Haltung zeigen - das geht! 
Mittwoch, 17. Mai 2017 - Arbeit, Management, Success Stories
Eiscreme kann sehr politisch zumindest, zumindest bei Ben & Jerry's, der amerikanischen Eismarke, die das Süße seit der Unternehmensgründung Ende der 1970er Jahre mit dem Politischen verbindet. "Seit der Gründung des Unternehmens 1978, und ich war damals dabei, wurzelt unser Handeln in den Menschenrechten. Die Welt braucht nicht noch einen weiteren Eiscreme-Hersteller, aber sie braucht Unternehmen, die eine Haltung haben und ihre Stimme einbringen. Andere Unternehmen tun dies auch, aber häufig hinter verschlossenen Türen, sie lobbyieren und versuchen so ihre Agenda durchzudrücken. Doch das sollte öffentlich geschehen", erzählt Jeff Furman, Mitglied des Board of Directors. So setzt sich Ben & Jerry's seit 30 Jahren für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ein - unter anderem, weil das Unternehmen bei der Versicherung der Mitarbeiter auf bestehende Ungleichbehandlungen stieß und diese überwinden wollte. Den Mitarbeitern zahlt die Firma das Doppelte des Mindestlohnes. "Wenn ein Unternehmen Gewinne erzielt, sollte es den Mitarbeitern genug Lohn zahlen, sodass sie von 40 Stunden Arbeit in der Woche leben können. Wir kalkulieren jedes Jahr die Kosten für Wohnen, Essen, Kleidung, soziale Aktivitäten und Kommunikation aufs Neue. Das liegt in unserer Verantwortung als Unternehmen. Aus der Wirtschaft hört man leider sonst eher andere Töne, dass möglichst niedrige Löhne wichtig sind, um wettbewerbsfähig zu sein", so Furman.
"Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir Trump gewählt haben", Zeit online 5.5.17

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Hat unser Leben noch eine Mitte? 
Dienstag, 16. Mai 2017 - Studien, Arbeit
Studien zur Mobilität der Deutschen und ihre Interpretation werfen immer wieder einen interessanten Blick auf unser Welt- und Arbeitsverständnis. 2016 pendelten in Deutschland 60 Prozent der Arbeitnehmer zu ihrem Arbeitsplatz. Einer Umfrage der Jobsuchmaschine Jobrapido zufolge sind 25 Prozent derjenigen, die nach einem neuen Job suchen, nicht bereit, umzuziehen. 42 Prozent der Befragten sind ihre Partnerschaft, Familie und Freunde so wichtig, dass sie wegen der Arbeit nicht den Wohnort wechseln möchten. 26 Prozent sind zwar zu einem Ortswechsel bereit, doch wollen sie dann zumindest in der Nähe ihres bisherigen Wohnortes bleiben, um ihre sozialen Beziehungen aufrechterhalten zu können. "Die Nähe ihrer Lieben ist für die meisten wichtiger als die Karriere“, deutet Rob Brouwer, CEO von Jobrapido, diese Ergebnisse in der Wirtschaftswoche. In einer Arbeitswelt, die von Mobilität lebt, wird das natürlich zum Problem. Und so gibt der Artikel verschiedene Tipps, wie Arbeitgeber ihre Attraktivität erhöhen können, um neuen Mitarbeitern Umzüge doch irgendwie schmackhaft zu machen. Die zutiefst menschlichen Interessen der Menschen werden indes eher nicht ernstgenommen. Wie könnte hingegen eine Arbeitswelt aussehen, die bewusst versucht, das, was Menschen ausmacht, einzubeziehen? Das werden wir wohl nur herausfinden, wenn immer mehr Menschen und vor allem Unternehmen es einmal ausprobieren ...
Lieber arbeitslos als ein Wohnortwechsel, WiWo 4.5.17

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Den Autopilot einfach mal stoppen 
Montag, 15. Mai 2017 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit
Die Stressspirale am Arbeitsplatz lässt uns leicht besinnungslos werden. Dann taumeln wir von einer Aufgabe zur nächsten, sind völlig im Reaktionsmodus und verlieren darüber das Gespür für uns selbst. In einem Interview mit der Kölnischen Rundschau erklärt der Body-Mind-Mediziner Prof. Dr. Tobias Esch, wie sich durch etwas mehr Bewusstheit die menschliche Selbstheilungskompetenz ins Spiel bringen lässt. "Stress ist eine der größten Herausforderungen der Selbstregulation. Stress ist ein Überlebensmechanismus, die biologische Antwort auf eine potenziell lebensbedrohliche Situation. Dafür werden im Körper Veränderungen begünstigt, die für Kampf und Flucht notwendig sind. Entscheidend ist die Dauer, Dosis und Art des Stresses. Auch vermeintlich positiver Stress ist auf Dauer nicht gut. Körperlicher Stress ist zwar auch nicht gut, aber er hat in der Regel ein natürliches Ende. Mentaler Stress hingegen, der im Kopf entsteht, ist nur schwer zu begrenzen, zumal wir die Fähigkeit haben, mit den Gedanken in die Zukunft und in die Vergangenheit zu gehen. Zudem neigen wir dazu, das Negative stärker zu wahrzunehmen. Dieser gedankliche Stress schafft sich ein Eigenleben. Gefährlich wird es, wenn der Stress chronisch wird. Wer dauerhaft unter Stress steht, sorgt dafür, dass verschiedenste Entzündungsprozesse im Körper begünstigt werden, die bis auf die Zellkernebene nachweisbar sind", so Esch über das Eigenleben von Stress. Wacher und unvoreingenommener mit dem zu sein, was gerade ist, kann hingegen nicht nur die Bewusstheit im Umgang mit Herausforderungen stärken, sondern auch Stresskreisläufe durchbrechen: "Es geht dabei darum, dass man mit der Kraft der Gedanken eine positive Sichtweise auf bestimmte Situationen bekommt und dass zum Beispiel der Stress, den ich empfinde, wenn ich im Stau stehe, eigentlich nur in meinem Kopf entsteht. Es geht nicht darum, eine rosarote Brille aufzusetzen und sich die Welt schönzureden. Vielmehr geht es um Akzeptanz und Gelassenheit, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind."
Dem inneren Arzt vertrauen, Kölnische Rundschau 25.4.17

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Trendreport zum Achtsamkeits-Hype 
Freitag, 12. Mai 2017 - Bewusstsein, Medien
Das Zukunftsinstitut ist sich sicher, "der Mindshift kommt" - so zumindest der Untertitel des neuesten Trendreports zum Thema Achtsamkeit. Im Fokus des Reports stehen dabei weniger das Meditieren und andere Achtsamkeitsübungen, als vielmehr der Wandel psychokultureller Dispositionen und ihre Auswirkungen auf das Business. Es geht um gelasseneres Altern, postmodernen Minimalismus, digitales Entstressen und mehr Achtsamkeit im globalen Miteinander. Auch nehmen die Trendforscher wahr, dass der Fitness-, Leistungs- und Selbstoptimierungswahn in den Hintergrund rücke und einem neuen, holistischeren Verständnis von Gesundheit weiche, das nicht nur auf Selbstverantwortung setzt, sondern auch Erwartungen an eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen formuliere. Ein Kapitel des Reports widmet sich "Spiritual Leadership". Hier sehen die Trendforscher mentale Stärke und innere Ruhe nicht mehr als Voraussetzung, sondern als permanenten, bewussten Erneuerungsprozess. Die Autoren beobachten auch, dass die Idee des nachhaltigen Lebens sich vom Gedanken des Verzichts löse, so dass es für Firmen spannend werde, mit grünen Innovationen zu punkten. Auch Rückzugsphänomene zeigen sich auf dem Radar beim -"Social Cocooning", einer Sehnsucht nach Unbeschwertheit, Gemütlichkeit und Vertrauen. Ich finde es immer wieder spannend, wie es dem Zukunftsinstitut gelingt, Phänomene des Zeitgeistes greifbar zu machen. Die Vermarktungslogik, die frei Haus dazu geliefert wird, nimmt manchen der präsentierten Phänomene allerdings etwas von ihrer Substanz, denn viele der beschriebenen psychischen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen kommen ihrem Kern und Wesen nach gänzlich ohne die Konsummuster, die der Report aus ihnen ableitet, aus.
Zukunftsinstitut: Die neue Achtsamkeit

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Belastet bis ins Gehirn 
Donnerstag, 11. Mai 2017 - Psychologie, Studien
Psychische Extremerfahrungen scheinen über die Phase der akuten Belastung hinaus die Fähigkeiten des Gehirns zu beeinträchtigen, das legt zumindest eine Studie der Uniklinik München nahe. Die Studie mit gut 260 Probandinnen untersuchte das Auftreten von Problemen im Hinblick auf Konzentration, Gedächtnis und Orientierung. Von den Versuchspersonen hatten etwa zwei Drittel aufgrund ihrer Diagnose eine Krebstherapie erhalten, während die restlichen Studienteilnehmerinnen (der Kontext war Brustkrebs) ein negatives Screening hatten und keine Chemotherapie bekamen. Bisher waren Beeinträchtigen der Hirnfunktion den aggressiven Wirkungen der Chemotherapie zugeschrieben worden. Die Studie indes zeigte, dass die Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, das Auftreten von Desorientierung und Gedächtnisprobleme nur bei den Krebs-Patientinnen auftraten, die durch die Diagnose eine Belastungsstörung entwickelt hatten. Die traumatische Erfahrung scheint also ursächlich zu sein. Es könnte interessant sind, diese Perspektive weiter zu vertiefen und einmal zu erforschen, ab welcher Belastungsintensität das Gehirn beginnt, Funktionalität einzubüßen, denn es gibt genügend Berufe, in denen besondere Belastungen zum Alltag gehören, die nicht gleich zu einer diagnostizierten Belastungsstörung führen, aber womöglich stärker die geistige Gesundheit beeinträchtigen, als bisher bekannt ist.
'Chemobrain" kommt nicht durch Chemotherapie, spektrum.de 4.5.17

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Wenn die Digitalisierung stresst 
Mittwoch, 10. Mai 2017 - Studien, Arbeit
Die Folgen der Digitalisierung für Arbeitnehmer werden immer stärker diskutiert. Eine Untersuchung des DGB zeigt nun, dass eine nennenswerte Zahl von Angestellten zunehmend über digitalen Stress klagt. Befragt wurden 9.600 abhängig Beschäftigte. 54 Prozent der Befragten meinen, ihr Arbeitsvolumen wachse durch die digitalen Möglichkeiten. 60 Prozent der digital Arbeitenden empfinden Zeitdruck, während es bei jenen, die nicht digital arbeiten, nur 51 Prozent sind. Auch die Störungsquote fällt im Digitalbereich höher aus - 69 Prozent fühlen sich betroffen, während es unter den analog Arbeitenden nur 36 Prozent sind. Nur 26 Prozent derer, die hochgradig mit Technologie konfrontiert sind, können nach eigenen Angaben Einfluss nehmen auf die Art und Weise, wie Technik an ihrem Arbeitsplatz eingesetzt wird. Das führt dazu, dass nahezu jeder Zweite sich der Technik häufig bis sehr häufig der Technologie ausgeliefert fühlt.
Stress durch Digitalisierung, FAZ 3.5.17

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Jung-Manager wünschen sich mehr Transparenz 
Dienstag, 9. Mai 2017 - Studien, Management
Offenheit steht beim Führungsnachwuchs noch im Kurs. Eine Befragung unter 1.000 Nachwuchs-Managern, durchgeführt von der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung und dem Symposium der Universität St. Gallen, zeigt: 77 Prozent der Befragten glauben, Unternehmen, die das Firmenwissen intern transparent machen, seien langfristig erfolgreicher. 85 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Mitarbeiter stets informiert sein sollten, wie es um das Unternehmen gerade steht. 78 Prozent finden es hilfreich, wenn Meeting-Ergebnisse nicht nur den am Treffen Beteiligten, sondern allen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Der Führungsnachwuchs ist dabei bereit, selbst transparent zu handeln - 75 Prozent der Befragten signalisierten die Bereitschaft, organisationsintern über die Leistung ihres Teams zu informieren. Auch im Hinblick auf eine Fehlerkultur zeigt sich Offenheit - 65 Prozent der Befragten finden es hilfreich, Fehler von Teams transparenter zu machen, damit andere daraus lernen können.
Unternehmen, macht Schluss mit Geheimnissen! WiWo 2.5.17

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Frauen führen besser 
Montag, 8. Mai 2017 - Studien, Management
Eine neue norwegische Studie dürfte neuen Zündstoff für die Gender-Debatte in den Führungsetagen liefern. Die Wissenschaftler der Norwegian Business School befragten 2.900 Führungskräfte, darunter 900 weibliche, im Hinblick darauf, inwieweit sie über gängige Fähigkeiten guter Führung verfügen. Gute Führung ist dabei laut der Studie verbunden mit der Fähigkeit, Stress auszuhalten, Initiative zu ergreifen, Innovationen zu fördern, andere zu unterstützen und Ziele effektiv zu erreichen. In vier von fünf Kategorien waren dabei die Frauen den Männern überlegen, was die Forscher zur Folgerung veranlasst, dass Frauen bessere Chefs sind. Einzig wenn es um das Stressempfinden geht, schnitten die Frauen schlechter ab. Sie machen sich häufiger Sorgen und bezahlen dafür mit einer schlechteren emotionalen Befindlichkeit als die Männer.
Darum sind Frauen die besseren Chefs, Karriere Spiegel 2.5.17

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