Teilzeit ist super - so lange man nicht an die Rente denkt 
Donnerstag, 20. Dezember 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit
Teilzeit ist heute für viele Frauen in der Familienphase immer noch ein bewährtes Modell. Eine Umfrage des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums mit 2.000 Frauen, die in Teilzeit beschäftigt sind, bringt zutage: 85 Prozent finden es "super", keinem Vollzeit-Job nachgehen zu müssen. 75 Prozent wollen in ihrer aktuellen Lebensphase auf gar keinen Fall in Vollzeit arbeiten. Und 60 Prozent würden diesen Status gerne bis zur Rente beizubehalten. Das sind dramatische Zahlen, denn die Befragten sind sich durchaus bewusst, was dies für ihre Zukunft bedeutet. 68 Prozent ahnen, dass sie im Alter nicht von ihrer Rente werden leben können. Und 25 Prozent beschäftigen sich, weil diese Aussicht frustrierend ist, einfach nicht mehr mit diesem Thema. Der Trend, gerne weniger arbeiten zu wollen, macht sich in jüngster Zeit ja öfter bemerkbar, auch bei jenen, die die freie Zeit nicht brauchen, um für andere zu sorgen (wenngleich bei ihnen die gefühlte Notwendigkeit wahrscheinlich deutlich höher liegt). Doch irgendwie ist es erschütternd zu sehen, wie solche gesellschaftlich akzeptierten Modelle eine ganze Bevölkerungsgruppe langfristig ins wirtschaftliche Abseits bringt - denn all diese Frauen werden entweder im Alter verarmen oder benötigen einen weiteren Verdiener an ihrer Seite. Wir scheinen dringend eine öffentliche Diskussion darüber zu brauchen, wie wir nicht nur die Arbeit, die zu tun ist (sei es Erwerbs- oder Familienarbeit), als Gesellschaft im Ganzen bewerkstelligen können, sondern auch, wie wir sie so verteilen können, dass wir alle damit auf lange Sicht gut leben können.
Frauen in Teilzeit sind laut Umfrage sehr zufrieden, zeit.de 14.12.18

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Umweltbewusstsein braucht das direkte Feedback 
Mittwoch, 19. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Umweltschutz ist wichtig, das wissen wir alle - und doch fällt es bei den Alltäglichkeiten oft schwer, auch danach zu handeln. Studien in Hotels zeigen: Wer die Folgen seines Handelns unmittelbar sehen kann, beginnt sich zu verändern. So wurde in einem Versuch den Übernachtungsgästen während des Duschens ihr Wasser- und Stromverbrauch angezeigt. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch sank um 12 Prozent. Das mehrfache Benutzen von Handtüchern lässt sich am ehesten stimulieren, indem man den Gästen sagt, wie viel Prozent der anderen Hotelgäste dies bereits tun. Allein der Hinweis, dass es ökologischer ist, nicht jeden Tag ein neues Handtuch zu benutzen, hat hingegen nicht denselben Effekt. Wir scheinen vor allem dann ein günstigeres Verhalten leichter umzusetzen, wenn wir den konkreten Nutzen vor Augen haben.
Sozialer Druck erhöht umweltbewusstes Verhalten, Deutschlandfunk Kultur 13.12.18

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Achtsamkeit ist einfacher, als viele denken 
Dienstag, 18. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Das Handelsblatt hat auf seinem Online-Portal einen schönen Selbsterfahrungsbericht veröffentlicht, in dem die Autorin sich an verschiedenen Achtsamkeitsmethoden versucht und darüber berichtet, welche Wirkungen sie anschließend im Alltag wahrnimmt. Bewusstes Atmen, Körperwahrnehmung und Übungen, die dabei helfen, die eigenen Gedanken wahrzunehmen und nicht an ihnen zu hängen - all diese kleinen Methoden aus dem Achtsamkeitsrepertoire haben der Testerin geholfen, konzentrierter zu sein, nicht mehr so sehr in Automatismen zu verfallen und entspannter durchs Leben zu gehen. Und das mit einem Übungsaufwand von etwa einer halben Stunde täglich. Beispiele wie dieses sind vielleicht eine Ermutigung, einfach mal auszuprobieren, was Meditation & Co. so bewirken - und sich auch von den ersten Hürden wie der nun auch wahrnehmbar werdenden inneren Unruhe und Ablenkung nicht gleich wieder aus der Bahn werfen zu lassen.
Mit diesen Übungen lernst du Achtsamkeit, HB 12.12.18

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Hirnstimulation macht kreativer 
Montag, 17. Dezember 2018 - Bewusstsein, Studien
Kreativ werden auf Knopfdruck? Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass dies längst möglich ist. Eine britische Untersuchung mit 30 Probanden belegt, dass Menschen, deren rechte Schläfenlappen mit Alpha-Wellen stimuliert werden, bei Wortassoziationstests kreativer sind als jene ohne Stimulation. Das liegt laut den Forschern daran, dass die Alpha-Wellen naheliegende Gedankenassoziationen unterbinden und so den Denkraum öffnen für weniger offensichtliche Einsichten. Natürlich ist dieser Eingriff in den sonst unbewusst ablaufenden geistigen Prozess nicht die einzige Variable, die Menschen kreativ sein lässt. Wer sprachlich nicht sonderlich bewandert ist, wird wahrscheinlich auch durch Stimulation keine großartigen Ideen in solchen Tests entwickeln. Und doch kann man erahnen, dass solche Beeinflussungen künftig womöglich in unserem Leben, wenn es erst einmal technisch ausgereifte Geräte gibt, die im Alltag nutzbar sind, eine ernsthafte Rolle spielen werden. Denn der moderne Mensch neigt dazu, dass zu optimieren, was sich optimieren lässt. Meditation kann übrigens auch die Alpha-Aktivitäten im Gehirn fördern - ganz ohne Tools.
Alpha-Wellen fördern kreatives Denken, spektrum.de 10.12.18

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Digitale Überwältigung ist eine Kulturfrage an alle 
Freitag, 14. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Digital Detox und Achtsamkeit werden heute gerne bemüht, um der Kultur der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit etwas entgegenzusetzen. Einfach das Handy einmal ausschalten, abends keine Mails mehr beantworten und sich mit dem eigenen Zeitmanagement klarer von der Flut der Anforderungen abgrenzen, sind Tipps, die gerne bemüht werden. Doch wie viel Einfluss haben wir als Einzelne eigentlich, diesen Überwältigungsmechanismen konstruktiv etwas entgegenzusetzen? In einem Beitrag für die Zeit beschreibt die freie Journalistin und Social-Media-Beraterin Kathrin Weßling, wie aussichtslos es scheint, in einer Kultur, die nach immer mehr unserer Verfügbarkeit fragt, persönliche Freiräume aufrechtzuerhalten. Ihr Fazit ist ernüchternd, denn ihre eigenen Erfahrungen zeigen ihr: Natürlich kann man das Handy einmal beiseite lassen. Aber damit katapultiert man sich auch hinaus aus der geteilten Kultur des Allzeit-Beschäftigtseins - und läuft ständig Gefahr, im Abseits zu landen. Wahrscheinlich bewegen wir uns immer mehr auf die Frage zu, wie wir als Kultur im Ganzen die sich scheinbar verselbstständigen Automatismen des Immer-Mehr durchbrechen. Natürlich tragen wir durch unser individuelles Verhalten dazu bei, die Immer-Mehr-Spirale zu beschleunigen. Aber solange wir nicht sehen, dass hier ein sozialer Organismus im Ganzen immer mehr in die Knie geht und auch Handlungsmöglichkeiten auf kultureller Ebene entwickeln, die uns als Gesellschaft zusammenhalten, kämpfen wir einen individuellen Kampf, der sich womöglich nicht gewinnen lässt.
Mit freundlichen Grüßen aus dem Krankenhaus, zeit.de 4.12.18

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Arbeit: 25 Stunden pro Woche tun es auch 
Donnerstag, 13. Dezember 2018 - Lebensart, Arbeit, Management
Das Thema kürzere Arbeitszeiten bewegt immer mehr Unternehmen. Einerseits, weil immer mehr Angestellte sich wünschen, mehr Zeit für den Teil ihres Lebens jenseits der Arbeit zu haben. Aber auch, weil kürzere Arbeitszeiten häufig mit einer starken Motivationsverbesserung in der Belegschaft und besserer Produktivität einhergehen. Die Bielefelder Digital-Agentur Rheingans experimentiert seit einiger Zeit mit einer 25-Stunden-Woche - und die Idee scheint aufzugehen. Mehr Fokus bei der Arbeit, weniger Ablenkungen, eine klare Ausrichtung auf das, was gerade zu tun ist - so gelingt es den Mitarbeitern, das Tagesgeschäft in deutlich weniger Zeit zu bewältigen. "Wenn du ausgeruhte Mitarbeiter hast, die Bock haben zu arbeiten, die aber auch genug Zeit für sich selbst haben, dann ist das Ergebnis der Arbeit deutlich besser", so Agenturgründer Lasse Rheingans. Er legt Wert darauf, dass seine Mitarbeiter nicht zu Arbeitsmaschinen werden. Damit die soziale Dimension nicht verloren geht, steht deshalb auch wöchentlich gemeinsames Kochen auf dem Plan.
"Die 25-Stunden-Woche funktioniert!" HB 3.12.18

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Den eigenen Geist besser kennenlernen 
Mittwoch, 12. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Es wird viel darüber gesprochen, wie sehr die digitale Verfügbarkeit an unseren Nerven zehrt. Und gerne machen wir dafür ausschließlich Smartphones und andere virtuelle Ablenkungen verantwortlich. In einer Kolumne für Spiegel Online erklärt der Kognitionspsychologe Christian Stöcker, dass dieser Gedankengang zu kurz greift. Er zeigt, wie sehr unser Gehirn dazu neigt, von einem Gedanken zum nächsten zu springen. Als Experiment schlägt Stöcker vor, einmal zu versuchen, 30 Atemzüge lang nicht im eigenen Gedankenstrom zu versinken. Und er räumt ein, dass ihm selbst dies, obwohl er seit Jahren meditiert, nur selten gelingt. Man kann sich unschwer vorstellen, dass wir uns in alltagsweltlichen Kontexten, in denen wir uns nicht besonders bemühen, noch viel, viel mehr von unseren Gedanken und inneren Automatismen getrieben sind. "Gedanken und Gefühle kommen und gehen, und das entzieht sich fast vollständig unserer Kontrolle. Wir lenken uns selbst ab, immerzu, in der Regel ohne es überhaupt zu merken", so der Psychologe. Laut Stöcker forcieren die heute ständig im Einsatz befindlichen digitalen Tools nur unsere natürliche Neigung, nicht bei der Sache zu sein. Seine Schlussfolgerung: Es ist an der Zeit, dass wir viel aktiver Psychohygiene betreiben. Sein Rat: "Mindfulness, mit Achtsamkeit meiner Ansicht nach nur unzureichend übersetzt, ist das Gegenmodell: Autopilot aus. Mitbekommen, was mit einem vor sich geht. Die beste Übersetzung für Mindfulness, die mir einfällt ist: den eigenen Bewusstseinsstrom beobachten und ihn im Zweifelsfall ein bisschen zu steuern. Zum Beispiel, um dem Sog des eigenen Smartphones zu widerstehen."
Selbstverteidigung geht durch die Nase, spiegel.de 2.12.18

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Überstunden? Unerträglich! 
Dienstag, 11. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Mehrarbeit hat in deutschen Unternehmen Methode. Eine Anfrage der Fraktion der Linken zeigt, dass die Zahl der Überstunden seit Jahren steigt. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg wurden 2015 von jedem Beschäftigten im Durchschnitt 47,3 Überstunden geleistet, 2016 waren es bereits 48 Stunden und im vergangenen Jahr sogar 53,2 Stunden. Das mag sich nach nicht viel anhören. Doch nicht alle Beschäftigten leisten überhaupt Überstunden, so dass das Maß der Mehrarbeit individuell deutlich höher liegt. Der DGB spricht gar von einem "unerträglichen Maß", dass die Überstundenzahl erreicht habe. Hinzu kommt: Nur etwa die Hälfte der geleisteten Mehrarbeit wird von den Firmen auch bezahlt, so dass sie durch die Ausweitung der Arbeitszeit 36 Milliarden Euro sparen.
Zahl der Überstunden pro Arbeitnehmer steigt stark, zeit.de 30.11.18

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