Mal ganz nebenbei führen 
Freitag, 7. Oktober 2016 - Management
"Beim Thema Führung ist noch viel Luft nach oben", sagt Ulrich Goldschmidt, Chef beim Berufsverband "Die Führungskräfte" im Interview mit der Wirtschaftswoche. Die regelmäßigen Studien des Verbandes zeigen, dass sich nur jede dritte Führungskraft überhaupt damit beschäftigt, zu führen. Nur 41 Prozent der Führungskräfte sagen, dass sie bei ihren eigenen Vorgesetzten solide Führungskompetenz wahrnehmen. Das liegt vielleicht auch daran, dass sich nur ein Drittel der Führungskräfte gut auf seine Führungsaufgaben vorbereitet fühlt. Nur 38 Prozent erleben in der eigenen Firma eine kompetente Begleitung auf dem Weg, Führungsaufgaben wahrzunehmen. Das Gesamtbild, das Goldschmidt vom Führungsalltag zeichnet, ist ernüchternd: "Unternehmen räumen ihren Führungskräften überwiegend zu wenig Zeit für Führung ein. Viele Firmen missbrauchen ihre Führungskräfte als Sachbearbeiter 'plus', also für Sachbearbeitung plus Führung. Nach unserer Studie wenden nur vier Prozent der Führungskräfte mehr als 80 Prozent ihrer Arbeitszeit für Führung auf. Knapp 80 Prozent der Führungskräfte sagen aber, dass sie sich gerade mal in der Hälfte ihrer Arbeitszeit um Führung kümmern können. Ein krasses Missverhältnis, wenn wir andererseits immer davon sprechen, dass die Mitarbeiter das wichtigste Kapital der Unternehmen sind."
"Solchen Menschen darf man keine Mitarbeiter anvertrauen", WiWo 28.9.16

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Ansage vom Chef? Mir doch egal! 
Donnerstag, 6. Oktober 2016 - Studien
Was der Chef sagt, ist Gesetz!? Denkste! 31 Prozent der Arbeitnehmer ignorieren die Ansagen ihrer Vorgesetzten, so das Ergebnis einer Umfrage von TNS Infratest unter 800 Mitarbeitern und 400 Führungsrkäften. Sie agieren ohne Absprache, legen Anweisungen nach Gutdünken aus oder missachten sie gleich völlig. 35 Prozent der Eigenmächtigen wollen so langwierige Abstimmungsprozesse vermeiden, 33 Prozent glauben, die Anforderungen von Kunden und Märkten besser zu kennen als der Chef und 10 Prozent fühlen sich durch Vorgaben in der Verwirklichung eigener Ideen eingeschränkt und umgehen sie deshalb. Den Chefs entgeht das natürlich nicht. Nur zwei Prozent glauben, dass alle immer machen, was sie sagen. 38 Prozent hingegen schätzen, dass etwa ein Viertel ihrer Mitarbeiter auf eigene Faust handeln.
Jeder Dritte ignoriert Anweisungen vom Chef, Spiegel online 28.9.16

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Digitalisierung zwischen Zwang und Freiheit 
Mittwoch, 5. Oktober 2016 - Studien
Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer findet, dass Technologie sie im persönlichen Leben produktiver macht und ihnen mehr Freiheit gibt, zu leben und zu arbeiten, wo sie wollen. Dies ergab eine Umfrage der Universität St. Gallen unter rund 8.000 Personen. Lust und Frust liegen, wenn es um Digitalisierung geht, nicht weit auseinander. Zwei Drittel der Befragten finden, ihre Arbeit verlange es geradezu, ständig den Überblick über eine Vielzahl von Informationen zu behalten. Dabei fühlen sich 12 Prozent überfordert, weil die Technologie es zu vielen Menschen ermögliche, auf ihre Zeit zuzugreifen. 15 Prozent empfinden die tägliche Flut von Mails und Sprachnachrichten als Zeitverschwendung, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun habe. 17 Prozent spüren, dass die Technologie sie zwinge, deutlich schneller zu arbeiten. Die gefühlte Erschöpfung ist dabei nicht unerheblich: 33 Prozent fühlen sich am Ende eines Arbeitstages "verbraucht", bei 23 Prozent zeigt sich emotionale Erschöpfung und 21 Prozent fühlen sich durch ihre Arbeit sogar ausgebrannt. Jeder vierte Arbeitnehmer glaubt, dass die ständige Verfügbarkeit das eigene Privat- und Familienleben beeinträchtigt.
Studienbericht Auswirkungen der Digitalisierung, 27.9.16


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Weniger Arbeit, mehr Leben 
Dienstag, 4. Oktober 2016 - Arbeit
Arbeitszeitverkürzung, das war früher eine Domäne der Gewerkschaften. Heute sind es - vor allem hippe - Unternehmen, die von sich aus das Weniger-Arbeiten zur Devise erklären. Bike Citizens, ein Fahrradhersteller mit Niederlassungen in Berlin und Graz, etwa hat eine Vier-Tage-Woche eingeführt. Bei dem vor fünf Jahren gegründeten Start-up waren die Mitarbeiter in der Anfangsphase mit Wochenarbeitszeiten um die 70 Stunden so busy wie Banker, doch auf Dauer lasse sich das nicht durchhalten, glaubt Gründer Andreas Stückl. Seit zwei Jahren bleiben die Mitarbeiter deshalb freitags zuhause. Die Arbeitszeit an den anderen vier Wochentagen haben sie auf ca. neun Stunden pro Tag erhöht und ihr Gehalt etwas reduziert. "Das Wochenende ist länger. Du kannst einfach mehr deinen privaten Interessen nachgehen und am gesamtgesellschaftlichen Leben teilnehmen. Manche haben auch Familie und finden es gut, sich mehr einbringen zu können. Alle sind motivierter, die Atmosphäre ist entspannt. Wir wollen in erster Linie, dass es unseren Mitarbeitern gut geht. Und wenn alle motivierter sind, hat das natürlich einen Einfluss auf die Qualität der Arbeit. Ich würde es so sagen: Wir arbeiten weniger und der Laden läuft trotzdem.", so Stückl.
"Am Freitag sind wir nicht da!" Zeit online 26.9.16

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Petition gegen zu viel Verpackung 
Freitag, 30. September 2016 - sonstiges
Wer heute seine Einkäufe ökobewusst gestalten möchte, steht selbst bei Anbietern, die explizit auf Umweltverträglichkeit Wert legen, häufig vor einem Verpackungsproblem, denn selbst Bioware und nachhaltig Produziertes wird gerne in konventionellen Verpackungen angeboten. Katharina Lehmann aus Berlin möchte, dass dm hier mehr Umsicht walten lässt. In nur zwei Wochen sammelte sie mit einer Petition 50.000 Unterschriften, die zum Ziel haben, den Drogeriemarkt zum Überdenken seiner Verpackungspolitik zu bewegen. Ihr nächster Schritt: Ein Gespräch mit dm-Geschäftsfhrer Erich Harsch.
50.000 Unterschriften gegen zu viel Verpackung bei dm, Good impact 23.9.16

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Der blinde Fleck nationaler Vorurteile 
Donnerstag, 29. September 2016 - Studien
Diversity steht bei Firmen hoch im Kurs. Doch unsere Vorurteile - im Guten wie im Schlechten - gegenüber anderen Kulturen werden dabei anscheinend unterschätzt, weil sie bisweilen einfach unbewusst sind. Für eine Studie ließ das Max-Planck-Institut ur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn 1.200 Menschen aus Deutschland, den USA, Israel, Indien, Japan und Mexiko ein experimentelles Onlinespiel spielen. In Zweierteams mussten diese sich für eine kooperative oder egoistische Strategie entscheiden, ohne sich abstimmen zu können. Zeigte sich einer im Team egoistisch, der andere kooperativ, ging der Gewinn an den Egoisten. Wählten beide die egoistische Variante, gingen sie leer aus. Waren beide kooperationswillig, erhielten sie beide einen mittleren Gewinn. Alle Mitspieler kannten voneinander nur die Nationalität. Im Spiel wie auch in der anschließenden Befragung zur Einschätzung der Mitspieler zeigte sich, wie stark die Beurteilung des Gegenübers von nationalen Vorurteilen geprägt war. US-Amerikaner etwa erwarteten von Japanern eine hohe Kooperationsbereitschaft, von Israelis oder Indern hingegen eine geringe. Israelis wiederum erwarteten von den Amerikanern eher Kooperation und zeigten sich ihnen gegenüber deshalb auch sehr kooperationsbereit. Japaner waren grundsätzlich eher skeptisch im Hinblick auf die Kooperationsbereitschaft der anderen. Insgesamt mussten die Forscher feststellen, dass das Verhalten der Studienteilnehmer durch deutliche Stereotype gekennzeichnet war, was im Spiel zu Inkompatibilitäten und Fehleinschätzungen führte. Sie raten dazu, diese Thematik auch in der Arbeitswelt stärker zu berücksichtigen.
Wie nationale Vorurteile prägen, wissenschaft.de 22.9.16

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Abschied von der Generation Y 
Mittwoch, 28. September 2016 - Studien
Eine lässige Arbeitsumgebung, Entfaltung ist wichtig, Geld dagegen eher weniger - so wurde in den letzten Jahren immer wieder die Generation Y, das sind die jungen Berufseinsteiger, beschrieben. Doch gab es immer auch Einzelstudien, die diesen Einschätzungen widersprachen, zum Beispiel wenn in Umfragen auch in der jüngeren Altersgruppe viele angaben, ein hohes Gehalt sei ihnen wichtig. Eine neue Auswertung der Studie "Arbeit in Deutschland", die auf Daten des Mikrozensus 2013 basiert, legt nun nahe, dass die Generation Y eher Ergebnis zahlreicher Deutungen denn eine Realität ist. Die Auswertung hat sieben Wertewelten eruiert, die sich über alle soziodemographischen Merkmale hinweg ergeben. Da gibt es die, die glauben, alles erreichen zu können. Andere finden, dass selbst größte Anstrengungen nicht unbedingt zum Erfolg führen. Manche schätzen eine hohe Individualisierung bei der Arbeit, andere vermissen eher familiäre Teams. Für manche ist Arbeit Selbstverwirklichung, andere suchen den Sinn des Lebens lieber außerhalb des Jobs. Wer hätte gedacht, dass es in einer durch Individualisierung geprägte Gesellschaft tatsächlich auch individuelle Lebensentwürfe gibt?
Generation Y - ach Quatsch! FAZ 21.9.16

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Führen bedeutet, etwas zu entwickeln 
Dienstag, 27. September 2016 - Management
Menschlichkeit im Business - für den Unternehmer Stephan Brockhoff ist das eine klassische Führungstugend. "Ich meine mit Menschlichkeit einen Führungsstil, der etwas entwickelt und zugleich verhindert, dass es Kollateralschäden gibt. Wenn das Leadership darauf abzielt, eine Kultur zu entwickeln, in der sich alle gegenseitig unterstützen und weiterentwickeln, hat das großes Potenzial", sagt er im Interview mit Zeit online. Er kritisiert zu starke Hierarchien, Leistungskontrolle und das Pochen auf Normerfüllung. So würden eher Entfaltungsmöglichkeiten behindert statt gefördert. "Mit etwas mehr Menschlichkeit kommt aber ein Veränderungsprozess in Gang, der gerade in der Marktwirtschaft gut funktioniert. Denn mithilfe von Vertrauen und Empathie kann man das ungenutzte Potenzial von vielen Mitarbeitern in Unternehmen bergen – und letztlich auch monetarisieren. Menschlichkeit rechnet sich insofern", so Brockhoff, der zum Thema gerade ein Buch veröffentlicht hat.
"Menschlichkeit rechnet sich", Zeit online 20.9.16

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