Anthroposophische Unternehmen: Wohlfühlklima und Gutes tun 
Dienstag, 23. Juni 2015 - Management
Die SZ nimmt in einem Beitrag die besondere Kultur anthroposophisch orientierter Unternehmen in den Blick. Rund 600 Firmen hierzulande orientieren sich laut SZ an der Philosophie Rudolf Steiners. "Viele Mitarbeiter fühlen sich angezogen von dem wahrgenommenen Sinnbezug der Arbeit, dem ganzheitlichen Ansatz und der Art des Umgangs untereinander", erklärt Susanne Blazejewski, BWL-Professorin an der anthroposophischen Alanus-Hochschule. Die in den Firmen gelebte Anthroposophie speise sich aus einer Lebenshaltung, die den ganzen Menschen betrachtet. Persönliche Weiterentwicklung habe deshalb in vielen der Unternehmen einen besonders hohen Stellenwert - sei es durch Kunst, Eurythmie oder andere Ausdrucks- und Lernformen, die nicht zwingend in Bezug zur konkreten Geschäftstätigkeit stehen. Auch beim Thema Gewinn gehen die Firmen oft andere Wege als die konventionelle Wirtschaft. Überschüsse werden häufig in Unternehmensstiftungen eingebracht. Löhne und Gehälter weisen oft eine deutlich geringere Spreizung auf als in traditionellen Firmen. Der Vorstand der GLS-Bank beispielsweise verdient das Siebenfache des am niedrigsten entlohnten Mitarbeiters.
Sinn gibt's gratis, SZ 12.6.15

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GenY verändert Arbeitswelt 
Montag, 22. Juni 2015 - Arbeit
In einem Interview mit Carsten Baumgärtner, Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group, arbeitet Zeit online heraus, wie sich die Arbeitswelt in Unternehmen durch die GenY zu verändern beginnt. "Wir beobachten, dass es der Generation Y darum geht, einen Sinn in der Arbeit zu erkennen. Ihre Arbeit soll sie weiterbringen und Spaß machen. Eine Arbeit zu machen, vielleicht über Monate oder Jahre hinweg, nur weil sie in ferner Zukunft die Karriere beflügeln könnte, dazu ist diese Generation nicht mehr einfach so bereit", so Baumgärtner. Die GenY sei selbstbewusst und auf ihre eigene Flexibilität bedacht, was der Berater allerdings nicht mit einer reinen Freizeitorientierung gleichgesetzt wissen will. Baumgärtner nimmt dabei eine Verschiebung wahr. Die klare Trennung zwischen Job und Freizeit nehme ab, so dass der Job selbst genügend Freiräume bieten müsse, um auch die anderen Lebensbedürfnisse noch unterbringen zu können. Die Boston Consulting Group ermöglicht deshalb ihren Mitarbeitern pro Jahr Auszeiten von vier bis acht Wochen, um auch andere Interessen vorantreiben zu können.
Wie läuft es mit der Generation Y? Zeit online, 13.6.15

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Viele Jugendliche fallen durchs Raster 
Freitag, 19. Juni 2015 - Studien
Eine Studie im Auftrag der Vodafone-Stiftung zeigt, dass eine nennenswerte Zahl von Jugendlichen in Deutschland kaum noch von den sozialen Netzen aufgefangen werde. Mehr als 20.000 Jugendliche und junge Erwachsene fallen aus dem System von Schule, Ausbildung und sozialen Einrichtungen heraus. Es bestehe die Gefahr dauerhafter Obdachlosigkeit oder von klassischen Drogenkarrieren. Ein wunder Punkte der Jugendhilfe: Wenn die jungen Menschen mit der Volljährigkeit formal erwachsen sind, besitzen sie oft noch nicht die notwendige Reife für ein Leben in der Selbstständigkeit. Finanzielle Schwierigkeiten, Alkohol- und Drogenprobleme, schlechter Umgang - Faktoren wie diese beeinträchtigen dann auch die Schul- und Berufsausbildung und Abwärtsspiralen sind vorprogrammiert. Die Vodafone-Stiftung mahnt politische Initiativen an, um diese Problemlagen gezielter zu adressieren.
Durch alle Netze gefallen, FAZ 11.6.15

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Mitgefühl in der Wirtschaft 
Donnerstag, 18. Juni 2015 - Bücher
Die renommierte Neurowissenschaftlerin Tania Singer hat gemeinsam mit dem buddhistischen Mönch Mathieu Ricard ein Buch herausgegeben über die positive Wirkung von Mitgefühl in der Wirtschaft. In dem Sammelband zeigen internationale Forscher, welche Effekte sich durch Empathie einstellen können. Der Psychologe Richard Davidson etwa verweist darauf, dass Kooperation das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviere, so dass mehr Miteinander auf diese Weise auch dem Einzelnen zugute komme. Eine ökonomische Studie betrachtet, dass selbst einander fremde Menschen bereit sind, einander Geld zu leihen. Wird eine Belohnung in Aussicht gestellt, wächst diese Bereitschaft. Wird die Hilfsbereitschaft ausgenutzt, sinkt sie. Kooperation scheint damit im Menschsein angelegt zu sein und durch ein Miteinander sogar zuzunehmen. Altruismus bedeute in diesem Kontext nicht zwingend, ganz von sich selbst und den eigenen Bedürfnissen abzusehen. So verweist der Dalai Lama in dem Sammelband darauf, dass eine ichbezogene Sicht nicht verwerflich sei - im Gegenteil: Wer mit sich selbst im Reinen sei, schiele auch weniger auf Geld und Besitz.
Warum Mitgefühl gut für die Wirtschaft ist, Der Freitag 10.6.15

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Die Subjektivität des Entscheidens 
Mittwoch, 17. Juni 2015 - Studien
Als rationale Menschen leben wir in dem Eindruck, ebenso rationale Entscheidungen zu treffen. Eine Studie der ETH Zürich wirft Zweifel an dieser Selbsteinschätzung auf. Die Forscher analysierten mehr als 106.000 Entscheidungen von 412 amerikanischen Asylrichtern und stießen dabei auf einen bedenklichen Zusammenhang. Wurde einem Ersuch stattgegeben, erhöhte dies die Wahrscheinlichkeit, dass ein Richter das folgende Gesuch ablehnte. Psychologen nennen dieses Phänomen Spielerfehlschluss. Unbewusst scheinen wir uns an einer Vorstellung von Balance zu orientieren. Ähnlich wie beim Münzwurf. Kommt zweimal hintereinander Kopf, gehen wir davon aus, dass nun sehr wahrscheinlich die Zahl kommen müsste. Doch die Wahrscheinlichkeit ändert sich gerade nicht. Diesem Fehlschluss kann man nur durch besondere Achtsamkeit vorbeugen. In der Studie zeigte sich beispielsweise, dass Personen mit langer Berufserfahrung seltener in die Falle tappten und rational nachvollziehbarere Urteile fällten.
Warum wir unfair handeln, WiWo 7.6.15

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Schlauer werden, dümmer werden 
Dienstag, 16. Juni 2015 - Studien
In der Intelligenzforschung gibt es den so genannten Flynn-Effekt - eine Zunahme des durchschnittlichen Intelligenzquotienten innerhalb der Allgemeinbevölkerung über die Zeit. Forscher der Universität Wien wiesen nun in einer Auswertung von 271 Untersuchungen aus dem Zeitraum von 1909 bis 2013 nach, dass im Schnitt alle zehn Jahre der IQ um 3 Punkte zulegt. Verantwortlich dafür scheinen Faktoren, die der frühkindlichen Entwicklung dienlich sind wie bessere Ernährung, Hygiene, medizinische Versorgung und eine verbesserte schulische Ausbildung. Statistisch lässt sich ebenfalls nachweisen, dass in Zeiten, in denen diese Randbedingungen schlechter sind, beispielsweise in Europa zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, der IQ-Zuwachs geringer ausfällt. Gleichzeitig deutet sich auch an, dass in den letzten Jahrzehnten die IQ-Zuwächse insgesamt geringer ausfielen. Dies könnte daran liegen, dass die IQ-fördernden Faktoren inzwischen ihren maximalen Effekt erreicht haben. Ob wir mit höherem IQ heute klüger sind als unsere Vorfahren vor hundert Jahren, lässt sich nur schwer sagen. Fest steht, dass sich die kognitiven Fähigkeiten selbst verändert haben über die Zeit.
IQ-Zuwachs in den letzten hundert Jahren? wissenschaft.de 1.6.15

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Warum Schimpfen nichts bringt 
Montag, 15. Juni 2015 - Management
Wer kennt das nicht: Eine Aufgabe so richtig vermasselt und der Chef tobt ... Dieses klassische zur Rechenschaft Ziehen ist im Business weit verbreitet. Weil viele Führungskräfte glauben, sie müssten ihren Mitarbeitern deren Verantwortlichkeit für Fehlschläge noch verdeutlichen. Ein Beitrag im Harvard Business Manager zeigt, warum solche Reaktionen kontraproduktiv sind. Mitarbeiter wissen meist nur zu genau, wenn sie etwas vermasselt haben oder hinter dem von ihnen Erwarteten zurück geblieben sind. Zu rüde Kritik treibt sie nur noch weiter in dieses Gefühl des Versagens. Wenn es Chefs indessen gelingt, in solchen Momenten Ruhe zu bewahren, wächst die Chance, dass sie auch eine Möglichkeit finden, Wege zum Bessermachen aufzuzeigen. Während das typische Abkanzeln demotiviert, kann es hilfreicher sein, einfach gemeinsam nach nächsten konstruktiven Schritten zu suchen. Dann handelt nicht die Angst, sondern die Kompetenz.
Schreien ist keine Lösung, HBM 2.6.15

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Schlechte Arbeit geht auf die Gesundheit 
Freitag, 12. Juni 2015 - Studien
Das Bundesarbeitsministerium ließ 5.000 sozialversicherungspflichtige befragen, wie es um die von ihnen gewünschte und um die real erlebte Arbeitsqualität steht. Die Befragten konnten dabei auf einer Skala jeweils 0 bis 100 Punkte vergeben. Guter Lohn ist den Deutschen sehr wichtig (91 Punkte), doch die Zufriedenheit mit der Bezahlung hat Spielraum nach oben (64 Punkte). Im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen Wunsch und Wirklichkeit im Verhältnis 87 zu 67 - wobei jede zweite Frau hier dem Wunsch 100 Punkte gab. Das Familienbewusstsein der Arbeitgeber wird gerade mal mit 50 Punkten bewertet. 17 Prozent der Befragten bemängeln, dass sich Arbeits- und Freizeit zunehmend überschneiden, unter den Führungskräften sogar 29 Prozent. Wie wichtig positive Arbeitsqualität ist, zeigt der Blick auf die Gesundheit. Lediglich 14 Prozent derjenigen, die unter schlechten Bedingungen arbeiten, betrachten ihre Gesundheit als sehr gut. Unter denen mit guten Arbeitsbedingungen sind es 42 Prozent.
Die Problemzonen der Arbeitnehmer, Spiegel online 3.6.15

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