Glück ist oft einfacher zu erreichen, als wir denken 
Dienstag, 3. Dezember 2013 - Management
Wie wir glücklich werden, ist eine Frage, die wohl die meisten Menschen mehr oder weniger beschäftigt. Oft ist dies einfacher, als wir glauben. Im Interview mit dem Verhaltensforscher Paul Dolan, der an der London School of Economics zum Thema Glück forscht, zeigt die Wirtschaftswoche jedenfalls, dass wir bisweilen an der falschen Stelle suchen und dabei das Naheliegende übersehen. Ein pragmatischer Tipp des Glücksforschers: "Ein Schlüssel zu Zufriedenheit besteht darin, die Erwartungen zu senken. Alles, was darüber hinausgeht, macht Sie glücklich." Auch rät der Experte dazu, die eigene Zeit sinnvoll zu nutzen und möglichst mit Dingen zu verbringen, die nicht unzufrieden machen. Der soziale Kontakt zu Menschen, die wir mögen, sei dabei eine wesentliche Quelle von Glück - schon 15 Minuten pro Tag machen hier einen wesentlichen Unterschied. Im Business ist das Thema Glück noch kaum auf der offiziellen Agenda - ein Fehler, wie Dolan meint, denn das, was Unternehmen von ihren Mitarbeitern erwarten - engagiert und produktiv zu sein und dabei möglichst selten krank -, lasse sich leichter erreichen, wenn die Angestellten glücklich seien.
Wie das Glück bei uns bleibt, WiWo 19.11.13


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Mut zur Reduktion aufs Wesentliche 
Montag, 2. Dezember 2013 - Management
Firmen leiden an der Komplexität, die sie selbst aus Unachtsamkeit schaffen, so die Einschätzung von Ex-Aldi-Manager Dieter Brandes. Er plädiert im Management für klare Ziele und Prinzipien, die aus sich selbst heraus eine Selbstdisziplinierung begünstigen. Unternehmensberatungen wirft er vor, in Firmen erst neue Umständlichkeiten einzuführen und den Kunden dann zu zeigen, wie sie damit umgehen können. Controlling hält er für eine "Klugscheißerabteilung", die es abzuschaffen gelte denn: Einfach mal den gesunden Menschenverstand einzuschalten, bringe oft mehr. Brandes kritisiert, dass viele Führungskräfte zu wenig direkt ins Tagesgeschäft involviert seien: "Immer mehr denken in Businessplänen und Kennzahlen, sie sitzen vor ihren PCs und nicht mehr vor Ort, da geht sehr viel verloren. Computer können alles, also ist man verleitet, alles zu nehmen. Das meiste ist "nice to have". Was für ein Schwachsinn - entweder ich brauche was oder nicht. Das führt zu komplexen Strukturen, und die müssen Sie anschließend beherrschen." Seine Lösung erscheint verblüffend einfach: "Klarheit und Verzicht sind die zentralen Schlagworte: Als Erstes muss ich mir darüber klar werden, was meine Ziele sind, was ich erreichen will. Das ist die Frage schlechthin. Wenn ich dann Klarheit über mein Ziel habe, frage ich mich: Welche Elemente kann ich jetzt reduzieren, worauf kann ich verzichten? Schließlich muss ich lernen, die Restkomplexität zu beherrschen - und alles läuft." Weniger kann eben doch mehr sein ...
"Klugscheißerabteilungen abschaffen", Spiegel online 18.11.13


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Teilzeit auch für High Potentials 
Freitag, 29. November 2013 - Studien
In vielen Firmen ist das Thema Teilzeit-Arbeit nach wie vor eine typische Frauenfrage - oder der unteren Hierarchiestufen. Eine Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert unter mehr als 1.000 Arbeitnehmern zeigt indes, dass längst auch die Mitarbeiter in den Führungsetagen gerne weniger arbeiten würden. Insgesamt 43 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten und dafür weniger Geld zu verdienen, bei den Führungskräften ist es beinahe jeder Dritte. Die Personaler ziehen daraus den Schluss, dass Firmen gut daran tun, sich dieses bekundeten Bedarfs auch anzunehmen. Die Vorzeichen jedenfalls scheinen nicht schlecht zu stehen, da 40 Prozent der befragten Führungskräfte der Ansicht sind, dass sich ihre jetzige Position auch in Teilzeit meistern lasse.
Arbeitnehmer wollen mehr Zeit statt Geld, WiWo 15.11.13


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Plädoyer für mehr Partizipation im Business 
Donnerstag, 28. November 2013 - Management
Schon zu Zeiten als Personalvorstand der Telekom gehörte Thomas Sattelberger zu denen, die sich gerne aus dem Fenster lehnen. In einem Interview mit der Zeit erklärt der Personalexperte, warum Unternehmen gut daran tun, Mitarbeiter künftig als "Unternehmensbürger" zu betrachten und sich auf stärkere Partizipationsmodelle einzurichten. Für Sattelberger ist klar, dass "Führung nicht länger etwas von der Unternehmensspitze gottgleich Verliehenes sein wird, sondern etwas, das von der Akzeptanz der Geführten abhängt". Er rät zu einem "Talent-Magnetismus, vom Binden, ohne zu ketten". In seinen Augen werden die Folgen des demographischen Wandels bisher stark unterschätzt, so dass vor allem die Unternehmen, die ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen und ihren Bedürfnissen gerecht werden, die besten Karten haben, Talente für sich zu gewinnen. Sattelberger nennt Freiräume der Selbstbestimmung, eine fairere Bezahlung, die Spitzenmanager nicht übermäßig bevorzugt, sowie sinnstiftende Tätigkeiten als wesentliche Anreize.
"Binden, ohne zu ketten", Zeit online 14.11.13


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Warum Revolten konstruktiv sein könnten 
Mittwoch, 27. November 2013 - Wissenschaft
"Is Earth F**ked?" - zu gut Deutsch: ist die Erde am Arsch? - fragte Brad Werner, Erforscher komplexer Systeme, im Dezember 2012 beim Herbsttreffen der American Geophysical Union. Und die Antwort gab er auch gleich: Mehr oder weniger. Doch Werner skizzierte seinerzeit in seinen wissenschaftlichen Ausführungen auch einen positiven Gegentrend - den wachsenden Aktivismus unterschiedlicher Interessengruppen, die bereit sind, das System grundsätzlich zu hinterfragen. Er sprach von "Widerstand", von Bewegungen und Gruppen, die "gewisse Verhaltensweisen entwickeln, die nicht in die kapitalistische Kultur passen". Die politische Aktivistin Naomi Klein nimmt Werners Steilvorlage zum Ausgangspunkt, um die Bedeutung des politischen Widerstands unter den Vorzeichen des Klimawandels näher zu betrachten. Für Klein ist augenfällig, dass "Massenaufstände wie die Bürgerrechtsbewegung oder Occupy Wall Street das größte Potenzial besitzen, zu Sand im Getriebe der ökonomischen Maschinerie zu werden – einer Maschinerie, die immer mehr außer Kontrolle gerät". Werners Forschung demonstriere, "dass unser ökonomisches Modell an sich die ökologische Stabilität bedroht. Und dass es dieses ökonomische Modell mit dem Druck von Massenbewegungen radikal anzufechten gilt. Weil dies die letzte Chance der Menschheit ist, eine Katastrophe zu vermeiden." Klein liefert in ihrem Beitrag zahlreiche wissenschaftliche Belege dafür, dass nicht zuletzt das "kapitalistische Regelsystem" zu den Auslösern des Klimawandels gehört - und dass es unser aller Engagement braucht, um nicht nur das Klima zu schützen, sondern neue Lebensmodelle zu entwickeln.
Die Welt lässt sich retten - aber nicht innerhalb des Systems, WOZ 7.11.13


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Angst vor sozialen Verwerfungen 
Dienstag, 26. November 2013 - Studien
Zwar scheinen sich immer mehr wirtschaftliche Indikatoren vor allem im Euro-Raum wieder zum Besseren zu wenden, doch ist die Krise noch lange nicht vorbei. Eine Umfrage des Weltwirtschaftsforums unter 1.500 Entscheidern zeigt, dass weltweit bei den Eliten die Angst vor sozialen Verwerfungen wächst. Die strukturelle Arbeitslosigkeit wird als eines der größten Probleme betrachtet, zumal sie vor allem junge Menschen besonders trifft und ihnen die Chancen zu beruflicher Entfaltung verwehrt. In der Euro-Zone liegt die Jugendarbeitslosigkeit gegenwärtig bei 24 Prozent, in Ländern wie Griechenland, Spanien oder Kroatien sind gegenwärtig sogar mehr als 50 Prozent der potentiellen jungen Arbeitnehmer ohne Job. In dem Bericht des Weltwirtschaftsforums heißt es: "Eine Generation, die ihr Berufsleben in kompletter Hoffnungslosigkeit startet, wird eher populistischen Politikern Glauben schenken und wird ihr ganzes Berufsleben über auf die grundlegenden Qualifikationen verzichten müssen, die früh im Berufsleben entwickelt werden. Menschen, ganz besonders die Jungen, müssen produktiv beschäftigt werden, andernfalls werden wir erleben, dass das soziale Gefüge auseinanderreißt." Auch die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit macht den Entscheidern Sorgen, da die wachsenden Vermögensunterschiede die gesellschaftliche Stabilität auf nationaler Ebene bedrohen und auch die internationale Sicherheit gefährden. Neu sind diese Sorgen nicht, doch wird wenig getan, um die Ursachen dieser immer deutlicher werdenden Divergenzen zu verändern.
Die globale Elite fürchtet den Aufstand der Massen, Die Welt 15.11.13


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Mut zur Risikokompetenz 
Montag, 25. November 2013 - Management
Je komplexer der Kontext, umso schwieriger scheint es, fundierte Entscheidungen zu treffen. Der Risikoforscher Gerd Gigerenzer meint, uns fehlt die notwendige Risikokompetenz, um uns nicht in halbherzigen Urteilen zu verlieren. Und deren Basis ist - Intuition. Das, was viele gerne als Bauchgefühl beschreiben, kann je nach Profession durch ganz unterschiedliche Kanäle zum Ausdruck kommen. "Sie sitzt dort, wo das Gehirn kein Sprachvermögen hat, aber die Erfahrung gespeichert ist. Hier ist die Definition: Intuition ist gefühltes Wissen, das schnell im Bewusstsein auftaucht, aber das wir nicht begründen können. Wir wissen mehr, als wir zu sagen wissen", erklärt Gigerenzer im Interview mit der Zeit. Der Risikoforscher beklagt die gerade in Deutschland sehr verbreitete "Absicherungskultur" - lieber treffen wir eine zweitklassige Entscheidung, die wir mit Fakten begründen können, als dass wir uns auf die intuitiven Wahrheiten, die sich uns zeigen, berufen. Gigerenzer rät Firmen zu flachen Entscheidungskulturen, die auf die Intuition der Erfahrenen setzen. Und rät dazu, bereits im Schulunterricht auch den intuitiven Fähigkeiten Aufmerksamkeit zu widmen, denn wer einen guten Draht zur eigenen Intuition habe, verfüge auch über die Zuversicht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. "Finde den wichtigsten Grund, und vergiss den Rest", rät Gigerenzer all denen, die ihre Intuition schulen wollen.
"Nutzen Sie die Intuition", Zeit online 9.11.13


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Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ... fliegen raus 
Freitag, 22. November 2013 - Management
Die in den Vereinigten Staaten weit verbreiteten Systeme zur Messung der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern geraten wieder einmal in die Kritik, seit Yahoo-Chefin Marissa Mayer ankündigte, verstärkt auf das so genannte "Forced Ranking" zu setzen. Das Prinzip ist einfach: Mitarbeiter werden als High Performer, Mittelfeld oder Low Performer eingeschätzt - und die, die am Ende Skala landen, fliegen raus. Problematisch daran ist, dass diejenigen, die die Schlusslichter bilden, an und für sich betrachtet gar keine schlechten Mitarbeiter sein müssen - denn diese Form der Brachialstatistik produziert qua Ansatz Verlierer. Die letzten zehn Prozent bleiben die letzten, auch wenn die Mitarbeiter noch so gut sind. Management-Guru Reinhard Sprenger führt jedoch noch andere Gründe für Kritik ins Feld, die viel mit dem Menschenbild, das in Unternehmen kultiviert wird, zu tun haben. So bemängelt er, dass die wirklichen Talente der Angestellten auf diesem Weg überhaupt nicht betrachtet werden: "Wir erleben den Triumph des Quantitativen über das Qualitative. Die zwanghafte Vermessung von Menschen führt ja nicht dazu, dass wir besonders viel über ihre Talente und Motivationen wissen." Auch Personalentwicklung mache in diesem System keinen Sinn, da Mitarbeiter nicht mehr gefördert würden, sondern man sie einfach darwinistisch aussortiere - während gute Chefs in Potentialgesprächen er versuchten, die Neigungen ihrer Untergebenen zu erkennen und sie entsprechend einzusetzen. Für Teamarbeit seien Forced Rankings ein Killerfaktor, da sie ein Klima der Konkurrenz anfeuern: "Es ist mit solchen Quotierungen nicht möglich, gemeinsam besser zu werden, weil die Chefs per Definition immer Verlierer finden müssen."
"Diese Bewertungssysteme vergiften das Arbeitsklima", Spiegel online 13.11.13


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