99 Aufsichtsrätinnen gesucht 
Montag, 17. Februar 2014 - Studien
Wenn laut Koalitionsvertrag 2016 die Frauenquote für Aufsichtsräte in Kraft treten sollte, wird wahrscheinlich in vielen Konzernen hektische Betriebsamkeit einsetzen, denn die Unternehmensberatung Kienbaum hat errechnet, dass - ausgehend vom heutigen Stand - dann 99 weibliche Aufsichtsräte fehlen. Die Quote soll für Firmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern gelten, die voll mitbestimmungspflichtig und börsennotiert sind. Sie sieht die Vergabe von 30 Prozent der Aufsichtsratsmandate an Frauen vor - derzeit sind allerdings nur 15,4 Prozent dieser Posten tatsächlich mit Frauen besetzt.
99 Plätze im Aufsichtsrat für frauen nötig, Zeit online 10.2.14


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Empörung über Gutsherrenart 
Freitag, 14. Februar 2014 - sonstiges
Klaus Zumwinkel, Uli Hoeneß, Alice Schwarzer - die Liste der Prominenten, die sich als Steuerhinterzieher bekannt haben und geoutet wurden, wird immer länger. Und der Volkeszorn über dieses Fehlverhalten scheint immer größer zu werden. In einem Interview mit dem Psychologen Stephan Grünewald geht Zeit online der Frage nach, warum die emotionalen Wogen immer höher schlagen. "Wenn man erlebt, dass sich vermeintliche Vorbilder nicht an die Spielregeln halten, stellt man sich die Frage: Warum soll ausgerechnet ich es noch? Diese Zweifel nagen an der Solidargemeinschaft. Jede Gesellschaft gründet sich in einer Idee der Gerechtigkeit. Alle haben die gleichen Rechte, aber auch alle müssen einen Verzicht leisten, zum Beispiel durch Steuerzahlungen. Psychologisch betrachtet sind die Steuern Opferleistungen, die man erbringt, damit der Staat die Gegenwartsaufgaben erfüllen und die Zukunft sichern kann. Wenn man dann persönlich sein Steueropfer bringt, dann möchte man auch, dass alle diesen Verzicht leisten – vor allem die Besserverdienenden", so der Kölner Psychologe. Die Bankenrettung, aber auch die weiterhin hohen Boni lassen laut Grünewald größere Teile der Bevölkerung mit dem Gefühl zurück, dass es die "kleinen Leute" sind, die die Lasten der Krise zu schultern haben - während man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Besserverdiener sich nicht nur eines solidarischen Beitrags entziehen, sondern vielleicht sogar selbst massiv zur Krise beigetragen haben. Im Fall von Alice Schwarzer komme hinzu: "In die normale Empörung über die Steuerhinterziehung mischt sich ... auch die Schadenfreude, dass jemand, der vorgab, fast immer im Recht zu sein, diesmal im Unrecht ist." Da helfe es auch wenig, wenn ein Uli Hoeneß mit seinem Geld soziale Projekte unterstützt oder Alice Schwarzer die Gründung einer Stiftung ankündigt, denn: "Das wird als willkürlich erlebt, als ein Geben nach Gutsherrenart. Die Bevölkerung wünscht sich aber Berechenbarkeit. Das Maß sollte für alle gleich sein. Gerade wir Deutschen wollen eine nivellierte Mittelstandsgesellschaft. Anders als in den USA werden die exorbitanten Ausschläge hier nicht gern gesehen. Am besten orientieren sich alle an der Golf-Klasse."
"Wir spüren den Zorn der Enttäuschten", Zeit online 5.2.14


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Wird die Festanstellung zum Auslaufmodell? 
Donnerstag, 13. Februar 2014 - Arbeit
Immer mehr Menschen scheinen jenseits der Festanstellung ihr berufliches Glück zu suchen, so dass die Wirtschaftswoche in einem Artikel bereits die Frage stellt, ob dauerhafte Arbeitsverhältnisse nicht dabei sind, zum Auslaufmodell zu werden. So ist in Deutschland die Zahl der Freiberufler in den letzten zehn Jahren von 783.000 auf 1,23 Millionen angestiegen. Ein Grund dafür: Flexibilität, Selbstverwirklichung und Abwechslung stehen bei den Selbstständigen besonders hoch im Kurs - und diese Rahmenbedingungen scheinen sie in einer Festanstellung immer seltener zu finden. Da Festanstellungen immer unsicherer werden, weil die durchschnittliche Verweildauer an einem Arbeitsplatz sinkt (nicht nur durch die Kündigung seitens des Arbeitnehmers, sondern vor allem auch durch den Abbau von Arbeitsplätzen), wird der Schritt in die Selbstständigkeit von immer mehr Menschen als gar nicht so risikoreich erlebt. Blieben laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in den 1980-er Jahren die unter 30-Jährigen im Schnitt noch 814 Tage bei einem Unternehmen, sind es heute nur noch 536 Tage. Die immer kürzere Beschäftigungsdauer zeigt sich auch in Spitzenpositionen. Blieben die Chefs der größten Konzerne in Deutschland 2011 noch 7,6 Jahre in ihrer Position, waren es 2012 schon nur noch 6,2 Jahre. Insgesamt wechselte 2012 jeder dritte Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber. Auf diese Bewegungen in der Arbeitswelt, die nicht zuletzt durch die heranwachsende Gen Y, die tendenziell mehr Freiheiten fordert als ältere Arbeitnehmer, immer stärker zu werden scheinen, versuchen viele Arbeitgeber bereits zu reagieren, indem sie die Rahmenbedingungen ihrer Beschäftigungsverhältnisse attraktiver zu machen versuchen. Was aber, wenn dies gar nicht die eigentliche Lösung ist? Vielleicht sollten wir damit beginnen häufiger zu fragen, wie sich unsere Vorstellungen von der Arbeitswelt insgesamt verändern sollten, damit die Arbeit noch zu uns passt?
Raus aus dem Hamsterkäfig, WiWo 4.2.14


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Einkommen beeinflusst moralische Urteile 
Mittwoch, 12. Februar 2014 - Studien
Moralische Fragen berühren uns in unserem tiefsten Wesen - und wie wir sie beantworten, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Geld wir verdienen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der École de Management in Grenoble, die die Umfrageergebnisse der World Values Survey von 2009 daraufhin untersuchten, welche Faktoren zentral für Werturteile sind. Die Auswertung der Daten von mehr als 85.000 Teilnehmern aus 56 Ländern zeigte, dass Menschen mit niedrigem Einkommen kritischer auf unethisches Verhalten reagieren als solche, die zu den Besserverdienern zählen. In einem Test versuchten die Forscher anschließend, zu differenzieren, ob diese schärfere Haltung grundsätzlich auf alle Arten moralischer Urteile zutrifft. Dabei sollten Probanden einmal sittenwidrige Verhaltensweisen beurteilen, die keine Auswirkungen auf andere Menschen hatten, und solche, die Menschen unmittelbaren Schaden zufügten. Hier wurde deutlich, dass die Menschen mit geringerem Einkommen lediglich die Verhaltensweisen, die nachvollziehbare negative Folgen zeitigten, in besonderem Maße ablehnten. Faktoren wie Selbstwertgefühl, Macht oder sozialer Status hatten indes keinerlei Auswirkungen auf das moralische Urteil.
Teure Vergehen, Gehirn & Geist 24.1.14


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Führung braucht innere Freiheit 
Dienstag, 11. Februar 2014 - Management
Fragt man Prof. Michael Bordt, Vorstand des Instituts für Philosophie und Leadership an der Hochschule für Philosophie in München, danach, was für die Entwicklung von Führungsfähigkeiten besonders wichtig ist, bekommt man eine verblüffende Antwort: "Wer führen will, muss sterben können. Das bedeutet, dass derjenige, der als Führungskraft für das Unternehmen die richtigen Entscheidungen treffen will, sich innerlich unabhängig machen muss. Er muss sich frei machen können von all dem, was ihn an eigenen Motiven, Ängsten und Machtphantasien beschäftigt und bewegt." Der kritische Blick auf sich selbst und das Verstehen des eigenen inneren Lebens sind für den Philosophen die wichtigsten Voraussetzungen, um sich in den Dienst einer Sache zu stellen. Dabei geht es nicht um selbstbezogene Nabelschau, denn: "Nur das, was einem bewusst ist, kann man kontrollieren. Was einem nicht bewusst ist, das kontrolliert uns." Bordt glaubt nicht so sehr an spezielle Leadership-Tools, sondern sieht in der Persönlichkeit der Führenden den Schlüssel zum Erfolg: "Je höher Sie in einem Unternehmen aufgestiegen sind, je dünner die Luft wird, desto mehr sind es der Charakter und die Persönlichkeit, mit denen eine Führungskraft Menschen führt, sie begeistert und mitzieht. Und da ist ein Mensch dann ganz auf sich gestellt. Dazu braucht man eine gereifte Persönlichkeit und man muss sich selbst kennen. Wenn man sich aber schon selber ein Rätsel ist, wie soll man dann erst verstehen, was einen Mitarbeiter bewegt?" Boldt beruft sich in seinen Leadership-Programmen deshalb auf die Weisheit der Jesuiten. Achtsamkeitsübungen und Meditation sind in seinen Seminaren der Schlüssel, der die Tür zur Selbsterkenntnis und damit zu einem besseren Weltverständnis öffnet.
Besser führen ohne durchzudrehen, WiWo 29.1.14


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Fachtagung "Achtsamkeit am Arbeitsplatz" 
Montag, 10. Februar 2014 - Veranstaltungen
Am 21. März 2014 findet in Rösrath bei Köln die zweite Fachtagung "Achtsamkeit am Arbeitsplatz" statt, veranstaltet vom Giessener Forum und dem Lohmarer Institut für Weiterbildung. WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen werden grundlegende Konzepte der Achtsamkeit vorstellen und anhand praktischer Beispiele zeigen, wie Achtsamkeit in spezifischen Arbeitskontexten Wirksamkeit entfalten kann. So zeigt Dr. Britta Hölzel in einem Vortrag, welche Rolle Achtsamkeit im Zuge der Burn-out-Prophylaxe spielen kann, Valerie Saintot, MBSR-Lehrerin und Managerin der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, spricht über ihre Erfahrungen mit kompakten Achtsamkeitskursen im Büro und Rüdiger Standhart vom Gießener Forum stellt das von seinem Institut entwickelte Training Achtsamkeit am Arbeitsplatz vor. Weitere ReferentInnen gehen auf die Möglichkeiten von Achtsamkeit in der Organisationsentwicklung ein und informieren über die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften.
Weitere Informationen und Anmeldung

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Stressfaktor Großraumbüro 
Freitag, 7. Februar 2014 - Studien
Entscheidenden Einfluss auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz scheint die Zahl der Kollegen, mit denen Menschen in einem Raum arbeiten müssen, zu haben. Studenten der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Strategie und Organisation untersuchten mit einem Onlinetest bei 249 Menschen, welches deren größte Stressquellen im Job sind. Die Teilnehmer mussten verschiedene Fragen nach Selbsteinschätzung beantworten und hatten dafür eine Skala von 1 (kein Stress) bis 5 (starker Stress) zur Verfügung. Menschen, die in Großgruppenbüros arbeiteten, zeigten hier einen Stresslevel von 2, Mitarbeiter mit Einzelbüros einen von 1,8. Mitarbeiter in Kleingruppenbüros mit bis zu vier Personen erreichten auf der Skala den Wert 1,7. Sechs Prozent der Befragten gaben an, in den Arbeitspausen meistens oder teilweise Sport zu treiben – was ihren Stresslevel auf 1,3 senkte. Die übrigen, die entweder selten die Pausen für sportliche Aktivität nutzten (15 Prozent) oder gar nicht (79 Prozent) erreichten hingegen einen Stresslevel von 1,9.
Sport und Doppelbüros verhindern Stress, WiWo 31.1.14

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Das Wenn und Aber des Glücks 
Donnerstag, 6. Februar 2014 - Management
Führungskräfte, die schuften bis zum Umfallen, dabei glauben, sie wären glücklich, aber doch irgendwie auf das Glück schielen, das sich einstellen könnte, wenn sie einmal mehr Zeit hätten – es ist paradox, aber viele unserer Vorstellungen von Glück scheinen uns beinahe schon zu hindern, wirklich glücklich zu sein, jetzt. So beschreibt der Harvard Business Manager in einem Beitrag verschiedene verquere Annahmen zum Glück, die uns letztlich nur im Weg stehen. Entgegen der Ansicht, dass beruflicher Erfolg uns glücklich macht (was er in gewisser Weise natürlich auch tut, besonders wenn wir gelobt werden oder eine Gehaltserhöhung bekommen), geht die Managementforschung davon aus, dass es sich genau umgekehrt verhält: Erfolg ist das Ergebnis von Glück. Basis dieses Gedankengangs: Je positiver das Gehirn eingestellt ist, um besser verlaufen Beziehungen, umso besser werden Arbeitsergebnisse, umso besser lernen wir Neues – alles wesentliche Beiträge zu beruflichem Erfolg. Auch das chronische Vielarbeiten ist eher ein Glückskiller als eine Quelle von Glück. Hat man sich Beförderung über Beförderung erkämpft, stellt man – oft erst nach Jahren – ernüchtert fest, dass man darüber kaum noch Freunde hat, die Kinder einen kaum noch kennen oder die Ehe gescheitert ist. So sieht Unglück aus ... Vielleicht beginnt Glück, wie der Artikel vorschlägt, einfach damit, die eigenen Prioritäten zu erkennen und sie schon heute bestmöglich und in Balance im eigenen Leben zum Tragen zu bringen. Und wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, stellen wir dann meist fest, dass wir noch viel mehr Dinge im Leben mögen und brauchen als unsere Arbeit – selbst wenn sie uns besonders viel Freude macht.
Warum wir so viel arbeiten (und nicht damit aufhören können), HBM 30.1.14

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