Arbeitnehmer als Ressource pflegen 
Montag, 9. Januar 2012 - Arbeit
Immer mehr Unternehmen beginnen zu verstehen, dass sie ihre Angestellten als Ressource auch pflegen müssen. So berichtet das Handelsblatt in einem umfassenden Beitrag über verschiedene Firmenprogramme, die den Mitarbeitern mehr Zeitsouveränität verschaffen sollen. Beim Maschinenbauer Trumpf etwa können können die Arbeitnehmer sich ihre Arbeitszeiten inzwischen selbst aussuchen. Bosch testet mit 100 Führungskräften, welche Wirkungen es hat, wenn ein Teil der Wochenarbeitszeit nicht im Büro, sondern an anderen Orten geleistet wird. Obwohl bereits rund 80 Prozent der vom Institut der Deutschen Wirtschaft befragten 1.300 Unternehmen das Thema Familienfreundlichkeit auf ihrer Agenda sehr weit oben angesiedelt haben, sind Beispiele wie diese immer noch eher die Ausnahme, denn laut Statistischem Bundesamt arbeiten 58,1 Prozent aller Beschäftigten nach wie vor mit starren Arbeitszeiten. Wie sehr sich ein Investment in diesem Bereich lohnen kann, zeigt die Commerzbank, die eine Kindertagesstätte betreibt, in der 90 Kinder betreut werden. Das kostet die Bank jedes Jahr 571.000 Euro. Doch weil die Eltern nach der Geburt früher an den Arbeitsplatz zurückkehren und dann mehr arbeiten können, spart das Unternehmen gleichzeitig 702.000 Euro. Unter dem Strich bleibt ein Plus von 131.000 Euro - rund 23 Prozent. Dass Mitarbeiter nicht unbedingt kürzer treten wollen, wenn sie die Wahl haben, zeigt sich beim Maschinenbauer Trumpf. Dort haben 600 der 3.000 Mitarbeiter inzwischen ihre Arbeitszeiten verändert - 80 Prozent arbeiten nun freiwillig mehr. Stellt sich allerdings die Frage, welche längerfristigen Folgen dies beispielsweise für das Gesundheitsmanagement hat.

Arbeitszeit ist Lebenszeit, HB 18.12.11

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Teilen als Teil einer neuen Konsumkultur 
Freitag, 6. Januar 2012 - Success Stories
Die FAZ stellt in einem Beitrag neue Online-Verleihplattformen vor und zeigt damit, dass das Besitzdenken sich in weiteren Teilen der Gesellschaft zu verändern beginnt. Ob Plattformen, auf denen man sein Autor anderen Menschen zur Verfügung stellen kann, Werkzeuge ausleihen kann oder auch Wohnungen auf Zeit untervermietet - in immer mehr Bereichen, in denen Besitz auf die eine oder andere Weise eine Rolle spielt, zeigt sich eine neue Offenheit, wenn das darum geht, das, was einem gehört, auch anderen zur Verfügung zu stellen. Die Betreiber solcher Plattformen argumentieren, dass diese neuen Modelle den Ressourcenverbrauch verringern und für die Wirtschaft neue Innovationspotentiale mit sich bringen. Im Bereich der Autoindustrie zeigt sich dieses Umdenken bereits in Ansätzen, denn einige der großen Konzerne sind bereits dabei, selbst Leihmodelle zu erproben. Kunden kaufen dann kein Auto mehr für den Eigengebrauch, sondern zahlen für die zur Verfügung gestellte Mobilitätsdienstleistung.
Teilen für Fortgeschrittene, FAZ 28.12.11

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Klimaschutz auf dem Teller 
Donnerstag, 5. Januar 2012 - Management
Wer als Vegetarier häufiger mit der Bahn reist und auf längeren Strecken von Hungerattacken geplagt wird, tut sich schwer damit, im Bordrestaurant eine passable warme Mahlzeit aufzutreiben. Gegenwärtig hat die Bahn zwar grüne Nudeln mit Pilzsoße (sogar in Bio-Qualität) auf der Karte, aber das gräuliche, in der Mikrowelle aufgewärmte Convenience Food erinnert in Aussehen, Konsistenz und Geschmack eher an Pappmaché. Nun hat die Bundesbahn eine Aktion zum Thema "Leibgericht" gestartet, bei der die Bahnkunden wählen können, welche Speisen künftig serviert werden sollen. Das Dumme ist nur, dass Vegetarier völlig außen vor bleiben, denn die zur Wahl stehenden Gerichte beinhalten ausnahmslos Fleisch. Und das, obwohl laut einer Forsa-Umfrage etwa die Hälfte aller Deutschen an drei oder mehr Tagen pro Woche fleischlos ist und laut Deutschem Vegetarierbund rund sechs Millionen gänzlich auf Fleisch verzichten. Die Bahn argumentiert, dass sie vor allem Speisen anbiete, die eine entsprechend große Nachfrage erzeugen. Die Top-Seller im Bahnrestaurant gehen mehr als 20.000 Mal pro Monat über die Theke. Dass mehr fleischlose Kost nicht nur ein Dienst an den Kunden wäre, die kein Fleisch essen möchten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz darstellt, kreidet die taz der Bahn an und rechnet vor, dass ein Rind allein 75 Kilo Methan pro Jahr freisetze und durch die Haltung pro Tier zusätzlich noch einmal 36 Kilo CO2 pro Jahr freigesetzt werden. Damit ist Bahnfahren also nur so lange umweltfreundlich, wie man auf ein Essen im Bordbistro verzichtet.
Das furzende Rind, taz 28.12.11

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Studenten machen Druck in den Wirtschaftswissenschaften 
Mittwoch, 4. Januar 2012 - Wissenschaft
Einen Grund dafür, dass sich das weltweite Denken über Wirtschaft nur sehr zögerlich verändert, ist sicherlich an vielen Universitäten zu finden, denn die Lehrpläne reagieren bisher höchstens in Ansätzen auf die turbulenten Entwicklungen der letzten Jahre und sehen in den Vorlesungen eher ein "business as usual" vor. Ein Zustand, denn immer mehr Studenten kritisieren und sie nach eigenen Lösungen Ausschau halten lässt. So berichtet Spiegel Online über eine ganze Reihe studentischer Initiativen, die - häufig in selbst organisierten Ringvorlesungen - auch kritische Themen wie die Frage, ob der Kapitalismus an sich selbst scheitere oder wie eine zukunftsfähige Wirtschaft gestaltet werden könnte, auf die Agenda setzen. Da der akademische Mainstream sich bisher nur zögerlich auf das neue Erkenntnisinteresse seiner Studentenschaft einstellt und akademische Karrieren wesentlich davon abhängen, sich gemessen an den konventionellen Kriterien, die der Lehrapparat anlegt, zu profilieren, könnte ein nachhaltiger Wandel noch geraume Zeit dauern. Fest steht allerdings, dass der wirtschaftswissenschaftliche Nachwuchs zusehends kritischer wird - vor allem im Hinblick darauf, dass Fachbereiche wie BWL oder VWL sich nach wie vor an Theorien orientieren, die sich in der Praxis zunehmend als überholt oder gar zerstörerisch erweisen.
Warum bringt uns keiner Krise bei?, Spiegel online 28.12.11

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Bundesregierung nimmt Burn-out ins Visier 
Dienstag, 3. Januar 2012 - Arbeit
Nachdem sich in den letzten Monaten die mediale Berichterstattung zum Thema Burn-out, Arbeitsüberlastung und psychische Erkrankungen exponentiell gesteigert hat, will sich im neuen Jahr auch die Bundesregierung dieses Themas annehmen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigte eine Kampagne mit Tarifpartnern, Sozialversicherungsträgern und Länderexperten an, um wirksame Maßnahmen gegen psychische Überlastungen im Berufsleben zu entwickeln. Ein Problem: Zwar sollten die bestehenden Arbeitsschutzbestimmungen der wachsenden Überforderung von Arbeitnehmern vorbeugen, doch werden diese längst nicht von allen Unternehmen auch adäquat umgesetzt. So geht die Ministerin davon aus, dass sieben von zehn Unternehmen das Thema noch nicht ernsthaft auf ihre Agenda setzen - häufig aus "Unwissenheit oder Hilflosigkeit".
Von der Leyen plant Burn-out-Gipfel, SZ 27.12.11

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Wachstumsdenken hinterfragen 
Montag, 2. Januar 2012 - Wissenschaft
Die taz hat eine Artikelserie zum Thema "Grenzen des Wachstums" initiiert, in der sie die gängigen Wirtschaftsparadigmen kritisch hinterfragt und aufzeigt, welche komplexen Interdependenzen wirtschaftliches Denken und Handeln prägen. Als ein Grundübel kapitalistischer Modelle wird die Zinserwartung angeführt, die fast schon zwangsläufig die Notwendigkeit stetigen Wachstums mit sich bringt. Wachstumskritiker hingegen fordern, die Wirtschaft so anzulegen, dass sie einen Zustand des Gleichgewichts erreichen kann - beispielsweise durch eine Umverteilung von Arbeit, Zeitautonomie und eine neue Konsumkultur. Denkt man diese Perspektive weiter, landet man schnell an dem Punkt, an dem das Prinzip des heutigen Kapitalismus ganz grundsätzlich zu hinterfragen ist. So warnt beispielsweise der italienische Wissenschaftler Massimo Maggini vor "einer Arbeitsgesellschaft ohne Arbeit und einer Wachstumsgesellschaft, in der das Wachstum ausbleibt". Es geht also um nicht weniger, als das große Ganze ins Visier zu nehmen und die heutigen Herausforderungen auf einer neuen Ebene neu zu kontextualisieren.
Immer höher, schneller, weiter? taz 26.12.11

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Weihnachtszeit - Ferienzeit 
Donnerstag, 15. Dezember 2011 - sonstiges
think.work.different macht Weihnachtsferien. An dieser Stelle möchte ich allen LeserInnen des Blogs für ihre Aufmerksamkeit und ihre freundlichen Feedbacks zu meiner Arbeit danken. Ich wünsche Ihnen schöne Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr. Ab 2. Januar finden Sie hier wieder Neuigkeiten rund um Spirit im Business. Herzliche Grüße, Nadja Rosmann

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Was wir von Ratten lernen können 
Mittwoch, 14. Dezember 2011 - Wissenschaft
Mit einem Experiment haben amerikanische Forscher gezeigt, dass wir von Ratten in Sachen Mitgefühl anscheinend lernen können. Die Forscher der Universität Chicago hatten Laborratten paarweise in Käfige gesperrt, so dass sie sich aneinander gewöhnen konnten. Anschließend wurde jeweils eine der Ratten innerhalb des Käfigs in einen durchsichtigen Behälter gesperrt. Die "freie" Ratte reagierte darauf jeweils mit Unruhe und lernte nach einigen Versuchen, ihren Käfiggenossen zu befreien. Dies tat sie auch, wenn die eingesperrte Ratte nach dieser Befreiung mehrfach nicht im gemeinsamen Käfig verblieb, sondern entfernt wurde - durch dieses Szenario versuchten die Forscher, die "Belohnung" des sozialen Kontakts als Motivationsanreiz auszuschließen. Auch wenn die Ratten alternativ die Möglichkeit hatten, sich aus einem zweiten durchsichtigen Behältern mit dem gleichen Vorgehen ein Stück Schokolade zu besorgen, entschieden sie sich eher dazu, ihrem Kameraden zu helfen. Die Forscher schließen daraus, dass uneigennützige Hilft tief in der Evolution verankert sein müsse. Das wirft natürlich die Frage auf, warum Menschen in vergleichbaren Versuchen längst nicht so selbstlos agieren ...
Retten oder Naschen? n-tv 9.12.11

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