Entspannung und Happiness auf Knopfdruck 
Mittwoch, 22. Juni 2016 - Wissenschaft
Wer keine Lust hat, lange zu meditieren, kann inzwischen auch mit technischer Unterstützung abtauchen in die Entspannung. Mit "Thync" ist ein neues Gadget auf dem Markt, mit dem man, gesteuert von einer App, das Gehirn stimulieren kann. Ein Strip, der im Nacken angebracht wird, überträgt dabei elektrische Ströme, die im Gehirn dann Zustände der Entspannung oder Happiness erzeugen sollen. "Es passt zum On-Demand-Zeitalter, in dem alles von Film über Essen bis zu Sexpartnern verfügbar sein kann, dass jetzt selbst die Stimmung bei Bedarf feingetuned wird, auch wenn die ja eigentlich etwas exklusiv Individuelles ist. Mit 'Thync' wird nicht nur ein High, sondern auch die Utopie der Veränderung des Selbst verkauft. Eigentlich also ziemlich attraktiv", heißt es in der Welt. Als Meditierende sehe ich solche Vorstöße en wenig kritisch, weil ich weiß, dass die innere Weitung, die sich beim Meditieren über längere Zeiträume einstellt, nicht einfach ein Zustand ist, den man immer wieder aufruft. In meiner eigenen Erfahrung trägt der Akt des regelmäßigen Sitzens, das sich Konfrontieren mit inneren Widerständen und das darüber hinauswachsen nicht unwesentlich dazu bei, dass Meditation zu innerem Wachstum führen kann. Es ist vielleicht einfach die menschliche Kapazität, mit Herausforderungen umzugehen, die sich hier entwickelt. Ob man diese Kapazität auch im Hirn messen kann, weiß ich nicht, aber an ihr ist sicherlich mehr beteiligt als nur die Aktivierung bestimmter Hirnregionen. Andererseits kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass Tools wie "Thync" eine Art Initialzündung geben können. Wenn das Hirn auf einer Frequenz schwingt, das den Menschen sich in einem geweiteten Zustand erfahren lässt, kann diese Offenheit zum Nährboden werden für weitere Entwicklung. Die Frage ist vielleicht auch: Nutze ich so etwas einfach, um mich besser zu fühlen? Dann bleibe ich in meinem kleinen Ich und versuche eben, es zu verbessern. Die Kraft der Meditation erwächst jedoch aus einem ganz anderen Referenzpunkt, nämlich der Erfahrung, dass ich vielleicht viel mehr bin als dieses kleine, abgetrennte Ich. Und diese Erfahrung allein hat keinen Wert für sich - sie wird dann wertvoll, wenn daraus etwas erwächst.
Das digitale High, Die Welt 12.6.16

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Langzeitarbeitslosigkeit in Europa wird zur Gefahr 
Dienstag, 21. Juni 2016 - Studien
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung wirft einen Blick auf die in besorgniserregendem Maße steigende Langzeitarbeitslosigkeit in Europa. Vor allem in den Ländern des Südens sind längst nicht mehr nur Geringqualifizierte davon betroffen, sondern zunehmend auch der gut oder sehr gut ausgebildete Nachwuchs. In Griechenland beispielsweise sind 17,7 Prozent der Erwerbsbevölkerung länger als ein Jahr arbeitslos, in Spanien 10,8 Prozent, in Kroatien 10,4 Prozent und in Ländern wie der Slowakei, Portugal, Zypern und Italien sieht es nicht viel besser aus. Die Bertelsmann Studie hebt vor allem darauf ab, dass der Ausschluss von großen Teilen der Bevölkerung aus dem Arbeitsmarkt einen Vertrauensverlust in Wirtschaft und Politik nach sich ziehen könnte. Betrachten sollte man aber auch einmal das menschliche Potential, das auf diese Weise ungenutzt bleibt. Das bringt nicht nur finanzielle Probleme und seelisches Leid mit sich, denn diese Menschen werden auch davon ausgeschlossen, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Entwicklungen wie diese sind eigentlich ein deutliches Zeichen dafür, dass es in Zukunft nicht mehr allein darum gehen kann, Beschäftigungschancen zu verbessern. Vielmehr müssten die Grundlagen unseres Zusammenlebens insgesamt mehr in den Blick genommen werden. Vielleicht ist die gegenwärtige Situation ja nicht etwas, was wieder "behoben" werden kann im Sinne eines Zurückkehrens zu einem Zustand vor der Krise. Vielleicht geht es eher darum, neue Modelle zu entwickeln, wie Menschen ihre Lebensräume gestalten können und dabei auch ein Auskommen haben.
Südeuropa verarmt, Karriere Spiegel 10.6.16

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Meditation als Kamikaze-Taktik im Business 
Montag, 20. Juni 2016 - Arbeit
Die Welt hat in einem hervorragenden Beitrag sehr viele Facetten des augenblicklichen Meditationstrends im Business zusammengestellt. Neben sehr vielen positiven Anwendungsbeispielen und Hinweisen, welche Möglichkeiten der inneren Entwicklung und Entfaltung mit Meditation verbunden sind, wirft der Beitrag auch einen fundiert-kritischen Blick auf mögliche Auswüchse. So wird beschrieben, wie immer mehr als "harte Hunde" in Erscheinung tretende Top-Manager Achtsamkeit nutzen, um die eigene Performance zu optimieren und damit die eigene Power in ethisch kritisierbaren Geschäftsaktivitäten zu verbessern. "Wer Meditation allein nutzen will, um die eigene Leistung zu steigern, gefährdet sich und andere", sagt dazu Matthias Weniger, Chef des Instituts für Stressmedizin am Bergmannsheil-Klinikum in Gelsenkirchen. Mir gefällt an dem Beitrag, dass er wirklich ein größeres Bild zeigt. Natürlich lässt sich Meditation auch instrumentalisieren. Aber ich denke, es tut Menschen auch gut, im Zuge einer Achtsamkeitspraxis die eigene Wachheit und Kritikfähigkeit zu schulen und so Meditationsangebote zu hinterfragen, die vielleicht zum Ziel haben könnten, einfach nur aus Mitarbeitern mehr rauszuholen. Das ist ja letztlich das Wunderbare an Achtsamkeit - sie macht für alles achtsamer, wenn man nur hinschaut.
Wie Chefs durch Meditation unerbittlich werden, Die Welt 8.6.16


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KMU stehen in den Augen der Bürger für positiven Wandel 
Freitag, 17. Juni 2016 - Studien
Gutes Handeln im Sinne der Gesellschaft wird in Deutschland vor allem den kleinen und mittelgroßen Unternehmen zugetraut, so eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung. In den Augen der Befragten zählt vor allem, wie die Unternehmen ihre Mitarbeiter behandeln (62 Prozent), ob sie Ethik-Regeln einhalten (49) und sich für Umwelt- und Naturschutz einsetzen (46 Prozent). Dieses positive Engagement ist nicht nur gut fürs Image. Zwei Drittel der Befragten gaben an, Produkte oder Dienstleistungen eher von Firmen kaufen zu wollen, die sich für die Lösung gesellschaftlicher Probleme einsetzen. Das traut den börsennotierten Firmen nur ein Drittel zu, zwei Drittel sehen hier vor allem die KMU als besonders engagiert. Gesellschaftliche Verantwortung beinhaltet für die Befragten dabei insbesondere Arbeitsplätze zu schaffen (57 Prozent), auf die Wünsche der Mitarbeiter einzugehen (50 Prozent) und Verantwortung gegenüber der Umwelt (47 Prozent) sowie Kunden und Lieferanten (44 Prozent) zu übernehmen.
Diesen Unternehmen vertrauen die Deutschen, WiWo 9.6.16

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Drei Viertel aller Deutschen finden das Grundeinkommen gut 
Donnerstag, 16. Juni 2016 - Studien
Ein Viertel aller Schweizer stimmte kürzlich für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Auch in Deutschland ist diese positive Stimmung wahrnehmbar. Hierzulande befürworten 29 Prozent das Grundeinkommen vorbehaltlos, 44 Prozent finden es gut, sehen aber noch offene Fragen. Nur 21 Prozent lehnen die Idee ab. Befragt wurden vom Meinungsforschungsinstitut YouGov 2.033 Personen. Die Zustimmung zum Grundeinkommen erstreckt sich dabei über alle Parteigrenzen, wobei sie bei Wählern der Linken gegenüber jenen von CDU/CSU überwiegt. 82 Prozent der befragten sagen, sie würden auch mit Grundeinkommen weiterhin einer Arbeit nachgehen, nur 8 Prozent würden dann ihren Job hinschmeißen. Allerdings glaubt die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass die meisten Menschen mit Grundeinkommen nicht mehr arbeiten würden.
Pressemitteilung "Mein Grundeinkommen e.V.", 7.6.16

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86 Prozent der Arbeitnehmer haben Stress 
Mittwoch, 15. Juni 2016 - Studien
Eine Umfrage der pronovaBKK unter 1.660 Arbeitnehmern zeigt: Fast 86 Prozent der Bundesbürger leiden unter Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Die Hauptursachen sind ständiger Termindruck (38 Prozent), ein schlechtes Arbeitsklima (37 Prozent), emotionaler Stress (36 Prozent) und Überstunden (33 Prozent). Die damit verbundenen Beschwerden sind kaum zu unterschätzen. 67 Prozent leiden unter Verspannungen im Nacken, 63 Prozent unter Rückenschmerzen. Schmerzen in Schultern, Armen oder Händen sind für 53 Prozent ein Problem und 47 Prozent leiden unter Kopfschmerzen.
So gestresst sind deutsche Angestellte, Spiegel online 5.6.16

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Entspannung zeigt sich im Herzen 
Dienstag, 14. Juni 2016 - Studien
Ob Stress als Stress empfunden wird, hängt nicht nur von der inneren Haltung ab, sondern auch von der Herzfreuqenzvariabilität. Ist diese niedrig, deutet das auf einen ständigen Stresspegel hin. Wissenschaftler der Pennsylvania State und der Columbia University untersuchten gut 900 Probanden auf diesen Zusammenhang. Sie maßen die Herzfreuqenzvariabilität und befragten die Studienteilnehmer eine Woche lang regelmäßig zu ihrer Stressbelastung. Dabei zeigte sich: Vor allem Menschen mit niedriger Herzfreuqenzvariabilität nahmen stressige Ereignisse besonders deutlich und als beeinträchtigend wahr und waren von ihnen auch emotional betroffen. Diejenigen, deren Herzfrequenz eine größere Spannweite hatten, kamen selbst mit höheren Belastungen besser zurecht.
Bloß kein Stress mit dem Stress! Psychologie heute 3.6.16

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Aufmerksamkeit - die Umgebung zählt auch 
Montag, 13. Juni 2016 - Arbeit
Leise Hintergrundgeräusche und bunte Farben wirken beim Arbeiten stimulierend. Berge Unerledigtes auf dem Schreibtisch und Zwangsbeschallung durch die Telefonate des Gegenübers hingegen killen die Produktivität. Im Interview mit der Zeit erklärt der Neurowissenschaftler Henning Beck, welche äußeren Rahmenbedingungen der Aufmerksamkeit beim Arbeiten dienlich sind - und welche nicht. "Die Umgebung hat einen großen Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit, denn das Gehirn neigt dazu, ständig hin- und herzuspringen. Es ist nicht darauf ausgelegt, sich lange zu konzentrieren. Daher sind Ablenkungen auch so verführerisch", so Beck. Darunter fallen auch die selbstgewählten Ablenkungen, zu denen auch das Multitasking gehört. "Menschen, die sich für multitaskingfähig halten, schneiden bei Multitasking-Untersuchungen besonders schlecht ab. Unser Hirn kann maximal zwei leichte Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Alles, was darüber hinausgeht, schadet nur. Wer viele Dinge gleichzeitig macht, verwirrt sein Hirn. Es verliert die Gewichtung von Aufgaben. Dieses Springen kostet aber nicht nur Zeit, sondern macht auch fehleranfälliger", erklärt der Wissenschaftler.
"Ablenkungen sind für unser Hirn verführerisch", Zeit online 31.5.16

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