Wie Führung Resilienz fördern kann 
Freitag, 18. Oktober 2013 - Studien
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung untersucht Zusammenhänge zwischen verschiedenen Parametern von Führung und der psychosozialen Widerstandsfähigkeit von Mitarbeitern. Befragt wurden dafür 564 Personen aus 121 deutschen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Konzernen. Dabei zeigte sich, dass Mitarbeiter, die über eine hohe Resilienz verfügen, ihre Arbeit mit großer Gewissenhaftigkeit erledigen, gute soziale Kontakte zu Kollegen unterhalten, neugieriger sind als weniger widerstandsfähige Mitarbeiter und als emotional stabiler wahrgenommen werden. Das Führungsverhalten von Vorgesetzten könne die Widerstandsfähigkeit der Mitarbeiter fördern. Klare Anweisungen und Kontrolle über den eigenen Arbeitsbereich sowie ein authentisches, ehrliches, vorbildliches und sinnvermittelndes Verhalten von Vorgesetzten tragen laut Studie dazu bei, die psychische Stabilität der Untergebenen zu stärken. Die Bertelsmann Stiftung zieht aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass Trainings zur Steigerung der Resilienz absehbar zum Standardangebot des betrieblichen Gesundheitsmanagements gehören sollten.
"Dickes Fell" im Job schützt vor Burnout, Psychologie heute 4.10.13


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Ängste motivieren stärker als positive Anreize 
Donnerstag, 17. Oktober 2013 - Studien
Die Angst, etwas zu verlieren, scheint ein stärkerer Motivator zu sein als positive Anreize. Dies legt eine Studie der Kellog School of Management und der Yale Universität nahe. Zwei Gruppen von Probanden sollten in der Untersuchung verschiedene Aufgaben lösen. Die Mitglieder der einen Gruppe erhielten für jede richtige Lösung 25 Cent - bis zu einer Höchstsumme von 1,50 Dollar. Die Mitglieder der anderen Gruppe gingen mit 1,50 Dollar Startkapital an den Start und wurden für jede falsche Lösung mit einem Abzug von 25 Cent belegt. Die erste Gruppe hatte also etwas zu gewinnen, die zweite etwas zu verlieren. Die Forscher kontrollierten, wie lange sich die Mitglieder beider Gruppen jeweils mit den Aufgaben beschäftigten. Bei den Teilnehmern mit Gewinnaussicht waren dies 9,5 Minuten, während die Teilnehmer mit Verlustgefahr 15 Minuten investierten. Den deutlichen Unterschied erklären die Forscher mit dem so genannten Negativitätsbias. Die Erwartung von etwas Negativem entfalte eine stärkere Wirkung auf Menschen als gute Nachrichten. Zur kurzfristigen Motivation scheint sich die im Experiment gewählte Form des Drucks also zu eignen. Auf Dauer hingegen dürfte dieser Ansatz nicht wirklich zielführend sein, wie zahlreiche neurowissenschaftliche Studien zum Thema Stressbelastung nahe legen, denn wer ständig unter Druck steht, dürfte längerfristig an Leistungsfähigkeit einbüßen.
Die Macht der Verlustangst, WiWo 8.10.13


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Warum Verantwortung zu übernehmen manchmal schwer ist 
Mittwoch, 16. Oktober 2013 - Studien
Menschen neigen dazu, wenn Dinge gut laufen, sich selbst und ihrem Handeln diese Erfolge zuzuschreiben. Geht hingegen etwas schief, reagieren die meisten mit innerlicher Distanz und machen äußere Umstände für den Fehlschlag verantwortlich. Aus wissenschaftlicher Sicht stellt sich bei beiden Reaktionen die Frage, ob die unterschiedliche Deutung daraus resultiert, dass Menschen im Falle des Nichtgelingens nachträglich eine Situation neu interpretieren oder ob sie diese tatsächlich anders wahrnehmen. Forscher am University College London gingen dieser Frage nun nach. 34 Probanden mussten bei einem Experiment immer wieder einen Knopf drücken, der mal positive, mal neutrale und mal negative Geräusche auslöste. Die Töne wurden nach einem wiederkehrenden Muster eingespielt, so dass die Teilnehmer vorab wussten, welches Geräusch ertönen wird. Zwischen Knopfdruck und Geräusch lagen jeweils 250 Millisekunden. Die Probanden sollten, mit Blick auf den Zeiger einer schnelllaufenden Uhr, bei jedem Knopfdruck einschätzen, welche Zeitspanne bis zum Erklingen des Geräusches vergangen war. Bei positiven und neutralen Geräuschen kam den Teilnehmenden dieses Zeitfenster als unmerklich kurz vor, während sie die Pause vor negativen Geräuschen als länger wahrnahmen. Daraus schließen die Forscher, dass bereits die Ahnung, wie eine Situation ausgehen werde, die Wahrnehmung der Situation verändert. Daraus erkläre sich, dass Menschen sich schwer tun, in Fällen des Scheiterns Verantwortung zu übernehmen, denn sie nehmen schlicht etwas anderes wahr als das, was sie getan haben bzw. was real passiert ist. Für die Wissenschaftlicher liegt deshalb der Schluss nahe, die Idee, die wir von Verantwortung haben, zu überdenken. So müsse den Menschen der Unterschied klar werden zwischen dem, was sie wahrnehmen, und dem, was sie real bewirken. Anders ausgedrückt: Verantwortung müsse sich auf das konkrete Tun richten, nicht auf das eigene Erleben.
Dumm gelaufen? Nicht meine Schuld! wissenschaft.de 4.10.13


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Mitarbeiter hängen im Motivationstief 
Dienstag, 15. Oktober 2013 - Studien
Die Umfragen des Marktforschungsinstituts Gallup zur Mitarbeiterzufriedenheit zeigen seit Jahren, dass Deutschlands Angestellte immer mehr in eine Spirale der Demotivierung geraten. Waren es 2001 noch 15 Prozent, die in einem Zustand der inneren Kündigung bei ihrem Arbeitgeber verharrten, sind es heute bereits 24 Prozent. 61 Prozent gehen einfach in Deckung und machen Dienst nach Vorschrift. Lediglich 15 Prozent sind wirklich engagiert. Das bringt nach Schätzungen von Gallup für deutsche Firmen jährliche Kosten in Höhe von rund 124 Milliarden Euro mit sich, denn Angestellte, die innerlich gekündigt haben, fehlen durchschnittlich im Jahr 3,5 Tage mehr als die engagierten Kollegen. Hinzu kommt, dass sie unglücklicher sind und sogar stärker als Arbeitslose unter psychischen und körperlichen Problemen leiden. Als Ursache für das Motivationstief benennen die Experten einen wenig respektvollen Umgang der Vorgesetzten mit ihren Mitarbeitern und eine Vernachlässigung von deren emotionalen Bedürfnissen. Dieses Bild zeige sich konstant über alle Branchen - wobei die Produktionsmitarbeiter sich noch etwas stärker emotional vernachlässigt fühlen als die Kollegen in anderen Arbeitsbereichen.
Gallup: Unmotivierte Mitarbeiter kosten 124 Mrd. Euro, WiWo 5.10.13


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Im Sprechen die Welt gestalten 
Montag, 14. Oktober 2013 - Medien
Kommunikation ist das Medium, das uns mit der Welt verbindet. Im Sprechen (und Zuhören!) vergewissern wir uns nicht nur der Dinge, wie sie sind, sondern können in einem gemeinsamen Möglichkeitsraum auch neues manifestieren. Wie wichtig eine tragfähige Gesprächskultur im Business ist, zeigt sich zumeist dann, wenn Kommunikation misslingt. Ein Grund mehr, sich schon vor dem Scheitern zu fragen, wie man es besser machen könnte. In einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der EnlightenNext Impulse stelle ich die Methoden "Gewaltfreie Kommunikation" und "Bohmscher Dialog" vor und gehe der Frage nach, wie beide Methoden unsere Kommunikationskultur bereichern können. Neben diesem Beitrag beleuchtet das Themenheft auch den U-Prozess nach Otto Scharmer, die Transparente Kommunikation nach Thomas Hübl sowie den Evolutionären Dialog, der im Rahmen der Praxis bei EnlightenNext entwickelt wurde. Das Magazin ist online auf der Webseite bestellbar. Wer sich für das Potential Evolutionärer Kommunikation interessiert, dem sei das Seminar Evolutionäre Dialoge empfohlen, das am 24./24. November 2013 in Berlin stattfinden wird.


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Kleine, unentdeckte Lügen heben die Stimmung 
Freitag, 11. Oktober 2013 - Studien
Lügen mögen kurze Beine haben, doch wenn Menschen bei kleineren Schummeleien nicht erwischt werden, kann dies die Stimmung der Mogler sogar heben. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. Probanden sollten 20 Mathematikaufgaben lösen und bekamen für jedes richtige Ergebnis einen Dollar. Bei einem Durchlauf hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die korrekten Ergebnisse vorab einzusehen und konnten so ihre eigenen Ergebnisse entsprechend korrigieren, sprich mogeln. Zuvor waren alle Teilnehmer des Tests befragt worden, wie sie zu reagieren glaubten, wenn sie schummelten. Die meisten Befragten gingen davon aus, dass die Mogelei bei ihnen zu einem schlechten Gewissen führen werde. Erstaunlicherweise geschah jedoch das Gegenteil. Die Schummler fühlten sich wie Gewinner, zeigten ein stärkeres Selbstbewusstsein und fühlten sich zufriedener. Die Ehrlichen hingegen hatten an ihren schlechteren Ergebnissen zu knabbern, ärgerten sich über die geringere Summe, die ihnen ausgezahlt wurde und zweifelten an sich. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Stimmungsbilder sich in Situationen einstellen, in denen Menschen, die mogeln, keine Angst haben müssen, dass die Schummelei entdeckt wird, und wenn durch das eigene Fehlverhalten anderen kein Schaden entsteht. Oder: Je unkonkreter und unsichtbarer die möglichen negativen Folgen unethischen Verhaltens sind, umso wahrscheinlicher wird es. Geschönte Geschäftszahlen im Business wären ein Paradebeispiel für diesen Zusammenhang.
Betrügen kann glücklich machen, Zeit online 2.10.13


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Arbeitgeber könnten Work-Life-Balance besser unterstützen 
Donnerstag, 10. Oktober 2013 - Studien
Eine weltweite Untersuchung der Unternehmensberatung Hay Group zeigt, dass viele Arbeitnehmer sich beim Herstellen eines vernünftigen Verhältnisses zwischen Arbeit und Freizeit von ihren Arbeitgebern nicht ausreichend unterstützt fühlen. Ausgewertet wurden die Antworten von fünf Millionen Angestellten aus 400 Unternehmen weltweilt. In Deutschland findet etwa die Hälfte der befragten Arbeitnehmer, dass ihr Unternehmen ein Umfeld für eine gute Work-Life-Balance schaffe, in Frankreich sind es 41 Prozent, in Spanien 56 Prozent. Zufriedener sind die amerikanischen Beschäftigten. 70 Prozent der Zentralamerikaner und 65 Prozent der Nordamerikaner meinen, ihr Arbeitgeber sorge für einen guten Ausgleich zwischen Job und Privatleben. Je besser die Balance, umso höher auch die Zufriedenheit mit der Bezahlung. So finden 58 Prozent der Studienteilnehmer, die mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden sind, ihre Arbeit fair bezahlt, während es unter den Mitarbeitern, deren Privatleben hinter dem Job zurückstehen muss, nur 36 Prozent sind.
Die Deutschen beklagen Mangel an Privatleben, WiWo 2.10.13


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Die Weisheit der Vielen richtig wecken 
Mittwoch, 9. Oktober 2013 - Management
Die Weisheit der Vielen ist im Business längst zu einem gefeierten Paradigma geworden. Studien zeigen indes, dass sie keinem Automatismus folgt - und es sogar Kontexte gibt, in denen sie kontraproduktiv sein kann. In Situationen, in denen mehrere Beteiligte ohne äußere Beeinflussung ihre Meinung abgeben, trifft der Durchschnitt dieser Äußerungen meist ins Schwarze. Werden die Einschätzungen jedoch im Gruppengespräch getroffen, wächst die Gefahr wechselseitiger Beeinflussung. Aufgrund eines impliziten sozialen Anpassungsdrucks gewinnen dann die Meinungen von besonders durchsetzungsstarken Mitwirkenden häufig mehr Gewicht, als ihnen gebühren sollte. Werden die Argumente wiederum in der Gruppe offen und ohne Dominanzverhalten diskutiert, verbessert dies wieder die Entscheidungsqualität. Für erfolgreiche Meetings gelte deshalb: Gleiches Rederecht für alle ohne einseitige Bevorzugung bestimmter Meinungsträger, kritische Diskussionen zur Abwägung und Zeit, das Gesagte wirken zu lassen, können die Ergebnisse stark verbessern.
Wie das Wir am besten entscheidet, Karrierespiegel 26.9.13


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