Verbraucher sind bereit, für Fairness zu zahlen 
Mittwoch, 21. August 2013 - Success Stories
Obwohl die Lebensmittelpreise steigen und die Einkommen stagnieren, wächst die Zahl derer, die bereit sind, für fair gehandelte Produkte mehr Geld auszugeben. So stieg der Anteil der Fair-Trade-Produkte im Handel 2012 um satte 36 Prozent - auf einen Umsatz von 650 Millionen Euro. Besonders wichtig ist den Verbrauchern der Verzicht auf Kinderarbeit und ein angemessener Lohn für Arbeiter. Der starke Anstieg der Fair-Trade-Artikel liegt auch daran, dass im vergangenen Jahr 51 neue Unternehmen Fair-Trade-Produkte in ihr Sortiment aufgenommen haben - darunter große Ketten wie Edeka, Real, DM und Aldi Nord.
Erst die Moral, dass das Fressen, taz 7.8.13


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Sind Unternehmer-Typen anti-sozial? 
Dienstag, 20. August 2013 - Studien
Das Image von Unternehmern hat nicht zuletzt durch die nicht wenigen Skandal-Fälle im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise beständig gelitten - und nicht wenige Menschen empfinden die Wirtschaftslenker als eher anti-soziale Zeitgenossen. Ein schwedisches Forscherteam ist deshalb der Frage nachgegangen, ob Unternehmer tatsächlich mehr kriminelle Energien an den Tag legen als der Rest der Bevölkerung. Sie betrachteten dazu die Daten einer Langzeitstudie, in der Kinder einer mittelgroßen Stadt erstmals mit zehn Jahren, zuletzt im Alter von 47 Jahren befragt worden waren - und zwar unter anderem zu kriminellen Verhaltensweisen in verschiedenen Lebensphasen, zu regelabweichendem Verhalten, dem Verlauf ihres Lebens und ihrer beruflichen Entwicklung. Eine wirklich anti-soziale Neigung, die sich vom Bevölkerungsdurchschnitt abhebt, ließ sich dabei bei Unternehmern nicht feststellen - wohl aber Eigenschaften, die ein gewisses Maß an Nonkonformität nahe legen. Schule schwänzen, sich den Eltern widersetzen, mit Drogen experimentieren - kleinere Vergehen wie diese, die auf einen Hang zur Risikoneigung schließen lassen, traten bei den späteren Unternehmen in der Jugendzeit häufiger auf als in Vergleichsgruppen. Und genau dieses Regeln-Brechen, allerdings in Form von Innovationsgeist, kann Menschen als Unternehmer erfolgreich machen. Die Frage Ist allerdings auch, wo diese Unangepassten die Grenze ziehen, wenn sie vor der Frage stehen, ob sie sich über Vorgaben oder Maßstäbe hinwegsetzen sollten und wo vielleicht eher nicht. Zur weltweiten Finanzkrise führten jedenfalls nicht die spektakulären, großen Betrügereien, sondern eher das systematische Ausreizen des gerade noch Legalen, aber nicht wirklich Legitimen ...
Schummeln, schwänzen, Karriere machen, Spiegel online 7.8.13


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Wenn Management zur Hyperaktivitäts-Falle wird 
Montag, 19. August 2013 - Management
Die Wirtschaftswelt war erschüttert, als Ende Juli bekannt wurde, dass der Swisscom-CEO Carsten Schloter sich das Leben genommen hatte. Und ein genauerer Blick auf die Interviews, die er in den letzten Wochen seines Lebens gegeben hatte, legte nahe, dass die im Business längst überall üblichen Dauer-Power-Anforderungen an die High Potentials einen nicht unerheblichen Anteil daran gehabt dürften, dass ein engagierter Mensch seiner - zum Teil selbstauferlegten - Rolle nicht mehr gerecht werden konnte und wollte. Die Basler Zeitung geht in einem Interview mit dem Management-Experten Reinhard Sprenger der Frage nach, welche explosive Mischung aus überfordernden Rahmenbedingungen und unerkannten persönlichen Egoismen Führungskräfte heute zum Teil bis ins Mark herausfordern. Sprenger sieht dabei ein Wechselspiel zwischen äußeren Erwartungen und individueller Persönlichkeit, denn der Druck im Business könne nur allzu leicht zu einem "gefährlichen Ego-getriebenen Selbstbild" bei Managern führen: "Wie stark sich ein Manager für die Heldeninszenierung hergibt, ist eine individuelle Entscheidung, die eng an das Selbstwertgefühl gekoppelt ist. Wenn der Beruf der einzige Identitätsanker ist und die berufliche Reputation zum Mass aller Dinge wird, dann wird man sehr verwundbar. Dann ist der Job nicht länger eine interessante Aufgabe, sondern das ganze Leben." Wenn der Job zum ganzen Leben wird, machen sich Führungskräfte bisweilen zum Hamster im Laufrad. "In der heutigen Arbeitswelt sind Manager in einem permanenten Erregungszustand, der Job wird zur Obsession. Nicht von ungefähr sagt man, viele von ihnen seien mit der Arbeit verheiratet. Wer pausenlos unter Strom steht, brennt mit der Zeit aus. Und er verliert die Distanz zu den Problemen, auch zu sich selbst, die Fähigkeit zu relativieren. Das führt oft zu einem ungesunden Aktivismus." Die Muster, die Sprenger beschreibt, sind leider im Business nur allzu häufig der Garant dafür, dass Manager als unentbehrlich wahrgenommen werden. Und Workaholic-Attitüden werden immer noch viel zu selten als krankhaft wahrgenommen, sondern sogar als Statussymbol vor sich hergetragen. Das Tragische ist: Letztlich kann jeder Mensch nur für sich selbst entscheiden, wo seine Grenzen liegen. Doch selbst, wenn diese Grenze erkennbar wird, fehlt vielen die Kraft, sie auch bewusst zu ziehen.
"Topmanagaer tauschen Lebenszeit gegen Geld", Basler Zeitung 24.7.13


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Wie unsere Umgebung unseren Geist prägt 
Freitag, 16. August 2013 - Studien
Ist ein chaotischer Schreibtisch ein Indiz für einen kreativen Geist? Und legen Menschen, die lieber an einem aufgeräumten Arbeitsplatz tätig sind, auch ein eher gediegenes Verhalten an den Tag? Wissenschaftler der University of Minnesota gingen dieser Frage nach und zeigten, dass die Umgebung, in der Menschen arbeiten, in der Tat Auswirkungen auf deren Verhalten haben. Verschiedene Studentengruppen wurden dabei entweder an ordentliche oder eher unordentliche Arbeitsplätze gesetzt und mit unterschiedlichen Aufgaben betraut. Unter dem Strich zeigte sich, dass die ordentliche Umgebung eher ein konventionelles, seriöses Verhalten förderte und die dort Arbeitenden mehr Großzügigkeit und Uneigennützigkeit zeigten als die Vergleichsgruppe, die einer unordentlichen Umgebung wirkte. Schreibtisch-Chaos erwies sich hingegen als sehr stimulierend für die Lösung kreativer Fragestellungen, denn bei der Lösung dieser Aufgaben hatten die Probanden mit ordentlicher Arbeitsumgebung das Nachsehen. Der Versuch zeigt, dass Ordnung nicht per se gut oder schlecht sein muss. Wohl aber kann es hilfreich sein, bei der Vergabe von Arbeitsaufgaben den Schreibtisch der Mitarbeiter im Blick zu haben - oder ihnen mal das Aufräumen, mal einen etwas relaxteren Umgang mit ihren Arbeitsutensilien nahezulegen.
Wann Unordnung eine Tugend ist, bild der wissenschaft 6.8.13


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Ältere Arbeitnehmer punkten mit kontinuierlicher Performance 
Donnerstag, 15. August 2013 - Studien
Ältere Arbeitnehmer werden von vielen Unternehmen verkannt, denn häufig geht man davon aus, dass mit dem Alter auch die Leistungsfähigkeit nachlasse. Eine Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt kommt hingegen zu anderen Einschätzungen. Die Wissenschaftler ließen jeweils rund 100 Personen der Altersgruppen 20 bis 31 Jahre und 65 bis 80 Jahre an hundert Tagen je zwölf Aufgaben lösen, bei denen nter anderem Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Merkfähigkeit und Arbeitsgedächtnis gefragt waren. Untersucht wurde, ob die Teilnehmer Fortschritte bei der Aufgabenbewältigung machten, ob ihre Leistungen an verschiedenen Tagen schwankten und ob sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen zeigten. Interessanterweise zeigte sich bei den Älteren Probanden eine deutlich geringere Schwankungsbreite - sie arbeiteten kontinuierlicher, zuverlässiger. Dies lag in den Augen der Forscher daran, dass die älteren Semester Lösungsstrategien entwickelten, eine gleichbleibende Motivation zeigten und seltener Stimmungsschwankungen entwickelten. Übertragen auf die Arbeitswelt bedeute dies, dass die beobachtete Konstanz und Beständigkeit die Älteren produktiver mache.
Ältere im Job oft beständiger als Jüngere, WiWo 5.8.13

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Altruismus motiviert Kinder zum Nachahmen 
Mittwoch, 14. August 2013 - Studien
Vorbildhafter Altruismus scheint bereits Kinder zum positiven Nachahmen zu motivieren, so die Erkenntnisse eines Forscherteams der Osaka University, das das Verhalten von 35 Kindern eines japanischen Kindergartens untersuchte. Die Wissenschaftler beobachteten dabei, dass Kinder, die sich hilfsbereit gegenüber ihren Kameraden verhielten und dabei von anderen beobachtet wurden, von diesen Zuschauern später ebenfalls mit Hilfsbereitschaft unterstützt wurden. Die Kooperationsbereitschaft wirkte also in gewisser Weise sozial ansteckend.
Dem 'guten Ruf' auf der Spur, wissenschaft.de 7.8.13


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Macht lässt Empathie schwinden 
Dienstag, 13. August 2013 - Management
"Wenn sich Menschen mächtig fühlen, werden sie gefühlskälter. Das mangelnde Empathievermögen von Chefs ist [allerdings] kein spezifisches Persönlichkeitsmerkmal. Vielmehr verändert sich unser Orientierungsrahmen, wenn wir die Karriereleiter hinaufklettern. Es werden andere Personen wichtig. Wir orientieren uns grundsätzlich an den Menschen, die Macht über uns haben. Mit ihnen wollen wir uns gutstellen. Ich als Arbeitnehmer mache mir viel mehr Gedanken um meinen Chef als umgekehrt. Der wiederum denkt über die emotionale Befindlichkeit seines eigenen Vorgesetzten nach", erklärt Myriam Bechtoldt, Professorin für Organizational Behavior an der Frankfurt School of Finance and Management. Welche Rolle Macht und Machtpositionen innerhalb eines Unternehmens spielen, hänge dabei unter anderem vom Alter der Firma und ihrem Entwicklungsstadium ab: "In jungen Unternehmen liegt der Fokus auf der gemeinsamen Aufgabe. Es geht vorrangig darum, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, und weniger darum, die Machtbeziehungen untereinander zu klären. Je größer und älter eine Firma wird, desto mehr rückt die Frage in den Vordergrund: Wie stehen wir eigentlich zueinander? Dann werden Positionen ausgefochten und besetzt." Frauen scheinen im Hinblick auf Führungsqualitäten die Nase gegenüber männlichen Chefs ein wenig vorn zu haben, denn sie schneiden "in allen Dimensionen, die erfolgreiche Führung ausmachen", etwas besser ab. Sie seien sie besser darin, Visionen zu vermitteln, formulieren Aufgabenbeschreibungen klarer und können Mitarbeiter besser motivieren. Da Frauen jedoch deutlich seltener als Männer Machtpositionen anstreben oder, so sie den Wunsch haben, diese erreichen, nutzt dieser Vorsprung eher wenig.
"Chef sein muss man aushalten können", SZ 24.7.13


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Soziale Spaltung der Demokratie 
Montag, 12. August 2013 - Studien
Politische Partizipation in Form der Wahlbeteiligung scheint immer mehr zu einer Frage des sozialen Status zu werden, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung und des Allensbach-Instituts zeigt, für die rund 1.550 Bundesbürger befragt wurden. So wollen 68 Prozent aus der oberen Schicht bei der Bundestagswahl in jedem Fall wählen gehen, während es in der unteren Schicht dagegen nur 31 Prozent sind. Einen weiteren Einflussfaktor auf die Bereitschaft zum Wählen stellt das soziale Umfeld dar. Ist es im Freundeskreis üblich, zur Wahl zu gehen, liegt bei einem Menschen die Wahrscheinlichkeit, selbst ebenfalls zu wählen, bei 77 Prozent. In sozialen Kontexten, in denen eher Wahl-Abstinenz vorherrscht, sinkt die Wahrscheinlichkeit hingegen auf 19 Prozent.
Pressemitteilung Bertelsmann Stiftung 10.6.13


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