Kultur permanenter Flexibilität begünstigt Arbeitssucht 
Dienstag, 19. Juli 2016 - Arbeit
Arbeitssucht ist ein Phänomen, dass wenig greifbar ist. Offizielle Statistiken gibt es nicht - auch, weil es keine anerkannte Diagnose für Workaholics gibt. Doch Experten gehen davon aus, dass in Deutschland zwischen 200.000 und 300.000 Menschen bereits arbeitssüchtig sein könnten. Das zwanghafte Verhältnis zum Beruf wird durch die kulturellen Veränderungen der letzten Jahre deutlich begünstigt. Ständige Mobilität und Erreichbarkeit, verdichtete Arbeitsprozesse, die Angst vor Jobverlust - es gibt viele gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die es Menschen erschweren, der Arbeit den rechten Platz im Leben zuzuweisen. Die Vielarbeiter geraten dabei leicht in eine Abwärtsspirale, denn je mehr sie sich selbst fordern, umso eher erschöpfen sie - und um so unproduktiver werden sie. Arbeitspsychologen fürchten bereits, dass dieses Phänomen nicht einfach verschwindet, sondern möglicherweise in den nächsten Jahren noch größer wird.
Bin ich ein Workaholic? Zeit online 5.7.16

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Wenn ein Job nicht reicht 
Montag, 18. Juli 2016 - Studien
Mit der Arbeit den Lebensunterhalt sicherzustellen, das ist einer wachsenden Zahl von Menschen nicht mehr möglich, zumindest nicht mit nur einem Job. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge stieg zwischen 2004 und 2015 die Zahl derjenigen, die neben einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit noch einen Mini-Job ausüben, von 1,4 auf 2,5 Millionen. Das sind bereits acht Prozent aller Arbeitnehmer. Von dieser Doppelbelastung sind mehr Frauen (56,1 Prozent) als Männer (43,9 Prozent) betroffen.
Zahl der Zweitjobber steigt um eine Million an, Die Welt 4.7.16

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Sommerzeit - Urlaubszeit 
Montag, 11. Juli 2016 - sonstiges
think.work.different macht Ferien! Ab 18. Juli sind wir wieder mit frischen News für Sie da!

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Crowdworking lockt mit Selbstwirksamkeit 
Freitag, 8. Juli 2016
Warum boomt das so genannte Crowdworking so, obwohl viele der neuen digitalen Selbstständigen kaum auf existenzsichernde Einkommen kommen? Der Wirtschafts- und Politikwissenschaftler Ayad Al-Ani hat das Phänomen näher untersucht und kommt zu dem Schluss, dass vor allem die Selbstidentifikation und Selbststeuerung dieser Arbeitsmodelle einen besonderen Reiz hat. "Offensichtlich sind beim Crowdworking Erfahrungen möglich, die die traditionelle Hierarchie mit ihrem Top-down-Management und ihren Machtspielen weniger hergibt. Manche Befragten empfanden zudem ihre Mitarbeit als eine Art 'Mikrounternehmer' reizvoll und als wichtige Lernerfahrung", so Al-Ani. Der Wissenschaftler betrachtet es allerdings auch kritisch, wie sich durch die neuen Arbeitsformen bewährte Standards des Arbeitnehmerschutzes aufzulösen beginnen. Gestärkt durch die kollaborativen Formen der digitalen Crowdarbeit glaubten viele der neuen Soloselbstständigen, ausreichend für ihre Interessen eintreten zu können. "Arbeitskämpfe, wie etwa der von Uber in Kalifornien, zeigten ein völlig neues Kooperationsmodell: Crowdworker organisieren sich zwar selbst, nur durch die Kooperation mit einer verhandlungserfahrenen traditionellen Gewerkschaft konnten aber schlussendlich erfolgreiche Ergebnisse erzielt werden. Dies erscheint uns als ein bemerkenswertes, zukunftsorientiertes Modell der Zusammenarbeit zwischen Crowdworkern und Gewerkschaften", so Al-Ani.
"Crowdworker glauben, dass sie sich selbst organisieren können", Zeit online 30.6.16


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Stresspegel bei der Arbeit steigt 
Donnerstag, 7. Juli 2016 - Studien
Die Techniker Krankenkasse hat anhand der Daten aus 29 Befragungen von insgesamt rund 9.000 Arbeitnehmern zwischen 2002 und 2015 festgestellt, dass der Stresspegel der Arbeitnehmer kontinuierlich anwächst. Heute sind etwa 7 von 10 Arbeitnehmern mit ihrer Jobsituation insgesamt zufrieden. Doch nahezu zwei Fünftel sagen inzwischen, dass der Job sie auch nach Arbeitsende noch stresse. In der ersten Hälfte des Untersuchungszeitraumes traf dies nur auf drei von 10 Arbeitnehmern zu. Unter den Führungskräften beschäftigen sich auch außerhalb der Arbeitszeit zwei Drittel mit Beruflichem - und jeder zweite empfindet dies als Belastung. Unter den Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung fühlen sich sogar drei von vier Personen dadurch gestresst.Vor 2009 klagten vier von zehn Arbeitnehmern über starke Zusatzbelastungen, in den letzten fünf Jahren war es bereits die Hälfte. Und 60 Prozent meinen, der Stress habe in den vergangenen zwei Jahren zugenommen.
Job? Mehr Last als Lust, WiWo 27.6.16

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Familienfreundlichkeit muss "vorgeführt" werden 
Mittwoch, 6. Juli 2016 - Studien
Immer mehr Unternehmen brüsten sich damit, etwas für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu tun. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen nach wie vor auseinander. Der vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 zeigt: 83 Prozent der Unternehmen halten sich für familienfreundlich, aber nur 60 Prozent der Mitarbeiter empfinden das auch so. Modelle wie Elternzeit oder Teilzeit müssten in den Firmen und nicht zuletzt durch die Führungskräfte auch gelebt werden, fordert Familienministerin Manuela Schwesinger. Auch kritisiert der Report, dass den unterschiedlichen Lebensphasen von Menschen in Firmen zu wenig Rechnung getragen werde. Arbeitsmodelle, die Familienphasen, längere Weiterbildungen oder auch die Pflege von Angehörigen möglich machen, würden immer noch viel zu selten angeboten.
Das Vorbild des Chefs entscheidet, Zeit online 27.6.16

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Frühes Aufwachen ist kein Zeichen für genügend Schlaf 
Dienstag, 5. Juli 2016 - Wissenschaft
Führungskräfte brüsten sich gerne mit ihrer Leistungsfähigkeit. Dazu gehört auch, mit möglichst wenig Schlaf auszukommen. Wer morgens schon vor dem Wecker aufwacht oder ihn erst gar nicht stellt und von selbst wach wird, hat jedoch nicht automatisch auch das gesundheitlich wünschenswerte Schlafpensum bekommen. "Wenn jemand eine große Verpflichtung hat und unter Druck oder Spannung steht, reduziert das den Schlafbedarf im Körper automatisch", sagt Daniel Brunner, Leiter des Zentrums für Schlaf an der Zürcher Klinik Hirslanden. Mentale Anspannung, sei sie durch positiven oder negativen Stress hervorgerufen, führt dazu, dass der Körper früher als gewöhnlich erwacht. Der Spannungsdruck überspielt in gewisser Weise das natürliche Schlafbedürfnis. Stolz darauf zu sein, keinen Wecker zu brauchen, ist ebenfalls Fehl am Platze, denn damit delegiert man die Weckfunktion nur an den Körper. Oft ist der Schlaf dann weniger tief und erholsam, da das Körper-Geist-System in unterschwelliger Alarmbereitschaft verweilt. Zur Zeit lässt sich allerdings auch ein neuer Trend beobachten. Gerade viele Top-Manager verkünden heute beinahe stolz, wenn sie besonders viel schlafen. Und die Wissenschaft bestätigt, dass ausreichend Schlaf auch der Leistung zugute kommt. Umgekehrt führt permanenter Schlafentzug zu Beeinträchtigungen, die mit denen der Trunkenheit vergleichbar sind ...
Warum Sie ab sofort früher ins Bett gehen sollten, Die Welt 23.6.16

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Die Intuition ist nicht unschlagbar 
Montag, 4. Juli 2016 - Arbeit
Der Harvard Business Manager hat auf seiner Webseite einen wunderbaren Test, mit dem man den Unterschied zwischen intuitivem und logischem Denken in der eigenen Geistesbewegung erfahren kann. Wenn man bewusst bei der Sache ist, merkt man bei den drei Denkaufgaben, die ohne Logik nicht zu lösen sind, wie im Kopf spontan Antworten entstehen - und zwar solche, die falsch sind. Nimmt man sich dann ein wenig Zeit zum tieferen Sinnieren, kommt man leicht auf die Lösung der Rätsel. Oft verbindet man ja mit dem logischen Denken die Kühle der Rationalität, vielleicht sogar so etwas wie Maschinen-Denken. Mich hat bei diesem kurzen Selbstversuch etwas ganz anderes fasziniert, nämlich die tiefe Klarheit, die sich einstellt, wenn man wirklich ganz bewusst nachdenkt. Und hier verschwimmt für mich auch die klare Trennung zwischen Intuition und Rationalität. Auch meinen Intuitionen kann ich so bewusst nachgehen wie ich bewusst logisch denken kann. Den Ursprung einer Eingebung werde ich so zwar nicht ergründen, was eigentlich auch gar nicht nötig ist. Aber durch diese Bewusstheit komme ich der Tragweite dieser Intuition ein ganzes Stück näher.
Testen Sie Ihre Denkweise, HBM 23.6.16

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