Teamgeist und kreative Spannung 
Mittwoch, 16. Dezember 2020 - Psychologie, Arbeit, Management
Viele Unternehmen beschäftigen sich in den letzten Monaten besonders mit der Frage, wie sie die Zusammenarbeit ihrer Teams stärken können, denn durch das verteilte Arbeiten im Home Office brechen viele etablierte Strukturen weg. Und Selbstorganisation stellt sich, vor allem in bisher hierarchisch aufgestellten Firmen, nicht von selbst ein. Der Soziologe Armin Nassehi geht davon aus, dass Kleingruppen mit bis zu sieben Personen sich bestens selbst organisieren können, doch darüber hinaus brauche es Teamleiter, die das gemeinsame Ziel im Blick behalten und Teilaufgaben auch an die richtigen Teammitglieder delegieren. "Vor allem sollte er die Konflikte moderieren, die im Wettbewerb um die beste Idee zu persönlichen Konkurrenzen werden können. Der Erfolg eines Teams orientiert sich nicht in erster Linie an der Zufriedenheit seiner Mitglieder, sondern immer am Ergebnis ihrer Kooperation", so Nassehi im Interview mit dem Spiegel. In seinen Augen kann kreative Spannung die Arbeit von Teams beflügeln, während ungelöste Konflikte den Spirit lähmen. Hier gehe es nicht um direktives Führen, sondern darum, eine gute Kommunikation zu fördern. Was im Endeffekt gelungene Teamarbeit auszeichnet? "Ein Ergebnis, das keiner vorausgesehen hat und das besser ist als das erwartete Resultat. Die gestellten Aufgaben werden gemeinsam einfacher und schneller gelöst."
»Kleine Ensembles spielen besser ohne Dirigent«, spiegel.de 9.12.20

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Den Tatsachen ins Auge sehen 
Dienstag, 15. Dezember 2020 - Psychologie, Studien
Umfragen zeigen in den letzten Tagen sehr deutlich, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung die Salami-Taktik und Zögerlichkeit der Politik im Hinblick auf eine mögliche weitere Verschärfung des Lockdowns kritisiert. Sie wollen sich nicht weiter der Illusion hingegen, dass Weihnachten zumindest ansatzweise so wie immer werden könnte, sondern wünschen sich Klartext. Dieser Eindruck wird auch durch eine bevölkerungsweite Befragung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Charité-Universitätsmedizin in Berlin unterstützt. Sie zeigt, dass die Bevölkerung durchaus mit Unsicherheiten umgehen kann und sich wünscht, dementsprechend informiert zu werden. In einer repräsentativen Online-Umfrage wurden dazu über 2.000 Deutsche befragt. Den Befragten wurden in der Studie vier verschiedene Pandemie-Szenarien vorgelegt, in manchen wurde dabei auf große wissenschaftlichen Unsicherheiten im Hinblick auf den tatsächlichen Verlauf des Pandemie-Geschehens hingewiesen, andere waren mit eindeutigeren Erwartungen formuliert. Gefragt danach, welche Variante sie am geeignetsten empfinden, um die Bevölkerung über den Verlauf der Pandemie zu informieren, wählten 32 Prozent das Format, das die wissenschaftliche Unsicherheit am deutlichsten darstellte. 54 Prozent bevorzugten die beiden Varianten, die ebenfalls auf den Unsicherheitsfaktor verwiesen - im Hinblick auf die gegebenen Zahlen oder indem die Unsicherheit verbal im Bericht erwähnt wurde. Lediglich 21 Prozent glaubten, dass der Bericht, der alle Unsicherheiten unerwähnt ließ, geeignet sei, die Bevölkerung zum Mittragen der notwendigen Maßnahmen zu animieren. Auffallend war laut der Wissenschaftler auch, dass gerade jene Menschen, die die gegenwärtigen Maßnahmen als sehr kritisch betrachten, diese eher mitzutragen geneigt sind, wenn Politik und Experten die bestehenden Unsicherheiten transparent machen.
Keine falsche Sicherheit, Max-Planck-Gesellschaft 10.12.20

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Brücken bauen für mehr Kooperation 
Montag, 14. Dezember 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Die Pandemie hat viele Fragen aufgeworfen, in welcher Beziehung Wissenschaft und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zueinander stehen. Für Maja Göpel, Wissenschaftliche Direktorin des Hamburger Thinktanks The New Institute, zeigt sich seit einigen Monaten immer mehr, dass diese verschiedenen Akteure verstärkt darüber nachdenken, "welche Kooperationen es zwischen Unternehmen und Gesellschaft und Politik braucht, damit nachhaltiges Wirtschaften zu einer neuen Normalität werden kann". Im Interview mit dem Harvard Business Manager gibt sie sich zuversichtlich: "Das ist für mich ein starkes Statement zum "Wir", weil wir damit aus dieser ewigen Schleife der Schuldzuweisungen herauskommen: Immer hieß es, es sei wahlweise der Markt, der Verbraucher, der Staat oder der Produzent, der uns am Wandel hindert. Stattdessen können wir nun gemeinsam überlegen, welche Strukturen es sind, die wir verändern sollten, sodass wir in unserer Rolle als Konsument, Produzent oder als Verwaltung dazu beitragen können, ein System zukunftsfähig zu machen." Sie betrachtet die gegenwärtige Krise nicht per se als Chance, sondern verweist deutlich darauf, dass es die durch sie womöglich wachsende Bereitschaft zu mehr Kooperation ist, die einen Wandel zum Besseren ermöglichen könnte: "Krisen durchbrechen Routinen und Pfadabhängigkeiten. Damit entsteht eine Chance, dass sich das System nach einer Krise in eine andere Konfiguration verändert, um sich in einer neuen Form wieder zu stabilisieren. Durch Zusammenarbeit bekommen wir solche strukturellen Veränderungen schneller und besser hin." Krisen helfen immer, HBM 30.11.20

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Digital arbeiten zwischen mehr Freiheit und wachsender Kontrolle 
Freitag, 11. Dezember 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die Digitalisierung ermöglicht es vielen Arbeitenden, freier ihre Tätigkeiten auszuführen, weil sie an beliebigen Orten tätig werden können oder nicht auf die Arbeitszeit im Büro angewiesen sind. In Unternehmen zeigt sich allerdings ein sehr unterschiedlicher Umgang mit diesen Möglichkeiten. In manchen Firmen haben die Mitarbeiter viele Freiheiten, andere hingegen reagieren mit größerer Kontrolle. Der Personaldienstleister Hays befragte 1.000 Wissensarbeiter, wie sie ihren Arbeitsalltag diesbezüglich erleben. 41 Prozent gaben an, dass die neuen Möglichkeiten der Eigenverantwortung der Beteiligten zugute kommen. Immerhin 30 Prozent sehen hingegen eine Stärkung der Hierarchien. 38 Prozent finden, die Digitalisierung habe die Vertrauenskultur im Unternehmen gefördert, 30 Prozent dagegen erleben, dass Anreiz- und Kontrollsysteme stärker ausgebaut werden. 34 Prozent finden im eigenen Unternehmen einen Ausbau der Selbstorganisation, aber 38 Prozent erleben auch eine Straffung von Prozessen, Regeln und Vorgaben.
Leibeigene der Technik, spiegel.de 26.11.20

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Alltägliche Bewegungen sind gut für die Psyche 
Donnerstag, 10. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Sportliche Aktivitäten wirken sich, das zeigen viele Studien, sehr günstig auf unser Wohlbefinden aus. Nun zeigt eine neue Untersuchung, dass auch alltägliche Bewegungen wie das Treppensteigen oder zum Einkaufen gehen ähnlich förderlich sein können. Die Wissenschaftler statteten in einer ersten Versuchsrunde Probanden mit Bewegungssensoren aus und befragten sie via App mehrmals täglich, wie wach und energiegeladen sie sich fühlen. Mit einer weiteren Gruppe wurden zusätzlich Hirnscans durchgeführt. Dabei wurde deutlich, dass für das Zusammenspiel von alltäglicher Bewegung und Wohlbefinden der Anteriore Cinguläre Cortex von Bedeutung ist. Menschen, die in dieser Region wenig graue Substanz aufweisen, neigen eher zu psychischen Problemen. Diese Personengruppen fühlen sich weniger energiegeladen, wenn sie körperlich inaktiv sind, verspüren aber, wenn sie sich bewegen, einen deutlich höheren Energieschub als jene, die mehr graue Substanz in der Hirnregion aufweisen.
Dem „Glückseffekt“ von Alltagsbewegung auf der Spur, wissenschaft.de 26.11.20

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Aus spirituellen Motiven zu verzeihen, ist gesund 
Mittwoch, 9. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Eine neue Harvard-Studie zeigt: Wer anderen aus spirituellen Motiven heraus vergibt, lebt gesünder. Die Wissenschaftler hatten die Daten einer Längsschnitt-Gesundheitsstudie ausgewertet, bei der rund 55.000 Krankenschwestern befragt worden waren, zu ihrer Gesundheit wie auch darüber, wie oft sie anderen Menschen schon aus spirituellen oder religiösen Gründen verziehen hätten. Bei weiteren Datenerhebungen fünf und sieben Jahre später wurde dann deutlich, dass jene, die aus diesen Gründen oft anderen verzeihen konnten, eine bessere Gesundheit hatten. Sie zeigten weniger Symptome von Depression oder Ängstlichkeit, waren häufiger glücklich und konsumierten weniger Alkohol. Die gesundheitliche Wirkung des Verzeihens ist in der Psychologie schon länger bekannt. Aber sie nutzen zu wollen, kann auch zweischneidig sein, denn wer sich nicht nach Verzeihen fühlt, gerät dann leichter unter Druck. Die spirituelle beziehungsweise religiöse Motivation der Befragten aus der Studie hat ihnen das Verzeihen womöglich erleichtert, denn diese grundsätzliche Öffnung für etwas Größeres, das über einen selbst hinaus geht, könnte dazu beitragen, weniger von den eigenen Gefühlen abhängig zu sein.
Verzeihen ist gut für die Psyche, spektrum.de 25.11.20

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Wir-Gefühl macht Stress noch ansteckender 
Dienstag, 8. Dezember 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Die psychologische Forschung zeigt: Es lässt uns nicht unberührt, wenn andere leiden, und ihre Gefühle übertragen sich auf uns, wenn wir Zeugen ihres Ringens werden. Eine neue deutsche Studie zeigt nun: Beim Stress ist das genauso - er überträgt sich auch auf unbeteiligte Beobachter. Und je enger deren Beziehung zu den Betroffenen ist, umso stärker empfinden sie ebenfalls Stress. Die Wissenschaftler hatten ihre Versuchspersonen in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Bei manchen dieser Gruppen wurde vor Versuchsbeginn gezielt das Wir-Gefühl gestärkt, beispielsweise indem alle Beteiligten immer als Gruppe angesprochen wurden und sie sich überlegen sollten, was sie mit ihren Mitstreitern verbindet. In anderen Gruppen hingegen forcierten die Wissenschaftler das Ich-Gefühl der Beteiligten durch eine individuelle Ansprache, indem die Gruppenmitglieder getrennt voneinander Sitzplätze zugewiesen kamen und noch dazu darüber nachdenken sollten, was sie als Individuum auszeichnet. Anschließend wurde ein Mitglied jeder Gruppe verschiedenen Stresssituationen ausgesetzt wie einem fordernden Bewerbungsgespräch oder dem Lösen komplexer Rechenaufgaben, während die anderen Gruppenmitglieder als Beobachter zugegen waren. In den von allen Probanden genommenen Cortisol-Tests zeigte sich: Alle Beobachter wiesen erhöhte Werte des Stresshormons auf, doch bei jenen, die einer Gruppe mit gefördertem Wir-Gefühl angehörten, waren diese Werte deutlich höher. Erkenntnisse wie diese dürften insbesondere für das Arbeitsleben sehr relevant sein, denn gerade hier gibt es viele Stressfaktoren, die sich in Gruppen verbreiten können. Und es zeigt sich durch die Studie, dass selbst gute Teams diesen Stress dann weniger kompensieren, sondern sich viel mehr anstecken.
Ansteckendem Stress auf der Spur, wissenschaft.de 18.11.2020

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Empfehlung: Magazin moment by moment 
Montag, 7. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Medien
Der Achtsamkeits-Trend ist ja inzwischen auf vielen Kanälen präsent und kaum ein Magazin rühmt sich nicht mit Berichten dazu. Da fällt es langsam schwer, im Blick zu behalten, welche Quellen wirklich gut und vielversprechend sind. Zu meinen absoluten Favoriten gehört das Magazin "moment by moment", gegründet von der engagierten Journalistin Stefanie Hammer. Sie bringt viel Expertise mit, hat einen direkten Draht zu den wirklich spannenden Akteur*innen der Mindfulness-Szene und ihr gelingt es mit "moment by moment" immer wieder, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen rund um das Thema Achtsamkeit kompetent zu begleiten. Für alle, die mit Achtsamkeit beruflich zu tun haben, ist das Magazin wirklich ein Muss. Jetzt zur Weihnachtszeit bietet "moment by moment" auch noch ein tolles Geschenk-Abo an. Wer also noch auf der Suche nach sinnvollen Weihnachtsgeschenken ist, kann hier zugreifen. Das besondere: Wer jetzt bestellt, erhält die aktuelle Ausgabe schön verpackt nach Hause geschickt, so dass er sie dem/der Beschenkten dann persönlich überreichen kann.
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