Verkürzte Arbeitszeit bedeutet mehr als weniger Arbeit 
Montag, 29. August 2016 - Arbeit
Zeit Campus ist einmal der Frage nachgegangen, wie sich verschiedene in Schweden lancierte Projekte zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit auswirken. Vorstöße wie der in Göteborg, wo ein Altenheim zum Test die Wochenarbeitszeit von acht auf sechs Stunden reduzierte, sorgen in den Medien regelmäßig für Furore. Fehlende oder mangelhafte wissenschaftliche Evaluationen machen es indes schwierig, die Wirkungen solcher Versuche nachzuvollziehen. Im Fall Göteborg waren die Angestellten zwar um 20 Prozent zufriedener als in einem anderen Altenheim - doch wurde bei ihnen kein Vorher-Nachher-Vergleich im Zeitraum des Tests gemacht. Die Krankenrate sank mit der Arbeitszeitverkürzung um gerade einmal 0,6 Prozent. Im Sahlgrenska-Universitäts-Krankenhaus in der Nähe von Göteborg wird ebenfalls mit dem 6-Stunden-Arbeitstag experimentiert. Hier waren die Ideen des Projekts, die Arbeitsplätze attraktiver zu machen und die Fluktuationsrate der Mitarbeiter zu senken. Beide Ideen scheinen aufzugehen. Das Krankenhaus konnte außerdem, da aus einer 8-Stunden-Schicht nun zwei 6-Stunden-Schichten wurden, die Zahl der Operationen erhöhen. Das soll den Umsatz um 20 Prozent erhöhen. Bei den Mitarbeitern scheint der Vorstoß auf große Akzeptanz zu stoßen, da sie nun besser mit der hohen Belastung, die der Job, gleich wie viele Stunden man ihn macht, mit sich bringt, umgehen können. Auch schwedische Start-ups experimentieren mit kürzeren Arbeitszeiten - und das sehr pragmatisch. Da es eine Illusion sei, dass Menschen acht Stunden am Stück konzentriert arbeiten, tun sie es in solchen Firmen nur sechs Stunden - Kaffeepausen und ähnlicher Zeitvertreib entfallen dafür. Das ist die rationale Seite der Arbeitszeitverkürzung - die für Mitarbeiter, die gegen straffes Arbeiten nichts einzuwenden haben, natürlich auch mehr mehr Freizeit mit sich bringt.
Zwei Stunden mehr Leben, Zeit Campus 9.8.16

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Sommerzeit - Ferienzeit 
Montag, 15. August 2016 - sonstiges
think.work.different macht Ferien. Ab 29.8. sind wir wieder mit frischen News für Sie da.

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Gehirnjogging funktioniert - manchmal 
Freitag, 12. August 2016 - Studien
In unserer Kultur der Selbstoptimierung setzen immer mehr Menschen auch auf Gehirnjogging, um ihre Fähigkeiten zu verbessern. Viele Apps und Tools dazu sind allerdings nicht wissenschaftlich validiert und ihr realer Nutzen ist ungewiss. Forscher der University of South Florida in Tampa heben nun eine Methode als besonders effektiv hervor, das "Speed of Processing"-Training. Dabei sollen die visuelle Aufmerksamkeit und die Auffassungsgabe gestärkt und beschleunigt werden. Dabei geht es darum, in der Mitte eines Bildschirms voller Symbole eines davon zu identifizieren und gleichzeitig ein weiteres Objekt im peripheren Sichtfeld in den Blick zu nehmen. Je länger man trainiert, umso schneller findet man das Gesuchte. Eine Auswertung von 50 Studien der Universität zeigt, dass dies auch Effekte im Alltag zeitigt. Menschen, die "Speed of Processing" üben, verfügen in verschiedenen Situationen über eine bessere Leistungsfähigkeit - sie sind beim Autofahren beispielsweise reaktionsschneller. Außerdem zeigte die Auswertung, dass die Übungen sogar Depressionen entgegenwirken können.
Gehirnjogging gegen Demenz, wissenschaft.de 5.8.16

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Neuer Rekord bei Krankschreibungen 
Donnerstag, 11. August 2016 - Studien
Die Zahlen der DAK verheißen nichts Gutes. Mit 4,4 Prozent lag der Krankenstand im ersten Halbjahr 2016 so hoch wie nie. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um 0,3 Prozentpunkte. 37 Prozent aller Berufstätigen wurden mindestens einmal krankgeschrieben, bei einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von 12,3 Tagen (Vorjahr: 11,7 Tage). Mehr als die Häfte aller Fehltage entfällt dabei auf Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen (22 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (17 Prozent) und psychische Erkrankungen (16 Prozent). Fragt sich, was uns so krank macht. Die üblichen Grippewellen erscheinen in dieser Aufstellung eher als marginales Problem. Auffällig ist hingegen, dass mehr als ein Drittel der Erkrankungen nicht zuletzt in der Verfasstheit der Arbeitswelt Ursachen zu haben scheint. Ständige Schreibtischarbeit ist gleichermaßen Gift für die Gesundheit wie die stetig wachsenden Belastungen der Arbeitnehmer in vielen Branchen, die immer mehr Menschen psychisch nicht mehr kompensieren können.
So krank wie nie, Zeit online 3.8.16

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Glücklicher per App 
Mittwoch, 10. August 2016 - Studien
Kleine Übungen per App zwischendurch können das Wohlbefinden steigern, so die Erkenntnisse einer Untersuchung der Universität Basel. 27 Probanden hatten über zwei Wochen die Gelegenheit, regelmäßig Kurzinterventionen von wenigen Minuten auf dem Smartphone zu praktizieren - sie konnten dabei wählen zwischen Übungen, die auf das Gefühlsleben abzielen, Anleitungen, die die Mimik betrafen, oder dem kontemplativen Wiederholen von Zahlen. Anschließend sollten sie Angaben über ihre Stimmung machen. Dabei zeigte sich: Die Probanden waren nicht nur direkt nach der Übung besser gestimmt, sondern ihre Befindlichkeit verbesserte sich auch über den gesamten Übungszeitraum.
Gute Laune dank Übungen per Smartphone, Universität Basel 28.7.16

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Was bedeutet eigentlich Scheitern? 
Dienstag, 9. August 2016 - Management
In regelmäßigen Abständen wird in den Wirtschaftsmedien die Diskussion aufgerollt, dass wir eine neue Kultur des Scheiterns brauchen. So auch jüngst im Handelsblatt. "Nur etwa jeder Zweite steht nach einer repräsentativen Umfrage der Universität Hohenheim dem unternehmerischen Scheitern positiv oder überwiegend positiv gegenüber. Geschäftliche Misserfolge werden dabei deutlich kritischer eingeschätzt als Fehlschläge im sonstigen Leben", so die Zeitung. Gerne wird dann mit dem Vorbild Amerika argumentiert - dort sehe man das Scheitern wesentlich entspannter, stehe einfach auf und mache weiter. Die Schlussfolgerung: Wir brauchen eine Kultur des Scheiterns, die Fehlschläge nicht verdammt. Ich würde lieber einmal fragen: Was bedeutet es eigentlich zu scheitern? Eine Firma in den Sand zu setzen, Ziele nicht zu erreichen, bei einer Aufgabe zu versagen? All diese Beispiele beinhalten etwas, dass wir nur schwer in den Blick nehmen: eine Vorstellung davon, wie die Dinge sein sollten. Einen Normalfall, an dem wir messen. Was aber, wenn wir das Leben einmal als das nehmen, was es ist? Als einen in großen Teilen unberechenbaren Prozess. Woran ließe sich hier noch ein Scheitern messen? Gar nicht! Es geht nicht darum, Ziele oder Ambitionen völlig aufzugeben. Eher darum zu erkennen, dass in dem Moment, wo etwas nicht funktioniert, das Leben zur weißen Leinwand wird. Dann grämen wir uns vielleicht weniger über das, was schief gelaufen ist - und richten unsere Energie ganz darauf, welches Bild auf der Leinwand als nächstes gemalt werden könnte ...
Neue Chance nach der Pleite, HB 30.7.16

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Gefangen im Kapitalismus 
Montag, 8. August 2016 - Arbeit
"Das ganze System basiert auf Ausbeutung – Ausbeutung von Menschen und von Natur. Kaum etwas im Kapitalismus ist nachhaltig, auch wenn das ein neues Modewort ist. Selbst aus Subkulturen und Kapitalismuskritik entstehen noch neue Produkte", beklagt der Philosoph Patrick Spät in einem Interview mit der Zeit. Es scheint, als wären wir gefangen. Wissenschaftler und Aktivisten überbieten sich mit klugen Analysen, was am System falsch ist, nicht funktioniert - und organisieren Proteste. Doch irgendwie scheinen wir gefangen in diesem System, das sich selbst erhält, gleich was wir tun. "Krisen sind ja auch ein Geschäftsmodell, seit 2008 hat die Anzahl der Millionäre weltweit rapide zugenommen. Es gehört zu den Wesensmerkmalen des Kapitalismus, immer neue Verwertungspotentiale zu finden. Oder alte Verwertungspotentiale wieder zu nutzen – oft mit wahnsinnigen Renditen. Nach der Krise 2008 etwa hat eine Rückbesinnung auf reale Güter stattgefunden. Seither nehmen Land- und Watergrabbing weltweit stark zu", beschreibt Spät. Es scheint, als könnten wir keinen Schritt tun, der uns über die Grenze des Bestehenden hinausführt. Im Gegenteil: Viele Vorstöße lassen das, wogegen sie sich richten, sogar hochkochen. Arbeiter demonstrieren? Mal schauen, welche Jobs ohnehin von Robotern gemacht werden können ... Doch wie überwindet man ein System, in dem wachsende Vermögensungleichheit und damit Machtkonzentration den Normalzustand darstellen? Wir leben in einer Zeit, in der wir schmerzlich feststellen, dass das Erkennen von Problemen nicht unbedingt auch Lösungen hervorbringt. Im Gegenteil. Der Mindestlohn beispielsweise kommt scheinbar denen, die zu wenig haben, zugute, doch unterstützt er die Konsumstrukturen, die den äußeren Rahmen für die Ungleichheiten, die überwunden werden sollen, schaffen. Vielleicht sitzt der Schmerz über all die Sackgassen, die dieses System für so viele bereit hält, noch nicht tief genug. Vielleicht schmerzt es einfach noch nicht genug, dass wir immer wieder an diese Grenzen stoßen. Wie wäre es, wenn wir einfach nicht mehr mitspielen? Nicht als Lösung, als Versuch herauszufinden, was dann geschehen kann ...
"Das Bedingungslose Grundeinkommen wird uns nicht retten", Zeit online 29.7.16

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Die Kunst anzuhalten 
Freitag, 5. August 2016 - Medien
Asus, Hersteller von Notebooks, hat bereits einige Produkte mit dem Label "Zen" im Programm - nun veröffentlicht das Unternehmen auch ein ZenMag, eine Kundenzeitschrift, die sich neben dem Produktportfolio von Asus auch Wesentlichem widmen möchte. In der aktuellen Ausgabe gibt es beispielsweise einen Beitrag über "Die Kunst anzuhalten". „Zen ist ein Weg, sich selbst zu erforschen und aus dem Lärm der äußeren Welt in die Welt der Ruhe und des Seins zu finden. Er entwickelt sich aus der täglichen Praxis, die Disziplin und Ernsthaftigkeit erfordert. Neben Konzentration und Kraft soll jedoch genauso Freude, Offenheit und Leichtigkeit in unserem Leben Platz finden“, erklärt dort Dr. Fleur Sakura Wöss, Leiterin des Zen Meditationszentrum Misho-an (“Tempel des Lächelns”) in Wien, den Begriff des Zen. Für die Zen-Lehrerin geht es bei der Meditation weniger um Selbstverbesserung als eher darum, wieder in Kontakt zu kommen mit dem, was ist. „Wer sich zu viel zumutet und nicht regeneriert läuft Gefahr krank zu werden. Der Körper reagiert schnell auf Symptome, die letztendlich durch eine geistige oder seelische Überlastung hervorgerufen werden. Zen hilft, wieder auf die Stimme des Körpers zu hören“, so Fleur Sakura Wöss.
Asus ZenMag

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