So geht Meditation 
Montag, 7. September 2015 - Arbeit
"Meditieren ist kein ominöses Esoterikspielchen. Es hilft, mit Stress besser umzugehen und sich selbst bewusster wahrzunehmen. Dafür braucht es nicht viel: Man muss nur regelmäßig üben und am Anfang etwas Geduld haben" - was klingt, wie der gediegene Ausschreibungstext zu einem Volkshochschulkurs ist eine Handreichung für die stressgeplagten High Potentials, die das Manager Magazin lesen. Das Business-Magazin hat einen ganzen Artikel dem Thema Meditation gewidmet und lässt zwei Meditationslehrer erklären, mit welchen Methoden sich Einsteiger am besten mit den Achtsamkeitsübungen vertraut machen. Wo sich im letzten Jahr bereits Norbert Reihofer von BMW und Peter Terium von RWE als Meditierende outeten, ist nun die Praxis angesagt. Meditation für jedermann im Management. Bisweilen verblüffend, welchen "Siegeszug" das Thema Achtsamkeit in den letzten Jahren angetreten ist. Einziger Wehrmutstropfen: Das große Interesse rührt nicht zuletzt daher, dass immer weniger Menschen mit dem zum Teil exorbitanten Stress im Berufsleben zurechtkommen.
Wie man in wenigen Minuten total entspannt, Manager Magazin 30.8.15

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Zermürbung und Konkurrenz im Management 
Freitag, 4. September 2015 - Management
Ein Artikel der New York Times über die Arbeitsbedingungen im Amazon-Management hat in den letzten Wochen zu einer Diskussion darüber geführt, wie die von typisch amerikanischen Wettbewerbsdenken geprägten Unternehmenskulturen auf die Befindlichkeit der Mitarbeiter, selbst derer im Management, abträglich wirken. "Amazon kultiviert seine eigene Leistungsorientiertheit durch Auswahl und Beförderung extrem engagierter Mitarbeiter und Zermürbung oder eben Abgang der anderen. Der Nachteil ist eine hohe Homogenität der Belegschaft auf Kosten von Diversität. Letztere braucht man jedoch für eine nachhaltige Kreativität und Innovationskraft im Unternehmen", diagnostiziert Felix Brodbeck, Professor für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Geld, das Prestige des Arbeitgebers, aber auch die laxe Sozialgesetzgebung in den USA schaffen ein Klima, in dem die Lust auf Leistung nur allzu leicht in Selbstausbeutung kippen kann. Brodbeck spricht von einer McDonaldisierung der Unternehmenskultur - Aufgaben sind genauestens strukturiert und getaktet, so dass selbst in Führungspositionen alle Mitarbeiter jederzeit ersetzbar seien. "Möglich, dass es besonders in digitalen Gründerorten wie dem Silicon Valley besonders gute Voraussetzungen dafür gibt. Was mich dabei erstaunt, ist die Naivität, mit der die Personalabteilungen solche Werkzeuge einsetzen. Ich habe den Eindruck, die Digitalisierung beraubt sie ihrer moralischen Grundwerte. Eine Firmenkultur zu entwickeln, ist ein aktiver Prozess, der sich nur gemeinsam erarbeiten lässt - mittels Gesprächen, Transparenz und Menschenkenntnis", so das Fazit des Organisationspsychologen.
Wenn Konkurrenzdenken zum Gift wird, SZ 19.8.15

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Abschied von der Diktatur der Kennzahlen im Personalwesen 
Donnerstag, 3. September 2015 - Management
Es ist eine Nachricht mit Reichweite. Pierre Nanterme, CEO der Unternehmensberatung Accenture, verkündete, dass das Unternehmen sich im neuen Geschäftsjahr von der bisher praktizierten Mitarbeiterbewertung verabschieden werde. Die Vergleiche mit Kollegen hätten in der Vergangenheit enormen Aufwand verursacht, aber wenig Ertrag gebracht. Immerhin sechs Prozent der Fortune-500-Unternehmen haben sich bereits von Rankings verabschiedet. In einer Umfrage gaben 90 Prozent der Personaler an, dass die üblicherweise praktizierten Feedbackrunden ohnehin keine verwertbaren Informationen lieferten. Eine Studie aus den späten 1990er Jahren hatte sogar ergeben, dass Feedbacks vom Chefs bei jedem dritten Mitarbeiter zu einer Verschlechterung der Arbeitsleistung geführt hatten - möglicherweise, weil diese dann versuchen, die ausgesprochenen Anforderungen möglichst gut zu erfüllen, aber ihren Blick auch darauf beschränken und anderes außer Acht lassen. Direkte Leistungsvergleiche untergraben außerdem das Vertrauen innerhalb von Unternehmen, da sie Kollegen zu Konkurrenten werden lassen. Die wissenschaftlichen Studien deuten darauf hin, dass der Mitarbeiterentwicklung mehr damit gedient ist, Feedbacks am Arbeitskontext auszurichten. Chefs sollten kontinuierlich mit ihren Mitarbeitern im Gespräch sein. Manchmal braucht es wohl einfach die rein menschliche Dimension und Zahlen allenfalls als Hintergrundrauschen.
So geht gute Führung, WiWo 11.8.15

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Mehr Bewusstheit in der Wirtschaft 
Mittwoch, 2. September 2015 - Wissenschaft
Die Zeit stellt in einem Beitrag das ReSource-Projekt "einer der wichtigsten säkularen Ethikerinnen unserer Zeit" vor, der Neurowissenschaftlerin Tania Singer, die auf Basis der Daten von 300 Probanden die Wirkungen von Meditation und anderer mentaler Trainingsmethoden erforscht. Singer geht es längst nicht mehr nur um die Erkundung von Achtsamkeitsmethoden. Sie will auch die Wirtschaft verändern, weshalb sie mit dem Kieler Institut für Weltwirtschaft zusammenarbeitet und in dieser Kooperation neue Wirtschaftsmodelle entwerfen möchte, die kooperative, prosoziale und nachhaltige ökonomische Verhaltensweisen ermöglichen sollen. "Das alte Narrativ muss mit einem realistischeren Menschbild ersetzt werden, was auf psychologischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht un dem man auch globale Kooperation und mehr Prosozialität zumuten kann", so Singer. In ihrem Forschungsprojekt beleuchtet sie beispielsweise, mit welchen Methoden sich Mitgefühl verbessern lässt oder die Bewusstheit für die eigenen Handlungsmotive. Das Projekt ist ambitioniert und wird im Zuge der auf mehrere Jahre angelegten Auswertung sicherlich noch spannende Einsichten zutage fördern. Interessant wird auch sein, welches Menschenbild Singer selbst zugrunde legt. Während Meditation ursprünglich im Rahmen der großen spirituellen Traditionen immer damit verbunden war, vom eigenen Ich auch absehen und darüber hinaus gehen zu können, werden unter säkularen Vorzeichen inzwischen viele der Methoden eher zur Ich-Stärkung genutzt. Und gerade diese Selbstbezogenheit ist es ja, die nicht zuletzt dazu beiträgt, dass wir heute mit Wirtschaftsformen leben, die uns längst das Wasser abgraben.
Abschied vom Homo oeconomicus, Zeit online 12.8.15

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Die Kraft sozialer Transformation bei Radio evolve 
Dienstag, 1. September 2015 - Medien
Direkt vor der Sommerpause hatte ich ja bereits über die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur geschrieben, die sich dieses Mal unter dem Titel "Die Zukunft in uns - Gesellschaft im Umbruch" dem Thema soziale Transformation widmet. Für das Heft konnten wir wieder einige bekannte Persönlichkeiten gewinnen: Eine Welt im Umbruch braucht progressive Impulse: politische, wirtschaftliche und soziale. Die Zukunft hängt davon ab, wie es uns gelingt, die Welt und ihre Herausforderungen auf eine neue Weise zu sehen – und entsprechend zu handeln. Otto Scharmer, Senior Lecturer am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Berater für Regierungen und Großkonzerne, beispielsweise versucht, auf der systemischen Ebene von Wirtschaft und Politik eine Erneuerung vom Ego- zum Eco-Bewusstsein anzustoßen. Marina Weisband zeigt mit ihren Gedanken zu einer liquiden Demokratie, wie im bewussten Umgang mit Divergenzen neue Lösungsräume entstehen können. Räume, die in den Augen des Kulturphilosophen und Vordenkers der Occupy-Bewegung Charles Eisenstein ihre Kraft der Transformation aus der Herzensqualität der Verbundenheit schöpfen. Sich im Inneren im positiven Sinne betroffen zu fühlen, sich nach dem eigenen schöpferischen Potential zu fragen, verbindet uns, so der Vorreiter des Grundeinkommens Enno Schmidt, mit dem Möglichen. Wer lieber hört statt zu lesen, kann sich bei Radio evolve die einstündige Radiosendung, die Herausgeber Dr. Thomas Steininger und ich zum Magazin gemacht haben, runterladen und anhören.

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Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 3. August 2015 - sonstiges
think.work.different macht im August Sommerferien! Wir wünschen Ihnen schöne Sommertage und sind ab September wieder mit frischen News für Sie da.

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Executive Health Day am 8./8. September in Filderstadt 
Freitag, 31. Juli 2015 - Veranstaltungen
Am 8./9. September findet in Filderstadt ein spannendes Event für Führungskräfte statt - der Executive Health Day. Die Initiative geht auf Dr. Peter Becker von Steinbach & Partner zurück, der in den letzten Monaten mit verschiedenen Experten aus Beratung, Gesundheitswesen und Wissenschaft zeitgemäße Ansätze für eine Etablierung der Führungskräftegesundheit zusammengetragen hat. Mit Expertenimpulsen und Gesprächsrunden wird die Veranstaltung verdeutlichen, wie Top-Leader die Wechselwirkungen zwischen ihrer eigenen Befindlichkeit und unternehmerischem Erfolg besser erkennen können und Sorge dafür tragen können, sich selbst nicht zu verschleißen. Auf der Agenda stehen konkrete Themen wie "Gesundheit braucht eine neue Art des Managens", "Von Abhängigkeiten und Freiheiten – Wie Top-Leader zu einem gesunden Umgang mit ihren Ressourcen finden können", "Führungskraft 4.0 – Ganzheitlichkeit statt Digitalisierung" und "Von der (Ohn)Macht des Systems zur Gesundheit des Business und seiner Akteure". Zu den Mitwirkenden zählen neben Dr. Peter Becker der Führungskräfte-Berater und Zen-Lehrer Paul J. Kohtes, der Burn-out-Experte Prof. Dr. Götz Mundle und der Management-Berater Dr. Friedrich Assländer. Als Dinner-Speaker konnte für die Veranstaltung Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger gewonnen werden, der zum Thema "Gesunde Organisation – Paradoxon in Zeiten der Disruption?" sprechen wird. Ich selbst werde bei der Veranstaltung verschiedene Beispiele aus Unternehmen vorstellen, die die Führungskräftegesundheit bereits positiv adressieren.
Executive Health Day

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Zwischen Wissen und Selbstüberschätzung 
Donnerstag, 30. Juli 2015 - Studien
Wer sich für einen Experten hält, überschätzt zumeist die eigene Expertise, während Menschen, die wirklich etwas wissen, eher zurückhaltend im Hinblick auf die eigene Kompetenz sind. Zu dieser Erkenntnis kamen die US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger bereits 1999 mit einer Studie. Die Wissenschaftler folgerten daraus, dass inkompetente Menschen einer gedanklichen Verzerrung unterliegen. Das unter dem Namen Dunning-Kruger-Effekt bekannte Phänomen: Sie überschätzen ihr Können, sind dabei aber nicht in der Lage, das Ausmaß ihrer Inkompetenz zu erkennen. In einer neuen Studie bestätigten die beiden Psychologen nun diesen Effekt. In einem Test mit Hunderten von Freiwilligen sollten diese zunächst einschätzen, wie gut sie sich mit Finanzen auskennen. Anschließend wurde ihnen eine Liste mit Wörtern aus diesem Fachgebiet vorgelegt und sie sollten bewerten, wie gut sie sich mit diesen Begriffen auskennen. Auf der Liste befanden sich auch drei Fantasiewörter. Rund 90 Prozent der selbsternannten Finanzexperten gaben an, sich auch mit diesen bestens auszukennen. „Je stärker jemand von seiner eigenen Kompetenz überzeugt ist, desto mehr brüstet er sich mit Wissen, das er unmöglich haben kann”, kommentiert Dunning dieses Ergebnis lakonisch.
Selbsternannte Experten überschätzen sich, WiWo 21.7.15

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