Meditation - mal richtig ernsthaft 
Donnerstag, 6. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Im Zuge des Achtsamkeits-Trends boomen Apps, die in wenigen Minuten zur Entspannung führen wollen, und Tipps und Tricks für den Alltag, die mit wenig Mühe einen Kick in Sachen Klarheit und Konzentration versprechen. Das Online-Portal der Frauenzeitschrift Brigitte erstaunt nun mit einem Schritt nach vorne. In einem längeren Beitrag stellt sie die Vipassana-Meditation vor und wirbt für den Besuch 10-tägiger Kurse, zwar auch mit Wellness-Vokabular, aber mit einem unverkennbaren Zug zur Ernsthaftigkeit. "Bereite dich darauf vor, dass du jeden Tag ca. 11 Stunden meditierst und in absoluter Stille lebst. Eine Vipassana Einsichtsmeditation kannst du als extremes Trainingslager für deinen Geist betrachten", heißt es in dem Artikel. Gefällt mir, wie hier im Konsumentensektor ein Pol von Meditation Beachtung findet, der bei den um sich greifenden Lifestyle-Betrachtungen von Achtsamkeit sonst gerne ignoriert wird.
Vipassana-Meditation: 10 Tage Schweigen, brigitte.de

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Neugier macht erfolgreich - aber reicht nicht aus 
Mittwoch, 5. Dezember 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wer etwas bewegen möchte, sollte Fragen haben und nach Antworten streben, möchte man meinen. Die Realität im Business ist dabei oft ernüchternd. Eine Umfrage der Harvard Business School mit 3.000 Teilnehmern zeigte etwa, dass sich nur 24 Prozent als neugierig bei der Arbeit betrachteten. Was auch daran liegen könnte, dass 70 Prozent der Befragten das Gefühl hatten, besser nicht zu viele Fragen im Job zu stellen. Die Neugier allein scheint allerdings für berufliche Erfolge nicht hinreichend zu sein, denn ergänzende Betrachtungen zeigen: Sie entfaltet sich vor allem vor dem Hintergrund breitgefächerter Erfahrung, der Fähigkeit, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen und durch eine Erprobung in unterschiedlichen Unternehmensszenarien.
Wer viel fragt, wird innovativ, HBM 20.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Dunkle Momente der Empathie 
Dienstag, 4. Dezember 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Empathie hat verschiedene Facetten und manche davon können durchaus beängstigend sein. So unterscheidet die Forschung zwischen einer Empathie, die mit anderen Menschen mitfühlt, und jener, die eher auf einem kognitiven Verständnis beruht - man kann sich vorstellen, wie es einem Menschen ergeht, bleibt dabei aber emotional distanziert. Eine amerikanische Studie untersuchte mit 1.000 studentischen Probanden die Persönlichkeitsmerkmale Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus (rücksichtsloses Machtstreben). Die geringste emotionale Empathie zeigten in dem Test die Psychopathen, doch auch Narzissten und Machiavellisten ließen es an der Fähigkeit zum Mitfühlen mangeln. Die besonders Selbstbezogenen und nach Macht strebenden zeigten allerdings zugleich eine hohe Fähigkeit, die Gefühlslage anderer Menschen zu erkennen und verstehen, was es ihnen erleichtert, andere zu manipulieren und auszunutzen.
Auf die Art der Empathie kommt es an, spektrum.de 21.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wenn Stress zum flächendeckenden Dauerzustand wird 
Montag, 3. Dezember 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Das Thema Stress scheint sich immer mehr in der Mitte der Gesellschaft einzunisten. Eine Repräsentativbefragung des DGB zeigt: 52 Prozent der Beschäftigten fühlen sich sehr oft oder oft bei der Arbeit gehetzt und unter Zeitdruck. Etwa ein Drittel klagt darüber, häufig mit verschiedenen, nur schwer miteinander vereinbaren Anforderungen im Beruf konfrontiert zu sein. Etwa zwei Drittel haben nach eigenen Aussagen keine Möglichkeit, das Arbeitspensum, mit dem sie konfrontiert sind, selbst zu beeinflussen. Beschäftigte mit viel Kundenkontakt stehen vor zusätzlichen Herausforderungen. 38 Prozent von ihnen sagen, sie müssten sehr oft oder oft die eigenen Gefühle bei der Arbeit verbergen. Andererseits empfinden drei Viertel dieser Beschäftigten ihre Arbeit als gesellschaftlich sehr nützlich. Nahezu 80 Prozent von ihnen sind aber auch der Meinung, dass dieser Wert sich nicht in ihrem Einkommen abbilde.
Millionen Beschäftigte leiden unter Stress, FAZ 22.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Macht Politik krank? 
Freitag, 30. November 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Große herausfordernde Ereignisse hinterlassen oft bei vielen Menschen psychische Spuren. Nach den Anschlägen am 11. September etwa zeigten sich bei etwa 17 Prozent der amerikanischen Bevölkerung Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der Brexit führt möglicherweise zu ähnlichen Phänomenen. Eine aktuelle Studie jedenfalls zeigt, dass in Großbritannien seit dem Brexit-Votum die Verschreibungen von Antidepressiva signifikant zugenommen haben. Die Studie hat mögliche weitere Einflussfaktoren bereits herausgerechnet und kommt dennoch zu dem Schluss, dass die Entscheidung für den EU-Austritt hier eine besondere Wirkung zu haben scheint. Das Phänomen wirft große Fragen auf, vor allem auch im Hinblick darauf, welche Folgen Politik und ihre Entscheidungen auf die Bevölkerung haben, und dies nicht nur auf einer Sachebene. In den USA gaben nach der Wahl Trumps zum Präsidenten überdurchschnittlich viele Amerikaner an, sich gestresst zu fühlen, und 57 Prozent äußerten große Sorgen um die Zukunft des Landes. Welche Langzeitfolgen diese Befindlichkeiten haben, lässt sich noch nicht abschätzen. Insgesamt aber deuten die Befunde auf eine neue Art des Klärungsbedarfs, denn sollte sich in weiteren Untersuchungen diese Art der Negativwirkung von Politik bestätigen, erwächst daraus natürlich auch ein neuer Blick auf die entsprechende Verantwortung.
Der Brexit kann krank machen, zeit.de 22.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Meditative Ekstase erreicht den Dancefloor 
Donnerstag, 29. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Der Achtsamkeits-Trend scheint selbst vor der Freizeitindustrie nicht halt zu machen. In einem Interview mit der Welt erklärt der DJ Thomas Koch, der in der Szene vielen als Gründer des Magazins "Groove" bekannt ist, was es mit der neuen Welle des "Ecstatic Dance" auf sich hat. "Vor 20 Jahren habe ich meine erste Ayurveda-Kur gemacht, inklusive Einführung in die Transzendentale Meditation, das war meine erste Begegnung mit der Welt spiritueller Praktiken. In den letzten Jahren habe ich viel Zeit im Sacred Valley in Peru verbracht und dort meine spirituelle Familie gefunden. Dort habe ich vor zwei Jahren erstmals bei einem Ecstatic Dance getanzt", erzählt Koch. Tanz meets Yoga und Meditation, alkohol- und rauchfrei und richtig gechillt. "Beim Ecstatic Dance geht es darum, die ungeschminkte Ausdrucksform des Körpers zu den jeweiligen Rhythmen, Tempi und Atmosphären zu finden, die während so einer Reise gespielt werden. Die Begegnung mit den eigenen Energien und denen der anderen ist viel bewusster", erklärt Koch. Man darf gespannt sein, wohin das noch führt ...
"Da entsteht gerade etwas ganz Neues", welt.de 16.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Weniger zu arbeiten, kann effektiv und effizient sein 
Mittwoch, 28. November 2018 - Lebensart, Studien
Seit einigen Wochen flammt die öffentliche Diskussion darüber auf, ob eine Reduzierung der Arbeitszeit womöglich produktiver macht und nebenbei Beschäftigte auch zufriedener sein lässt. Beispiele aus Unternehmen liefern immer wieder Futter für diese Annahme. Toyota in Göteborg beispielsweise erzielte trotz einer Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf sechs Stunden höhere Umsätze. Ein amerikanischer Surfbrett-Hersteller ging sogar auf fünf Stunden runter und erhöhte dabei die Umsätze um 40 Prozent. "Smarte Arbeitnehmer arbeiten weniger, dafür konzentrierter und selektiver", so Morten Hansen, der an der University Berkeley lehrt. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) legt nahe, dass zu viel Arbeit (oder auch zu lange Anwesenheit am Arbeitsplatz" eher kontraproduktiv ist. Darin heißt es: "Psychisch und physisch gesund bleibt der Mensch vor allem dann, wenn er grundsätzlich mit seinem Leben zufrieden ist. Wer den Eindruck hat, dass sich alles der Arbeit unterordnen muss, wird auf Dauer unzufrieden, unproduktiv und letztendlich krank." Und: "Eine Arbeit gilt heute als erstrebenswert, wenn sie sich mit dem übrigen Leben und den eigenen Werten vereinbaren lässt." Man darf gespannt sein, wann der breiten Diskussion entsprechende Veränderungen in mehr Unternehmen folgen.
Sechs Stunden pro Tag reichen völlig aus, spiegel.de 15.11.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Intuition und Inspiration führen zum Erfolg 
Dienstag, 27. November 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Wie gelingt erfolgreiche Führung? Eine Frage, die Unternehmen ständig bewegt, aber nie eine letztendliche Antwort findet. Denn immer ist wieder jemand besser ... Im Interview mit dem Harvard Business Manager erklärt der Leadership-Forscher Sydney Finkelstein, wie Intuition und Inspiration Führungskräfte und ihre Mitarbeiter voran bringen. "Sie müssen Ihre Leute inspirieren. Die Mitarbeiter müssen glauben, dass sie in der Lage sind, Großes zu erreichen. Und Sie müssen ihnen einen Grund liefern, warum sie das tun sollten. Sie müssen eine Vision vorgeben, die so attraktiv ist, dass Ihre Mitarbeiter das Gefühl haben, unbedingt daran teilhaben zu wollen", so Finkelstein. Hier gehe es um große Visionen, die eine tiefere Motivation freisetzen. In der Intuition wiederum sieht Finkelstein das Momentum, das einen Unterschied zum Mainstream ausmache. Best practices seien zwar hilfreich, aber letztlich immer die Möglichkeit von gestern - während jene, die sie ausgetüftelt haben, schon auf dem Weg ins Morgen sind. Auch algorithmische Entscheidungsverfahren könnten allenfalls eine Unterstützung sein. Die Prise Bauchgefühl, der subtile Eindruck, dass etwas richtig ist, auch wenn man es nicht begründen kann, sei ein Weg, sich von anderen abzuheben.
"Stolz auf die Arbeit", HBM 11.2018

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Weiter