Wie Mitgefühl aktiv Verbindungen stiftet 
Donnerstag, 9. November 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
In einer Zeit der politischen Herausforderungen scheint Empathie und Mitgefühl ein besonderer Stellenwert zuzukommen. Im Verlauf der Flüchtlingskrise haben wir gesehen, wie unterschiedlich die Befindlichkeiten sind, mit dieser Frage der Verbundenheit umzugehen. Wo wir im Alltagssprachgebrauch beide Begriffe leicht gleichsetzen, hat die Wissenschaft einen wesentlichen Unterschied zwischen diesen beiden Beziehungsdimensionen erkannt. Empathie umfasst eine grundsätzliche Resonanzfähigkeit. "Man teilt ein Gefühl mit einem anderen Menschen, ist aber der Gefahr ausgesetzt, überwältigt zu werden und in empathischen Stress zu geraten", so die Neurowissenschaftlerin Tania Singer. Mitgefühl hingegen hat auch eine aktive Dimension. Wenn man sich als Teil eines größeren Ganzen empfindet, ist mit der Wahrnehmung der Verbundenheit zumeist auch ein Handlungsimpuls der Fürsorge verbunden. Und diese Form der Aktivierung hat sogar positive Wirkungen auf beziehungsweise im Handelnden. Empfindet man Mitgefühl, "werden Netzwerke aktiviert, die mit positiven Gefühlen und Belohnung einhergehen. Bei Empathie dagegen wird zum Beispiel ein Teil der Schmerzmatrix im Gehirn aktiviert, der auch dann aktiv ist, wenn man selbst Schmerzen empfindet", so Singer. Mitgefühl öffnet uns also nicht nur für die Befindlichkeit anderer, sondern es wirkt gleichermaßen wie eine innere Ressource, die uns ein Handeln in Verbundenheit erleichtert. Es ist nicht immer leicht, diese Zuwendung zu kultivieren, denn das Leiden anderer fordert uns immer auch heraus. Wer sich beispielsweise auf das Schicksal von Flüchtlingen einlässt, konfrontiert sich mit Trauma, Verlust, Todesangst, Hilflosigkeit und Ohnmacht - Erfahrungen, denen man am liebsten ausweicht. "Diesem Impuls müssen wir gegensteuern", so die Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber, die in Darmstadt mit Flüchtlingen arbeitet. Und das verlangt Überwindung und Hingabe. "Es gibt keine Abkürzung in das fremde Herz des Nachbarn", sagt etwa Rowan Williams, der ehemalige Erzbischof von Canterbury. Sich darauf einzulassen, ist eine kulturelle Leistung - eine, die eine Kultur der sozialen Verbundenheit fördert.
Das Herz der Anderen, FAZ 1.11.17

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Glück als Staatsaufgabe 
Mittwoch, 8. November 2017 - Bewusstsein
Die Bild-Zeitung hat dem "Glücks-Ministerium" der Vereinigten Arabischen Emirate einen Beitrag gewidmet. Anders als in Bhutan, wo Glück bereits zum Staatsziel erkoren wurde, gestaltet sich die Situation in dem Land, in dem ausländische Arbeitskräfte unter oft elenden Bedingungen beschäftigt werden, etwas anders. „Wenn wir positives Denken erzeugen wollen, betrachten wir drei Pfeiler: Harmonie am Arbeitsplatz, Lebensstandard und die Frage, wie man das Glück in unserer Gesellschaft messen kann“, so der Botschafter der Emirate in Deutschland, Ali Abdullah al-Ahmed gegenüber Bild. Das mag mit Blick auf die gegenwärtige gesellschaftliche Situation für manche zynisch wirken. Vielleicht ist es aber auch ein Anfang. In Bhutan wurde vor mehr als zehn Jahren die Demokratie eingeführt - vielleicht bewegt sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten ja auch in dieser Hinsicht noch etwas. Einstweilen scheinen noch die eher symbolischen Veranstaltungen im Vordergrund zu stehen, zum Beispiel ein von der Universität von Dubai organisiertes Glücksseminar und ein Glücks-Festival.
Warum die Scheichs sich ein Glücks-Ministerium leisten, Bild 1.11.17

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Soziale Firmen verdienen mehr 
Dienstag, 7. November 2017 - Studien, Management
Viele Firmen betrachten soziales Engagement noch immer als unnötiges Investment. Eine Studie der Boston Consulting Group legt indes nahe, dass sie sich dabei gehörig verrechnen. Für die Untersuchung befragte man 300 Unternehmen nach deren sozialem und umweltpolitischem Engagement führte Gespräche mit 200 repräsentativen Personen aus 20 Unternehmen. Einbezogen wurden verschiedene Branchen. Dabei zeigte sich: Die Firmen mit dem höchsten sozialen Engagement verbuchten je nach Branche zwischen 0,5 und 8,2 Prozent mehr Gewinn als der Durchschnitt. Diese höheren Gewinne stellen sich laut Studie dann ein, wenn das soziale Engagement mit einer reflektierten Unternehmensführung einhergeht. Die sozialen Aktivitäten müssten mit den Marktzielen des Unternehmens in Einklang stehen und es müsse in der Öffentlichkeit klar vermittelt werden, was mit den sozialen Maßnahmen erreicht werden solle.
Soziales Engagement rechnet sich, Zeit online 31.10.17

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Warum die Psyche mehr Beachtung braucht 
Montag, 6. November 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Psychische Erkrankungen sind in der Wahrnehmung der meisten Menschen so etwas wie Sonderfälle des Lebens - eher die Ausnahme als die Regel. Untersuchungen, die auf Stichproben basieren, zeigen, dass zum gegebenen Zeitpunkt zwischen 20 und 25 Prozent der Bevölkerung akut unter einer psychischen Erkrankung leiden. Im Langzeitvergleich ergibt sich indes ein deutlich drastischeres Bild. Eine Langzeituntersuchung mit Teilnehmern aus Neuseeland, bei der die Probanden von der Geburt bis ins mittlere Lebensalter begleitet wurden, zeigte durch regelmäßige Screening, dass mehr als 80 Prozent der untersuchten Personen zumindest einmal während der Studie zumindest kurzzeitig unter einer psychischen Störung leiden. Studien wie diesen geht es nicht um Pathologisierung, zumal sie gleichermaßen belegen, dass solche Krankheitsepisoden nicht dauerhafter Natur sind. Sie wollen dafür sensibilisieren, wie verbreitet psychische Probleme sind - und neue Ansätze für passende Hilfen eröffnen. Viele Mediziner erhoffen sich auch ein Umdenken im gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen.
Nur eine Minderheit bleibt ein Leben lang psychisch gesund, spektrum.de 27.10.17

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Generation Y und Ältere sind sich in Vielem einig 
Freitag, 3. November 2017 - Studien, Arbeit
Gerne wird darüber gesprochen, wie anders doch die Generation der nach 1980 geborenen Arbeitnehmer, der so genannten Generation Y, im Vergleich zu älteren Mitarbeitern sei. Eine Untersuchung der Jacobs-Universität in Bremen zeigt nun, dass sich die beiden Altersgruppen in vielen Fragen des Arbeitslebens überraschend einig sind. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass über alle Altersgruppen hinweg die Freude an der Arbeit wie die Möglichkeit zur Mitgestaltung für Arbeitnehmer zentrale Faktoren sind. Jüngeren ist aber vor allem Weiterbildung sehr wichtig, während die Älteren mehr Wert auf Professionalität legen. Unterschiede zeigten sich vor allem innerhalb der jeweiligen Altersgruppen, und zwar solche, die die Wissenschaftler eher auf charakterliche Unterschiede denn auf das Alter zurückführen.
Die Generation Y tickt gar nicht so anders, FAZ 27.10.17

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Das Gute im Menschen verbindet 
Donnerstag, 2. November 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Die, die uns nahe stehen und zu unserer sozialen Gruppe gehören, nehmen wir meist in einem besseren Licht wahr als Menschen, die wir nicht kennen oder deren Kultur uns sogar fremd ist. Wissenschaftler der Harvard University haben nun mit einem Experiment herausgefunden, wie leicht sich dieser Mechanismus durchbrechen lässt. In einer Studie mit mehreren Hundert Probanden stellten sie fest, dass ein Blick auf den guten Kern eines Menschen die eigenen Urteile über andere positiv beeinflusst. Den Probanden wurde beispielsweise die Geschichte eines Vaters erzählt, der zunächst böse war und sich dann läuterte oder umgekehrt vom "Guten" zum "Bösen" wurde. Danach fragte man sie, welcher Teil seiner Persönlichkeit zu der Verhaltensänderung geführt haben könnte. Für die meisten Probanden war hier klar, dass die guten Seiten des Menschen seine eigentliche Persönlichkeit widerspiegelten. Zu dieser Erkenntnis gekommen, bewerteten die Probanden anschließend arabische Zuwanderer und weiße Mitbürger, empfanden sie jene, die ihnen fremder waren, nicht mehr als bedrohlicher im Vergleich zu den Mitgliedern der eigenen sozialen Gruppe. Gleichzeitig wurde auch ihre Wahrnehmung der eigenen sozialen Gruppe nuancierter. "Wer zuvor über das wahre Selbst nachgedacht hat, bewertet die Mitglieder sowohl der fremden als auch der eigenen Gruppe nuancierter", so die Folgerung der Psychologen.
Der Glaube ans Gute überwindet Vorurteile, spektrum.de 25.10.17

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Status-Stagnation ist ungesund 
Mittwoch, 1. November 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Über den Stress, der mit beruflichem Aufstieg verbunden ist, wird viel gesprochen. Die andere Seite des Phänomens, beruflicher bzw. sozialer Abstieg, wird hingegen selten betrachtet. Dabei hat diese Stagnation sozialer Mobilität durchaus gesundheitliche Auswirkungen. Soziologen der Universität Halle-Wittenberg untersuchten die Lebensläufe von knapp 20.000 erwerbstätigen Deutschen im Alter von 25 bis 59 Jahren und stellten dabei fest: Am gesündesten sind Menschen, die aus Familien mit gutem sozialen Status stammen und diesen auch im Laufe ihres Lebens halten können. Menschen, die längere Zeit in einem niedrigen Status verharren müssen, fühlen sich hingegen im Schnitt besonders krank. Aufsteiger fühlen sich gesund, Absteiger berichten von einem schlechten Gesundheitszustand. Besonders stark zeigt sich laut der Untersuchung dieser Effekt bei Männern in Ostdeutschland, die statistisch gesehen sehr häufig unter Phasen der beruflichen Stagnation oder gar Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Ein Hinweis darauf, dass zwischen Ost und West nach wie vor eine Lücke klafft.
Keine Karriere ist auch keine Lösung, FAZ 25.10.17

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Warum Selbstdarstellung bisweilen schief geht 
Montag, 30. Oktober 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Vor anderen gut dazustehen, ist den meisten Menschen ein besonderes Anliegen. Im Job ist es oft besonders wichtig, aber auch im Privatleben mögen wir gerne im besten Licht erscheinen. Eine psychologische Studie zeigt jedoch, dass viele Menschen hierbei nicht immer die günstigsten Strategien wählen. Die eigenen Fähigkeiten und Leistungen offen zu artikulieren, mag logisch erscheinen. Doch diese Selbstaufwertung kommt häufig als lästige Selbstdarstellung bei anderen an. Für das umgekehrte Phänomen, das übertriebene zur Schau Tragen von Bescheidenheit oder eigenen Unzulänglichkeiten, gilt das Gleiche. Auch Scheinheiligkeit, die leicht durchschaubare Selbstüberhöhung, taugt wenig, um Pluspunkte zu sammeln. Vorsichtig sollte man auch sein mit Kommentaren, die andere vermeintlich loben, aber eigentlich dazu gedacht sind, die eigene Position zu unterstreichen. Die Psychologen gehen davon aus, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, zu welchen Wahrnehmungen Verhaltensweisen wie diese bei anderen führen. Ihr Tipp: Einfach mal nahestehende Menschen um ehrliches Feedback bitten.
Wie stellen Sie sich dar? Psychologie heute 19.10.17

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