Meditations-Apps werden zu Investment-Lieblingen 
Dienstag, 9. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Management
Meditieren ist eine der wunderbarsten Beschäftigungen, die man sich vorstellen kann - und es ist kostenlos. Und doch hat sich das Geschäft mit der Achtsamkeit in den letzten Jahren zu einem Multi-Millionen-Dollar-Markt entwickelt. Vor allem die Meditations-Apps wecken hier Begehrlichkeiten und locken die Investoren. Die App Calm verfügt inzwischen über Investorengelder in Höhe von 143 Millionen Dollar. Im letzten Jahr vervierfachte Calm seine Einnahmen von 20 auf 80 Millionen Dollar. Headspace, eine ebenfalls sehr bekannte Meditations-App hat über die Jahre immerhin 75 Millionen Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Einerseits ist es ja schön zu sehen, dass Meditation und Achtsamkeit heute nicht mehr in die Esoterik-Ecke gestellt werden. Doch die Kommerzialisierung des Meditierens kreiert natürlich auch Kontexte, die mit dem spirituellen Unterbau von Achtsamkeit alles andere als kompatibel sind. Das App-Geschäft gehört zu den härtesten überhaupt und was sich gut verkauft, ist noch lange nicht das, was wirklich Sinn stiftet.
Meditation App Calm Adds $27M Extension To Series B, Crunchbase 1.7.19

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Um den Gemeinsinn der Kids könnte es besser stehen 
Montag, 8. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wächst in Deutschland eine Generation heran, der es an Gemeinsinn fehlt? Eine Studie der Bepanthen-Kinderförderung mit 1.000 Kindern und Jugendlichen aus Berlin, Leipzig und Köln, die bevölkerungsrepräsentativ für Großstädte ist, zeigt zumindest, dass es mit dem Gemeinschaftsgefühl beim Nachwuchs nicht zum Besten steht. Jedem dritten Jugendlichen und mehr als jedem fünften Kind bescheinigt die Studie jedenfalls einen Mangel an Gemeinsinn. Auffällig sind dabei die Geschlechterunterschiede. Bei männlichen Jugendlichen sind es 44 Prozent, denen die soziale Dimension eher fremd ist, während bei den weiblichen Jugendlichen nur 21 Prozent einen gering ausgeprägten Gemeinsinn haben. Diese Tendenz zeigt sich auf, wenn es um die Fähigkeit des Mitfühlens geht. Zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen bringen die Fähigkeit zu starkem Mitgefühl mit, aber nur ein Viertel der Jungen. Die Wissenschaftler sehen durchaus Grund zur Sorge, weil hier der Keim für eine wachsende Entsolidarisierung gelegt werden könnte.
Generation Rücksichtslos? Deutschlandfunk Kultur 25.6.19

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Facebook macht Konsumenten zu Langweilern 
Freitag, 5. Juli 2019 - Lebensart, Psychologie, Studien
Werbung in sozialen Netzwerken ist eine zweischneidige Angelegenheit, und das nicht nur aus User-Sicht (nerv, nerv). Auch für Firmen kann der Schuss nach hinten losgehen. Eine Marketingstudie, die die Datensätze von 200.000 Neuwagenkäufen aus neun europäischen Ländern analysierte, stellte fest: Wenn die Kunden zuvor auf Facebook unterwegs waren, waren die von ihnen gewählten Konfigurationen deutlich konventioneller als die anderer Kunden. Die Forscher deuten das damit, dass auf Plattformen wie Facebook viel auf soziale Anerkennung hinauslaufe und Menschen dort leichter konform gehen mit Mehrheitsmeinungen. Die Empfehlung der Wissenschaftler ans Marketing: Wer konventionelle Produkte verkauft, kann davon profitieren, potentielle Kunden erst einmal auf eine Facebook-Seite zu leiten. Bei innovativeren Angeboten kann der Hinweis helfen, dass eine Mehrheit der Kunden sich für unkonventionelle Varianten entschieden habe. Meine Empfehlung: Selber denken und danach handeln.
Risikoscheu durch Facebook, HBM 7/2019

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Mit Mathe lässt es sich besser die eigene Meinung untermauern 
Donnerstag, 4. Juli 2019 - Psychologie, Studien
Wer Mathe kann, hat Vorteile, seine eigene Meinung mit vermeintlich rationalen Argumenten durchzudrücken. So könnte man zumindest die Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Studien deuten, die den Zusammenhang zwischen den mathematischen Fähigkeiten und der Argumentation bei meinungsgeladenen Themen untersuchten. Dabei zeigt sich: Wenn es um Fragen mit politischem Bezug oder anderem Potential zur Polarisierung geht, scheinen Menschen, die gut rechnen können, keine Mühe zu scheuen, selbst eine dürftige oder gar widersprüchliche Datenlage zugunsten der eigenen persönlichen Meinung zu deuten. Bei weniger aufgeladenen Themen zeigt sich diese mathematische Verzerrung nicht im selben Maße. Die SZ kommentiert: "Mentale Akrobatik gelingt eben am besten, wenn der Geist gut trainiert und geschmeidig gehalten wird." Und da sage noch einer, Mathe ist doof.
Mathe schützt vor Dummheit nicht, SZ 27.6.19

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Hauptsache nicht ins Büro 
Mittwoch, 3. Juli 2019 - Studien, Arbeit, Management
Dienstreisen scheinen für bestimmte Arbeitnehmergruppen deutlich erquicklicher zu sein, als die Arbeitstage im Büro verbringen zu müssen. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Reiseverbands zeigt: Für 58 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte sind die Dienstreisen eine willkommene Abwechslung. 69 Prozent der Geschäftsführer und Vorstände erleben sie sogar als besonders attraktiven Teil ihres Jobs. 40 Prozent der Befragten gaben an, unterwegs produktiver arbeiten zu können als im Büro. Insgesamt 54 Prozent finden das Reisen gut, was über die letzten beiden Jahre einen deutlichen Anstieg bedeutet, denn vor zwei Jahren waren es gerade einmal 25 Prozent, letztes Jahr 45 Prozent. Vielleicht ist das ja ein Indikator dafür, dass das Arbeiten im Büro immer öder oder stressiger wird? Dann bedeutet Dienstreise vielleicht auch: Hauptsache nicht ins Büro.
Geschäftsreisen: Je länger, je lieber, manager magazin 26.6.19

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Ehrlicher als erwartet 
Dienstag, 2. Juli 2019 - Studien
Vielleicht sind wir selbstloser als gedacht. Eine großangelegte internationale Studie zeigt zumindest, dass selbst Unehrlichkeit einer gewissen Ethik zu folgen scheint. Die Wissenschaftler platzierten Geldbörsen, gefüllt mit Beträgen zwischen 14 und fast 100 Dollar in verschiedenen Ländern als verlorene Gegenstände und untersuchten, wie viele davon zurückgegeben wurden. Interessanterweise war der Rücklauf mit 72 Prozent bei den prallgefühllten Börsen höher als bei jenen, die mit weniger Geld liegengelassen wurden (61 Prozent). Außerdem war die Rückgabequote insgesamt höher, wenn sich auch ein Schlüssel im Geldbeutel befand. Die Forscher glauben, dass Menschen das Zurückhalten hoher Beträge eher als Diebstahl einstufen und deshalb hier ehrlicher sind. Bei kleineren Beträgen könne man sich vor sich selbst eher herausreden - keine Zeit gehabt, nicht so wichtig. Bei der hohen Rückgabequote von Geldbörsen mit Schlüsseln ist womöglich Empathie im Spiel, schließlich weiß jede*r, wie nervend es ist, sich um verloren gegangene Schlüssel zu kümmern oder gar Schlösser austauschen zu müssen. Wenn's drauf ankommt, können wir also ehrlich.
Der Homo oeconomicus ist gar nicht so, spektrum.de 21.6.19

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Dem eigenen Denken zuschauen 
Montag, 1. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart
Achtsamkeit macht wacher, nicht nur, wenn es darum geht, im Job vielleicht ein bisschen besser zu sein. Auf Business Insider schreibt die Autorin Laura Lewandowski darüber, welche Erfahrungen sie beim Meditieren macht. Eine davon - wacher werden für die eigene Gedankenwelt. "Dinge, die ich denke, denke ich nicht einfach nur noch so. Ich begreife, welche Sätze in meinem Kopf entstehen. Was ich mir oft unbewusst einrede, was mich runterzieht, womit ich mich selbst klein mache", beschreibt sie, was ihr so durch den Kopf geht, wenn sie mal richtig still wird. Wie ihr dürfte es vielen gehen, die vielleicht gar nicht bemerken, wie sich ihre Sensitivität erweitert. Denn oft sind wir so darauf gepolt, vor allem nach Effekten zu suchen, die wir erwarten. Bin ich kreativer? Kommen mir coole Ideen? Kann ich mich besser konzentrieren? Lewandowski schreibt auch über diese Effekte. Aber sich selbst beim Denken zusehen - das ist doch wirklich was.
Meine Produktivität hat sich radikal gesteigert, als ich etwas Wichtiges über Meditation verstanden habe, Business Insider Deutschland 20.6.19

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Wie spirituell sollte Bildung sein? 
Freitag, 28. Juni 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Der Achtsamkeits-Trend hat Meditation auf breiter Basis von ihren spirituellen Wurzeln entkoppelt. Für viele Menschen, die heute Achtsamkeit praktizieren, um sich zu entspannen und gesünder zu sein, ist Meditieren eine Methode ähnlich wie Sport. Man macht sie, aber denkt nicht weiter darüber nach. Ein Projekt der University of Applied Sciences Frankfurt (UAS) zu "Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft" sieht das anders. Mit dem Kongress "Meditation und die Zukunft der Bildung", der am 25. Oktober 2019 in der UAS stattfinden wird, möchte die Bildungsinstitution den spirituellen Kontext von Meditation und seine Bedeutung für die menschliche Entwicklung in Bildungskontexten näher betrachten. Der Kongress stellt Fragen wie: Sind Wissenschaft und Spiritualität Gegensätze oder sich ergänzende, komplementäre Erkenntnisweisen? Kann die Perspektive von Meditation und Spiritualität so rational sein wie die von Wissenschaft? Sind Fakten und Werte unterschiedliche Welten? Welches Menschenbild haben wir? Kann sich der Mensch selbst verändern? Brauchen wir für Schule, Studium und Beruf ein neues Persönlichkeitsprofil, um mit den Anforderungen komplexer Systeme besser und gelassener umgehen zu können? Ist die Evolution unseres Bewusstseins denkbar und notwendig für die Gesellschaft der Zukunft? Ich finde es spannend, wie hier existenzielle Perspektiven angedacht werden. Aus der bisherigen Meditationsforschung wissen wir, welche Wirkungen Achtsamkeit auf einer eher funktionalen Ebene hat. Vielleicht ist nun die Zeit reif dafür, tiefer zu gehen und auch zu fragen, wie Meditation unser Menschsein in der Tiefe öffnen und verändern kann.
Kongressankündigung

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