Geteiltes Leid ist sozialer Klebstoff 
Donnerstag, 25. September 2014 - Studien
Die gemeinsame Erfahrung von Schmerz kommt der Gruppenbindung zugute und macht Menschen kooperativer, so die Erkenntnis einer Studie der Universität New South Wales. Die Forscher teilten Probanden in zwei Gruppen - eine musste eine unangenehme Aufgabe erledigen, die Mitglieder der anderen sollten Vergleichbares erledigen, allerdings verbunden mit einer Schmerzkomponente (z.B. die Hand in schmerzhaft kaltes Wasser halten). In einer anschließenden Befragung zu ihren Gefühlen zeigten sich die Probanden der "Schmerz-Gruppe" stärker verbunden mit ihren Leidensgenossen. In einem zweiten Test, bei dem die Teilnehmer die Möglichkeit hatten zu kooperieren oder egoistisch auf den eigenen Vorteil hinzuarbeiten, zeigte sich bei den Probanden der Schmerzgruppe ein rücksichtsvollerer Umgang miteinander und mehr Kooperationsbereitschaft als in der Vergleichsgruppe. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das gemeinsam erlebte "Leid" wie eine Art "sozialer Klebstoff" wirke.
Schmerz schweißt zusammen, spektrum.de 11.9.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Nett, sicher, gut bezahlt 
Mittwoch, 24. September 2014 - Studien
Fragt man die Deutschen, was ihnen an einem neuen Job besonders wichtig ist, landet man bei den Adjektiven nett, sicher, gut bezahlt. Am wichtigsten ist ihnen laut einer Repräsentativbefragung von Forsa, dass sie angenehme Kollegen haben (97 Prozent), dass der Job sicher ist (96 Prozent) und dass sie Respekt und Anerkennung vom Vorgesetzten bekommen (95 Prozent). Auf den weiteren Rängen folgen ein gutes Gehalt, abwechslungsreiche Tätigkeiten und ein unbefristeter Arbeitsvertrag. 88 Prozent der Befragten legen außerdem ein Augenmerk auf die Moralvorstellungen und das Leitbild ihres neuen Arbeitgebers.
Was Deutsche wollen, HB 12.9.14

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Einfach mal frei sein 
Dienstag, 23. September 2014 - Arbeit
Stress, Hyperaktivität und Konsumwahn - wenn es nach dem Postwachstums-Ökonomie-Vordenker Niko Paech geht, ist ein "weniger von allem" nicht nur absehbar eine wirtschaftlich-ökologische Notwendigkeit, sondern könnte uns auch zu einem viel zufriedeneren Lebensstil verhelfen. "Konsum macht keine Freude, sondern strengt an. Das knappste Gut ist unsere Lebenszeit – die wir damit verschwenden, Waren herzustellen und zu kaufen, die wir nicht benötigen", sagt Paech im Interview mit der taz. Ihm geht es um Befreiung, nicht darum , sich etwas zu versagen: "Verzicht ist das falsche Wort, weil es eine leidvolle Entsagung nahelegt. Dabei kann es den Genuss steigern, weniger zu konsumieren. Man hat mehr Zeit für die Tätigkeiten, die einem wirklich wichtig sind." Paech plädiert beispielsweise für einen "geordneten Rückbau" des Industriekapitalismus, verbunden mit neuen Vorstößen in Sachen Subsistenzwirtschaft: "Wenn jeder Mensch nur noch 20 Stunden pro Woche arbeitet, bleibt genug Zeit, um ergänzende Formen der Selbstversorgung zu praktizieren, etwa Nahrung selbst anzubauen, Güter gemeinschaftlich zu nutzen oder Dinge zu reparieren."
Konsum nervt, taz 1.9.14

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Entspannung vor der Glotze macht ein schlechtes Gewissen 
Montag, 22. September 2014 - Studien
Fernsehen oder im Internet surfen zur Entspannung? Verschiedene Studien zeigen, dass die Nutzung von Unterhaltungsmedien dabei helfen kann, zu relaxen - auch, weil sie dazu führt, dass die Konsumenten Erfolgs- und Kontrollerfahrungen machen, die im Alltag nicht immer gegeben sind. Nun zeigt eine Studie der Universität Mainz und der Freien Universität Amsterdam, dass die Mediennutzung nicht immer mit diesen positiven Erholungseffekten einhergeht. Die Wissenschaftler befragten 471 Freiwillige nach ihrem Medienkonsum und den Gefühlen, die dieser in ihnen auslöste. Dabei kam heraus, dass vor allem Personen mit sehr hohem Erschöpfungslevel sich durch das Abschalten beim Fernsehen oder im Internet hinterher eher schlecht fühlten. Sie hatten ein schlechtes Gewissen, weil in ihnen das Gefühl aufkeimte, ihrem Bedürfnis nach Ablenkung auf Kosten anderer, wichtigerer Aufgaben nachgegeben zu haben. Und diese Schuldgefühle reduzierten die erwarteten Erholungseffekte deutlich im Vergleich zu den weniger beanspruchten medialen Entspannern. Die Wissenschaftler deuten das Ergebnis dahingehend, dass der Wunsch nach Unterhaltung in Konflikt gerät mit weniger angenehmen Verpflichtungen und gehen davon aus, dass die ständige Verfügbarkeit medialer Inhalte inzwischen vielleicht sogar als Bürde empfunden wird.
Einschalten zum Abschalten? Psychologie heute 1.8.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mit Achtsamkeit in Führung: Was Meditation für Unternehmen bringt 
Freitag, 19. September 2014 - Bücher
Heute mal wieder eine Meldung in eigener Sache: Am 23. September erscheint das Buch "Mit Achtsamkeit in Führung - Was Meditation für Unternehmen bringt", das ich gemeinsam mit Paul J. Kohtes geschrieben habe. Darin zeigen wir, wie Meditation zu einem strategischen Baustein für die Organisationsentwicklung werden kann. Das Buch liefert einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirkung von Meditation, stellt gängige Methoden vor und entwickelt Implementierungsstrategien für das betriebliche Gesundheitsmanagement, die Burnout-Prophylaxe bzw. -Behandlung, die Führungskräfteentwicklung und die Förderung persönlicher und fachlicher Fähigkeiten. Best practices aus Unternehmen wie PUMA, dem WDR, der hessischen Verwaltung sowie aus den Bereichen Vertrieb, Versicherungen, Coaching und Resilienzförderung zeigen, wie Firmen Meditationsprogramme entwickeln können, die im Einklang mit ihren unternehmerischen Erfordernissen stehen. Personalvorstände, Human-Reccources-Verantwortliche, Personalentwickler, Berater, Coaches und alle im beruflichen Gesundheitswesen Tätigen finden in dem Strategiebuch den State of the Art der Forschung und das notwendige Fachwissen, um adäquate Angebote zu Meditation und Achtsamkeit im betrieblichen Umfeld zu realisieren.
Weitere Infos zum Buch


[ 7 Kommentare ]     Permalink
Wie gelingt Kommunikation? Event am 14.-16. November 2014 
Donnerstag, 18. September 2014 - Veranstaltungen
Kommunikation ist das "Medium", das Menschen miteinander verbindet und Dinge möglich macht, und das gilt nicht nur für die Arbeitswelt. Die Herbstakademie Frankfurt, die von EnlightenNext, einem Verein, der sich der Kultur- und Bewusstseinsentwicklung verschrieben hat, dem anthroposophischen Magazin info3 und dem Integralen Forum, einem Verein zur Erkundung integraler Philosophie und Praxis, gemeinsam ausgerichtet wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto "Wie gelingt Kommunikation? Vernunft, Intuition - Wir und die Welt". Seit der ersten Akademie im Jahr 2006 haben die Veranstalter über die Jahre eine besondere Kommunikationskultur entwickelt, die "Evolutionären Dialoge". Verschiedene Prinzipien erleichtern es dabei den an einem Gespräch Beteiligten, aus einem Raum der Verbundenheit, der wechselseitigen Bezugnahme und der Aufgeschlossenheit für die Entstehung von Neuem heraus miteinander zu kommunizieren. In diesem Jahr werden sich auch die inhaltlichen Impulse des Events, das vom 14. bis 16. November in Oberursel bei Frankfurt stattfindet, um diese Kommunikationskultur drehen. Dabei geht es vor allem um Evolution in der Kommunikation und die dialogische Emergenz einer neuen Kultur. In einem Forum wird außerdem der Bezug von Kommunikation und Kunst, Meditation sowie der Arbeitswelt diskutiert werden. Ich selbst werde bei der Veranstaltung eine Einführung in verschiedene Perspektiven von Kommunikation geben, die Gesprächsbeziehungen in einen weiteren Raum des Möglichen bringen.
Weitere Infos und Anmeldung

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Freude im Job hält länger fit 
Mittwoch, 17. September 2014 - Studien
Nicht die Belastung durch die Arbeit, sondern der Missmut über den Job könnte es sein, die Arbeitnehmer in einen frühen Ruhestand treibt. So stellt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung fest, dass nicht etwa diejenigen früher in Rente gehen, die in besonders anstrengenden Berufen arbeiten, sondern eher Menschen, die von einer schlechten Arbeitsqualität betroffen sind, worunter die "Gesamtheit aller auf den Arbeitenden einwirkenden Anforderungen und Arbeitsbedingungen" fallen. 2010 waren 47,5 Prozent der Neu-Rentner Vorruheständler, 2011 sogar 48,1 Prozent.
Wer seinen Job mag, hält länger durch, WiWo 12.9.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mehr als die Hälfte aller Überstunden wird für lau geleistet 
Dienstag, 16. September 2014 - Studien
Überstunden sind nicht nur lästig. Richtig ärgerlich wird es, wenn sie auch weder bezahlt noch durch Freizeit vergütet werden. Laut einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung leisten die deutschen Arbeitgeber für nicht einmal die Hälfte der von ihren Angestellten erbrachten Mehrarbeit einen Ausgleich. Die gut 38 Millionen Erwerbstätigen erbrachten im 2. Quartal 2014 im Schnitt je 11,9 Überstunden - aber nur fünf wurden im Schnitt auch vergütet. Die Gesamtzahl der unbezahlten Arbeitsstunden lag im 2. Quartal bei 262 Millionen.
Arbeitgeber zahlen nicht mal jede zweite Überstunde, Karrierespiegel 3.9.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter