Mikrokredite auf dem Vormarsch 
Mittwoch, 2. November 2011 - Arbeit
Das Prinzip der Mikrokredite fasst immer mehr auch in den Industrieländern Fuß. Einst von dem Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus mit der von ihm gegründeten Grameen Bank ins Leben gerufen, um vor allem die Ärmsten der Armen zur Selbsthilfe zu ermächtigen, springen nun auch amerikanische Großstädte auf den Zug auf. So wurden in New York beispielsweise bereits rund 6.000 Kleinkredite von durchschnittlich 1.500 Dollar an Frauen vergeben. Und das sehr erfolgreich, denn die Rückzahlungsquote lag bei 100 Prozent. Städte wie Detroit, San Francisco und Indianapolis wollen nun nachziehen.
Mikrokredite für die Armen in Europa, taz 25.10.11

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Frustration der Erfolgreichen 
Dienstag, 1. November 2011 - Arbeit
Aufstieg und ein gutes Gehalt reichen immer mehr Menschen nicht aus, um sich in ihrem Job zufrieden zu fühlen. Gerade die Erfolgreichen stellen immer häufiger die Sinnfrage, denn wo Aufstieg immer auch mit einem sich Aufreiben verbunden ist, kommt man bei allen äußeren Erfolgen nur allzu leicht an den Punkt, an dem es einem schlicht nicht mehr gut geht. Die Zeit stellt in einem Beitrag Menschen vor, die auf der Suche nach mehr Gelassenheit und Sinn einen Neuanfang gewagt haben - in neuen Jobs oder als Selbstständige. Ein Vorstoß, der Mut macht, die eigenen Prioritäten zu hinterfragen und die Frage nach der Freude an der Arbeit neu zu stellen!
Weniger Stress, mehr Sinn, Die Zeit 25.10.11

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Der Feind in den eigenen Reihen 
Montag, 31. Oktober 2011 - Management
Zwar scheint die Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität zu sinken, da immer mehr große Unternehmen systematisch Anti-Korruptionsprogramme ins Leben rufen, doch ist dies noch lange kein Grund zur Entwarnung. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers, für die 830 Unternehmen befragt wurden, sank der Anteil der von Unterschlagung, Korruption oder Industriespionage betroffenen Firmen in den letzten zwei Jahren von 61 auf 52 Prozent, doch erhöhte sich parallel das Schadensvolumen pro Fall von durchschnittlich 5,6 auf 8,4 Millionen Euro. In drei Prozent der befragten Firmen beliefen sich durch Kriminalität entstandene Schäden sogar auf jeweils mehr als 100 Millionen Euro. Alarmierend ist auch, dass jede zweite Wirtschaftsstraftat von Mitarbeitern der geschädigten Unternehmen begangen wird.
Top-Manager verursachen Großteil der Wirtschaftskriminalität, Spiegel online 25.10.11

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Boni untergraben Produktivität 
Freitag, 28. Oktober 2011 - Management
Die Süddeutsche Zeitung kritisiert in einer Kolumne einmal mehr, dass Bonuszahlungen wirtschaftlich betrachtet nicht nur im Kontext der Bankenkrise kontraproduktiv sind, sondern ganz grundsätzlich negative Effekte auf die Arbeitsleistung haben. Einer Studie der Duke Universität in North Carolina zufolge schnitten die Mitarbeiter, denen die höchsten Boni versprochen wurden, im Hinblick auf ihre Arbeitsproduktivität am schlechtesten ab. Der Beitrag kritisiert auch, dass Boni dazu beitragen, die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit zu untergraben.
Bonus tötet Arbeitsfreude, SZ 17.10.11

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Selbstständigkeit oft ein finanzieller Überlebenskampf 
Donnerstag, 27. Oktober 2011 - Arbeit
Die taz betrachtet in einem Beitrag die zum Teil niederschmetternde Situation von Selbstständigen. Laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn hat sich die Zahl der Aufstocker unter den Selbstständigen zwischen 2005 und 2010 verdreifacht auf heute 127.000. Mehr als ein Viertel der Selbstständigen kam 2010 auf ein Nettoeinkommen unterhalb von 1.100 Euro, sieben Prozent verdienten sogar weniger als 500 Euro. Vor allem Frauen, Einzelunternehmer und Selbstständige in kreativen Berufen gehören zu den Geringverdienern.
Von wegen Mittelstand, taz 16.10.11

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Burn-out lauert überall 
Mittwoch, 26. Oktober 2011 - Studien
Das Instituts für angewandte Innovationsforschung der Ruhr-Universität Bochum und Gesundheitsexperten der Kliniken Essen-Mitte schlagen Alarm: In einer Studie zum Thema Innovationsstress stellen die Forscher fest, dass jede vierte Führungskraft sich bereits auf einen Zustand der vitalen Erschöpfung zubewegt. Untersucht wurden 229 Personen. Die Forscher erkennen vor allem systemische Risiken, die die Arbeitenden immer weiter in eine Stressspirale hineintreiben. So werden in ihren Augen Kreativität, Kompetenzentwicklung und die Suche nach Verbesserungen zu Daueraufgaben, die neben dem eigentlichen Tagesgeschäft erledigt werden sollen. Innovation wird damit zum puren Stressfaktor. Die Wissenschaftler fordern nicht nur eine Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Selbstvorsorge der Betroffenen, sondern mahnen an, dass der Faktor Stress auch in den gängigen Businessmethodiken berücksichtigt werden müsse. So könne man das magische Dreieck des Projektmanagements, das bisher nur Zeit, Kosten und Qualität umfasst, um den Faktor der Gesundheit der Projektdurchführenden ergänzen. Auch müssten sich die Unternehmenskulturen verändern, denn wer dem Chef erklärt, dass 150 Prozent Leistung auf Dauer nicht machbar sind oder gar Entspannungskurse besucht, riskiert meist, dass seine Karriere damit zu Ende ist.
Jeder vierte Manager ist Burn-out-Kandidat, FTD 13.10.11

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Wir brauchen neue soziale Bewegungen 
Dienstag, 25. Oktober 2011 - Wissenschaft
In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau plädiert der US-amerikanische Soziologe Amitai Etzioni dafür, die gegenwärtige Krisendiskussion in eine neue Richtung zu lenken und die Frage nach dem guten Leben wieder zu stellen. "Es ist nun von äußerster Wichtigkeit, dass die Menschen eine Frage nicht länger aufschieben können: Wie ist ein gutes Leben möglich? Wenn die Menschen beginnen, eine Definition vom guten Leben zu geben, als ein kontrollierter Umgang mit Dingen und Konsum, werden die Bürger in den USA oder Europa weniger enttäuscht sein über die politischen Konsequenzen der nächsten zehn Jahre als es sonst der Fall ist. Wenn Menschen eine Grundversorgung haben, werden sie einsehen, dass ein gutes Leben darin besteht, ein Leben in sozialen Beziehungen, mit Familie, mit Freunden und der Gemeinschaft zu führen. Sie sollten die Entwicklung nicht nur aus der Perspektive einer verheerenden Krise, sondern eher als eine Option sehen. ... Die Krise kann also eine Gelegenheit sein, zu untersuchen, was das Leben im Ganzen lebenswert macht", so Etzioni. Der Soziologe analysiert, wie der Kapitalismus nicht nur sich selbst erschöpft, sondern auch unser Menschsein aufs Tiefste tangiert: "Es gibt kein Glück mehr. Wenn meine einzige Sorge ist, meine Gewinne zu maximieren, heißt dies auch, länger zu arbeiten und mehr Dinge zu kaufen. Ich bin der Meinung, wenn Menschen ein Niveau erreicht haben, bei dem die Grundbedürfnisse befriedigt werden, sie also zufrieden sein können, ist es an der Zeit, die geistige Energie auf andere Dinge zu lenken. Und wenn Sie an diesem Punkt weiterhin nur den Konsum verfolgen, dann ist das wie eine Krankheit, eine Obsession. Wir sollten uns also fragen: Was gibt es noch, woraus die Menschen Zufriedenheit schöpfen können, abgesehen vom kapitalistischen Projekt? Meine Antwort ist die Antwort eines Kommunitariers, nämlich mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen, und seine Zeit mehr den geistigen Dingen zu widmen." Etzioni fordert ein prozesshaftes Umdenken und ist dabei der Ansicht, dass es neuer sozialer Bewegungen bedarf, die neue Blickwinkel in die öffentliche Diskussion tragen: "Es geht darum, das politische System zu verändern. In der Geschichte haben die Parteien die Systeme nur durch große politische Bewegungen verändern können. Durch Sozialismus oder Kommunismus oder religiöse politische Gruppen wie in der Gegenwart im Islam. Wir benötigen eine neue soziale Bewegung vielleicht wie die Hippies. Wir benötigen eine neue soziale Bewegung, um die moralische Verelendung zu vermeiden."
"Der Weg führt in den Bankrott", FR 10.10.11

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Positiv Denken kann nach hinten losgehen 
Montag, 24. Oktober 2011 - Wissenschaft
Eine Studie des University College London zeigt die Zweischneidigkeit einer optimistischen Lebenshaltung auf. Die Forscher fanden nämlich heraus, dass Menschen, die mit einem positiven Blick durchs Leben, dazu neigen, negative Informationen auszublenden. Bei der Untersuchung mussten die Probanden zu 80 möglichen negativen Lebensereignissen angeben, wie wahrscheinlich sie es erachten, im Laufe ihres Lebens davon betroffen zu sein. Anschließend legten die Forscher ihnen die entsprechenden statistischen Wahrscheinlichkeiten zu den Ereignissen vor. War die Selbsteinschätzung der optimistischen Probanden vor der Faktenrunde negativer ausgefallen als es die Zahlen nahe legten, passten die Versuchsteilnehmer ihre neuen Einschätzungen den günstigeren statistischen Daten an. Verhieß die Statistik jedoch eine negativere Perspektive, klammerten die Optimisten diese aus und blieben bei ihrer alten, günstigeren Einschätzung. Auch wenn Optimismus sich günstig auf Stress sowie die körperliche und geistige Gesundheit auswirkt, warnten die Forscher davor, dass die Ausblendung negativer Informationen sich auch ins Gegenteil verkehren könne, wenn darunter der Realitätssinn leide.
Dem positiven Denken auf der Spur, wissenschaft.de 10.10.11

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