Emotionen helfen, aus Konflikten zu lernen 
Montag, 30. April 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Emotionen können allzu leicht dazu beitragen, Konflikte noch zu verschärfen. Sie können uns aber auch dabei helfen, aus misslichen Entwicklungen zu lernen, so die Erkenntnisse einer Studie aus Kanada. Die Psychologen untersuchten in zwei Online-Erhebungen mit mehr als 1.500 Probanden, wie unterschiedliche Betrachtungsweisen dabei helfen, Konflikte besser zu verstehen und mit ihnen besser umzugehen. Die Probanden sollten sich einen kürzlich erlebten zwischenmenschlichen Konflikt noch einmal vergegenwärtigen. Danach sollten sie entweder in der Ich-Form oder in der Außenperspektive der dritten Person über ihre Erfahrungen sprechen und auch erklären, welche Gefühle sie empfunden hatten. Auch fragten die Forscher nach den gedanklichen Strategien, mit denen die Versuchsteilnehmer den Konflikt eruiert hatten, anhand der Kriterien für "praktische Weisheit" (Wissen um die Beschränktheit der eigenen Perspektive und die Komplexität von sozialen Situationen, Fähigkeit, andere Sichtweisen einzunehmen, Bereitschaft zur Lösungssuche). Die Selbstbetrachtung aus der Vogelperspektive erlaubte den Probanden dabei weisere Erkenntnisse als die Ich-Perspektive. Besonders weise waren allerdings die Einsichten derer, deren Erinnerungen stark emotional gefärbt waren im Vergleich zu den emotional eher unbeteiligten Versuchspersonen. Unser Gefühlsleben scheint also eine wesentliche Rolle zu spielen beim besseren Verstehen unserer Konflikte.
Bauch vor Kopf, spektrum.de 18.4.18

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Professionals schätzen Sicherheit mehr als das große Geld 
Freitag, 27. April 2018 - Studien, Arbeit, Management
Sicherheit scheint für Fach- und Führungskräften in der letzten Zeit wichtiger geworden zu sein als ein hohe Gehalt. Das zeigt eine Umfrage des Stellenportals meinestadt.de mit mehr als 2.000 Teilnehmern. Am wichtigsten ist den Befragten mit 56,5 Prozent ein sicherer Arbeitsplatz - darunter fällt vor allem ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und die pünktliche Gehaltszahlung. Auf Rang zwei folgt mit 49,6 Prozent ein gutes Arbeitsklima. 26,5 Prozent der Professionals ist ein Arbeitsplatz in der nähe des Wohnortes wichtig. 21,3 Prozent wünschen sich, dass ihre Arbeit sie nicht gesundheitlich beeinträchtigt. Erst auf Rang folgt schließlich das überdurchschnittliche Gehalt, das für 17,6 Prozent besonderes Gewicht hat. Gute Arbeitnehmer zu finden, könnte also wesentlich preiswerter sein, als viele Unternehmen meinen.
Ein hohes Gehalt? Den Top-Leuten ist etwas anderes wichtiger, welt.de 19.4.19

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Warum wir Leistung neu denken sollten 
Donnerstag, 26. April 2018 - Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Der Hyperindividualisierung der modernen Kultur hat längst auch unseren Leistungsbegriff geprägt. Denken wir an Leistung, meinen wir damit meistens: Schau, das hab' ich geschafft! Aber wie realistisch ist die Annahme eigentlich, dass das, was wir als unsere Leistung wahrnehmen - und was im Business als Leistung betrachtet wird -, wirklich allein auf unser Konto geht? "Hinter dem, was als individuelle Leistung gilt, steht ein kollektiver Kraftakt. Alles, was in der Erwerbswelt produziert wird, beruht auf den Anstrengungen von ganz vielen. Ähnliches gilt sogar im Bereich der Bildung, in dem wir ebenfalls von persönlicher Leistung sprechen. Das Können von Schulkindern beruht ja nicht nur auf ihrem eigenen Fleiß und ihrer Begabung, sondern auch auf dem Unterricht der Lehrer und der Unterstützung der Eltern", sagt etwa die Historikerin Nina Verheyen. Sie deutet mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit zur geschichtlichen Entwicklung des Leistungsgedankens darauf, dass es an der Zeit sein könnte, unsere Vorstellungen von Leistung zu revidieren. "Ich plädiere dafür, Leistung als eine genuin soziale Größe zu denken, was Verschiedenes beinhaltet. Erstens arbeiten wir ständig im Team, zweitens sind wir nicht gezwungen, nur Dinge als Leistung gelten zu lassen, die sich vermeintlich quantifizieren lassen. In Theorien sozialer Gerechtigkeit geht es bei einer Leistung im Kern um etwas, das jemand hervorbringt – und das von der Gesellschaft erwünscht ist. Warum ist es nicht auch eine Leistung, ein Glas Wein miteinander zu trinken und zu quatschen? Ich glaube, es fällt uns so schwer, das zu denken, weil wir Leistung fast automatisch mit Anstrengung, Druck, Messbarkeit und auch Ökonomie verbinden – eine Verengung", so Verheyen. Es ist spannend, darüber nachzudenken, wie sich unsere Wertelandschaft verändern würde, wenn wir einerseits Leistung nicht mehr nur als unser ureigenes Ding sehen würden und andererseits nicht nur mit meist wirtschaftsnahen Bereichen überhaupt die Idee von Leistung verbinden.
Wie ungerecht ist das denn? Zeit online 18.4.18

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Wer Karriere macht, ist nicht zwingend besonders gut 
Mittwoch, 25. April 2018 - Psychologie, Arbeit, Management
Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass es vor allem die Menschen sind, die in ihren Arbeitsbereichen die Dinge besonders gut machen, die auch Karriere machen. Im Interview mit Spiegel online erklärt der Wirtschaftspsychologe Florian Becker, dass dies eine Illusion ist. Mit Verweis auf eine amerikanische Studie, in der 30 Top-Manager betrachtet worden waren, die am schnellsten Karriere gemacht hatten, und 30, in deren Bereichen alles am besten lief, habe sich gezeigt: "Es gab kaum Überschneidungen der beiden Gruppen. Nicht diejenigen, die den besten Bereich hatten, also objektiv am besten führten, machten die steilste Karriere." Die Überlappung von Leistung und Karriere lägen laut wirtschaftspsychologischen Erkenntnisse bei lediglich zehn Prozent. Die, die aufsteigen, sind die Netzwerker, die gute Kontakte zu den Einflussreichen und Entscheidungsträgern aufbauen. Ein weiterer wichtiger: Attraktivität. "Ungefähr 70 Prozent der Menschen, die sehr viel Erfolg im Beruf haben, sehen überdurchschnittlich gut aus. Psychologen erklären das mit höherem Selbstbewusstsein und besseren kommunikativen Fähigkeiten, die die Attraktiven aufbauen konnten. Von anderen werden sie oft auch kompetenter eingeschätzt", so Becker. Auch was die Leidenschaft für den Job angeht, bringt sie einen nicht zwingend weiter. Becker sagt: "Eher wenig Einfluss auf den Aufstieg hatten die Leidenschaft für den Beruf, die Frage, wie lange jemand schon im Unternehmen war oder wieviel Erfahrung er mitbrachte. Starke Erfolgstreiber hingegen wären Extraversion und Proaktivität - jemand zeigt Interesse an neuen Aufgabenfeldern und meldet frühzeitig Interesse an einem Projekt an. Solche Leute suchen sich auch eher Mentoren im Unternehmen."
Wie Größe und Stimme die Karriere pushen, Spiegel online 16.4.18



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Star Wars als Türöffner zur Meditation 
Dienstag, 24. April 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Yoda, der Jedi-Ritter, hat schon viele Menschen durch seine Weisheit begeistert. 40 Jahre Star Wars haben mit dazu beigetragen, dass geistige Schulung wie Meditation selbst Science-Fiction-Fans nicht mehr unbedingt fremd ist. Die Süddeutsche Zeitung geht in einem Beitrag dem Trend nach, dass die Jedi-Mentalität ihren Weg in den Mainstream findet. Der Artikel stellt Menschen vor, die ganz im Geiste der Star-Wars-Saga meditative Elemente der Jedi in den Alltag bringt. Vielleicht ist es ja ein deutliches Zeichen, dass man Luke Skywalker im Trailer des neuesten Films aus dem Off mit den Worten vernimmt: "Atme. Atme einfach." Da kann man nur sagen, möge die Macht mit uns sein ...
Möge die Achtsamkeit mit dir sein, SZ 13.4.18

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Glück heißt vielleicht einfach, im Fluss des Lebens zu sein 
Montag, 23. April 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Effektive Wege zum Glücklichsein haben eigentlich immer Hochkonjunktur, denn was ersehnen wir uns mehr als ein Leben in Freude und Zufriedenheit? Doch bei dem, was wir unter Glück verstehen, gehen wir leicht in die Irre. Sind es wirklich die großen Dinge oder Besonderheiten, die uns glücklich machen? Oder Ist uns das Glück vielleicht näher, als wir meist denken - und damit auch leichter zu erreichen? Der Achtsamkeitstrainer Helmut Nowak jedenfalls hat einige gute Tipps, wie wir dem Glück mit ganz alltäglichen Aufmerksamkeiten sehr viel näher kommen können. Seine drei Ansatzpunkte sind für jeden unmittelbar nutzbar:
Vermeide alles, was dich unglücklich macht, statt dem Glück hinterherzurennen.
Finde wirksame Strategien, um deine Bedürfnisse zu nähren.
Akzeptiere, wenn die Geschehnisse des Lebens anders sind, als du sie gern hättest.
Allein der letzte Punkt mag vielleicht herausfordernd sein. Gerade hier kann die Übung von Achtsamkeit allerdings gute Dienste leisten. "Kultivierte Achtsamkeit hilft, aus unseren
unheilsamen automatisierten Reaktionsmustern auszusteigen und Ja sagen zu können zu dem, was gerade ist", so Nowak. Da steht einer glücklichen Woche eigentlich nichts mehr im Wege ...
(K)ein Weg zum Glück, Oberhessische Presse 13.4.18

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Besser schlafen, ohne sich von To-Do's auffressen zu lassen 
Freitag, 20. April 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
In unserer beschäftigen Welt sind Einschlafstörungen längst zu einer Art Jedermanns-Problem geworden. Vor allem das Unerledigte, das uns im Nacken sitzt und in der Stille vor dem Schlaf in unseren Gedanken aufpoppt, macht vielen Menschen das Einschlafen schwer. Wenn man sich von den offenen To-Do's innerlich verabschieden kann, schläft es sich leichter sein, so die Erkenntnis einer neuen Studie. Probanden bekamen die Aufgabe, vor dem Schlafengehen entweder zu notieren, was sie über den Tag alles erledigt hatten, oder aber sie sollten die Dinge auflisten, die sie am nächsten Tag zu tun hatten. Dabei zeigte sich, dass die To-Do-Listen offensichtlich einen befreienden und entspannenden Effekt hatten, denn je detaillierter die Versuchspersonen vermerkten, was sie für den nächsten Tag vor sich hatten, umso schneller schliefen sie ein.
Einschlafen mit List(en), Psychologie heute 12.4.18

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Wenn Arbeiten zum Dauer-Sprint wird 
Donnerstag, 19. April 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
Agilität ist zu einem neuen Trend in der Organisation von Arbeitsprozessen geworden. Die Idee dahinter: Möglichst flexible und wendige Arbeitsprozesse zu gestalten, die mit der Schnelligkeit, die die Arbeitswelt heute zu fordern scheint, Schritt zu halten. Die FAZ geht in einem Beitrag dem Für und Wider dieses Trends nach. Einerseits zeigt sich, dass viele der heute genutzten Agilitäts-Tools und -Prozesse das Arbeiten effizienter machen können und es erleichtern, besser und schneller auf Veränderungen zu reagieren. Das hat jedoch auch einen Prozess. Routinen werden zunehmend ausgemerzt, es gibt keine Atempausen oder ein Zurücklehnen mehr. Der Arbeitstag wird, zugespitzt formuliert, zu einem Dauer-Sprint. Was Unternehmensberater feiern, könnte aus psychologischer Sicht durchaus auch Nachteile haben. Denn es liegt nicht in der Natur jedes Menschen (und vielleicht sogar überhaupt nicht in der menschlichen Natur), stets an forderster Front alles zu geben. Darauf läuft agiles Management aber in gewisser Weise hinaus, denn es funktioniert vor allem, wenn möglichst viele ständig auf dem Sprung sind. Das Dasein besteht nicht nur aus Angriff, es braucht auch Phasen, in denen es ruhiger zugeht. Und in der Arbeitswelt nur das Beste einer Welt haben zu wollen, trennt zugleich vom Rest des Lebens. Ich würde mir wünschen, dass wir besser verstehen, dass diese Ganzheit etwas sehr Zentrales ist. Das ist keine Absage an Effizienz und Schnelligkeit, sondern die Einsicht, dass wir sehr vielschichtig sind und als ganze Menschen mit all unseren Fähigkeiten und Befindlichkeiten im Arbeitsleben stehen sollten.
Rugby für das Büro, FAZ 12.4.18

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