Meditation im Marketing 
Dienstag, 6. August 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Der Meditations-Boom treibt immer bizarrere Blüten. Das Digital-Magazin t3n etwa verrät seinen Leser*innen in einem Ratgeber "7 Prinzipien, die Marketer von der Meditation lernen können". Aufhänger des Artikels ist der Auftritt von Andy Puddcombe, dem Gründer der Meditations-app Headspace, beim Online-Marketing-Rockstars-Festival 2019, bei dem rund 7.000 Teilnehmer mit ihm meditiert haben sollen. Die Tipps des Magazins lesen sich wie Kalendersprüche. Da heißt es dann: "Nimm dir Zeit und Raum zum Ausprobieren, Geh Perspektivenwechsel ein, Bewahre ein Beginner’s Mindset, Hab auch mal einen langen Atem, Fokussiere dich, Höre Gurus an, aber folge ihnen nicht blind oder Finde dein Mantra." Na ja, wer darauf noch nicht selbst gekommen ist, sollte vielleicht vor den ersten Meditationsversuchen noch einen Kurs für gesunden Menschenverstand versuchen. Aber das ist vielleicht zu aufwändig, denn: "Hast du schon einmal meditiert? Falls nicht: Vielleicht hast du ja nach dem Lesen dieses Beitrags Lust, es einmal auszuprobieren. Schon fünf bis zehn Minuten am Tag können reichen."
7 Prinzipien, die Marketer von der Meditation lernen können, t3n 31.7.19

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Es ist nicht allein das Digitale, das krank macht 
Montag, 5. August 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Die Zahl psychischer Erkrankungen, zumindest derer, die iim Gesundheitswesen erfasst werden, hat sich in den letzten 20 Jahren laut DAK-Psychoreport verdreifacht. Viele machen dafür nicht zuletzt die immer schneller werdende Taktung in der Arbeitswelt verantwortlich, die durch die Digitalisierung geschürt wird. Doch ist das Digitale nur einer von vielen Brandbeschleunigern, wenn es um Gesundheit in Arbeitskontexten geht. "Digitalisierung führt zu Beschleunigung in allen Arbeitsprozessen, die ebenfalls ein Stressor sein kann. Bis vor zehn Jahren schrieb man einen Brief, und bis die Antwort darauf kam, hatte man Zeit für andere Dinge, es entstanden Pausen in der Kommunikation, die es heute nicht mehr gibt. Gleichzeitig hören wir immer wieder, dass die unternehmensinterne Kommunikation trotz aller technischer Möglichkeiten oft sehr schlecht ist. Das ist extrem belastend. Einen wichtigen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter hat auch die Art der Führung. Die ist oft wenig empathisch", sagt Sabine Winterstein, Fachreferentin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der DAK, in einem Interview mit dem Manager Magazin. Winterstein weist darauf hin, dass in Unternehmen der wachsende Druck gerne von oben nach unten durchgereicht wird. Führungskräfte sorgen sich dann weniger um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter als darum, sich erst mal selbst aus der Schusslinie zu bringen - indem sie Aufgaben durchdelegieren, obwohl sie vielleicht wissen, dass dies zu einem Zuviel für die Betroffenen führt. Winterstein deutet in dem Beitrag darauf, was Firmen verändern sollten, damit Mitarbeiter nicht in eine krankmachende Stressspirale geraten. Und doch zeigen ihre Tipps für die, die bereits erkrankt sind, dass letztlich das gesamte Thema dann doch wieder in der individuellen Ecke hängen bleibt, weil die Betroffenen es ja sind, die letztlich zusehen müssen, wie sie sich aus dieser Krise wieder herauslavieren.
"Das Schlimmste, was Sie als Chef tun können, ist Signale zu ignorieren", Manager Magazin 25.7.19


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Wie Apps in der Therapie helfen können 
Freitag, 2. August 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Meditations-Apps gibt es bereits wie Sand am Meer, und nicht alle entfalten für die Anwender einen wirklichen Nutzen. Das Experimentieren mit neuen Technologien könnte jedoch mittelfristig im Gesundheitssektor für manchen Durchbruch sorgen. An der Frankfurter Uniklinik etwa werden bei der Behandlung von Patienten mit bipolaren Störungen und Depressionen spezielle Medizin-Apps erprobt, die es den Therapeut*innen erleichtern sollen, Veränderungen im Gesundheitszustand ihrer Patient*innen zu erkennen, selbst wenn sie diesen selbst vielleicht noch gar nicht bewusst sind. Die Apps erstellen Bewegungsprofile der Nutzer und werten ihr Kommunikationsverhalten mit dem Smartphone aus. So lässt sich für die betreuenden Mediziner beispielsweise erkennen, ob jemand gerade dabei ist, über die Maßen aktiv zu werden oder in einen Rückzug verfällt - Indizien dafür, dass Krankheitssymptome sich zuspitzen. Für die Betroffenen kann das sehr hilfreich sein, denn so können die Therapeut*innen intervenieren, bevor die Patient*innen völlig aus der Bahn geworfen werden. Gleichzeitig führen die Apps allerdings auch zu gläsernen Patient*innen, was nicht jedem behagen mag. Ich finde es spannend, wie Psychologen versuchen, die neuen Technologien auf dem Menschen dienliche Weise zu nutzen. Gleichzeitig frage ich mich aber auch, ob hier nicht bereits heute stellenweise direkte menschliche Fürsorge durch Technik ersetzt wird.
Wenn das Handy Depressions-Alarm schlägt, FAZ 25.7.19

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Kann der Mensch "gehackt" werden? 
Donnerstag, 1. August 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Wissenschaft
Dass die Digitalisierung unser Leben heute mehr prägt, als wir gewöhnlich bewusst zur Kenntnis nehmen, dürfte inzwischen offensichtlich sein. Der Bestseller-Autor Yuval Harari geht davon aus, dass es absehbar noch schlimmer kommt. In einem Interview mit der NZZ spricht er darüber, dass es nicht mehr lange dauern dürfte, bis die Algorithmen der Computerkonzerne unser menschliches Innenleben vollends gehackt haben: "Einen Menschen zu hacken, heisst: ihn besser zu verstehen und zu durchschauen, als er selber das vermag. Früher oder später werden verschiedene Instanzen, seien es nun Unternehmen oder Staaten, die Gefühle, Wünsche, Ängste und Gedanken der Menschen mithilfe von Algorithmen ermitteln können. Die Folgen liegen auf der Hand: Wer die inneren Regungen der Menschen kennt, kann ihre Handlungen antizipieren. Und ihre Begehren natürlich auch manipulieren. Letztlich werden diese Instanzen also immer mehr Entscheidungen an unserer Stelle treffen, weil sie unsere inneren Abläufe absolut perfekt erfassen." Was mich an Harari immer ein wenig stört, selbst wenn er auf kluge Weise sehr relevante Themen anspricht, ist, wie sehr er den Menschen unter den Vorzeichen eines materialistischen Funktionalismus betrachtet. Auch im NZZ-Interview spricht er davon, beispielsweise wenn er die Gehirntätigkeit oder das Entstehen von Emotionen mit Algorithmen vergleicht. Andererseits scheint er uns Menschen auch - noch - die Fähigkeit zur Selbstreflektion zugute zu halten, wenngleich sie von uns nicht immer zwingend auch genutzt wird: "Am einfachsten zu manipulieren sind ausgerechnet jene Leute, die alles, was ihnen dauernd durch den Kopf geht, als Ausdruck ihres eigenen Willens oder als Produkt ihres autonomen Geistes sehen. Solche Personen haben keinerlei über sie hinausreichende Neugier. … Dagegen bringt es einen sehr viel weiter, wenn man kritisch danach fragt, wie Vorstellungen, Ideen und Wünsche eigentlich entstehen und geformt werden. Denn erst wenn ich begreife, wie stark mein Denken von allen möglichen biologischen, kulturellen und sozialen Faktoren geprägt wird, kann ich mir so etwas wie Freiheit überhaupt erkämpfen." In seiner Schlussfolgerung kann ich ihm nur zustimmen. In meiner Wahrnehmung ist es jedoch nicht nur die Wachheit gegenüber all diesen äußeren Einflussfaktoren, die uns vor dem Durchgriff der Algorithmen schützen kann. Denn letztlich sind wir als lebendige Wesen immer auch mit einer tieferen, man kann durchaus sagen mystischen Dimension des Lebens verbunden. Über unser eigenes Denken und Fühlen hinaus gibt es da immer etwas, das größer ist als wir selbst (und damit meine ich jetzt nicht die unglaublichen Rechenkapazitäten der Maschinenwelt). Und die Beziehung zu dieser Grenzenlosigkeit bringt eine grundsätzliche Offenheit und Unbestimmtheit in unser Menschsein, die sich von Algorithmen nicht durchdringen lässt. Es geht womöglich gar nicht darum, Angriffe der Algorithmen abzuwehren, sondern uns mehr auf das Wesen unserer Menschlichkeit bewusst auszurichten.
Yuval Noah Harari: «Vor einer vergleichbaren Herausforderung hat die Menschheit noch nie gestanden», NZZ 23.7.19

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Ist die Management-Ausbildung in einer Sackgasse? 
Mittwoch, 31. Juli 2019 - Wissenschaft, Arbeit, Management
"Die Managementausbildung ist zu engstirnig geworden. Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, brauchen wir einen anderen Zugang", sagt Volker Rundshagen, Professor für Management mit Schwerpunkt Tourismusmanagement an der Hochschule Stralsund, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Spätestens seit der letzten akuten Finanzkrise haben viele Menschen sehr kritisch auf dem Radar, dass das, was Business Schools üblicherweise lehren, sehr vom ökonomischen Paradigma der Gewinnmaximierung geprägt ist. Rundshagen wünscht sich mehr interdisziplinären Weitblick, denn im Lernen von anderen Forschungsbereichen könnten neue Zusammenhänge erkennbar werden und Synergien entstehen. Er führt die Impressionisten als Beispiel für eine Art "visionäre Hingabe" an, derer es auch in der Management-Ausbildung mehr bedürfe. In Kontexten, in denen vor allem auf Akkreditierungen und Rankings fokussiert werde, gehe eine solche Experimentierfreude allerdings verloren. "Die Impressionisten waren von einer visionären Hingabe getrieben. Bei der damals in Paris dominierenden, klassisch orientierten Kunstakademie stießen sie auf Unverständnis mit ihren neuen Ideen. Gegen diese Widerstände haben sie dennoch weitergemacht, haben sich zusammengefunden und einfach eine eigene Ausstellung auf die Beine gestellt", erzählt Rundshagen - und wünscht sich ähnliche Bewegungen auch, wenn es um die Ausbildung von Führungskräften geht. Für ihn sind die Impressionisten auch ein wunderbares Beispiel für eine positiv praktizierte Globalisierung: "Bei den Impressionisten bedeutete Internationalisierung mit verschiedenen Menschen und Kulturen zusammenzukommen. Es wurde nichts kopiert, sondern verschiedene Ansätze aufgegriffen, in die eigenen Ideen eingearbeitet und weiterentwickelt."
„Die Management-Ausbildung ist zu engstirnig“, WiWo 23.7.19

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Meditation ist kein Quick Fix 
Dienstag, 30. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Meditation ist mehr als ein bisschen Entspannung und mehr als eine Methode im konventionellen Mix medizinischer Behandlungen. In der Euphorie über all die segensreichen Wirkungen, die die Neurowissenschaften dem Meditieren zuschreiben, geht das leicht unter. In einem Interview mit stern.de weist der Neurowissenschaftler und Meditationsexperte Boris Bornemann darauf hin, dass Achtsamkeit kein "Quick Fix" für unsere alltäglichen Probleme ist, sondern ein Übungsweg, der bestenfalls sogar unser Selbstverständnis ganz grundsätzlich verändern kann. "Es geht um Methoden, sich mit dem eigenen Erleben vertraut zu machen, es besser zu verstehen und bestimmte Qualitäten in ihm zu kultivieren. ... Wie bin ich auf das, was ist, bezogen? Welche Haltung nehme ich dazu ein? ... Wenn ich Angst habe, kann ich sie abwehren oder gegen sie kämpfen. Ich kann sie aber auch erst einmal nur realisieren und annehmen, sie vielleicht sogar willkommen heißen, um ihr die Macht zu nehmen. Meditation kann helfen, diese Haltung einzunehmen, weil wir lernen, nicht immer gleich zu werten, sondern erst einmal nur wahrzunehmen", erklärt Bornemann. Die medizinischen Wirkungsnachweise schätzt er zwar, möchte aber auch dafür sensibilisieren, dass es beim Meditieren dem Wesen nach um etwas anderes geht. "Es geht vor allem um eine Veränderung des Bewusstseins", sagt er. Das ist mit ein paar Minuten am Tag allerdings kaum zu erreichen. Zwar empfiehlt Bornemann grundsätzlich, zu üben, wenn man Zeit hat, und dies lieber regelmäßig kurz als selten lang, doch sind seiner Erfahrung nach die besten Wirkungen mit 30 bis 45 Minuten des Übens am Tag erreichbar, denn: "Je länger wir meditieren, desto größer und nachhaltiger ist die Wirkung."
"An nichts denken zu wollen ist Unsinn": Das sagt ein Psychologe über Missverständnisse des Meditierens, stern.de 21.7.19

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Meditations-Apps als Lifestyle-Phänomen 
Montag, 29. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Der Achtsamkeits-Trend hat mit dazu beigetragen, dass eine analoge Praxis wie das Meditieren, zunehmend digital wird. Meditations-Apps werden inzwischen von vielen Menschen geschätzt als kleine Helfer, um im turbulenten Alltag wieder runterzukommen. Doch tut sich beim Üben mit Apps mehr als vielleicht ein bisschen Entspannung? Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Björn Husmann von der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren betrachtet das eher skeptisch. "Wer zur Entspannung gerne im Garten werkelt, Musik hört oder einen kurzen Mittagsschlaf macht, erzielt durchaus einen vergleichbaren Effekt", sagt er auf dem Aktiv-Ratgeberportal. Seinen Worten zufolge ist das Üben mit Apps eine nette Spielerei, viel mehr aber nicht. "Die App kann zwar durchaus ein Einstieg in das Thema sein. Um wirklich wirksame Entspannungs- oder Meditations-Methoden zu erlernen, ist aber ein Kurs oder Einzelunterricht sinnvoll", findet der Therapeut. Und das nicht ohne Grund, denn für Gesunde mag das eigenständige Experimentieren mit Meditation ungefährlich sein, doch Menschen mit Vorerkrankungen, seien des Depressionen, Schmerzerkrankungen oder Atemstörungen, können je nach Übung sogar Probleme bekommen. Das Erlernen von Achtsamkeits-Methoden unter der Anleitung von Expert*innen ist für sie wahrscheinlich die bessere Wahl.
Meditieren mit App: Funktioniert das wirklich?, Aktiv-Portal, 20.7.19

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Die Unkaputtbarkeit der Leistungskultur 
Freitag, 26. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Work-Life-Balance wird auch in den Hochleistungskulturen der Arbeitswelt, beispielsweise in der Beraterbranche, immer mehr zum Thema. Selbst Unternehmensberatungen, bei denen ein zeitiger Feierabend fast so angesehen ist wie Blaumachen, bieten ihren Beschäftigten inzwischen flexible Arbeitszeitmodelle an. Genutzt werden sie allerdings selten. Eine Studie, für die 50 Berater*innen befragt wurden, wirft nun Licht auf die Gründe. Für viele High Potentials gleicht es einer Zumutung, in solche Arbeitszeitmodelle gepresst zu werden. Sie wollen lieber autonom entscheiden, wie sie ihre zeitlichen Verfügbarkeiten gestalten. Ein weiterer Punkt: die Angst vor dem "Stigma der Flexibilität". Dahinter verbirgt sich die Sorge, der eigene Wunsch, weniger zu arbeiten, könne als mangelnder Leistungswille interpretiert werden. Die Studie rät Unternehmen dazu, genauer hinzuschauen, wie sie Erfolg und Leistung definieren - und beides nicht allein an der gearbeiteten Zeit festzumachen.
Warum Berater so viel arbeiten, HBM 7/2019

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