Digitale Feedback-Kultur 
Montag, 8. Oktober 2018 - Psychologie, Arbeit, Management
Firmen, die etwas auf sich halten, fühlen der Unternehmenskultur mit Mitarbeiterbefragungen auf den Zahn. Meist sind das dann große Fragebogen, bei denen die Angestellten einmal im Jahr die Möglichkeit zum großen Rundumschlag haben. Doch kommen in solchen Erhebungen die Details zum Tragen, die die Menschen tagtäglich am Arbeitsplatz beschäftigen? Und was hilft es, wenn man sich Monate nach einem Ärgernis darüber in einer Umfrage Luft verschaffen kann? Eine dänische Firma hat ein nun ein Analysetool entwickelt, mit dem Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig befragen kann. Peakon schöpft aus einem Fragekatalog, der wissenschaftlich validiert wurde. In kurzen Zyklen, zum Beispiel ein Mal pro Woche, erhalten die Mitarbeiter wenige Fragen, auf die sie antworten können. Tests zeigen, das Tool stößt auf gute Resonanz. Im Schnitt liegen laut Unternehmen die Antwortraten bei 81 Prozent. Der Anbieter rühmt sich damit, dass vor allem diese kurzen Zyklen es erleichtern, beispielsweise Neuerungen oder Veränderungen zeitnah zu testen und so Feedback über die Wirkungen zu erhalten. Macht Sinn in Zeiten, in denen alle von Agilität sprechen ... "Es fällt auf, dass Arbeitnehmer immer stärker nach dem Warum fragen: Wohin führt meine Arbeit? Welches Ziel haben wir eigentlich? Außerdem wünschen sich deutsche Arbeitnehmer schnellere Wege, ihre Meinung zu äußern. Viele Unternehmen hierzulande haben noch immer eine starke Hierarchiestruktur. Das erzeugt Scheu, Feedback zu äußern", erzählt Julian Tesche, der für Peakon in Deutschland zuständig ist. Eine Frage ist natürlich, ob man in der Führungsetage auch hören möchte, wie die Sinnfrage im eigenen Unternehmen beantwortet wird ...
"Jeder Mitarbeiter ist Kunde", Zeit online 26.9.18


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Meditations-App Calm nun auch auf Deutsch verfügbar 
Freitag, 5. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Digitale Meditationshelfer erfreuen sich großer Beliebtheit. Geführte Meditationen oder auch Timer erleichtern es Einsteigern, eine regelmäßige Praxis zu entwickeln. Die Meditations-App Calm ist nun auch in deutscher Sprache erhältlich. Die App bietet Kurse zum Runterkommen, für besseren Schlaf, Fokussierung und Stressmanagement. Außerdem zeigt sie jeden Tag einen Denkanstoß an. Zum Einschlafen bietet Calm neben Meditationshilfen auch Gute-Nacht-Geschichten.
Calm-Pressemitteilung 25.9.18

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Studium oder Lehre? Macht etwa gleich (un)zufrieden 
Donnerstag, 4. Oktober 2018 - Studien, Arbeit
Der Trend zum Studieren scheint ungebrochen. Eine Untersuchung des Portals meinestadt zeigt allerdings: Akademiker sind später im Beruf nicht unbedingt zufriedener als Menschen, die einen Ausbildungsberuf erlernt haben. Über den Ausbau ihrer Fähigkeiten im Berufsverlauf sind zwei Drittel der Akademiker und Nicht-Akademiker zufrieden, ähnlich steht es um die Einschätzung ihrer Berufsbilanz. Beim Karriereverlauf hat gut die Hälfte ein positives Gefühl, während mit der Gehaltsentwicklung nur etwa die Hälfte der Befragten zufrieden ist. Akademiker weisen bei allen Aspekten eine um zwei bis fünf Prozentpunkte höhere Zufriedenheit auf als die Nichtakademiker.
So zufrieden sind Akademiker und Nicht-Akademiker mit ihrer Arbeit, WiWo 21.9.18

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Teilen hängt vom sozialen Kontext ab 
Dienstag, 2. Oktober 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Großzügigkeit scheint keine statische Eigenschaft zu sein, sondern sich bei Menschen im Kontext der jeweiligen sozialen Situation zu ergeben. Amerikanische Forscher untersuchten ein Nomadenvolk in Tansania, das sich mehrfach im Jahr in unterschiedlichen Konstellationen in größeren Camps trifft und ansonsten in kleineren Gruppen unterwegs ist. In mehreren dieser Camps, bei denen sich die Personenkonstellationen jeweils veränderten, betrachteten die Wissenschaftler anhand eines Testszenarios, wie sehr die einzelnen Stammesmitglieder geneigt waren, mit anderen zu teilen. Dabei wurde deutlich, dass die Freigebigkeit keine konstante Charaktereigenschaft war. Vielmehr passten viele der Nomaden ihre Bereitschaft zu teilen an die jeweilige soziale Situation an. In Gruppen, in denen viele eher zurückhaltend waren, wurden auch jene Nomaden geiziger, die in anderen Konstellationen großzügig waren. Umgekehrt schien auch wahrnehmbare Freigebigkeit zu inspirieren, so dass dann mehr geteilt wurde.
Teilen ist ansteckend, wissenschaft.de 21.9.18

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Je höher das Gehalt, umso mehr Überstunden 
Montag, 1. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
An der Spitze eines Unternehmens zu stehen, bringt oft auch Spitzenarbeitszeiten mit sich. Die Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner hat untersucht, wie es um die Überstunden von Fach- und Führungskräften bestellt ist. Bei den Führungskräften kommt einiges zusammen. Die leisten im Laufe ihres Berufsleben rund 15.430 Überstunden, was etwa 7,4 Arbeitsjahren entspricht. Fachkräfte kommen mit 6.562 Überstunden (etwa 3,1 Arbeitsjahre) besser weg. Besonders hoch ist die Mehrarbeit bei Consultants, sie leisten im Schnitt pro Woche 5,11 Überstunden. Die Zahl der Überstunden korreliert mit dem Gehalt. Wer über 120.000 Euro brutto pro Jahr verdient, arbeitet durchschnittlich pro Woche 9,5 Stunden länger. In der Gehaltsstufe zwischen 31.000 und 40.000 Euro Jahresverdienst sind es hingegen nur 2,3 Überstunden. Interessant auch: Je älter die Beschäftigten sind, umso mehr Überstunden leisten sie.
7,4 Jahre Überstunden, HBM 10/2018

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(Cyber-)Mobbing nimmt zu 
Freitag, 28. September 2018 - Psychologie, Studien
Jeder dritte Erwachsene wird einmal Opfer von Mobbing, so die traurige Erkenntnis einer Studie „Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen – die allgegenwärtige Gefahr“, die vom Bündnis gegen Cybermobbing in Auftrag gegeben wurde. 57 Prozent der Mobbing-Fälle geschehen dabei am Arbeitsplatz. Seit der letzten Erhebung 2014 seien die gemessenen Fallzahlen weiter gestiegen. Für die Arbeitgeber bringe dies Folgekosten von rund fünf Milliarden Euro mit sich. Das Bündnis setzt sich dafür ein, dass die gesetzlichen Grundlagen, mit denen Mobbing geahndet werden kann, verbessert werden.
Jeder dritte deutsche Erwachsene wird gemobbt, FAZ 20.9.18

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Offen sein für die Gegenwart anderer 
Donnerstag, 27. September 2018 - Bewusstsein, Management
Manager sollten meditieren, findet der Jesuitenpater Michael Bordt, der 2011 das Institut für Philosophie und Leadership an der Hochschule für Philosophie in München gründete. Er begleitet Führungskräfte auf einem Weg der Selbsterkenntnis, der ihre Leadership-Qualitäten auf eine tiefere Grundlage stellen soll. Die Innenschau öffne nicht nur für die eigene Befindlichkeit, sondern lasse Menschen auch empathischer für andere werden. "Weil man in der Lage ist, immer mehr bei sich selbst wahrzunehmen – eine immer differenziertere Selbstwahrnehmung zu haben –, spürt man ganz anders die Gegenwart anderer Menschen, anderer Atmosphären, ist näher an seinen Intuitionen dran", so Bordt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Kultur. Auch Enttäuschungen sind in seinen Augen ein Schlüssel, in besserem Kontakt mit der Welt zu sein und so auch bessere Entscheidungen zu treffen: "In jeder Ent-täuschung wird ja eine Täuschung weggenommen. Das heißt, wir kommen der Realität in jeder Enttäuschung näher."
"Nur wer sich selbst führen kann, kann andere führen", Deutschlandfunk Kultur 20.9.18


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Wer bin ich? Und was hilft es, wenn ich das weiß? 
Mittwoch, 26. September 2018 - Psychologie, Studien
Persönlichkeitstests sind in der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken, denn im Recruiting bemühen sich viele Unternehmen, nicht nur Bewerber zu finden, die die benötigten fachlichen Qualifikationen mitbringen, sie sollen auch menschlich in das ihnen zugedachte Arbeitsfeld passen. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun in einem Großversuch eine neue Typologie ans Licht gebracht. Zunächst durchliefen 145.000 Personen einen Online-Persönlichkeitstest mit 300 Fragen. Das so gesammelte Datenmaterial wurde dann an drei weiteren Probandengruppen getestet, so dass schließlich die Daten von rund 1,5 Millionen Menschen in die Auswertung einflossen. Inhaltlich erfassten die Wissenschaftler dabei die "Big Five"-Persönlichkeitseigenschaften Neurotizismus (versus emotionale Stabilität), Extraversion (versus Introversion), Offenheit für Neues, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Ihre Auswertungen führten sie zu vier Persönlichkeitstypen, deren Label nicht unbedingt motivierend klingen. Positiv besetzt ist das "Vorbild" (engl. role model), ein verträglicher, gewissenhafter, extravertierter und emotional stabiler Mensch, der offen für Neues ist. Am anderen Ende der Skala findet man die "Selbstzentrierten", die zwar extravertiert sind, aber bei denen alle anderen Persönlichkeitseigenschaften eher unterdurchschnittlich ausgeprägt sind. Dann sind da noch die "Reservierten", introvertierte Menschen mit wenig Offenheit für Neues und ansonsten eher durchschnittlich. Der "Durchschnittstyp" wiederum ist eher extravertiert, emotional stabil, gewissenhaft und verträglich, bringt aber ebensowenig Offenheit mit wie die Reservierten. Kritiker stören sich nicht nur an der seltsamen Benennung der Typen, sie kritisieren auch, dass diese in der Praxis nicht ausreichend validiert wurden und man die Vorhersagekraft auf das Verhalten von Menschen nicht genügend geprüft habe. Ich frage mich, warum man überhaupt versucht, immer wieder neue Typen zu entwickeln. Ich versuche mir vorzustellen, wie Personaler sich bemühen, auf Basis der hier genannten Cluster ein arbeitsfähiges Team auf die Beine zu stellen.
Typologie mit Macken, spektrum.de 19.9.18

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