Die Achtsamkeits-Welle im Business 
Donnerstag, 17. August 2017 - Arbeit, Management, Success Stories
Immer mehr Unternehmen springen auf den Achtsamkeits-Zug auf. Seien es kurze Kurse zur Stressbewältigung oder intensive Trainings für Führungskräfte - in einer Zeit, in der Stresserkrankungen rasant ansteigen, die täglichen Anforderungen stetig wachsen und immer mehr Arbeitnehmer das Gefühl haben, nicht mehr mitzukommen, erscheint Mindfulness ein Ausweg aus dieser Misere zu sein. Die Neue Zürcher Zeitung zeigt in einem Überblicksartikel, wie sich der Achtsamkeits-Trend historisch entwickelt hat, von der Entstehung des Programms Mindfulness-Based Stress Reduction, das von dem Mediziner Jon Kabat-Zinn entwickelt, bis hin zum großen Durchbruch, als 2007 Chade-Meng Tan bei Google "Search inside yourself" ins Leben rief, eine Achtsamkeitsschulung, die auf das moderne Businessleben wie zugeschnitten scheint und längst in vielen Unternehmen, darunter SAP, genutzt wird. Der Artikel gibt einen guten Überblick über verschiedene Einsatzszenarien von Achtsamkeit in Unternehmen und zeigt, was sich die Firmen davon versprechen. Auf der Liste derer, die Meditation im Businesskontext einsetzen, finden sich laut Artikel viele prominente Player wie Bosch, ABB, Axpo, Deutsche Bank, ESA, Jaguar, Novartis, Siemens, SBB, Swisscom und mittelständische Unternehmen wie Engelbert Strauss.
Geistige Abwesenheit ist die Regel im Arbeitsalltag. Achtsamkeit soll das ändern, NZZ 29.7.17

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Wenn's um den Job geht, sind die Deutschen sehr sesshaft 
Mittwoch, 16. August 2017 - Studien, Arbeit
Mal eben umziehen, um Karriere zu machen oder einen besseren Job zu finden? Für viele Deutsche ist das kein Thema. Die Manpower Group hatte 14.000 Arbeitnehmer aus 19 Ländern zu ihrer beruflichen Mobilität befragt. Weltweit würden 29 Prozent nicht für einen Job umziehen. In Deutschland können sich 27 Prozent einen jobbedingten Umzug vorstellen, 38 Prozent schließen dies hingegen kategorisch aus. Ähnlich hoch ist die Ablehnung nur in Großbritannien (39 Prozent) und Großbritannien (42 Prozent). Die Mobilität ist auch eine Frage des Alters. Bei den bis zu 34-Jährigen lehnen nur 23 Prozent einen Umzug kategorisch ab, bei den über 50-Jährigen sind es hingegen 55 Prozent.
Deutsche Arbeitnehmer sind Umzugsmuffel, Karrierespiegel 22.7.17

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Entmenschlichung wird verinnerlicht 
Dienstag, 15. August 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wer von anderen nur als Objekt wahrgenommen wird, neigt dazu, sich selbst weniger menschlich wahrzunehmen, so die Erkenntnisse zweier Studien von britischen und italienischen Wissenschaftlern. In einer Studie erzählten 100 Frauen von Situationen, in denen sie nicht nach ihrer Persönlichkeit, sondern nur nach ihrem Äußeren beurteilt worden waren. Zuvor und danach sollten sie selbst ihre persönlichen Eigenschaften einschätzen. Dabei zeigte sich, dass die Frauen sich, nachdem sie von Erlebnissen berichtet hatten, in denen andere sie als Objekt betrachteten, als weniger warmherzig und weniger kompetent empfanden. Ähnliches zeigten Gespräche mit 62 Männern und Frauen, die sich an Situationen erinnerten, in denen sie sich im Arbeitsleben, sei es durch die Behandlung durch Vorgesetzte oder die Arbeitssituation selbst, eher als Maschine oder Werkzeug gefühlt hatten. Ihre Selbstwahrnehmung veränderte sich analog zur ersten Studie und sie fühlten sich insgesamt weniger menschlich. Interessant wäre sicherlich, auch einmal zu untersuchen, wie sich diese veränderte Selbstwahrnehmung auf das Verhalten auswirkt? Motivieren solche Erfahrungen, selbst noch bewusster die eigene Menschlichkeit zum Ausdruck zu bringen? Oder tragen sie zu einer Entmenschlichungsspirale bei, bei der die Betroffenen selbst sich anderen gegenüber ähnlich verhalten?
Nur ein Objekt? Psychologie heute 21.7.17

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Überforderung beginnt schon an der Uni 
Montag, 14. August 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Ab und zu mal in die Vorlesung gehen und bis in die Nacht Party machen - das gute alte Klischee des lässigen Studentenlebens mag in manchen Köpfen noch existieren, doch der Lebensrealität vieler Studierenden entspricht es längst nicht mehr. Stress beginnt heute schon an der Uni und bereits rund jeder Fünfte angehende Akademiker fühlt sich überfordert, so die Erkenntnisse einer Befragung des Personaldienstleister Univativ unter 1.400 Studierenden. Zwei Drittel der Studenten sind mindestens 20 Wochenstunden mit ihrem Studium beschäftigt, 35 Prozent sogar bis zu 30 Stunden, 27 Prozent bis zu 40 Stunden, 10 Prozent noch länger. Fürs Jobben gehen noch einmal fünf bis zehn Stunden drauf. Hinzu kommen etwa viereinhalb Stunden für ehrenamtliches Engagement oder die Unterstützung von Familienmitgliedern. Volles Programm also. Der Stressfaktor variiert von Studienfach zu Studienfach. Besonders intensiv ist das Studium für Juristen (67 Prozent) und Mediziner (63 Prozent) - sie lernen mindestens 30 Stunden pro Woche. Kunst-, Musik- und Sportstudenten (38 Prozent), Geistes- und Sozialwissenschaftler (35 Prozent) und Wirtschaftswissenschaftler (34 Prozent) sind weniger unter Arbeitsdruck. Der Überforderungspegel entspricht diesen unterschiedlichen Belastungen. 53 Prozent der Mediziner und 40 Prozent der Juristen ist ihr Arbeitspensum zu hoch. Bei den Naturwissenschaftlern sind es nur 25 Prozent, bei Studierenden von Kunst, Musik oder Sport fühlen sich sogar nur fünf Prozent überfordert.
Jeder fünfte Student fühlt sich überfordert, WiWo 21.7.17

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Buddhistischer Lifestyle in der Leistungsgesellschaft 
Freitag, 28. Juli 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
In einem neuen Report zur "Generation Global" nimmt das Zukunftsinstitut unter die Lupe, wie im Zuge der Globalisierung im Westen sich eine immer stärkere Affinität zum Buddhismus zeigt. Dabei geht es nicht um Religion, sondern um Lifestyle. "Der Buddhismus erfährt eine Globalisierung – als individuelle spirituelle Erfahrung, als gemeinschaftsbildendes Ritual und als religionsübergreifende Weltanschauung darüber, wie Leben und Wirtschaften in Zukunft aussehen kann", heißt es im Report. Und dabei gehe es nicht nur um esoterische Selbstverwirklichung: "Die buddhistische Lehre hat eine globale popkulturelle Wirkung entfaltet und dringt mittlerweile bis in die internationale Wirtschaft vor." Mit den spirituellen Perspektiven und kulturellen Aspekten buddhistischer Länder hat das westliche Interesse allerdings kaum etwas gemein. "Der Buddhismus verbreitet sich global also nicht als Religionsform, sondern als Weltanschauung und spirituelle Lebensphilosophie, die sich problemlos in andere religiös geprägte Weltbilder integrieren lässt. Vor allem für die westlichen Länder wird der Buddhismus mit den extrahierten Grundgedanken von Achtsamkeit und Gelassenheit zum gedanklichen Stellvertreter der Vision eines achtsameren Lebens und Wirtschaftens – als positives Gegenbild zur leistungs- und steigerungsorientierten Optimierungsgesellschaft."
Global Culture: Buddhismus, zukunftsinstitut.de

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Agilität ist eine Haltung, kein Tool 
Donnerstag, 27. Juli 2017 - Bewusstsein, Management
Die Zukunft der Führung ist agil - das suggerieren zumindest unzählige Fachartikel, die über die neuen Agilitätsmethoden und -instrumente berichten. In einem Beitrag für das Manager Magazin nimmt Andreas Seitz, Gründer und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Be in touch in Köln, den Agilitäts-Hype nun aufs Korn. "Wirkliche Agilität braucht mehr als nur die Ankündigung ihrer selbst - vor allem die radikale Bereitschaft von Menschen mit Führungsverantwortung selbst agil zu werden. Und Zeit sich auf einen Prozess einzulassen, statt sich hastig selbst den Agilitätsstempel aufzudrücken. Wer diesen Bewusstseinswandel wirklich hinbekommt, kann auf pseudoinnovative Begrifflichkeiten locker verzichten", so Seitz. Für ihn hat Agilität viel zu tun mit der Veränderung von Haltungen, aus denen sich dann im Arbeitsalltag die gewünschte Schnelligkeit und Flexibilität ergibt: "Wahre Agile ist vor allem eins: Der Wunsch nach einer lebendigen, pulsierenden Zusammenarbeit, die uns zu Schnellbooten macht statt zu trägen Tankern. Aber: An den Grundvoraussetzungen, die Unternehmen zu dauerhaft überlebensfähigen Organismen machen, kommen wir nicht vorbei. Das bedeutet zum Beispiel, eigene Machtansprüche zu überwinden und im Interesse der Allgemeinheit zu handeln. Andere in Entscheidungen einzubeziehen, statt par ordre du mufti zu regieren. Sinn zu stiften, wo Tätigkeiten sinnlos wirken oder das große Ganze nicht verstanden wird. Fremde Perspektiven zu nutzen, wenn sie zielführend sind - selbst wenn sie vom Praktikanten kommen." Methoden wie Scrum oder Design Thinking könnten in solchen Umgebungen einen wichtigen Beitrag leisten, aber eben nicht als Selbstzweck, der schon irgendwie alles richtet.
Stoppt den Agilitätswahn! Manager Magazin 16.7.17

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Gehalt - eigentlich zu wenig, aber doch irgendwie o.k. 
Mittwoch, 26. Juli 2017 - Studien, Arbeit
Die Erfahrung vieler Arbeitnehmer - man verdient eigentlich nicht schlecht, doch es könnte mehr sein. Ein Grund für starke Unzufriedenheit scheint das indes nicht zu sein, wie eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY unter 1.400 deutschen Angestellten zeigt. 56 Prozent der Befragten empfinden sich als unterbezahlt. 43 Prozent finden, ihr Gehalt ist gerecht. Und sogar ein Prozent gibt zu, eigentlich zu viel zu verdienen. Insgesamt gaben 76 Prozent an, dass die Gehaltslandschaft in Deutschland ungerecht sei. Gleichzeitig finden aber 71 Prozent, dass es im eigenen Unternehmen "absolut" oder "überwiegend" fair zugeht bei der Bezahlung. Mehr als 80 Prozent fühlen sich so auch ihrem Arbeitgeber loyal verbunden, ein Drittel sogar sehr. Der Wunsch, besser Karriere zu machen, ist in den vergangenen zwei Jahren abgeebbt. Wünschten sich das zuvor noch 58 Prozent der Männer, sind es heute nur noch 38 Prozent. Bei den Frauen sanken die Karriereambitionen von 49 auf 31 Prozent.
Jeder Zweite fühlt sich unterbezahlt, FAZ 16.7.17

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Superproduktiv im Home Office? 
Dienstag, 25. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Morgens nicht im Stau stehen, kein nerviges Mithören der Telefonate von Kollegen, flexible Mittagspause - die Vorteile der Arbeit im Home Office erscheinen aus Sicht von Arbeitnehmern verlockend. Für Unternehmen sind sie es auch. Nicholas Bloom von der Stanford Graduate School of Business hat mit einer neuen Studien wieder mal harte Fakten geliefert, warum sich das Arbeiten von zu Hause aus für Arbeitgeber lohnt. Untersucht wurde, wie sich das Home Office auf die Mitarbeiter von Chinas größtem Reisebüro mit 20.000 Mitarbeitern auswirkt. Dabei zeigte sich: Die Heimarbeiter waren um 13 Prozent produktiver als ihre Kollegen im Büro. Zudem verbesserte sich die Stimmungslage der Heimarbeiter um 50 Prozent. Bloom führt die Produktivitätssteigerungen darauf zurück, dass die Heimarbeiter wirklich ihren vollen Arbeitstag arbeiteten, statt aufgrund von Staus zu spät zu kommen, in der Kaffeeküche zu plaudern oder durch ihre Kollegen gestört zu werden. Man könnte auch sagen: Im Vergleich zu den üblichen Büro-Arbeitsbedingungen verdichten sich schlicht die Arbeitsprozesse. Die kleinen Plauschs zwischen Tür und Angel, die eine soziale Dimension haben und auch die so wichtigen Pausen im Arbeitsalltag mit sich bringen, entfallen zum Beispiel schlicht. Rechnerisch mag das Home Office also viele Vorteile haben. Die Frage ist, ob die gute Stimmung anhält, wenn man Monat für Monat allein stumpf vor sich hin werkelt.
Work from home people earn more, quit less, and are happier than their office-bound counterparts, qz.com 12.7.17

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