Schokolade achtsam gegessen macht glücklicher 
Mittwoch, 23. November 2016 - Studien
Wer schon einmal einen Kurs in Mindfulness-Based Stress Reduction besucht hat, wird die Übung kennen: Man nimmt eine Rosine, betrachtet sie aus allen Perspektiven, erspürt ihre äußere Beschaffenheit und lässt sie schließlich gewissermaßen langsam im Mund zergehen, um einmal zu erfahren, welchen Unterschied es macht, sich einmal ganz bewusst diesem Esserlebnis zu widmen. Forscher des Gettysburg College gingen nun dem Achtsamkeitserlebnis beim Essen mit einer Studie nach. Sie teilten Probanden in vier Gruppen ein. Zwei Gruppen sollten einen salzigen Snack, Cracker, verzehren, die anderen beiden bekamen Schokolade. Eine Cracker- und eine Schokolade-Gruppe wurden während knapp fünf Minuten dazu aufgefordert, einfach ihre Snacks zu futtern, die Vergleichsgruppen erhielten in der gleichen Zeit eine Anleitung zum besonders achtsamen Verzehr. Vor und nach dem Versuch wurden die Studienteilnehmer zu ihrer Gemütsverfassung befragt. Dabei zeigte sich: Die Schokolade machte die Probanden glücklicher als die Cracker. Am glücklichsten waren die Teilnehmer, die die Schokolade achtsam gegessen hatten. Man kann also sagen: Wer der Lust nach Süßem achtsam nachgeht, hat am meisten davon.
Bewusstes Schokoladeessen macht glücklicher, spektrum.de 16.11.16


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Ko-Kreation als Ausweg aus der Komplexitätsfalle 
Dienstag, 22. November 2016 - Management
Die Digitalisierung wie auch die damit verbundene wachsende Komplexität in der Arbeitswelt stellt wachsende Anforderungen auch an die Führung im Unternehmen. Im Interview mit dem Manager Magazin erklärt der Neurowissenschaftler Gerald Hüther, warum hier individuelle Selbstoptimierung oft an Grenzen stößt. "Was also nun immer stärker gebraucht wird, um kluge und tragfähige Entscheidungen zu treffen, ist die Erfahrung, das Wissen und Können möglichst vieler Mitarbeiter aus möglichst unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens. Zu solch ko-kreativen Entscheidungsprozessen kann man diese Anderen aber nicht zwingen. Mitdenken und sich einbringen wird nur jemand, der das auch aus eigenem Antrieb will, der sich also in der Firma als Subjekt erlebt und nicht als Objekt behandelt wird", so Hüther. Dabei geht es um mehr als nur darum, Mitarbeiter in ihrer Individualität anzuerkennen. Vielmehr komme es auch darauf an, die soziale Dimension des Miteinanders bewusst einzubeziehen. "Möglicherweise ist es der entscheidende Denkfehler, davon auszugehen, dass es darauf ankommt, die eigene Kreativität wiederzubeleben und das eigene Hirn durch eigene Erfolgserlebnisse düngen zu wollen. Wir Menschen sind, auch als Führungskräfte, soziale Wesen. Wir brauchen die anderen und sie brauchen uns, um unsere Potentiale zu entfalten. Das kann niemand allein. Kurzfristig vielleicht, aber nicht über längere Zeiträume. Da versiegt jede individuelle Kreativität, die sich nicht als kokreativer Prozess zusammen mit anderen entfalten kann", erklärt der Neurowissenschaftler.
"Die Zeiten, in denen der Chef alles überblickte, sind vorbei", Manager Magazin 11.11.16

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Digitalisierung ist für viele eine Herausforderung 
Montag, 21. November 2016 - Studien
Die Wirtschaft schwört auf Strategien zur Digitalisierung, doch für viele Arbeitnehmer bringt diese Herausforderungen mit sich, die anscheinend noch nicht genügend Beachtung finden. In einer Umfrage des DGB unter rund 10.000 Beschäftigten gaben 46 Prozent an, dass durch die Digitalisierung ihre Arbeitsbelastung größer geworden sei. Für 45 Prozent ist sie nach eigenen Angaben gleich geblieben. Mehr als die Hälfte hat den Eindruck, mehr Aufgaben gleichzeitig bewältigen zu müssen, 39 Prozent sehen das nicht so. 74 Prozent haben wenig oder gar keine Mitsprache beim Technikeinsatz im Unternehmen. Beinahe die Hälfte der Befragten hat zudem den Eindruck, die eigene Arbeitsleistung werde durch die Digitalisierung stärker überwacht.
Mehr Arbeit, mehr Multitasking, mehr Kontrolle, Karriere-Spiegel 10.11.16

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Geschlossene Gesellschaft in der Führungsetage 
Freitag, 18. November 2016 - Management
Im Job aufzusteigen, hat viel mit der Kinderstube zu tun. "Wenn Sie zu den Entscheidern von morgen gehören wollen, müssen Sie den Entscheidern von heute vermitteln, dass Sie zu ihnen passen. Am leichtesten fällt das allen, die sowieso aus dem gleichen Milieu kommen: Wer aus einem einflussreichen Elternhaus stammt, bewegt sich ganz selbstverständlich auf diesem Parkett. Deswegen gibt es so wenige Aufsteiger, etwa aus dem Arbeitermilieu oder aus Migrantenfamilien. Selbst, wenn Sie einen erstklassigen Studienabschluss haben, fehlen Ihnen oft ganz subtile Verhaltensmerkmale, die man kaum nachträglich erlernen kann, wenn man sie nicht in der Kindheit mitbekommen hat", so der Elite-Forscher Michael Hartmann. Diese subtilen Merkmal könne man zwar auch einüben oder durch eigene Erfahrungen entwickeln, doch fehle vielen Aufsteigern dann die Selbstverständlichkeit, diesen Habitus klassischer Führungsschichten auch zu leben. "Wer sich von unten in dieses Milieu arbeitet, dem fehlt die Unbefangenheit, die Lässigkeit. Aufsteiger sind oft konzentriert darauf, nicht durch Fehler aufzufallen, weil ein Fehler zeigen könnte, dass sie eigentlich nicht dazugehören", so Hartmann.
Wer Chef werden will, muss sein wie die Chefs, Karrierespiegel 8.11.16

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Wohlfühlen im Dienste der Produktivität 
Donnerstag, 17. November 2016 - Studien
Wohlfühlprogramme im Unternehmen haben Hochkonjunktur. Und das aus Kalkül. So zeigt die Xerox HR Services-Studie 2016 mit dem Titel „Working Well: A Global Survey of Workforce Wellbeing Strategies“, dass immer mehr Firmen sich von Gesundheitsprogrammen und Angeboten, die auf das Wohlbefinden der Belegschaft abzielen, Produktivitätssteigerungen versprechen. Gegenwärtig verfügt laut Studie nur ein Drittel der Unternehmen über eine Wellbeing-Kultur, doch 83 Prozent gaben an, hier künftig mehr tun zu wollen. 74 Prozent sehen entsprechende Programme als wertsteigernd an, sowohl im Hinblick auf die direkte Produktivität als auch mit Blick auf die Mitarbeiterloyalität und Attraktivität für neue Mitarbeiter. 52 Prozent der Unternehmen denken, dass eine Wohlfühlkultur die Unterstützung der Unternehmensführung braucht. Aber das könnte sich lohnen, denn 92 Prozent der Mitarbeiter betrachten Bemühungen in diese Richtung als sehr positiv.
Xerox-Pressemitteilung, 8.11.16

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Stress fängt schon in der Lehre an 
Mittwoch, 16. November 2016 - Studien
Stress im Job ist längst kein Phänomen mehr, dass nur jene betrifft, die schon seit Jahren im Berufsleben stehen. Eine Umfrage der Gewerkschaft Verdi unter Auszubildenden zeigt: Beinahe die Hälfte der Berufseinsteiger klagt bereits über Überstunden, körperliche Belastung oder zu viele Arbeitsaufgaben. Zwar sind mehr als 80 Prozent der Befragten grundsätzlich zufrieden mit ihrer Berufsausbildung, doch vielen sitzt auch die Unsicherheit der eigenen beruflichen Zukunft im Nacken, denn nur jeder zweite Azubi erhält eine Übernahmegarantie nach der Lehre.
Auszubildende klagen über viele Überstunden, WiWo 7.11.16

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Vegan ist in - auch wenn die Politik nicht mitzieht 
Dienstag, 15. November 2016 - sonstiges
Ursprünglich hatte Umweltministerin Barbara Hendricks versucht, im neuen Klimaschutzplan der Bundesregierung das Ziel festzuschreiben, den Fleischkonsum hierzulande um die Hälfte zu reduzieren - auf das von Ernährungswissenschaftlern ohnehin empfohlene Maß. Damit kam sie nicht durch, doch immer mehr Deutsche verzichten gleich freiwillig nicht nur auf Fleisch, sondern alle tierischen Produkte. Und Umweltschutz spielt dabei mit eine Rolle. Laut "Die Welt" gibt es hierzulande bereits 1,3 Millionen Veganer. Und dass dieser Trend ernstzunehmen ist, zeigen immer mehr Produkte, die für diese Zielgruppe entwickelt werden. Der Mixerhersteller Bianco di Puro etwa bietet Hochleistungsgeräte an, die die Herstellung von Smoothies perfektionieren. Als Goodie obendrauf wird bei der Herstellung kein Klebstoff mit tierischen Bestandteilen verwendet. Der Skopos-Umfrage zufolge, die die Zeitung zitiert, sind 12 Prozent von 1.000 Befragten bereit, ihren Lebensstil auf vegan umzustellen. 33 Prozent können es sich zumindest für die Zukunft vorstellen. Die deutsche Wirtschaft gehört zu den Innovatoren im Vegan-Markt - 36 Prozent der neuen Produkte werden hierzulande entwickelt. 2015 war bereits jedes zehnte neu eingeführte Lebensmittel- oder Getränkeprodukt vegan, zwei Jahre zuvor waren es lediglich drei Prozent. Diese Zahlen sollte man allerdings nicht überschätzen. Spaghetti mit Tomatensoße waren früher einfach ein Lieblingsgericht vieler Kinder - heute ist es ein veganer Klassiker. Und dennoch: Hier zeichnet sich ein Wandel ab, der vielleicht künftig dazu beiträgt, dass mehr Menschen die direkten und indirekten Folgen ihres Konsumverhalten wahrnehmen und dieses dann vielleicht verändern.
"Der Klebstoff im Gehäuse enthält keine tierischen Bestandteile", Die Welt 6.11.16

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Aus Amerikas Fehlern lernen? 
Montag, 14. November 2016 - sonstiges
"Die Welt" hat in den letzten Monaten auf ihrer Wirtschaftsseite immer wieder Vergleiche mit den USA bemüht um zu zeigen, dass viele Ängste der deutschen Bevölkerung im Hinblick auf wirtschaftlichen Abstieg und wachsende Ungleichheit gemessen an den hiesigen Bedingungen unnötig seien. Sicher stimmt es, dass in Amerika die soziale Ungleichheit bereits deutlich größer ist als hierzulande, und auch, dass der soziale Abstieg, wenn er denn einmal begonnen hat, bei uns zumindest dank des Sozialsystems noch ein wenig abgefedert ist. Vergleiche dieser Art blenden allerdings aus, dass auch die deutsche Politik schon seit vielen Jahren einem als alternativlos propagierten Primat der Wirtschaft zu folgen scheint. Mit dem Wahlsieg Donald Trumps schleicht sich nun ein etwas anderer Ton in die Diskussion. So plädierte nach der Präsidentenwahl der Ökonom Thomas Straubhaar dafür, Europa möge sich nun seiner eigenen Qualitäten wieder mehr besinnen. Er spricht vom "Ansporn, ein eigenes europäisches Gesellschaftsmodell offensiver und selbstbewusster voranzubringen" und rät: "Wer die zunehmende gegenseitige Sprach- und Verständnislosigkeit zwischen den Gewinnern und Verlieren der Moderne, von Globalisierung und Digitalisierung verhindern und dort, wo sie bereits besteht, überwinden will, muss lieber früher als später über Teilhabe und Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Verteilung reden. ... Er muss in Sozialkapital investieren und damit gesellschaftliche und ökonomische Spaltungen gar nicht erst entstehen lassen. Deshalb gehört nun – auch für Elite und Establishment und gerade für Bürgerliche und Liberale – die Zukunft des Sozialstaates ganz oben auf die wirtschaftspolitische Agenda. Bevor es in Europa zu amerikanischen Zuständen kommt." Da kann man nur sagen - genau das wird höchste Zeit.
Das ist das Ende des Amrican Way of Life, Die Welt 10.11.16

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