Lässt Achtsamkeit sich vereinnahmen? 
Freitag, 22. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Kürzlich hatte die Süddeutsche Zeitung über eine Studie berichtet, derzufolge Achtsamkeit in Arbeitskontexten nicht unbedingt geeignet ist, die Motivation von Mitarbeitern zu steigern. Der Gegenwind ließ nicht lange auf sich warten. "Achtsamkeitsmeditation und Leistungsbereitschaft schließen sich nicht gegenseitig aus, auch wenn der Autor dies in seinem Beitrag suggeriert. Im Gegenteil: Wer achtsam mit sich und anderen umgeht und sich seiner Werte und Ziele bewusst ist, wird langfristig erfolgreicher und gegenüber Belastungen resilienter sein, als derjenige, der aus einer inneren Unzufriedenheit heraus kurzfristig Maximalleistungen erbringt und danach ausbrennt", kontert etwa Dr. Igor Tominschek, München Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Michael Seitlinger, Leiter des Forums Achtsamkeit und Stressbewältigung in der Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising empfindet die Studienergebnisse sogar als zuversichtlich stimmend. Er sagt: "In der Tat ist es so, dass durch die Achtsamkeitspraxis ein fragwürdiger Ehrgeiz, ein Erfolgsstreben, das keine 'Persönlichkeitsmitte' hat und aus Ermangelung einer solchen gespeist wird, erschüttert werden kann. Insofern wäre eine Korrektur eines solchen Karrierestrebens aus meiner Sicht sogar wünschenswert und heilsam." Vielleicht entwickelt sich hier ja längerfristig ein Diskurs, in dem wir näher betrachten, wie Achtsamkeit und unser Menschsein zusammenspielen - jenseits von Funktionalisierungsversuchen.
Steter Flow statt Karriereturbo, SZ 10.6.18


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Saures fördert Risiko-Affinität 
Donnerstag, 21. Juni 2018 - Lebensart, Studien
Unser Geschmackssinn scheint unser Alltagsverhalten mehr zu beeinflussen, als uns bewusst ist. Wissenschaftler verabreichten ihren Probanden Getränke der fünf Geschmacksrichtungen und testeten danach mit einem Computerspiel deren Neigung, Risiken einzugehen. Dabei zeigte sich: Die Testpersonen, die zuvor etwas Saures getrunken hatten, gingen die größten Risiken ein. Es ist der erste empirische Beleg dafür, dass saure Geschmacksanreize ein risikoreiches Verhalten fördern. Der Effekt hielt im Versuch bis zu 20 Minuten an. Ich frage mich, was wir daraus lernen können. Vielleicht, dass Busfahrer und Piloten besser keinen Zitronensaft trinken sollten?
Sauer macht risikofreudig, wissenschaft.de 8.6.18

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Dyaden-Meditation erfreut sich wachsender Beliebtheit 
Mittwoch, 20. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Die Neurowissenschaftlerin Tania Singer hat mit ihrem ReSource-Projekt erstmals in größerem Umfang untersucht, dass verschiedene Meditationsformen ganz unterschiedliche Wirkungen bei den Praktizierenden zeitigen. Dabei stellte sie fest, dass die Dyaden-Arbeit vor allem die soziale Entwicklung und das zwischenmenschliche Miteinander stärkt. Bei der Dyaden-Meditation erzählt eine Person einer anderen, die einfach achtsam und teilnehmend zuhört, von Dingen, die sie beschäftigen. Ein Ansatz, der bei immer mehr Menschen auf großes Interesse stößt, die sich einen achtsamen Lebensstil wünschen. Vor diesem Hintergrund hat die Kommunikationstrainerin Simone Anliker das „Dyad Inquiry Projekt“ gestartet, bei dem Meditierende sich über das Internet miteinander verbinden. Eine Person stellt sich hier eine Frage, lauscht in die Tiefe und teilt ihre Eindrücke mit einem Gegenüber. „Dyaden schaffen Intimität, Nähe zwischen zwei Menschen, die jenseits der üblichen Konventionen ist. Menschen können sich in ihrer Verletzlichkeit und mit offenen Herzen begegnen“, berichtet ein Teilnehmer. Für Meditierende, die eher mit klassischen Methoden der Stille und des Loslassens praktizieren, wie es in den spirituellen Traditionen üblich ist, mag dieser Ansatz eher wie eine neue Form von Gesprächstherapie wirken. Er scheint allerdings einen Nerv der Zeit zu treffen. Die Teilnahme am „Dyad Inquiry Projekt“ ist kostenlos. Ein eBook führt in die Methode ein.
Dyad Inquiry Projekt

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Ein gestylter Arbeitsplatz scheint vielen wichtig zu sein 
Dienstag, 19. Juni 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
In angenehmer Umgebung arbeitet es sich besser. Das findet vor allem die jüngere Generation der Arbeitnehmer. Manche von ihnen lehnen Jobs sogar ab, weil der mögliche Arbeitsplatz nicht ihren Wünschen entspricht. Der Co-Working-Space-Anbieter Mindspace fand in einer Erhebung heraus, dass in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen jeder Fünfte schon einmal einen Job abgelehnt hatte, weil ihm das Bürodesign missfallen hat. Zwölf Prozent dieser Altersgruppe kündigten aus diesen Gründen schon einmal ein Arbeitsverhältnis. Bei den älteren Arbeitnehmern ist die Toleranz gegenüber weniger durchgestylten Büroräumen größer. Die Hälfte der Befragten aller Altersgruppen findet, sie arbeite in einem angenehmen Umfeld. Nur 19 Prozent meinen allerdings auch, dass die Arbeitsplätze im Sinne der Mitarbeiter designt worden seien. Knapp 18 Prozent finden ihre Arbeitsumgebung eher öde. Sieben Prozent gaben an, man sehe es ihrem Arbeitsplatz dann, dass der Arbeitgeber sich keinerlei Gedanken über Wohlbefinden oder auch Produktivität seiner Mitarbeiter mache.
Immer mehr Arbeitnehmer kündigen, weil ihnen das Büro nicht gefällt, Wiwo 7.6.18

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Die beste Zeit zum Pläne machen 
Montag, 18. Juni 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wer Pläne macht, ist oft besser gewappnet für so manche Herausforderung des Lebens und Ziele erreicht man meist auch leichter, wenn man vorher überlegt, welches der beste Weg ist. Im Business gehört das Planen ohnehin zum Alltag. Psychologen haben nun herausgefunden, dass nicht jede Zeit die beste ist, um Pläne zu schmieden. In mehreren Labor- und Feldversuchen beobachteten sie, dass Menschen, die sich ausgelaugt und mental erschöpft fühlen (durch Aufgaben, die sie zuvor zu bewältigen hatten), deutlich weniger geneigt sind, in dieser Situation Dinge zu planen als jene, die sich ausgeruht und frisch fühlen. In Arbeitskontexten könnte dies bedeuten, dass es keine gute Idee ist, Mitarbeiter am späten Nachmittag zu Planungsmeetings zusammenzutrommeln. Im Privatleben macht es wohl ebenfalls Sinn, sich bewusst günstige Zeitfenster zu suchen, wenn man etwas planen muss oder möchte.
Entspannt planen, Psychologie heute 7.6.18

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Wie die Digitalisierung Erwartungskrisen schürt 
Freitag, 15. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Der Mail-Account klemmt, das WLAN streikt oder es ist einfach nur der Akku vom Smartphone leer. In Zeiten der Digitalisierung gibt uns der ganz gewöhnliche technische Alltag eine Vielzahl von Gelegenheiten, aus der Haut zu fahren. In einem Beitrag für den Deutschlandfunk Kultur beschreibt der Organisationsberater Hans Rusinek, wie die unzähligen Möglichkeiten, die Technologie uns heute bietet, auch Erwartungskrisen schafft. Weil alles nur einen Klick entfernt ist, erwarten wir oft Perfektion und Leichtigkeit, obwohl es eigentlich immer noch ein Wunder ist, wenn all die komplexen Tools, die wir nutzen, funktionieren. "Ein Grund für digitalen Ärger ist der 'Solutionism': Mit dem richtigen Tool lassen sich alle Probleme von ganz alleine lösen, reibungslos. Von Freien Wahlen bis zum Frisörbesuch! Ein Irrglaube, der uns gefährlich passiv macht. Denn die Zukunft ist keine One-Click-Solution. Sie muss sich durch unsere aktive Teilnahme mitgestalten lassen. Sonst entpuppen sich Lösungen schnell als Probleme", so Rusinek. Teilnahme - am Leben und der Welt im Ganzen - braucht von uns vielleicht etwas mehr als das digitale Gedaddel. Und wenn die Gadgets mal wieder streiken, ist das vielleicht auch eine schöne Gelegenheit, mal wieder ganz analog dem Leben zu begegnen. In echt und unmittelbar.
Digitale Helfer und analoger Ärger, Deutschlandfunk kultur 5.6.18

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To-Do-Listen machen das Einschlafen leichter 
Donnerstag, 14. Juni 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Wer kennt das nicht - kaum liegt man im Bett, gehen einem Gedanken an den nächsten Tag durch den Kopf und daran, was alles zu erledigen sein wird. An Schlaf ist dann erst mal nicht zu denken. Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, ob das Schreiben von To-Do-Listen dabei hilft, besser einzuschlafen. 28 Teilnehmer der Studie sollten eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eine To-Do-Liste aufstellen mit allem, was am kommenden Tag anstand. 29 Versuchspersonen erstellten hingegen eine Liste mit den Dingen, die sie am Tag erledigt hatten. Im Schlaflabor zeigte sich dann: Die Probanden mit den To-Do-Listen schliefen im Schnitt bereits nach 16 Minuten ein, je ausführlicher ihre Listen waren, umso schneller. Jene, die ein Memo über ihren Tag verfasst hatten, brauchten im Schnitt 25 Minuten. Die Studie scheint also zu belegen, dass To-Do-Listen eine entlastende Funktion haben uns Menschen leichter in den Schlaf in den Schlaf finden lassen. Andererseits: Wie lange die Teilnehmer wohl mit ihrer To-Do-Liste verbracht haben? Sie mögen vielleicht neun Minuten des Wachseins im Bett gespart haben, haben dafür aber auch Zeit für das Listenschreiben gebraucht. Unter dem Strich also wohl eher eine Scheinverbesserung.
To-Do-Liste hilft beim Abschalten, spektrum.de 4.6.18

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Macht Achtsamkeit unproduktiv? 
Mittwoch, 13. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Im Business ist Achtsamkeit nicht zuletzt deshalb in aller Munde, weil man sich von ihr nicht nur mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden für die Mitarbeiter erhofft, sondern, gestützt durch deren wachsende Zufriedenheit auch eine bessere Arbeitsleistung. Manche Studien scheinen in der Tat zu belegen, dass Mitarbeiter, die meditieren, fokussierter sind und viele Aufgaben besser bewältigen. Eine Studie der Católica Lisbon School of Business & Economics und der Carlson School of Management, University of Minnesota, zeigt nun: Meditation kann der Motivation das Wasser abgraben. In der Untersuchung zeigte sich, dass Menschen, die Achtsamkeit praktizierten, weniger geneigt waren, Aufgaben anzugehen. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass Achtsamkeit einen Zustand der Akzeptanz fördere, während es, um anzupacken und Probleme zu lösen, durchaus eines gewissen Maßes an Unzufriedenheit erfordere, um den Hintern hochzubekommen.
Zu viel Meditation raubt die Motivation, SZ 3.6.18

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