Meditative Ekstase erreicht den Dancefloor 
Donnerstag, 29. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Der Achtsamkeits-Trend scheint selbst vor der Freizeitindustrie nicht halt zu machen. In einem Interview mit der Welt erklärt der DJ Thomas Koch, der in der Szene vielen als Gründer des Magazins "Groove" bekannt ist, was es mit der neuen Welle des "Ecstatic Dance" auf sich hat. "Vor 20 Jahren habe ich meine erste Ayurveda-Kur gemacht, inklusive Einführung in die Transzendentale Meditation, das war meine erste Begegnung mit der Welt spiritueller Praktiken. In den letzten Jahren habe ich viel Zeit im Sacred Valley in Peru verbracht und dort meine spirituelle Familie gefunden. Dort habe ich vor zwei Jahren erstmals bei einem Ecstatic Dance getanzt", erzählt Koch. Tanz meets Yoga und Meditation, alkohol- und rauchfrei und richtig gechillt. "Beim Ecstatic Dance geht es darum, die ungeschminkte Ausdrucksform des Körpers zu den jeweiligen Rhythmen, Tempi und Atmosphären zu finden, die während so einer Reise gespielt werden. Die Begegnung mit den eigenen Energien und denen der anderen ist viel bewusster", erklärt Koch. Man darf gespannt sein, wohin das noch führt ...
"Da entsteht gerade etwas ganz Neues", welt.de 16.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Weniger zu arbeiten, kann effektiv und effizient sein 
Mittwoch, 28. November 2018 - Lebensart, Studien
Seit einigen Wochen flammt die öffentliche Diskussion darüber auf, ob eine Reduzierung der Arbeitszeit womöglich produktiver macht und nebenbei Beschäftigte auch zufriedener sein lässt. Beispiele aus Unternehmen liefern immer wieder Futter für diese Annahme. Toyota in Göteborg beispielsweise erzielte trotz einer Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf sechs Stunden höhere Umsätze. Ein amerikanischer Surfbrett-Hersteller ging sogar auf fünf Stunden runter und erhöhte dabei die Umsätze um 40 Prozent. "Smarte Arbeitnehmer arbeiten weniger, dafür konzentrierter und selektiver", so Morten Hansen, der an der University Berkeley lehrt. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) legt nahe, dass zu viel Arbeit (oder auch zu lange Anwesenheit am Arbeitsplatz" eher kontraproduktiv ist. Darin heißt es: "Psychisch und physisch gesund bleibt der Mensch vor allem dann, wenn er grundsätzlich mit seinem Leben zufrieden ist. Wer den Eindruck hat, dass sich alles der Arbeit unterordnen muss, wird auf Dauer unzufrieden, unproduktiv und letztendlich krank." Und: "Eine Arbeit gilt heute als erstrebenswert, wenn sie sich mit dem übrigen Leben und den eigenen Werten vereinbaren lässt." Man darf gespannt sein, wann der breiten Diskussion entsprechende Veränderungen in mehr Unternehmen folgen.
Sechs Stunden pro Tag reichen völlig aus, spiegel.de 15.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Intuition und Inspiration führen zum Erfolg 
Dienstag, 27. November 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Wie gelingt erfolgreiche Führung? Eine Frage, die Unternehmen ständig bewegt, aber nie eine letztendliche Antwort findet. Denn immer ist wieder jemand besser ... Im Interview mit dem Harvard Business Manager erklärt der Leadership-Forscher Sydney Finkelstein, wie Intuition und Inspiration Führungskräfte und ihre Mitarbeiter voran bringen. "Sie müssen Ihre Leute inspirieren. Die Mitarbeiter müssen glauben, dass sie in der Lage sind, Großes zu erreichen. Und Sie müssen ihnen einen Grund liefern, warum sie das tun sollten. Sie müssen eine Vision vorgeben, die so attraktiv ist, dass Ihre Mitarbeiter das Gefühl haben, unbedingt daran teilhaben zu wollen", so Finkelstein. Hier gehe es um große Visionen, die eine tiefere Motivation freisetzen. In der Intuition wiederum sieht Finkelstein das Momentum, das einen Unterschied zum Mainstream ausmache. Best practices seien zwar hilfreich, aber letztlich immer die Möglichkeit von gestern - während jene, die sie ausgetüftelt haben, schon auf dem Weg ins Morgen sind. Auch algorithmische Entscheidungsverfahren könnten allenfalls eine Unterstützung sein. Die Prise Bauchgefühl, der subtile Eindruck, dass etwas richtig ist, auch wenn man es nicht begründen kann, sei ein Weg, sich von anderen abzuheben.
"Stolz auf die Arbeit", HBM 11.2018

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lebenserwartung in Deutschland ist unterdurchschnittlich 
Montag, 26. November 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Im Zuge der Rentendiskussion wird viel darüber gesprochen, dass unter anderem die steigende Lebenserwartung das System immer instabiler werden lässt. Die Global Burden of Disease Study, für die Daten aus 195 Ländern ausgewertet wurden, zeigt nun: In Deutschland ist die Lebenserwartung, verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern, sogar sehr niedrig. Heute in Westeuropa Geborene haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 79,5 Jahren (Männer) und 84,2 Jahren (Frauen) - in Deutschland liegt sie bei Männern 1,3 und bei Frauen 1,2 Jahre darunter. Die Wissenschaft macht dafür verschiedene Faktoren verantwortlich. Eine ist die deutsche Ernährungsweise, die beispielsweise im Vergleich zur typischen Mittelmeerkost weniger gesund sei. Aber auch soziale Ungleichheit hinterlasse ihre Spuren. In der Eurozone seien die Vermögen nur in Litauen noch ungleicher verteilt als in Deutschland. Materiell unterprivilegierte Menschen scheinen indes zu riskanteren Lebensstilen zu neigen und sich ungesünder zu ernähren als der Bevölkerungsdurchschnitt. Hinzu kommen soziale Sorgen und Ängste, die ebenfalls auch die Lebenserwartung durchschlagen. In Deutschland sterben Männer, die an der Armutsgrenze oder darunter leben, durchschnittlich 10,8 Jahre früher als jene, denen es materiell gut geht. Es sind Zahlen, die nachdenklich machen, zumal im Gesundheitssektor immer wieder Bestrebungen zu erkennen sind, das solidarische Versicherungssystem stärker in Richtung individueller Vorsorge zu verschieben. Sicher, gesund ernähren kann sich im Prinzip jeder, aber ungesundes Convenience Food ist oft deutlich preiswerter, als den Kalorienbedarf mit frischen Lebensmitteln, bestenfalls sogar aus Bio-Anbau, zu decken. Und sozialer Druck ist ein kollektives Phänomen, das sich nicht durch ein bisschen Meditation zum Verschwinden bringen lässt.
Deutsche haben die geringste Lebenserwartung in Westeuropa, zeit.de 22.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Sich auspowern für einen frühen Feierabend? 
Freitag, 23. November 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Pausen dienen der Regeneration und beugen Erschöpfung vor. Im Arbeitsalltag gerät dies jedoch leicht aus dem Blick. Eine Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag an das Bundesarbeitsministerium zeigt: Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland macht während des Arbeitstages keine Pausen. Jeweils 63 Prozent davon gaben an, zu viel Arbeit zu haben oder keine Gelegenheit für Pausen zu finden. Ein Viertel äußerte, kein Interesse an einer Pause zu haben. 14 Prozent verkniffen sich die Pause, um früher Feierabend machen zu können.
Jeder vierte Beschäftigte arbeitet ohne Pause durch, FAZ 13.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lieber weniger Arbeit als mehr Geld 
Donnerstag, 22. November 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Eine Umfrage der IG Metal zeigt, wie sich die Prioritäten der Arbeitnehmer verschieben. In der letzten Tarifrunde hatte die Gewerkschaft ausgehandelt, dass Angestellte für das kommende Jahr wählen können, ob sie eine Einmalzahlung in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts erhalten möchten oder lieber 8 zusätzliche freie Tage (wobei die Option der freien Tage bisher nur für Mitarbeiter mit Kindern, Menschen, die Angehörige pflegen, und für Schichtarbeiter zur Wahl steht). Die Umfrage in 1.400 Betrieben ergab, dass 190.000 Mitarbeiter für die freien Tage votierten. Ein Großteil der Nachfrage entfiel auf 140.000 Schichtarbeiter, 40.000 Metaller wollen die freie Zeit mit ihren Kindern verbringen und 10.000 sie nutzen, um Angehörige zu pflegen. Diese Entwicklung macht deutlich, wie sehr es den Menschen ein Anliegen ist, mehr über ihre Zeit verfügen zu können. Und dass sie von solchen Möglichkeiten Gebrauch machen, wenn sie nicht mit Einkommensverlusten verbunden sind, sie sich die freie Zeit also leisten können.
Hätten Sie lieber mehr Urlaub oder mehr Geld? SZ 13.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Erhöht Arbeitsverdichtung die Produktivität? 
Mittwoch, 21. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Eine Kapitalgesellschaft aus Neuseeland sorgte kürzlich für Furore. In einem Test fand der Eigentümer heraus, dass seine Mitarbeiter an vier Arbeitstagen genauso produktiv waren wie sonst, wenn sie fünf Tage arbeiteten. Er hatte vorübergehend die Arbeitszeit reduziert und am fünften Tag bekamen die Angestellten frei. Nun überlegt er, diese Lösung zu einem dauerhaften Modell werden zu lassen. In der Wirtschaftswoche diskutieren nun Experten darüber, was von solchen Experimenten zu halten ist. Einigkeit herrscht darüber, dass anscheinend immer mehr Menschen gerne mehr freie Zeit für sich selbst hätten - und es durchaus lohnend finden, sich dafür an ihren Arbeitstagen mehr ins Zeug zu legen. Kritisch hinterfragt wird allerdings auch, wie tragfähig eine solche Verdichtung von Arbeitszeit langfristig sein kann. Sicher, man kann Meetings, die unnötig in die Länge gezogen werden, zeitlich beschränken. Man kann aufhören, am Smartphone rumzudaddeln und stattdessen arbeiten. Gerne wird aber auch übersehen, dass viele vermeintliche Produktivitätsräuber auch so etwas wie eine "Pausenfunktion" haben. Die Gehirnforschung zeigt, dass der Mensch nicht stundenlang hochkonzentriert arbeiten kann. Die Aussicht, einen freien Tag pro Woche "geschenkt" zu bekommen, kann natürlich zunächst eine enorme Motivation freisetzen. Die Frage ist, wie lange sich diese aufrechterhalten lässt. Und die Frage ist auch, ob solche Szenarien überhaupt wünschenswert sind. Immerhin denken sie den Menschen mehr oder weniger als Maschine. Vergessen wird dabei gerne, dass Maschinen regelmäßige Wartung brauchen. Laufen sie länger, verkürzen sich die Wartungszyklen. Bei der menschlichen Regeneration dürfte das ähnlich sein, womöglich sogar komplexer. Stressexperten zum Beispiel raten dazu, über den Tag verteilt immer wieder Pausen zu machen, da es wesentlich länger dauere, sich wieder zu erholen, wenn man erst einmal völlig ausgepowert ist. Solche Aspekte werden bei der neuen Diskussion um "Arbeitszeitverkürzung" bisher noch kaum differenziert betrachtet.
So klappt die Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt, WiWo 11.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
"Mindfulness reloaded" bei der Karmakonsum Onlinekonferenz 
Dienstag, 20. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Christoph Harrach, ein guter Bekannter von mir, organisiert seit vielen Jahren die Karmakonsum-Konferenz und hat damit über die Jahre ein enormes und inspirierendes Nachhaltigkeits-Netzwerk aufgebaut. Dieses Jahr habe ich die Ehre, bei der Karmakonsum Onlinekonferenz, die dieses Mal unter dem Motto "Innere Pfade der Nachhaltigkeit" steht, dabeizusein. Ich spreche mit Christoph über das Thema "Mindfulness reloaded: Wie Du von der Selbstverbesserung zur Ko-Kreation in Unternehmen gelangst". Die kostenlose Live-Ausstrahlung findet heute um 17 Uhr statt. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Download-Paket aller Konferenzbeiträge zu erwerben.
Zur Karmakonsum Onlinekonferenz

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter