Mehr Geld, mehr Freizeit oder lieber Home Office? 
Donnerstag, 15. Dezember 2016 - Studien
Was ist Arbeitnehmern wichtiger - mehr zu verdienen oder weniger arbeiten zu müssen? In einer Umfrage von YouGov gaben 47 Prozent der Befragten an, sie hätten gerne mehr Geld. 17 Prozent würden mehr Flexibilität wählen, zum Beispiel durch Arbeit im Home Office. Eine niedrigere Wochenarbeitszeit wäre nur 14 Prozent am wichtigsten, mehr Urlaubstage gar nur neun Prozent. Ich frage mich gelegentlich, welche Aussagekraft Umfragen wie diese haben. Mich würde beispielsweise sehr der sozioökonomische Hintergrund der Befragten interessieren. Votiert eine Mehrheit vielleicht schlicht für mehr Geld, weil die Menschen mit ihrem Einkommen nur schwer auskommen? Und in einer geldgetriebenen Gesellschaft ohne Moos nun mal nix los ist? In Erhebungen, die die Begründungen für eine solche Wahl mit abfragen, zeigt sich nämlich immer wieder: Viele Menschen würden eigentlich gerne weniger Zeit dem Erwerbsleben widmen müssen, können es sich aber schlicht finanziell nicht leisten.
Jedem zweiten Arbeitnehmer ist gute Bezahlung wichtiger als Freizeit, WiWo 7.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Teams - je kleiner, umso feiner 
Mittwoch, 14. Dezember 2016 - Studien
Teamarbeit ist in den meisten Unternehmen gang und gäbe, den in kleinen Gruppen lassen sich auch große Aufgaben gut bewältigen. Doch was ist die beste Größe für ein Team, damit der Abstimmungsaufwand nicht ausufert und alle Beteiligten sich auch wirklich zugehörig fühlen? Ein Versuch an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit Studierenden zeigt, dass eine Gruppengröße von bis zu sieben Personen deutliche Vorteile hat. Bewerber für ein Sportstudium wurden, um die Prüfung zu absolvieren, in kleinere oder größere Gruppen eingeteilt. Dabei zeigte sich: Die angehenden Studierenden der Kleingruppen absolvierten die Tests mit weniger Stress und fühlten sich dabei auch besser. Auch ihre Cortisolwerte waren geringer. In den Kleingruppen entwickelte sich ein stärkeres Teamgefühl und die Probanden waren leistungsfähiger und erfolgreicher. Außerdem ging es ihnen während der Prüfung auch psychisch besser.
Kleine Teams sind die besten, Zeit online 7.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Uni macht nicht wirklich fit für den Job 
Dienstag, 13. Dezember 2016 - Studien
Mit der Bologna-Reform sollte das Studium besser an die Realitäten andocken und Fähigkeiten stärker vermitteln, die im Job gebraucht werden. Glaubt man einer Erhebung des ifo-Instituts unter 1.000 Unternehmen, ist diese Rechnung eher nicht aufgegangen. Vor allem in Firmen, die viele Bachelor- und Master-Absolventen einstellen, herrscht die Überzeugung, es fehle dem Arbeitnehmernachwuchs an Selbstständigkeit, Problemlösungskompetenz, Abstraktionsvermögen, der Fähigkeit zur Selbstreflexion, Grundlagenverständnis und Allgemeinbildung. Bei 32 Prozent der befragten Unternehmen ist die Zufriedenheit mit den Kenntnissen und Fähigkeiten, die die Young Professionals mitbringen, in den letzten zehn Jahren gesunden. 43 Prozent erkennen indes keine Unterschiede. Zwei Prozent sehen sogar Verbesserungen.
Personalchefs sind unzufrieden mit Uni-Absolventen, Spiegel Online 6.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Kreativität mag Grenzen 
Montag, 12. Dezember 2016 - Studien
Bei Kreativität denken wohl die meisten Menschen daran, Ideen aus dem Grenzenlosen zu schöpfen. Forscher der amerikanischen Rider University haben nun einmal das Gegenteil erprobt - was geschieht mit kreativen Prozessen, wenn man einige Vorgaben macht. Im Studiensetting sollten 105 Studierende kreative Grußpostkarten-Texte entwickeln - in einem Durchlauf ohne jedwede Vorgabe, beim anderen Durchgang erhielten sie zuvor eine Liste mit Worten, die Sie verwenden sollten. Ihre Texte wurden dann von drei unabhängigen Gutachtern auf ihren kreativen Gehalt hin bewertet. Dabei zeigte sich, dass die Texte, bei denen Worte aus der Liste benutzt worden waren, die völlig frei formulierten Grußbotschaften in Sachen Kreativität übertrumpften. Die Wissenschaftler interpretieren das Ergebnis dahingehen, dass die Verwendung ungewöhnlicher Wörter den kreativen Impuls gestärkt haben könnte. Auch helfe ein gewisser Rahmen an Vorgaben dabei, sich nicht so sehr zu verlieren und mit dem eigenen Denken mehr in die Tiefe zu gehen. Kreativität mag also grenzenlos sein, doch bekommen ihr Grenzen sehr gut.
Grenzen fördern Kreativität, Psychologie heute 1.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lieber weniger arbeiten 
Freitag, 9. Dezember 2016 - Studien
Eine Studie der Körber Stiftung zeigt, wenn die Deutschen die Wahl hätten, würden viele von Ihnen gerne weniger arbeiten. Bei der Untersuchung mit gut 1.700 Teilnehmern ergab sich eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 37,6 Stunden - mit 31,3 Stunden wären die Befragten indes glücklicher. Wachsender Stress und die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie scheinen wesentliche Gründe für den Wunsch, das Gewicht des Jobs im eigenen Leben zu reduzieren. 40 Prozent der Befragten würden es vorziehen, sich mit dem Partner die Fürsorge für die Familie zu teilen, doch nur vier Prozent gelingt dies gegenwärtig auch. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich häufig oder sehr häufig gestresst, lediglich fünf Prozent stehen nach eigenen Angaben kaum unter Stress. In der Selbstwahrnehmung vieler Deutscher spiegelt sich eine gehörige Portion Pessimismus. Nur etwa zehn Prozent glauben, dass es nachfolgenden Generationen einmal besser gehen wir, zwei Drittel erahnen hingegen eine Verschlechterung der Lebensbedingungen. So raten die meisten Befragten den Jüngeren, sich vor allem um ihre Bildung und Ausbildung zu kümmern, zu sparen und Vorsorge zu betreiben. Bei dieser offen gestellten Frage empfahlen nur etwa zehn Prozent der jungen Generation, das Leben zu genießen und eigene Träume umzusetzen.
Lieber vier als fünf Tage arbeiten, Zeit online 1.12.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ein bisschen LSD gefällig? 
Donnerstag, 8. Dezember 2016 - Arbeit
Aus den USA schwappt gerade ein neuer Selbstoptimierungstrend nach Europa. Unter denen, die gerne das Maximale aus sich herausholen möchten, wächst das Interesse an LSD. Sie werfen keine Trips ein, um high zu werden, sondern sprühen sich eine Microdosis in den Rachen, um ihre Kreativität und Leistungsfähigkeit temporär zu erhöhen. "Was Kokain für die Wallstreet in den 80er-Jahren war, könnte Microdosing für die heutige Leistungsgesellschaft werden", spekuliert die SZ. Die Wissenschaft liefert Indizien, dass LSD tatsächlich in diesem Kontext wirkungsvoll sein könnte. 1966 machte beispielsweise der US-Psychologe James Fadiman einen Versuch, bei dem er 27 Wissenschaftlern LSD und Meskalin verabreichte und sie dann schwierige physikalische und maschinenbauliche Probleme lösen lies. Der Gruppe gelang es, 40 der 44 Herausforderungen ganz oder zumindest teilweise zu lösen. Manche Anwender der Microdosen berichten von einer gesteigerten Empathie. Sie fühlen sich mehr mit ihrer Umwelt verbunden und diese tiefere Eingebundenheit scheint sie aus einem größeren Raum schöpfen zu lassen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben.
Noch ein Sprühstoß LSD vor dem Meeting? SZ 1.12.16


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zu wenig Schlaf hat verheerende Wirkungen 
Mittwoch, 7. Dezember 2016 - Wissenschaft
In der 24/7-Arbeitskultur erscheint Schlaf eine vernachlässigenswerte Dimension. Wer weniger schläft, hat mehr Zeit zum Arbeiten, ist ein implizites Motto der heutigen Leistungskultur. Dabei kann zu wenig Schlaf erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben. Wer weniger als sechs Stunden schläft und dies regelmäßig (in Deutschland sind das neun Prozent der Bevölkerung), erhöht die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, um 13 Prozent. Die mit Schlafmangel verbundene verminderte Leistungsfähigkeit hat auch wirtschaftliche Konsequenzen. So errechnete die Denkfabrik Rand Europe, dass in Deutschland pro Jahr mehr als 200.000 Krankheitstage durch Übermüdung und deren Folgen entstehen, was die Wirtschaft rund 60 Milliarden Dollar pro Jahr koste. Das sind immerhin 1,56 Prozent des jährlichen BIP.
Übermüdete Mitarbeiter verursachen Milliarden-Kosten, WiWo 30.11.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Kampfkunst als Weg der Selbstkultivierung 
Dienstag, 6. Dezember 2016 - Management
Zu kämpfen, ist für viele Führungskräfte eine Selbstverständlichkeit. Doch nicht immer steht diese Kämpfermentalität auch im Kontext eines positiven Erreichens von Zielen. Im Interview mit der Zeit erklärt die Taekwondo-Meisterin Sunny Graff, dass Kampfsport Führenden dabei helfen kann, das eigene Wirken von den äußeren Kämpfen weg zu verlagern auf die innere Dimension, auf das eigene Verhältnis zur Umwelt. Was ist es, was Manager hier lernen können? "Respekt, Selbstkontrolle und Harmonie von Körper, Geist und Emotionen – und das wirkt nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf andere. Es geht gar nicht ums Gewinnen. Sondern es geht darum, mit Leichtigkeit ans Ziel zu kommen – und dabei im Einklang mit sich und anderen zu sein", so Graff. In den Augen der Teakwondo-Meisterin ermöglicht die Kampfkunst eine Form der inneren Selbstkultivierung: "Wer führen will, muss sich selbst unter Kontrolle, sowie Respekt für sich selbst und andere haben. Er oder sie muss klar in seinen oder ihren Gedanken sein und die Fähigkeit besitzen, intuitiv handeln zu können. Schließlich treffen Führungskräfte für andere wichtige Entscheidungen und brauchen dafür einen klaren Kopf. Oft sind Führungskräfte aber mit ganz anderen Dingen beschäftigt, immerhin haben sie vielfältige Aufgaben. Dann muss die Entscheidung aus dem Bauch getroffen werden. Eine Leichtigkeit für diejenigen, die Kontakt zu ihrem Mittelpunkt haben und sowohl mit ihrem Körper als auch ihrem Geist im Einklang sind."
Aus einer solchen Perspektive könnte ein neues Führungsverständnis erwachsen.
"Wenn man plötzlich merkt, wie stark man ist", Zeit online 30.11.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter