Sucht kostet Wirtschaft Milliarden 
Dienstag, 3. September 2013 - Studien
Suchterkrankungen scheinen sich längst zu einem volkswirtschaftlichen Problem entwickelt zu haben. Dies legt der neue AOK-Fehlzeiten-Report nahe, für den die Daten von mehr als 2.000 Personen ausgewertet wurden. Die Zahl der durch Alkohol, Rauchen oder Medikamente verursachten Arbeitsunfähigkeitstage stieg in den vergangenen zehn Jahren von 2,07 auf 2,42 Millionen an - eine Erhöhung um 17 Prozent. Spitzenreiter unter den Suchtstoffen ist mit 44 Prozent der Fälle der Alkohol. Neben diesen eher konventionellen Suchtstoffen zeigt sich jedoch auch ein neuer Trend - der Griff zu leistungssteigernden Mitteln. So gaben fünf Prozent der befragten Arbeitnehmer an, in den letzten zwölf Monaten zu Psychopharmaka oder Amphetaminen gegriffen zu haben, um berufliche Stresssituationen zu bewältigen. Da wirkt es fast ein wenig zynisch, wenn die AOK ausrechnet, dass die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht die deutsche Wirtschaft jährlich mit 60,25 Milliarden Euro belasten. Interessant wäre sicherlich zu wissen, wie viele Gläser Wein oder Bier von den Betroffenen der abendlichen Kompensation von Arbeitsstress gewidmet werden.
2,4 Millionen Fehltage durch Alkohol, Rauchen und Tabletten, SZ 22.8.13


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Lesefutter zu Geist, Meditation und Business 
Montag, 2. September 2013 - Medien
Zum Wochenanfang gibt es ein wenig Lesefutter zum Download aus meinem Archiv. Als Autorin für das anthroposophische Magazin info3 habe ich Anfang des Jahres zwei Artikel veröffentlicht - der Beitrag Occupy Empörung geht der Frage nach, warum gesellschaftliche Veränderungen nicht nur ein neues Denken brauchen, sondern auch unser aktives Handeln, und der Artikel Soziales braucht Geist betrachtet, wie Meditation zu einer Veränderung der Perspektiven im Business beitragen kann.
Außerdem habe ich noch drei Artikel online gestellt, die ich bereits 2012 für das Magazin Integrale Perspektiven geschrieben habe: Die Kraft der Stille fasst aktuelle Erkenntnisse der Meditations- und Bewusstseinsforschung zusammen und beleuchtet sie im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Relevanz, Das Werden werden wollen wirft einen Blick auf die Gender-Debatte und geht der Frage nach, wie eine transzendente Perspektive dazu beitragen könnte, neue Rollenbilder entstehen zu lassen, Deutsch-Sein stellt die Forschungsergebnisse einer Repräsentativ-Studie zur Identität der Deutschen vor.
Außerdem habe ich noch einen wissenschaftlichen Aufsatz über Die neuen Eliten des 21. Jahrhunderts zutage gefördert, der im Rahmen des Projektes NOVELITE - Vorreiter des Wandels entstanden ist.

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Zivilgesellschaftlicher Protest oder egoistische Nörgelei? 
Freitag, 30. August 2013 - Studien
Im Auftrag der Stiftung Marktwirtschaft haben Wissenschaftler der Universität Gießen 532 Menschen befragt, die an den Montagsdemonstrationen am Frankfurter Flughafen teilnahmen, um die Hintergründe der sich formierenden Protestkultur zu untersuchen. Die Demonstranten sind laut der Studie hauptsächlich "älter, hochgebildet, zeitreich, ressourcenstark" und weisen eine "Mitte-Links-Orientierung" auf. Jüngere und weniger Gebildete seien unter den Protestierenden hingegen kaum zu finden. 90 Prozent der Befragten glauben den Flughafenbetreibern nicht, dass der Flughafen ohne die neue Landebahn im internationalen Luftverkehr seine Bedeutung verlieren würde. 83 Prozent der Demonstranten glauben, dass die Parteien in der Flughafenfrage die Interessen der Wirtschaft vertreten. Die Stiftung Marktwirtschaft kommentiert diese Einschätzungen wie folgt: "Die Umfrageergebnisse offenbaren eine bedenkliche Tendenz zur Aberkennung der Legitimation der Institutionen und Akteure des politischen Systems bei den Befragten." Dass Legitimation in einer Demokratie eine Frage der Anerkennung ist - und die Aberkennung derselben Teil des demokratischen Prozesses -, scheint die Stiftung hingegen nicht zu interessieren. Ihre Bewertung: "Eigene Interessen werden oft absolut gesehen, alles andere bei geringer Kompromissbereitschaft als 'Partikularinteressen' abgetan." Na, dann werde ich wohl am 22. September mal wieder meine Partikularinteressen zum Ausdruck bringen.
Flughafen-Lärm-Protest als Zeichen der "Misstrauenskultur", Gießener Anzeiger 20.8.13


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Jeder dritte Deutsche kauft manchmal Bio 
Donnerstag, 29. August 2013 - Studien
Immerhin drei von vier Deutschen greifen gelegentlich zu Bio-Lebensmitteln, so eine Studie im Auftrag des Verbraucherministeriums. Das ist zwar gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 2 Prozentpunkte, aber vor allem in der jüngeren Zielgruppe boomt Bio. So kaufen 23 Prozent der unter 30-Jährigen häufig Produkte aus ökologischem Anbei, was einem Plus von 9 Prozentpunkten entspricht. Bei den Älteren zwischen 50 und 59 Jahren hingegen ist ein Rückgang auf 19 Prozent zu verzeichnen (minus 7 Prozentpunkte). Wichtigste Gründe für Biokäufe sind regionale Herkunft, artgerechte Tierhaltung und wenig Schadstoffe. Vor allem der erste Punkt dürfte jedoch bei den meisten Bio-Kunden eher selten auch erfüllt werden, denn 82 Prozent kaufen Bio im normalen Supermarkt, 64 Prozent bei den Discountern und 40 Prozent im Bio-Supermarkt.
Hauptsache bequem, taz 19.8.13

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Banker sind die Letzten 
Mittwoch, 28. August 2013 - Studien
Das Institut für Demoskopie Allensbach untersucht seit vielen Jahren die Reputation von Berufen. Die Top 5, die von der Bevölkerung am meisten geschätzt werden, könnte man als direkte Resonanz auf die Wirtschafts- und Finanzkrise deuten, denn es sind bodenständige Jobs, deren Resultate einen konkreten Nutzen stiften. Die höchste Wertschätzung wird den Ärzten entgegengebracht (76 Prozent), gefolgt von Krankenschwestern (63 Prozent), Polizisten (49), Lehrern (41 Prozent) und Handwerkern (38 Prozent). Banker hingegen sind das Letzte - sie bilden - gemeinsam mit Fernsehmoderatoren - mit 3 Prozent das Schlusslicht der Umfrage. Der Abstand zu den Politikern (6 Prozent) ist minimal.
Allensbacher Kurzbericht, 20.8.13


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Gehaltshöhe entscheidet sich im Bett 
Dienstag, 27. August 2013 - Studien
Wirtschaftswissenschaftler scheinen von ihrem Fach bisweilen so gelangweilt zu sein, dass sie sich den Tag mit abstrusen Studien über abstruse Themen versüßen müssen. So untersuchte der britische Ökonom Nick Drydakis den Zusammenhang zwischen der Beischlaffrequenz und dem Gehalt von Menschen. Dazu befragte er 7.500 Haushalte und die Studienteilnehmer wurden gefragt, wie oft sie Sex haben und was sie verdienen. Dabei zeigte sich, dass Arbeitnehmer, die mehr als vier Mal pro Woche Sex haben, um die fünf Prozent mehr verdienen als diejenigen, die abstinent leben. Beschäftigte im Alter zwischen 26 und 50 Jahren haben - statistisch betrachtet! - die größte Chance, mehr zu verdienen, je häufiger sie Sex haben. Welche Schlüsse Sie aus diesem Zusammenhang ziehen, ist mir relativ gleich. Aber mich würde natürlich interessieren, wie viel Sie verdienen ...
Mehr Sex gleich mehr Gehalt? SZ 19.8.13


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Sensibel durchdrücken 
Montag, 26. August 2013 - Studien
Fachliche Fähigkeiten allein reichen längst nicht mehr aus, um im Business bis an die Spitze zu kommen. Das legt zumindest eine Erhebung der Personalberatung Boyden in Kooperation mit der EBS Business School unter 700 Führungskräften nahe. Der Umfrage zufolge sind es inzwischen die Softskills, die bei der Auswahl von Top-Managern besonders zählen. 87 Prozent der Befragten betrachten Offenheit und Sensibilität dabei als wichtigstes Kriterium. Auch Anpassungsfähigkeit (82 Prozent) und Durchsetzungsstärke (78 Prozent) spielen eine zentrale Rolle. Leider erklärt die Studie nicht, in welchem Verhältnis diese Fähigkeiten zueinander stehen könnten oder sollten. Wollen Firmen sensible Durchdrücker (Sensibilität + Durchsetzungsstärke), Duckmäuser, die sich offen zur Subordination bekennen (Offenheit + Anpassungsfähigkeit) oder Haudegen, die strikt die Befehle des nächst höheren Bosses ausführen (Anpassungsfähigkeit + Durchsetzungsstärke)? Manchmal werfen Studien eben mehr Fragen auf, als sie beantworten ...
Sensibel, anpassungsfähig, durchsetzungsstark, WiWo 11.7.13


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Managen Sie noch oder führen Sie schon? 
Freitag, 23. August 2013 - Management
Die Suche nach Antworten auf die Frage, wo Unterschiede zwischen Managern und wirklichen Führungspersönlichkeiten liegen, füllt in den Fachbuchhandlungen und Universitätsbibliotheken sicherlich einige Regalmeter. Der indische Unternehmer Vineet Nayar schafft den Überblick, indem er drei Spannungsfelder ausmacht, in denen sich der wirkliche Esprit von High Potentials offenbart:
1. Manager neigen dazu, Werte zu verwalten, während Führungspersönlichkeiten Werte schaffen.
2. Manager schaffen sich Machtsphären, während Führungspersönlichkeiten sich auf ihren realen Einfluss konzentrieren.
3. Manager kontrollieren die Erfüllung von Aufgaben, während Führungspersönlichkeiten andere motivieren, inspirieren und so dazu befähigen, einen konstruktiven Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.
Klingt doch sehr einfach ...
Manager oder Führungspersönlichkeit? HBM 14.8.13


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