alle Teammitglieder aufgeteilt wird oder ob nach dem Leistungsprinzip individuell entlohnt werden soll. Die Vergleichsgruppe hatte keinerlei Einfluss auf das Vergütungsmodell. Die Gruppen, die frei bestimmen konnten, lösten anschließend sieben Prozent mehr Aufgaben und wiesen um neun Prozent bessere Ergebnisse auf als die Vergleichsgruppen. Und dies unabhängig davon, für welches Vergütungsmodell die Teams sich entschieden hatten. Die Forscher schließen daraus, dass ein stärkerer Einbezug der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse der Motivation zugute komme.
Studie "Workplace Democracy in the Lab"

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Klatsch ist gut fürs Unternehmen 
Mittwoch, 6. April 2011 - Management
Im Harvard Business Manager vertritt der Management-Professor Giuseppe Labianca die These, dass Unternehmen von Klatsch profitieren können. "Klatsch kann für Menschen in einem Unternehmen sehr hilfreich sein, vor allem wenn der Informationsfluss von der Spitze an die Basis unterbunden wird. Das ist oft der Fall, wenn Firmen sich in der Krise befinden oder einen Wandel durchmachen. Wenn nur wenige Menschen wissen, was vor sich geht, sorgt Gerede dafür, dass Informationen weitergegeben werden. Darüber hinaus zeigen Forschungsergebnisse, dass Tratsch hilft, individuelle Ängste abzubauen und mit Ungewissheit klarzukommen", so der Wissenschaftler. Einerseits könne zwar ungezügelter Flurfunk in Zeiten der Unsicherheit auch das Angstniveau in einer Organisation vorübergehend erhöhen, aber gleichzeitig führe der Tratsch auch dazu, dass Mitarbeiter sich sozial und emotional unterstützen. Hinzu komme, dass all die informellen Gespräche auch einen Prozess der Normenbildung vorantrieben, denn auch beim Tratschen werde laut Labianca ausgehandelt, welches Verhalten als korrekt gilt. Zudem könne der Flurfunk auch die Werte eines Unternehmens stärken, denn wer übereinander redet, beobachtet andere genau - und fühlt sich beobachtet, so dass immer mehr Mitarbeiter sich an die impliziten Leistungsnormen anpassen. Labianca hat in seinen Forschungen zudem herausgefunden, dass nicht immer nur über Negatives getratscht werde: "Klatsch ist lediglich der Austausch von Informationen zwischen zwei Personen über eine dritte, abwesende, Person. Überwiegend handelt es sich dabei um Lob. Wenn jemand länger bleibt, um Ihnen zu helfen, reden Sie vermutlich mit anderen darüber. Positiver Klatsch ist verbreiteter als negative Äußerungen. In 72 Prozent aller Klatschbeziehungen fanden wir einen ausgewogenen Mix aus positivem und negativem Gerede; positiver Tratsch überwog in 21 Prozent der Fälle, und nur bei 7 Prozent dominierte Negatives."
"Klatsch stärkt Unternehmen", Harvard Business Manager 28.3.11

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Wie viel Arbeit macht glücklich? 
Dienstag, 5. April 2011 - Studien
Der amerikanische Politikwissenschaftler Adam Okulicz-Kozaryn ging an der Universität Texas der Frage nach, in welchem Verhältnis die Arbeitszeit zum Glück der Bevölkerung steht und kam dabei zu überraschenden Befunden. Der Durchschnittseuropäer ist dann am glücklichsten, wenn seine Wochenarbeitszeit zwischen 35 und 39 Stunden liegt. Amerikaner hingegen outen sich als Heavy-Worker - ihr Glückspegel steigt auf Höchstniveau, wenn sie zwischen 50 und 59 Stunden pro Woche im Dienste des Jobs agieren. Der Wissenschaftler hat für den Arbeitseifer seiner Landsleute zwei Erklärungen: Einerseits lohne es sich aufgrund der niedrigeren Steuern in den USA eher, viel zu arbeite. Zum anderen verbinden die Amerikaner mit Fleiß und Anstrengung stets auch den Glauben, dadurch Erfolg zu haben.
Amerikaner arbeiten lieber als Europäer, Wirtschaftswoche 28.3.11

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