Die Over-Performer-Falle 
Montag, 9. Juli 2012 - Arbeit
In seiner Coaching-Kolumne auf Zeit online geht Martin Wehrle darauf ein, wie Arbeitnehmer sich im Job besonders gut in Szene setzen können. "Wer tut, was man ihm sagt, wird als bemüht gesehen, aber nie als engagiert", so Wehrles nüchterne Einschätzung. Er rät deshalb dazu, übertragene Aufgaben nicht nur zu erfüllen, sondern immer noch etwas draufzulegen, denn: "Ein Mitarbeiter überflügelt eine Anforderung aus eigenem Antrieb, und zwar so, dass sein Handeln nicht nach Übermut riecht, sondern nach Mitdenken und Engagement. Solche Ausreißer nach oben prägen sich ein, heben einen Mitarbeiter aus der Masse und machen ihn interessant. Erst recht, wenn diese Übererfüllung des Solls bei ihm nicht Ausnahme, sondern Regel ist." Der üblichen Karrierelogik vieler Unternehmen mag diese Perspektive völlig entsprechen. Doch sie birgt auch Gefahren, denn wer ständig mehr leistet, erhöht auch den - in den meisten Unternehmen ohnehin schon stark ausgeprägten - Druck auf sich selbst. Ist die Messlatte erst einmal höher gelegt, dürfte es nämlich schwer fallen, wieder zu einem normalen Arbeitspensum zurückzukehren. Nichts gegen Engagement, aber solche Selbstoptimierungstipps sind in der heutigen Zeit ein zweischneidiges Schwert, denn viele Arbeitnehmer sind ohnehin schon am Limit - oder bereits darüber hinaus ...
Das Zitat ... und Ihr Gewinn, Zeit online 13.6.12


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Lebensfreude aufs Wochenende vertagt 
Freitag, 6. Juli 2012 - Studien
Arbeit scheint weniger froh zu machen als Freizeit - zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage unter 2.000 Deutschen im Auftrag des Happiness-Instituts von Coca-Cola. Nur knapp jeder Dritte empfindet an einem Werktag große Lebensfreude, während sich diese Zahl am Wochenende verdoppelt. Bei Schüler und Studenten ist der Samstag der freudenreichste Tag - wohl weil sie abends ausgehen und am Sonntag ausschlafen können. Sonntags widmen die deutschen im Schnitt 4,8 Stunden ihren Hobby, und 94 Prozent empfinden dabei Lebensfreude. Die freudvollsten Beschäftigungen sind dabei Treffen mit Freunden und Bekannten (77 Prozent), Geselligkeit mit der Familie (70 Prozent), Musik hören (zwei Drittel), entspannen und nichts tun (66 Prozent), Musik machen (57 Prozent) und Sport (54 Prozent).
Hobbys machen mehr Spaß als die Arbeit, WiWo 21.6.12


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Jeder zweite Berufstätige pendelt 
Donnerstag, 5. Juli 2012 - Studien
Einer Untersuchung des Karriere-Netzwerkes Xing zufolge arbeiten 53 Prozent der Mitglieder des Online-Dienstes nicht in der Stadt, in der sie wohnen. Besonders hoch sind die Pendlerquoten in typischen Vororten von Großstädten. So liege die Pendler-Quote in Garching und Ismaning bei München bei deutlich über 90 Prozent. Auch sind etwa 70 Prozent der in Frankfurt Arbeitenden Pendler und wohnen nicht in der Stadt. Besonders hoch sind die Pendler-Quoten in der Industrie, wo zwei von drei Arbeitnehmern ihren Job nicht am Wohnort verrichten. Bei Menschen, die im Kultursektor arbeiten, liegt die Pendler-Quote unter einem Viertel und auch Medienschaffende pendeln nur zu 36 Prozent. Interessant ist, wie Xing zu diesen Daten gekommen ist. Sie wurden nämlich nicht etwa im Zuge einer Umfrage ermittelt, sondern einfach so aus den Datensätzen der Mitglieder ausgelesen ...
Deutschland, Land der Pendler, WiWo 20.6.12


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Mit dem Smartphone zu Haltungsschäden 
Mittwoch, 4. Juli 2012 - Studien
Rund um die Uhr für die Arbeit verfügbar sein, das ist für viele Menschen längst Alltag. Der Verband britischer Physiotherapeuten schlägt nun Alarm, weil vor allem die heimischen Sonderschichten an Handy, Tablet oder Laptop die Gesundheit in besonderem Maße beeinträchtigen können. Der Verband untersuchte 2.000 Angestellte, von denen etwa zwei Drittel auch außerhalb der Dienstzeiten an ihren mobilen Geräten weiterarbeiteten. Im Schnitt verbrachten diese Mehrarbeiter rund zwei zusätzliche Stunden pro Tag am Bildschirm. Gerade bei der Nutzung mobiler Geräte werde jedoch häufig die Körperhaltung vernachlässigt, so dass Rücken- und Nackenschmerzen die Folge seien und zu stressbedingten Leiden führen könnten, warnen die Physiotherapeuten.
Sklaven des Bildschirms, SZ 20.6.12


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Wie Intelligenz zu Fehlern verleitet 
Dienstag, 3. Juli 2012 - Studien
Auch intelligente Menschen sollten immer auf der Hut sein, denn wer schlau ist und zu Selbstüberschätzung neigt, macht leichter Fehler. Die Wissenschaft nennt das die geistigen blinden Flecken. So untersuchte der Psychologe Richard West an der James Madison Universität 500 Studenten, die mehrere Rätselfragen lösen sollten. Viele waren sich dabei sicher, vor Irrtümern gefeit zu sein, machten letztlich aber dann doch erwartbare Fehler. Mit Intelligenztests maß der Psychologe dann noch die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer und fand eine verblüffende Korrelation zur Fehlerhäufigkeit, denn je intelligenter die Studienteilnehmer waren, umso eher scheiterten sie an den Denksportaufgaben. West erklärt das damit, dass sich kluge Menschen ihrer geistigen Überlegenheit nur allzu bewusst seien. Diese Hybris mache wahrscheinlich auf einem Auge blind.
Intelligenz hat auch Nachteile, WiWo 19.6.12


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Zufriedenheit auch eine Frage des Alters 
Montag, 2. Juli 2012 - Studien
Wie zufrieden wir mit unserem Job und unserem Leben sind, ist auch eine Frage des Alters. So zeigt eine Studie der Ökonomen David Blanchflower und Andrew Oswald, die die Daten von mehr als einer Million Menschen in über 70 Ländern auswerteten, wie sich die Lebenszufriedenheit altersbedingt verändert: Im Schnitt ab etwa Mitte 30 wächst die Unzufriedenheit, doch die Talsohle ist mit Mitte 40 auch wieder durchschritten. In diesem kritischen Alter merken viele Menschen, dass beruflich manche Träume vielleicht ausgeträumt sind, doch wenn es ihnen gelingt, ihre Wünsche mit dem Möglichen abzugleichen, wächst auch ihre Zufriedenheit wieder. Das bestätigt eine Studie aus der Schweiz mit 300 Personen im Alter von 40 bis 55 Jahren, denn bei den Probanden, die verantwortlich mit ihren Möglichkeiten umgehen, ist das "Alters-Tief" nicht von Dauer.
Das Tal des Lebens, Zeit online 15.6.12


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Die Großen positionieren sich nachhaltig 
Freitag, 29. Juni 2012 - Management
Die Investmentgesellschaft SAM-Group hat ihre diesjährigen Sustainability Awards verliehen. In der Liste der Gold-Awards finden sich ausschließlich Großunternehmen, die nicht für komplexe Nachhaltigkeitsstrategien, wohl aber für aussichtsreiche Projekte geehrt wurden. Adidas beispielsweise erhielt die Auszeichnung, weil das Unternehmen für die Olympiade Sportbekleidung aus recycelten Plastikflaschen entwickelt hat. Die Allianz bemüht sich mit einem Pilotprojekt um die Erhaltung von Wäldern in Entwicklungsländern. SAP reihte sich unter die Gewinner, weil man bemüht ist, den Energieverbrauch großer Server zu reduzieren. Die weiteren Nachhaltigkeitsbegründungen auf der n-tv Webseite wirken hingegen sehr oberflächlich. So wird BMW, Henkel, Siemens, Volkswagen, Daimler und TUI lediglich ein allgemeines Bemühen um eine nachhaltigere Produktion zugesprochen. Zwar sind einige der Preisträger auf ihren eigenen Webseiten etwas auskunftsfreudiger, aber wirkliche Details über den Impact der belobigten Maßnahmen sucht man vergeblich und kann sich so des Eindrucks nur schwer erwehren, dass es hier eher um Nachhaltigkeits-Marketing geht.
SAM Sustainability Awards verliehen, n-tv 15.6.12


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Würde und Wertschätzung 
Donnerstag, 28. Juni 2012 - Management
In seinem Editorial für das Kundenmagazin alverde widmet sich der Gründer der Drogeriekette dm diesen Monat der Frage des Sinn, der Würde und der Wertschätzung. In einer hektischen Zeit, die uns durch permanente Krisendiskussionen paralysiert, wirkt es sehr wohltuend, wenn Werner darauf verweist, dass es gelte, dem einzelnen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und zu fragen, was für jedes Individuum sinnstiftend ist. Im Verweis auf die Menschenwürde führt Werner an, dass es wichtig sei, unterschiedliche Standpunkte und Weltanschauungen zu erkennen und zu verstehen: "Bei jedem Zusammenkommen mit anderen für andere ist es heute wesentlich, die Belange seines Gegenübers wahrzunehmen, einander zu verstehen und wertzuschätzen." Ein guter Anfang, möchte man meinen ...
Götz Werner in der Juni-Ausgabe von alverde

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