Belohnungen führen zum Wunsch nach mehr Belohnung 
Donnerstag, 6. Februar 2020 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Boni scheinen eine Spirale des Wunsches nach mehr in Gang zu setzen, so der Hirnforscher Gerhard Roth. Denn im Gehirn stellen sich Gewöhnungseffekte ein. Eben noch beglückt über einen Bonus, wird dieser schnell als selbstverständlich "eingepreist". Dann erwarten Menschen bei der nächsten Gelegenheit die gleiche Gratifikation oder sogar eine höhere. Und Nichtzahlungen führen leicht zum Gefühl, einem werde etwas entzogen. Diese Mechanismen zeigen sich auch bei immateriellen Belohnungen wie dem Lob, so der Wissenschaftler. Lediglich bei intrinsischen Belohungen, beispielsweise der Freude an der Arbeit, griffen diese Automatismen nicht. Für Arbeitgeber ist das keine einfache Nachricht, denn gerade diese Belohnungsart liegt nur bedingt in ihren Händen. Zwar können sie gute Arbeitsbedingungen schaffen, aber letztlich sind die Umstände, unter denen sich diese Art der Freude einstellt, sehr individueller Natur.
„Eine ungerechte Belohnung verdirbt die Sitten“, FAZ 30.1.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ursachen psychischer Stressbelastungen 
Mittwoch, 5. Februar 2020 - Lebensart, Psychologie, Arbeit
Beim Arbeiten gesund zu bleiben, fällt immer mehr Arbeitnehmenden schwer. Ein Grund sind die wachsenden Herausforderungen im Job, die auf die Psyche schlagen. Gegenüber dem Deutschlandfunk macht der Psychiater und Internist Joachim Bauer vor allem drei wesentliche Gründe für die wachsende Zahl von Stresserkrankungen aus. Die Balance zwischen Anerkennung und Verausgabung sei nicht leicht aufrechtzuerhalten und mangelnde Wertschätzung im Beruf kann dann leicht aufs Gemüt schlagen. Bauers Erfahrung zufolge fühlt sich bereits die Hälfte der Arbeitenden permanent gehetzt. Und die ständige Erreichbarkeit sei ein zusätzliches Moment, das die Stressbelastung erhöhe.
Psychiater: „Arbeitsatmosphäre spielt eine große Rolle“, Deutschlandfunk 2.2.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Psychische Erkrankungen weiter im Steigen 
Dienstag, 4. Februar 2020 - Psychologie, Studien
Laut Technikerkrankenkasse nehmen die Fehltage der Versicherten aufgrund psychischer Erkrankungen weiterhin zu. Dem jüngsten Gesundheitsreport 2020 zufolge, den die Krankenkasse erstellt hat, stellen diese Beschwerden nun die häufigste Krankheitsursache dar, noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten. Sie sind für 19 Prozent aller Fehlzeiten von Arbeitnehmenden verantwortlich. Insgesamt gingen die Fehlzeiten minimal zurück, was der Tatsache geschuldet ist, dass die Erkältungswelle 2019 weniger ausgeprägt war als jene der Vorjahre.
Mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, FAZ 31.1.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lob hilft der Konzentration 
Montag, 3. Februar 2020 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Vielleicht sollten sich Führungskräfte öfter ein Beispiel an Lehrern nehmen - an den guten natürlich. Eine Studie zeigt nämlich: Wenn die Lehrenden ihre Schüler*innen regelmäßig loben, kann deren Aufmerksamkeitsspanne sich um bis zu 30 Prozent verbessern. In der Untersuchung hatten die Wissenschaftler ausgewertet, wie die Lehrenden ihren Schüler*innen gewünschte Verhaltensweisen vermitteln. Das Lob hat hier eine bestätigende Funktion. Und je öfter der Nachwuchs gelobt wird, umso länger bleibt er auch konzentriert an einer Aufgabe dran.
Kinder, die öfter gelobt werden, arbeiten konzentrierter, spektrum.de 29.1.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
"Green Pressure" ist Zukunftswort des Jahres 
Freitag, 31. Januar 2020 - Bewusstsein, Lebensart
Das Zukunftsinstitut von Mathias Horx ist bekannt für blumige Wortschöpfungen. Bei der von ihm veranstalteten Wahl zum Zukunftswort 2020 schaffte es die Phrase "Green Pressure" auf Platz 1. Sie meint: "Der deutlich zunehmende Druck zum Grünen und Ökologischen. Das Thema Global Warming erfasst heute alle Branchen, alle ökonomischen und politischen Diskurse. Deshalb wird uns der grüne Druck noch lange begleiten." Weitere Kandidaten auf der Liste, die die weiteren Plätze bekleiden: Eco-Elegance (echte Ökoprodukte ohne Fake), Numanism (die Neubesinnung auf den Menschen im Zeitalter der Digitalisierung), Sinnfluencing (wenn Influencer sinnstiftende Themen ansprechen) oder Yolds, was für Young Olds, die jungen Alten steht. Eines muss man dem Zukunftsinstitut lassen - in diesen nervigen Begrifflichkeiten ist der reale Verlust geistiger Tiefenschärfe der Gegenwartskultur wirklich gut eingefangen.
Zukunftswort 2020

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wir glauben den Medien mehr als der Politik 
Donnerstag, 30. Januar 2020 - Psychologie, Studien
Um unser Vertrauen in das Leben und die Welt ist es nicht sonderlich gut bestellt.Das Edelman Trust Barometer 2020 zeigt: Am ehesten vertrauen wir Deutschen den Medien (49%), gefolgt von der Wirtschaft (48%), der Regierung (45%) und den NGOs (43%). Ist schon ernüchternd zu sehen, wie wenig wir der Politik noch zutrauen. Die internationale Untersuchung zeigt auch: Deutschland ist das drittpessimistischste Land nach Japan und Frankreich - nur 23% der Deutschen blicken optimistisch in ihre finanzielle Zukunft. Sogar nur 12% glauben, dass das aktuelle System ihnen zugute kommt und 55% finden, der Kapitalismus in seiner heutigen Form schade mehr als er helfe. Auch die Vertrauenskluft zwischen dem, was Edelman die informierte Öffentlichkeit nennt (Menschen mit Hochschulabschluss, hohem Medienkonsum und hohem Haushaltseinkommen" und der breiten Öffentlichkeit steigt.
Edelman Trust Barometer 2020

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Kreativitäts-Mythos rund um LSD 
Mittwoch, 29. Januar 2020 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Seit wenigen Jahren gibt es immer mal wieder eine Schlagzeile, in der auf die Subkultur des Microdosings hingewiesen wird. Menschen verabreichen sich minimale Dosen an LSD, weil sie davon überzeugt sind, dass sie das kreativer macht. Die Wirtschaftswoche hat sich kürzlich auch an einer Geschichte versucht. Spricht man mit LSD-Konsumenten, sind sich diese einig, dass die psychoaktive Substanz ihre Kreativität verbessert, sie relaxter und entspannter macht und ihre Lebensfreude steigert. Eine Studie der Universität Chicago hingegen kommt zu eher ernüchternden Erkenntnissen. Sie untersuchten Probanden mit verschiedenen Microdosierungen LSD und kamen zu dem Ergebnis, dass Stimmungen, depressive Gefühle und auch die kognitive Leistungsfähigkeit durch die Droge nicht verändert wurde. Die Konsumenten der Studie nahmen allenfalls mehr Anläufe bei der Lösung kreativer Aufgaben. So kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Wirkungen des Microdosings gerade mal minimale Effekte auf die Hirnfunktion haben. Vielleicht ist es ja eher das Gefühl, supercool und easy zu sein, dass mit der Einnahme von LSD verbunden sein und damit eine veränderte Selbstwahrnehmung bewirken könnte. Ein schickes Placebo also.
Was bringt Microdosing wirklich?, WiWo 23.1.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Befristung als Psycho-Strategie 
Dienstag, 28. Januar 2020 - Studien, Arbeit, Management
Unternehmen nutzen die Befristung von Arbeitsverhältnissen, um neuen Mitarbeitern auf den Zahn zu fühlen. Das ergibt das Betriebspanel des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit (IAB). 42 Prozent der Firmen gaben an, die Befristung als Möglichkeit zu sehen, neue Beschäftigte zu erproben. Weitere zwei Prozent versprachen sich davon außerdem eine höhere Motivation der Angestellten. Laut einer DGB-Studie erfüllt sich dieser Wunsch allerdings nicht, denn diese Mitarbeitergruppe weise eine geringere Arbeitszufriedenheit auf als unbefristet Beschäftigte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Unternehmen auf diese Weise ihre Macht ausnutzen und Menschen klein halten - und so einfach die gesetzlich vorgesehene Probezeit ausdehnen.
Befristete Anstellung wird oft als verlängerte Probezeit genutzt, zeit.de 21.1.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter