Führungskräfte haben kaum Zeit zum Führen 
Freitag, 12. Dezember 2014 - Studien
Zu wenig Zeit zum Führen - 79 Prozent der in einer Umfrage des Instituts für Beschäftigung und Employability befragten 665 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz klagen darüber. Als größte Herausforderung empfinden 72 Prozent das Managen von Veränderungen wie interne Strukturierungen oder die digitale Transformation des Unternehmens. 52 Prozent ringen mit der wachsenden Komplexität im Business. Und 44 Prozent fühlen sich von der Wahrnehmung der Vorbildfunktion, die mit ihrer Rolle verbunden ist, besonders herausgefordert. Bei den wesentlichen Aufgaben, die die Führungskräfte selbst sehen, zeigt sich, wie wichtig hier die soziale Dimension ist. 71 Prozent betrachten es als wichtig, eine Feedback-Kultur zu etablieren, 68 Prozent ist es wichtig, die Mitarbeiter zu motivieren und 66 Prozent wollen ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. So nennen denn auch 70 Prozent der Befragten die Sozialkompetenz als wichtigste Eigenschaft einer Führungskraft.
Weniger Fachwissen, mehr Sozialkompetenz, FAZ 28.11.14

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Unsere Sprache prägt unsere Haltungen 
Donnerstag, 11. Dezember 2014 - Studien
Möglicherweise hat die Sprache, die wir sprechen, größeren Einfluss auf unser Innenleben, als wir bisher glauben. Der Yale-Ökonom Keith Chen untersuchte in einer Studie den möglichen Zusammenhang zwischen der Grammatik verschiedener Sprache und dem Verhalten ihrer Sprecher im Hinblick auf das Rauch- und Sparverhalten. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Sprachen, die für die Beschreibung der Zukunft eine eigene Zeitform benötigen, und den so genannten "zukunftslosen" Sprachen, in denen sich Künftiges auch im Präsens beschreiben lässt. Im Deutschen beispielsweise ist diese zukunftslose Beschreibung möglich - morgen regnet es. Im Englischen hingegen ist es notwendig, Futur zu gebrauchen - it will rain tomorrow. In Chens Studie, die auf Daten aus 76 Ländern basiert, wurde deutlich, dass Menschen mit zukunftslosen Sprache eine 31 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, Geld zu sparen, 39 Prozent mehr Vermögen beim Renteneintritt aufweisen, mit einer Wahrscheinlichkeit von 24 Prozent eher Nichtraucher sind, zu 29 Prozent eher Sport treiben und ein um 13 Prozent geringeres Risiko haben, fettleibig zu werden. Ein gegenüber der Studie geäußerter Einwand ist, dass die alleinige Sprachbetrachtung kulturelle Faktoren ausklammere. Doch eine Studie des Verhaltensökonom Matthias Sutter weist in eine Richtung, die Chens Erkenntnisse eher stützt. Sutter untersuchte in Südtirol die Geduld von Grundschülern, und zwar in Meran, wo zu gleichen Teilen Deutsch und Italienisch gesprochen wird. Die Kinder konnten sich für weniger Geschenke, die sie nach einer kurzen Zeitspanne erhielten, und mehr Geschenken, auf die sie länger warten mussten, entscheiden. Im gleichen kulturellen Umfeld erwiesen sich hier die deutschsprachigen Schüler geduldiger als die italienischsprachigen.
Sparst du oder wirst du sparen? Zeit online 2.12.14

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Deformierender Konformitätsdruck 
Mittwoch, 10. Dezember 2014 - Arbeit
Die FAZ geht in einem Beitrag der Frage nach, wie sehr der wachsende Konformitätsdruck im Arbeitsleben den Beschäftigten zusetzen kann. In der Organisationsforschung werde üblicherweise zwischen Einstellungs- und Anpassungskonformität unterschieden. Diejenigen, die Meinungen oder Normen, die im Arbeitskontext gelten, einfach verinnerlichen, scheinen es noch am leichtesten zu haben, da sie erfahrungsgemäß im Job wunderbar zurecht kommen und sich kaum an den äußeren Gegebenheiten reiben. Diejenigen hingegen, die sich zwar äußerlich anpassen, aber bei ihrer abweichenden inneren Haltung bleiben, laufen Gefahr, sich in eine Auszehrung zu treiben. Die zunehmende Arbeit in Teams und flache Hierarchien führten dazu, dass sich der Druck zur Leistungskonformität stetig erhöhe. Aufgaben abzulehnen, weil man ohnehin schon überlastet ist, erscheine in vielen Arbeitsumgebungen nicht opportun - "wer weniger leistet, fliegt raus" sei oft das unausgesprochene Motto, das durch offensive Geringschätzung, subtile Ausgrenzung oder Mobbing etabliert werde. Für Einstellungskonforme dürfte dies kein Problem sein - sie leisten munter und finden es vielleicht sogar gut, ihre eigenen Grenzen aus den Augen zu verlieren. Doch die Anpassungskonformen hängen nicht nur in der Leistungsspirale, sondern tun dies sehenden Auges und in innerem Widerstand. Da ist doppelte Auszehrung vorprogrammiert.
Was die Arbeit mit mir macht, FAZ 26.11.14

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Zocken untergräbt die Moral von Gesellschaften 
Dienstag, 9. Dezember 2014 - Arbeit
Zeit online hat einen Auszug aus einem Vortrag des politischen Philosophen Michael J. Sandel veröffentlicht, in dem der Harvard-Professor der Frage nachgeht, wie das sich in der Wirtschaft immer mehr verbreitende Spekulieren auf die Moral einer Gesellschaft auswirkt. Während konventionelle Investitionen der Herstellung nützlicher Güter und Dienstleistungen dienten, sei Zocken eine reine Form der Unterhaltung oder eine Möglichkeit zum Geldverdienen, bei der keine nützlichen Produktionen abfielen. In den letzten Jahren sei die Unterscheidung zwischen diesen unterschiedlichen Wirkungen immer stärker in den Hintergrund gerückt, was wesentliche moralische Konsequenzen habe: "Abgesehen von den Systemrisiken und wirtschaftlichen Schäden, die eine rücksichtslose, wild ausufernde Spekulation mit sich bringen kann, entstehen auch moralische Kosten: Wenn Spekulationen, die keinem erkennbaren nützlichen Zweck dienen, belohnt werden, wirkt sich das zersetzend auf den Charakter aus. Sie zersetzen nicht nur den Charakter einzelner Menschen, sondern auch die Tugenden und Einstellungen, die eine gerechte Gesellschaft ausmachen." Laut Sandel steht der Zunahme des Spekulativen in der Wirtschaft eine vergleichsweise stabile Einstellung gegenüber, nämlich die Annahme, dass Erfolg - in diesem Falle der wirtschaftliche - immer mehr oder weniger mit einem Verdienst (gegenüber der Allgemeinheit beispielsweise) verbunden sei. Doch dies sei immer weniger der Fall: "Diese Spannung zwischen unserer Überzeugung, dass nützliche Arbeit belohnt wird oder werden sollte, und der Art, wie die Wirtschaft Belohnungen tatsächlich zuweist, ist eine zunehmende Quelle von Dissonanz und Frustration. Wir spüren, dass sich harte Arbeit und Fairness immer weniger auszahlen, und dies gilt insbesondere für die Menschen in der Mitte oder am unteren Ende der Einkommensskala. Daher klingt es zunehmend nach einer hohlen Phrase, wenn Politiker und Leitartikler die Ethik der Arbeit beschwören."
Warum Zocken den Charakter verdirbt, Zeit online 17.11.14

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Weniger Burn-outs, aber keine Entwarnung 
Montag, 8. Dezember 2014 - Studien
Laut Meldungen der Krankenkasse DAK sind in den letzten zwei Jahren die Krankschreibungen aufgrund einer Burn-out-Diagnose deutlich zurückgegangen. Grund dafür könnte eine differenziertere Diagnose-Praxis sein, denn gleichzeitig stieg die Zahl der Depressions-Diagnosen an. 2012 verbuchte die DAK pro 1.000 Versicherte noch 100 Fehltage aufgrund von Burn-out, im Folgejahr sank die Zahl auf 67 Tage. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends waren es noch lediglich 6 Tage gewesen. Bei den Depressionen hat sich indes die Zahl der Fehltage innerhalb der letzten 13 Jahre um 178 Prozent erhöht. 2013 beliefen sich die Kosten der DAK für psychische Erkrankungen auf 237 Millionen Euro - ein Anstieg um 15 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Laut Deutscher Rentenversicherung leiden gegenwärtig fast 43 Prozent der Bezieher einer Erwerbsminderungsrente unter psychischen Störungen.
Auf dem Rückzug, FAZ 25.11.14

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Kritik am Akademisierungswahn 
Freitag, 5. Dezember 2014 - Arbeit
In einem Interview mit der taz kritisiert der Philosoph und Staatsminister d.D. Julian Nida-Rümelin eine zunehmende Überakademisierung in der Arbeitswelt: "Meine Kritik des Akademisierungswahns ist auch eine Kritik am akademischen Bildungsdünkel. Ich kann nicht erkennen, warum eine besondere Begabung, nämlich die der kognitiven Intelligenz, das Maß aller Dinge sein soll. Warum nicht genauso technische, handwerkliche, kaufmännische, soziale und ästhetische Kompetenzen wertgeschätzt werden." Diese Einseitigkeit führe unter anderem dazu, dass für die Gesellschaft existenziell wichtige Berufe wie in der Pflege, in der Pädagogik, aber auch im öffentlichen Dienst nicht allein durch geringe Bezahlung, sondern auch eine Abwertung der nichtuniversitären Ausbildung beinahe schon stigmatisiert würden. Nida-Rümelin plädiert indirekt in diesem Kontext für einen gleichen Lohn für alle und rät dazu, Bildung nicht zur Statusfrage werden zu lassen. Denn die Tatsache, dass ein Studium heute immer mehr einfach dazu gehöre, ungeachtet der individuellen Fähigkeiten, führe letztlich dazu, dass das universitäre Niveau sinke - und vor allem das wirklich wissenschaftliche Arbeiten an den Universitäten immer mehr zurücktrete hinter direkt verwertbaren Berufsqualifikationen.
"Wissenschaft ist nicht das Einzige", taz 29.11.14


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Entgrenztes Arbeiten steigert Stressempfinden 
Donnerstag, 4. Dezember 2014 - Studien
Einer Repräsentativbefragung des Marktforschungsinstituts YouGov zufolge führt die wachsende Verschmelzung von Berufs- und Privatleben für immer mehr Menschen zu einem gesteigerten Stressempfinden. 40 Prozent der Arbeitnehmer arbeiten bereits mit fließenden Grenzen zwischen Job und Freizeit, 31 Prozent hingegen noch nach dem klassischen Modell - wenn sie den Schreibtisch verlassen, haben sie einfach frei. 29 Prozent springen, wenn's unbedingt sein muss, auch mal in der Freizeit ein, wenn etwas im Job gerade dringlich ist - sie tun dies allerdings nur einmal im Monat oder sogar seltener. Fast jeder zweite Arbeitnehmer, der zu den entgrenzt Arbeitenden zählt, fühlt sich am Ende eines Arbeitstages erschöpft, so die Untersuchung. Bei den klassisch Arbeitenden trifft dies nur auf jeden Dritten zu. Insgesamt fühlen sich 38 Prozent aller Beschäftigten nach Arbeitsende ausgelaugt - nur 23 Prozent verneinen das explizit.32 Prozent der Befragten fühlen sich während der Arbeit häufig angespannt, 35 Prozent zumindest teilweise.
Arbeitsmarktstudie: Angestellte durch flexibles Arbeiten häufiger erschöpft, YouGov 28.11.14


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Coffee-to-go wird zum Müll-Dilemma 
Mittwoch, 3. Dezember 2014 - Arbeit
Auf dem Weg ins Büro oder zum Geschäftstermin schnell mal einen Kaffee für unterwegs gekauft - für Millionen von Arbeitnehmern ist dies ein längst als Ritual zur Gewohnheit geworden. An die Zeiten, als man sich noch mit Kaffee am Schreibtisch oder im Speisewagen begnügte, können manche sich schon gar nicht mehr erinnern. Doch die ständige Verfügbarkeit des Kaffees führt längst zu einem Müllproblem. So geht die Verbraucherzentrale Deutschland davon aus, dass jährlich hierzulande 6,4 Milliarden Pappbecher inklusive Plastikdeckel im Müll landen. Allein bei der Produktion eines Bechers werden 110 Gramm CO2 verursacht, so dass pro Person im Jahr 40 Kilogramm zusammenkommen. Der Kaffeeverband hält entgegen, dass pro Person im Jahr nur 23 Becher statt der veranschlagten 80 verbraucht würden. Gleich, wie viele es nun wirklich sind - vielleicht sollten wir uns einfach mal überlegen, ob wir es nicht mal ein paar Stunden auch ohne mobiles Heißgetränk aushalten können. Ganzen Generationen vor uns ist das schließlich auch gelungen. Und wer vom warmen Schluck unterwegs nicht lassen möchte, könnte ja auch einen Mehrwegbecher verwenden.
Der Becher-Streit, taz 26.11.14

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