Business in Zeiten des Postwachstums 
Freitag, 25. Mai 2012 - Management
Spiegel Online geht in einem Beitrag der Frage nach, wie Unternehmen sich unter den sich ankündigenden Vorzeichen einer Postwachstumsgesellschaft positionieren könnten. Am Beispiel von Firmen, die sich mit der Thematik bereits auseinandersetzen, benennt das Magazin erste Prinzipien, die zielführend sein könnten, nämlich Qualität, Effizienz und Service. Wo Waren hochwertiger und damit haltbarer werden, rechtfertigen sie höhere Preise. Wo Produktionssysteme immer weiter auf Effizienz getrimmt werden und Innovationen zusätzlich die Produktivität erhöhen bzw. den Ressourceneinsatz reduzieren, verdienen Firmen gut, auch wenn sie nicht durch äußeres Wachstum ihre Umsätze erhöhen. Und wo sie mit Dienstleistungen rund um die Produkte zusätzliche Einnahmequellen schaffen, ist nicht mehr das Produkt allein die Basis des Unternehmenserfolgs. Am Beispiel von Carsharing zeigt der Artikel, dass die Autoindustrie mit diesem Modell 98 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung sichern könne, wobei sich die Zahl der Autos in Deutschland um fast ein Viertel verringern ließe, bei 50 Prozent höherer Effizienz und der Chance, das von der Regierung geforderte CO2-Limit einzuhalten. Wissenschaftler betrachten es zudem als wichtige Basis, den Verbrauch von Gemeingütern künftig durch Gesetze zu regulieren, denn wo Firmen nicht länger auf Kosten der Allgemeinheit die natürlichen Ressourcen übernutzen könnten, stelle sich automatisch ein Verhalten ein, dass nicht mehr die Grenzenlosigkeit zum Maß mache.
Vielen Dank, dass Sie nicht bei uns kaufen, Spiegel online 14.5.12


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Strategie und Soft Skills sind gefragt 
Donnerstag, 24. Mai 2012 - Management
Je komplexer die Welt, umso größer die Herausforderungen im Beratungsmarkt, möchte man meinen. Die Wirtschaftswoche hat einen umfangreichen Artikel der Entwicklung gewidmet, dass immer mehr Führungskräfte nicht nur strategische Beratung suchen, sondern auch typische Coaching-Leistungen im Bereich der Soft Skills nachfragen. Wo den klassischen Unternehmensberater nur allzu oft nachgesagt wird, dass ihnen bisweilen das zwischenmenschliche Know-how abgehe, sind Coaches meist allein auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung fokussiert und haben kein unternehmerisches Wissen. Doch die Komplexität der Führungsaufgaben lässt immer mehr Chefs nach einer Beratung in beiden Bereichen suchen. Ein bisschen Strategie-Sparring mit dem Berater, der auch noch bei der Entwicklung der für die Umsetzung notwendigen Soft Skills hilft - das könnte schon bald für viele Chefs zum neuen Anforderungsprofil an Berater werden. Gegenwärtig sind solche Berater mit Doppelrolle am Markt allerdings noch Mangelware. Die Diagnose der Wirtschaftswoche legt nahe, dass vor allem zwei Personengruppe die Lücke am besten füllen könnten: Klassische Managementberater, die über eine zusätzliche Coaching-Ausbildung verfügen, oder ehemalige Executives, die eine entsprechende Ausbildung draufsetzen, um beratend tätig zu werden. Eine unternehmerische Weiterbildung von Coaches erachtet das Wirtschaftsmagazin hingegen als weniger zielführend, schlicht weil komplexes Businesswissen sich am besten in der Praxis lernen lässt.
Wie Berater und Coaches sich ähnlicher werden, WiWo 10.5.12


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Gesundheit wichtiger als Geld 
Mittwoch, 23. Mai 2012 - Studien
Die deutschen Arbeitnehmer scheinen sich nach seelischer Balance zu sehnen. In einer Umfrage der Online-Jobbörse TalentFrogs, in der knapp 3.000 Jobsucher nach ihren Vorstellungen zum Arbeitsleben befragt wurden, rangierte das eigene Wohlbefinden deutlich vor dem Faktor Geld. So wären zwei Drittel der Befragten bereit, zugunsten eines weitgehend stressfreien Jobs auf Gehalt zu verzichten - bei den Frauen sogar fast drei Viertel. 45 Prozent der Befragten wünschen sich, auf den Webseiten von Unternehmen über Anti-Stress-Angebote informiert zu werden, 36 Prozent sind sogar der Ansicht, diese Informationen sollten Teil von Stellenanzeigen sein.
Lieber weniger Gehalt als ein Burn-out, FTD 9.5.12


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Zwischen Freiheit und Gleichheit 
Dienstag, 22. Mai 2012 - Studien
Wenn man die Deutschen fragt, ob ihnen Freiheit oder Gleichheit im Sinne sozialer Gerechtigkeit wichtiger sind, mündet die Diagnose in ein Beinahe-Patt: 45 Prozent plädieren für Freiheit, 44 Prozent für soziale Gerechtigkeit, so das Ergebnis einer Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, für die knapp 1.800 Personen ab 16 Jahren befragt wurden. Ähnlich ist es um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit bestellt - hier hat die Sicherheit mit 43 Prozent gegenüber der Freiheit mit 42 Prozent die Nase vorn. Der Glaube der Bürger an ihre Einflussmöglichkeiten ist in den letzten 20 Jahren laut Studie deutlich gestiegen. Glauben 1992 noch 55 Prozent, sie seien eher machtlos, sind es 2012 nur noch 31 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die an ihre Gestaltungschancen glauben, im gleichen Zeitraum von 22 auf 39 Prozent. Das ehrenamtliche Engagement der Deutschen liegt in den letzten 20 Jahren relativ gleichbleibend bei rund 28 Prozent. Interessant ist hier der historische Blick, denn 1952 lag der Anteil erst bei 8 Prozent.
Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, 3.5.12


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Es lebe das Kollektiv 
Montag, 21. Mai 2012 - Arbeit
In einem Interview mit dem Fotograf Florian Manz geht Zeit online der Frage nach, welche Vorteile die Zusammenarbeit in Kollektiven mit sich bringen kann. Manz hat gemeinsam mit drei Fotografen-Kollegen ein Team gegründet, das sich intern bei der beruflichen Entwicklung unterstützt und nach außen gemeinsam auftritt. Die Selbstkritik innerhalb der Gruppe, das Teilen von Erfahrungen, aber auch die Bündelung der unterschiedlichen Expertise bei größeren Projekten sind für Manz wichtige Vorteile dieser Form der Zusammenarbeit. Hinzu komme: "Wenn man zusammenhält, ist man dem Markt nicht so ausgesetzt." Für den Fotografen ist es dabei besonders wichtig, dass im Team ein Raum entstehe, in dem alle voneinander lernen können, sich gegenseitig motivieren und auch zusammen "rumspinnen" können.
Gemeinsam durchstarten, Zeit online 5.5.12


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Empathie resultiert aus Eigenständigkeit 
Freitag, 18. Mai 2012 - Studien
Eine Studie amerikanischer Sozialpsychologen zeigt, dass religiöse Menschen weniger Mitgefühl und Hilfsbereitschaft zeigen als Menschen, die die wenig oder gar nicht religiös sind. In verschiedenen Experimenten, in denen es darum ging, Menschen in Notlagen zu unterstützen, zeigte sich, dass vor allem Atheisten und Agnostiker eine sehr große Hilfsbereitschaft an den Tag legten. Die Forscher gehen davon aus, dass traditionell Religiöse offenbar stark von Ideologien geleitet werden, von Vorschriften und moralischen Verpflichtungen, weshalb sie sich wohl eher in Kontexten engagieren, in denen klare Erwartungen bestehen bzw. auch der Raum der sozialen Anerkennung für sie nachvollziehbar ist. Nicht-Religiöse scheinen hingegen autonomer zu handeln und aus einem Gefühl der persönlichen Berührtheit heraus zu agieren.
Religiöse Menschen zeigen weniger Mitleid gegenüber Mitmenschen als Atheisten, Telepolis 2.5.12


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Nicht wegschauen 
Mittwoch, 16. Mai 2012 - Management
In einem Interview mit der Zuunftsforscherin Elina Hiltunen eruiert das Manager Magazin, welcher Kompetenzen es im Management bedarf, um angemessen mit krisenhaften Entwicklungen umzugehen. Hiltunen fordert einen rationaleren Umgang mit Risiken: "Wir Menschen schwanken zwischen irrationaler Angst und irrationaler Indifferenz." Das Problem: Sowohl die Blindheit gegenüber Risiken als auch unangemessener Aktionismus seien nicht zielführend. Hiltunen weist darauf hin, dass es helfe, bereits schwache Signale bewusster wahrzunehmen, denn diese könnten sich zur Krise ausweiten, ließen sich aber in den Griff bekommen, wenn man sie rechtzeitig erkenne. Ihre Forderung ans Management: Solche Muster zu erkennen und dabei vor allem eine breite Mitarbeiterbasis einbeziehen, da der Führungsspitze häufig der direkte Blick auf das Gesamtbild des Unternehmens fehle.
Blindlings in die Katastrophe, Manager Magazin 3.5.12


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Die Überökonomisierung von Arbeit und Gesellschaft 
Dienstag, 15. Mai 2012 - Arbeit
Auf Telepolis spricht die Autorin Kathrin Hartmann in einem Interview über die größeren Zusammenhänge der wachsenden gesellschaftlichen Entsolidarisierung. "Der Neoliberalismus ist uns als Chance, als Gelegenheit für mehr Eigenverantwortung verkauft worden, stellt aber in Wahrheit eine Kampfansage dar: Die Menschen wurden zu Konkurrenten gemacht und in den Wettbewerb geschickt. In diesem Wettbewerb gibt es Gewinner und Verlierer", so Hartmanns Diagnose. Zu den Verlierern gehören ihrer Meinung nach nicht nur die neuen Armen und Langzeitarbeitslosen, sondern auch die Oberschicht, die zunehmend unter Status-Panik leide, sowie die Mittelschicht, die sich vom Abstieg bedroht sehe und, anstatt sich mit den weiteren Krisenopfern zu solidarisieren, nach unten abgrenze. "Das ist natürlich fatal, denn damit unterstützt die Mittelschicht alle politische Entscheidungen, die ihr selbst schaden. Tatsächlich ist durch diesen Wettbewerb eine Entsolidarisierung entstanden, die durch die ganze Gesellschaft geht", so Hartmann. Sie sieht auch Entwicklungsprogramme wie die Idee der Mikrokredite, eher skeptisch, denn solche Ansätze leisten ihrer Meinung nach einer weiteren Ökonomisierung Vorschub: "Sobald die Ökonomisierung zum Beispiel in Gestalt von Mikrokrediten ins Spiel kommt, hört die Solidarisierung bald auf. Die Ökonomisierung spielt die Leute gegeneinander aus, es schickt sie in einen Wettbewerb. Wenn Respekt und Anerkennung an ökonomische Verwertbarkeit geknüpft wird, hat das für eine Gesellschaft fatale Folgen."
"Die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer", Telepolis 2.5.12


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