Auch im Erwachsenenalter kann man persönlich noch wachsen 
Donnerstag, 12. September 2013 - Wissenschaft
In einem Interview mit Spiegel online erklärt die New Yorker Psychologie-Professorin Ursula Staudinger, dass der Prozess des menschlichen Reifens nicht, wie von der Persönlichkeitspsychologie lange angenommen, mit Erreichen des Erwachsenenalters ein Ende findet. Vielmehr sei es möglich, Persönlichkeitseigenschaften auch in fortgeschrittenen Jahren noch zu verändern. Menschen, die sich immer wieder neuen Erfahrungen aussetzen, die sich neue Aufgaben vornehmen und dazu lernen, um diese zu bewältigen, durchlaufen dadurch auch im inneren einen Wachstumsprozess. Wichtig ist in den Augen der Psychologin, dass sie das Gefühl haben, die Dinge selbst in die Hand nehmen zu können. Doch auch, wer diesbezüglich in eher negativen Denkmustern festhängt, kann etwas tun - nämlich sich diese Muster bewusst machen und einen Perspektivwechsel trainieren. Interessant ist die Unterscheidung, die Staudinger zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Entwicklungswegen trifft: "Meist sind wir auf dem Wohlbefindensweg: Wir konzentrieren uns darauf, dass es uns und den Personen, die uns wichtig sind, gutgeht und sich alle wohlfühlen. Das führt häufig dazu, dass man das Erreichte erhalten möchte und eher nicht das Risiko eingeht, durch Veränderung das Glück aufs Spiel zu setzen. ... Auf dem Weisheitsweg geht es darum, das große Ganze zu verstehen und zum Wohle aller weiterzuentwickeln. Die Zielsetzungen dieser Menschen gehen über das Wohl der eigenen Person und des eigenen Umfelds und auch über die Gegenwart hinaus."
Das Leben ist eine Baustelle, Spiegel online 29.8.13


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Kontaktsperre zum Schutz der Arbeitnehmer 
Mittwoch, 11. September 2013 - Studien
Das Bundesarbeitsministerium prescht voran in der Frage, wie Arbeitnehmer vor unnötigem Berufsstress in ihrer Freizeit besser geschützt werden können. Für die 1.100 Mitarbeiter des Ministeriums wurden nun "Regeln zur ausnahmsweisen Erreichbarkeit außerhalb der individuellen Arbeitszeit" festgelegt. Diese regeln, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter nur noch in begründeten Ausnahmefällen nach Dienstschluss in der Freizeit per Mail oder Telefon kontakten dürfen und Mitarbeiter, die außerhalb der regulären Arbeitszeit ihre Empfangsgeräte komplett ausschalten, nicht benachteiligt werden. Legitim sind Anrufe und Mails demzufolge lediglich, wenn Aufgaben "unaufschiebbar" sind, eine Ausnahmesituation vorliegt und die Angelegenheit auf keinen Fall bis zum nächsten Dienstbeginn warten kann.
"Geringstmöglicher Eingriff in die Freizeit", SZ 29.8.13


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Prestige hat eine eigene Dynamik 
Dienstag, 10. September 2013 - Studien
Eine Studie der Business School der University of New York zeigt, dass Prestige nicht nur von der absoluten Position abhängt, die Menschen im Beruf erreichen oder Institutionen in Rankings einnehmen, sondern auch von der Richtung der Bewegung, mit der diese Position erreicht wurde. In verschiedenen Tests sollten die Probanden das Ansehen von Mitarbeitern, die Kompetenz einer Universität oder ihre Begeisterung für eine Luxusuhr bewerten. Handelte es sich bei den Menschen, Institutionen und Produkten um Aufsteiger, die sich auf den aktuellen Rangplatz verbessert hatten, wurden sie dabei durch die Bank weg positiver bewertet als wenn sie den gleichen Rangplatz durch einen Abstieg von höherer Position erreicht hatten.
Prestige wird von Rangänderungen bestimmt, Wirtschaftspsychologie aktuell 28.8.13


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Zufrieden im Job, aber deutlich gestresst 
Montag, 9. September 2013 - Studien
Für die Bestandsaufnahme zur "Generation Mitte" befragte das Allensbach-Institut 1.420 Personen im Alter von 30 bis 59 Jahren zu ihren Lebensumständen. Was ihre berufliche und wirtschaftliche Lage angeht, zeigen sich die Mid Ager im großen und ganzen zufrieden. 74 Prozent fühlen sich bei ihrem Arbeitgeber wohl, nur 12 Prozent denken über einen Wechsel nach. Ein Fünftel der Befragten glaubt, dass die eigene wirtschaftliche Lage sich in den kommenden Jahren verbessern werde, 54 Prozent gehen davon aus, dass ihre Verhältnisse etwa gleich bleiben. Immerhin jeder Achte hat indes Angst vor einem finanziellen Abstieg. Das Wohlfühlklima wird allerdings getrübt durch die wachsenden Belastungen im Beruf. So gaben 49 Prozent an, häufiger unter Stress zu stehen, und 42 Prozent bemängelten einen hohen Leistungsdruck. Der Blick in die ferne Zukunft ist ebenfalls etwas getrübt, denn nur ein Viertel der Befragten glaubt, im Alter keine finanziellen Sorgen zu haben, während 55 Prozent in Sorge sind, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. 69 Prozent glauben, die Politik könne viel dazu beitragen, die Planungssicherheit der Bürger zu verbessern. Allerdings glaubt nur jeder Vierte, dass sie diesen Spielraum auch nutze. 58 Prozent meinen hingegen, die Politik tue nicht sonderlich viel, 11 Prozent sehen sogar gar keinen Beitrag.
Allensbach-Bericht 28.8.13


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Wenn Arbeit zur Sucht wird 
Freitag, 6. September 2013 - Studien
Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ist mindestens jeder neunte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitssüchtig. 14 Prozent gelten als gefährdet, in die Arbeitssucht zu rutschen. Ein Indiz für ihre Erkrankung: Sie verbringen nicht nur mehr Zeit mit der Arbeit als mit Freizeit, sondern sie zeigen ohne Arbeit Entzugserscheinungen, vergleichbar mit denen von Drogenabhängigen. Hinzu kommt: 10,6 Prozent der Arbeitssüchtigen versuchen mit Medikamenten ihre Arbeitsleistung zu steigern. Besonders gefährdet seien Berufsgruppen wie Manager, Politiker oder Verbandsführer - Menschen, bei denen in besonderem Maße Macht, Ansehen und Einkommen von unermüdlichem Einsatz abhängen. Auch Menschen, die intensiv mit Menschen arbeiten wie Ärzte, Sozialarbeiter oder Lehrer haben ein größeres Risiko, arbeitssüchtig zu werden.
Jeder neunte Deutsche ist arbeitssüchtig, WiWo 27.8.13

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Teilzeit als Lebensstil 
Donnerstag, 5. September 2013 - Arbeit
Die Studien mehren sich, in denen die besondere Affinität der Generation Y zu einer guten Work-Life-Balance hervorgehoben wird. Ein Bericht auf Zeit online geht der Frage nach, wie diese Young Professionals ihr Leben und Arbeiten organisieren und beleuchtet dabei den neuen Trend zur Teilzeit-Arbeit. Weniger zu arbeiten, wird dabei zum neuen Lebensstil. Nicht um Kinder großzuziehen oder Angehörige zu pflegen, reduziert der Arbeitnehmer-Nachwuchs seine Zeit im Job, sondern aus purem Vergnügen. Sei es um einem aufwändigen Hobby nachzugehen oder einfach, um über etwas unverplante Tagesfreizeit verfügen zu können - die jungen Teilzeit-Arbeiter lieben ihre Jobs zwar, aber eben nicht 24/7. Für diese Haltung einzustehen, kostet bisweilen Mut, denn allzu gerne wird dieses souveräne Zeitmanagement noch als Drückebergerei abqualifiziert. Und oft ist es eher Zufällen zu verdanken, dass es Interessierten gelingt, in einem qualifizierten Beruf eine gute Stelle mit geringerer Wochenstundenzahl zu finden. Aber vielleicht werden sie über kurz oder lang zu den Vorreitern einer neuen Arbeitskultur, die wertschätzt, dass der Mensch eben mehr ist als ein reines Arbeitstier.
Ich mach mal halblang, Zeit online 26.8.13


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Urlaub bedeutet nicht immer Erholung 
Mittwoch, 4. September 2013 - Studien
Die DAK hat Urlaubsheimkehrer danach gefragt, wie gut sie sich während der sommerlichen Auszeit erholen konnten. 42 Prozent gaben an, sich sehr gut erholt zu haben, 43 Prozent erholten sich gut. Immerhin 10 Prozent kamen jedoch weniger gut und vier Prozent überhaupt nicht erholt aus den Ferien zurück. In der Altersgruppe der 33- bis 44-Jährigen waren sogar 18 Prozent nach dem Urlaub kaum oder gar nicht entspannt. 52 Prozent von ihnen konnten von der Arbeit nicht wirklich abschalten, 13 Prozent mussten sogar während der Ferien für den Arbeitgeber erreichbar sein. Gegenüber 2012 ist damit die Zahl der wenig oder gar nicht Erholten um jeweils einen Prozentpunkt gestiegen.
Deutsche können im Urlaub nicht richtig entspannen, WiWo 26.8.13


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Sucht kostet Wirtschaft Milliarden 
Dienstag, 3. September 2013 - Studien
Suchterkrankungen scheinen sich längst zu einem volkswirtschaftlichen Problem entwickelt zu haben. Dies legt der neue AOK-Fehlzeiten-Report nahe, für den die Daten von mehr als 2.000 Personen ausgewertet wurden. Die Zahl der durch Alkohol, Rauchen oder Medikamente verursachten Arbeitsunfähigkeitstage stieg in den vergangenen zehn Jahren von 2,07 auf 2,42 Millionen an - eine Erhöhung um 17 Prozent. Spitzenreiter unter den Suchtstoffen ist mit 44 Prozent der Fälle der Alkohol. Neben diesen eher konventionellen Suchtstoffen zeigt sich jedoch auch ein neuer Trend - der Griff zu leistungssteigernden Mitteln. So gaben fünf Prozent der befragten Arbeitnehmer an, in den letzten zwölf Monaten zu Psychopharmaka oder Amphetaminen gegriffen zu haben, um berufliche Stresssituationen zu bewältigen. Da wirkt es fast ein wenig zynisch, wenn die AOK ausrechnet, dass die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht die deutsche Wirtschaft jährlich mit 60,25 Milliarden Euro belasten. Interessant wäre sicherlich zu wissen, wie viele Gläser Wein oder Bier von den Betroffenen der abendlichen Kompensation von Arbeitsstress gewidmet werden.
2,4 Millionen Fehltage durch Alkohol, Rauchen und Tabletten, SZ 22.8.13


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