Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ... fliegen raus 
Freitag, 22. November 2013 - Management
Die in den Vereinigten Staaten weit verbreiteten Systeme zur Messung der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern geraten wieder einmal in die Kritik, seit Yahoo-Chefin Marissa Mayer ankündigte, verstärkt auf das so genannte "Forced Ranking" zu setzen. Das Prinzip ist einfach: Mitarbeiter werden als High Performer, Mittelfeld oder Low Performer eingeschätzt - und die, die am Ende Skala landen, fliegen raus. Problematisch daran ist, dass diejenigen, die die Schlusslichter bilden, an und für sich betrachtet gar keine schlechten Mitarbeiter sein müssen - denn diese Form der Brachialstatistik produziert qua Ansatz Verlierer. Die letzten zehn Prozent bleiben die letzten, auch wenn die Mitarbeiter noch so gut sind. Management-Guru Reinhard Sprenger führt jedoch noch andere Gründe für Kritik ins Feld, die viel mit dem Menschenbild, das in Unternehmen kultiviert wird, zu tun haben. So bemängelt er, dass die wirklichen Talente der Angestellten auf diesem Weg überhaupt nicht betrachtet werden: "Wir erleben den Triumph des Quantitativen über das Qualitative. Die zwanghafte Vermessung von Menschen führt ja nicht dazu, dass wir besonders viel über ihre Talente und Motivationen wissen." Auch Personalentwicklung mache in diesem System keinen Sinn, da Mitarbeiter nicht mehr gefördert würden, sondern man sie einfach darwinistisch aussortiere - während gute Chefs in Potentialgesprächen er versuchten, die Neigungen ihrer Untergebenen zu erkennen und sie entsprechend einzusetzen. Für Teamarbeit seien Forced Rankings ein Killerfaktor, da sie ein Klima der Konkurrenz anfeuern: "Es ist mit solchen Quotierungen nicht möglich, gemeinsam besser zu werden, weil die Chefs per Definition immer Verlierer finden müssen."
"Diese Bewertungssysteme vergiften das Arbeitsklima", Spiegel online 13.11.13


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Meditation im betrieblichen Gesundheitsmanagement 
Donnerstag, 21. November 2013 - Arbeit
Die FAZ zeigt in einem großen Beitrag, warum immer mehr Firmen bewusst in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement investieren und hier verstärkt auch auf Meditation setzen. Noch sind es vor allem eher die großen Unternehmen, die sich gesundheitsfördernde Maßnahmen leisten. Ob Fitness, Yoga oder zunehmend auch Formen der Meditation und Achtsamkeit - in Betrieben, die den Gesundheitsstand ihrer Mitarbeiter regelmäßig betrachten, sind die Handlungsnotwendigkeiten meist offensichtlich. Kleinere Firmen, bei denen das Personalwesen meist nicht viel mehr als die Lohnbuchhaltung bedeutet, tun sich hingegen noch eher schwer. Und selbst wenn sie Bedarf erkennen, scheuen sie meist vor konkreten Angeboten zurück, weil sie Arbeitsausfall fürchten oder auch der Nutzen von Gesundheitsförderung sich bisweilen nur schwer direkt nachweisen lässt. Was bedeutet es, wenn Mitarbeiter durch regelmäßiges Meditieren entspannter sind, sich besser konzentrieren können oder auch freundlicher werden im Umgang mit den Kollegen? Solche weichen Wirkungen sind häufig nur schwer messbar, und noch schwerer fällt es, ihren betriebswirtschaftlichen Nutzen klar zu beziffern. Andererseits legen die gängigen Statistiken zum Anstieg von Stresserkrankungen und Burn-outs nahe, dass zumindest rein rechnerisch kaum eine Firma von dem Phänomen nicht betroffen sein dürfte. Und immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass Achtsamkeitsangebote und gesundheitliche Programme den Krankenstand verringern können und zugleich Mitarbeiter zufriedener werden lassen. Der Beitrag jedenfalls kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen es sich, so sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht riskieren möchten, eigentlich kaum noch leisten können, nicht durch entsprechende Angebote zu reagieren.
Meditieren mit Kollegen, FAZ 12.11.13


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Materialismus lässt nach 
Mittwoch, 20. November 2013 - Studien
Eine Studie der University of California legt nahe, dass der Materialismus unter US-Jugendlichen im Abnehmen begriffen ist. Obwohl der Umschwung in Zahlen betrachtet nicht weltbewegend anmutet, erscheint er den amerikanischen Forschern doch als beachtenswert, da die Bewegung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich in die entgegengesetzte Richtung verlief. Im Vergleich zu Erhebungen aus den Zeiträumen 2004 bis 2006 und 2008 bis 2010 habe die Bedeutung, teure Gegenstände wie beispielsweise ein neues Auto zu besitzen, nachgelassen. Arbeit zu haben und dies auch als Beitrag für die Gesellschaft zu verstehen, ist wichtiger geworden - hier stieg der Wert auf einer Skala von 1-4 von 3,15 auf 3,21 Punkte. Immer mehr Jugendliche geben an, weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse und Getreide essen zu wollen, wenn dadurch die Not von Hungernden gelindert werden könnte. Auf einer Skala von 1-5 stieg der Wert hier von 3,51 auf 3,59 Punkte. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, doch immerhin scheint sich hier ein über lange Zeiträume geprägtes Selbstverständnis peu à peu zu verändern. Und nachhaltiger Wandel braucht eben seine Zeit ...
US-Jugendliche weniger materialistisch, HBM 7.11.13


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Mittelschicht sucht ihr Glück im Privaten 
Dienstag, 19. November 2013 - Studien
Optimismus mit einer Prise Staatsverdrossenheit - so könnte man die derzeitige Befindlichkeit der Mittelschicht in Deutschland zusammenfassen, legt man die Ergebnisse einer Befragung der Gothaer Versicherung unter 1.000 Personen zugrunde. 85 Prozent der Befragten sehe ihre eigene Zukunft positiv - ein leichter Rückgang um zwei Prozentpunkte gegenüber der letzten Erhebung 2011. 57 Prozent berichten über eine konstante finanzielle Situation, 29 Prozent sogar über eine Verbesserung, während 13 Prozent eine Verschlechterung beklagen. Materielles scheint für die Deutschen eine weniger große Rolle zu spielen, betrachtet man die Dinge, die ihnen wirklich wichtig sind: Für 97 Prozent ist das die mit Partner und Familie verbrachte Zeit, für 86 Prozent ein umweltbewusstes Verhalten. Lediglich 45 Prozent nennen einen hohen Lebensstandard. Politikverdrossenheit artikulieren 22 Prozent der Befragten - sie äußern Unzufriedenheit über die ökonomische und politische Situation Deutschlands.
Privatleben wird wichtiger als Karriere, WiWo 6.11.13


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Befreites Denken für ein besseres Business 
Montag, 18. November 2013 - Management
Wie oft machen wir uns eigentlich klar, dass die Art, wie wir denken, in hohem Maße unseren geschäftlichen beeinflussen kann? Der Harvard Business Manager widmet einen Beitrag dem "klaren" Denken und zeigt, wie drei typische Denkfehler unsere geistige Klarheit trüben können: der Bestätigungsfehler, der Rückschaufehler und das Gruppendenken. Letztlich haben alle drei Fehler eines gemeinsam - wir sind nicht immer in der Lage, die Dinge zu sehen, wie sie sind. Doch wie können wir das? Der Bestätigungsfehler ist deshalb so tückisch, weil seine Auslöser sich über die Zeit geformt haben uns größtenteils nicht mehr bewusst sind. Im Laufe des Lebens entwickeln wir aufgrund unserer Erfahrungen oder durch Dinge, die wir lernen, eine bestimmte Perspektive auf die Welt - und diese verselbstständigt sich, weil wir neue Informationen durch diesen Filter jagen und damit abweichende Eindrücke ausblenden. Da hilft es, wenn man sich seiner Sache besonders sicher ist, einfach einmal nach Gegenbeweisen zu suchen - die Ergebnisse sind meist verblüffend! Der Rückschaufehler basiert auf ähnlichen Prinzipien, denn hier filtern wir die Ursachen früherer Einschätzungen durch unseren heutigen Erkenntnisstand. Da ich heute aber meist mehr weiß als gestern, ist meine Bewertung von Geschehnissen in der Vergangenheit geradezu zwangsläufig eine andere als zuvor. Um uns selbst auf die Schliche zu kommen, hilft es, sich beispielsweise Gründe für Entscheidungen aufzuschreiben - und nach einigen Monaten zu überprüfen, ob sie stichhaltig waren. Vergleichen wir diese mit den Entwicklungen, die wir beobachten können, können wir leichter herausfinden, wo wir vielleicht falsch lagen. Sehr verführerisch ist auch das Gruppendenken, denn in vielen Firmen gilt: Wer dem Chef widerspricht, riskiert seine Karriere. Ist die Einhelligkeit in Diskussionen regelmäßig auffällig groß, kann es helfen, alle Mitarbeiter aufzufordern, Argumente für gegenteilige Perspektiven zu finden. Als sportliche Übung definiert, ist das nicht nur gesichtswahrend, sondern kann überraschende Einsichten fördern. Im Prinzip folgen alle diese Ratschläge einem Grundprinzip - der Achtsamkeit auf das, was tatsächlich ist ...
Drei Tipps für klares Denken, HBM 31.10.13



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Deutsche sind konstant zufrieden 
Freitag, 15. November 2013 - Studien
Krise hin oder her - die Deutschen lassen sich in ihrer Zufriedenheit davon nicht beeinflussen. So zeigt der Glücksatlas, der von der Deutschen Post DHL auf Basis der Daten des Soziooekonomischen Panels zusammengestellt wird, dass der Zufriedenheitswert hierzulande in den letzten drei Jahren konstant bei sieben Punkten lag. Dass Deutschland sich dennoch im Ranking von 30 europäischen Ländern über die Jahre verbessert hat - Platz 15 im Jahr 2006, Platz 9 im Jahr 2011, Platz 8 aktuell -, ist der Tatsache geschuldet, dass in den Nachbarländern die Zufriedenheitskurve der Bevölkerung zum Teil deutlich nach unten weist. Beim Schlusslicht Griechenland beispielsweise liegt die Zufriedenheit nur noch bei mageren 3,4 Punkten. Die glücklichsten Europäer sind zur Zeit die Dänen mit 8,9 Punkten. Größter Zufriedenheitsfaktor ist gegenwärtig die Wohnsituation in Kombination mit dem Familienleben für die Deutschen (7,5 Punkte), gefolgt von der Freizeit (7,1 Punkte), der Arbeitszufriedenheit (6,8 Punkte), der Gesundheitszufriedenheit (6,6 Punkte) und der Zufriedenheit mit dem Einkommen (6,4 Punkte).
Pressemitteilung der Deutsche Post DHL


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Engagement ist ausbaufähig 
Donnerstag, 14. November 2013 - Studien
Das Engagement im Betrieb ist international durchaus ausbaufähig. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Umfrage der Personalberatung Aon Hewitt unter 3,8 Millionen Beschäftigten in 2.560 Organisationen weltweit. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl derer, die sich selbst als engagiert betrachten, international um zwei Prozentpunkte auf 60 Prozent. In Europa sind es immerhin 57 Prozent. Viele Firmen optimieren ihre Kommunikation und setzen verstärkt auf Innovationen und Leistungsmanagement. Dabei gelingt es ihnen jedoch immer weniger - in Europa liegt der Rückgang bei drei Prozentpunkten - den Mitarbeitern auch Sinn bei der Arbeit zu vermitteln.
Mehr Organisation, weniger Sinn, HBM 4.11.13


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Deutsche Bosse verdienen 53 Mal so viel wie die Mitarbeiter 
Mittwoch, 13. November 2013 - Studien
Die Hans-Bäckler-Stiftung hat errechnet, dass die Vorstandsmitglieder in Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt 53 Mal so viel verdienen wie ihre Mitarbeiter. Wem dies hoch erscheint, der sollte einmal nach Amerika schauen. Dort errechnete das Economic Policy Institute die "CEO Pay Ratio" für die 350 größten US-Unternehmen im Jahr 2012 und stellte fest, dass die amerikanischen Bosse sogar das 273-Fache der Angestellten als Salär nach Hause tragen. In Deutschland sind die Unterschiede bei den Vergütungen der Spitzenpositionen innerhalb der Führungsriegen ebenfalls erheblich. Bei der Commerzbank verdienen die Vorstände das 12-Fache der Mitarbeiter, bei Beiersdorf das 20-Fache, bei Henkel das 82-Fache und bei VW das 170-Fache.
Pressemitteilung Hans-Böckler-Stiftung 4.11.13


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