Deutsche Arbeitnehmer sind Fels in der Brandung 
Donnerstag, 12. Januar 2012 - Studien
Deutsche Arbeitnehmer sind treue Seelen - oder schlicht ängstlich? Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung zeigt: Knapp zwei Drittel der 978 befragten Angestellten haben in ihrem bisherigen Arbeitsleben höchstens zwei Mal den Job gewechselt, jeder fünfte arbeitet sogar immer noch beim ersten Unternehmen. Eine höhere Wechselwilligkeit (oder auch der Zwang dazu?) zeigt sich hingegen in den neuen Bundesländern und in Berlin. 2012 erhoffen sich 12 Prozent der Befragten interessantere Aufgaben und 9 Prozent ein höheres Gehalt. ) Prozent wollen öfter mal nein sagen, wenn es um zusätzliche Aufgaben geht.
Deutsche wollen ihrem Arbeitgeber treu bleiben, FTD 1.1.12

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Change: Einfach und doch oft daneben 
Mittwoch, 11. Januar 2012 - Studien
Veränderungsmanagement braucht Einfühlungsvermögen - und genau das scheint in den meisten Firmen zu fehlen. So kommt etwa die Beratungsgesellschaft Mutaree zu dem Schluss, dass die Hälfte der Mitarbeiter in deutschen Firmen die Change-Kommunikation ihrer Vorgesetzten als nicht zielgruppengerecht, unverständlich und "in vielen Bereichen weder offen noch ehrlich" erlebe. 70 Prozent der Befragten trauen den Führungskräften nicht zu, ein attraktives Zukunftsbild zu vermitteln. Und nur 29 Prozent glauben, dass die Führungskraft, der sie unterstellt sind, sie für ein Veränderungsvorhaben begeistern kann.
Höchste Zeit für den Wandel, HB 25.12.11


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Nicht mehr den Kürzeren ziehen 
Dienstag, 10. Januar 2012 - Arbeit
Sabine Asgodom weiß, wie Karrieren entstehen - und auch, warum viele Frauen ihre mögliche Karriere sabotieren. Deutschlands wohl bekannteste Selbstvermarktungsexpertin analysiert gerne mit gutem Blick für die Details, warum Frauen in einer von Männern dominierten Arbeitswelt meist den Kürzeren ziehen. Sich selbst und das eigene Können in Szene setzen? Beziehungen nutzen, um einen Schritt weiter zu kommen? Neue Aufgaben übernehmen, obwohl man sich nicht sicher ist, ihnen gewachsen zu sein? Was für Männer eine Selbstverständlichkeit ist - und zu den Basics des Karriere-machens gehört - lässt die meisten Frauen in Deckung gehen. "Für Frauen ist das 'iih-bäh'. Sie finden das berechnend und verwerflich. Sie müssen lernen, strategisch zu denken. Und dafür müssen sie nicht selbst zum Mann werden", weiß Asgodom aus ihrer langjährigen Beratungspraxis. Deshalb rät sie den Frauen, einfach von den Männern zu lernen, ohne sich dabei selbst zu verleugnen. Sie empfiehlt ihnen, zwischen ihrer Rolle und den damit verbundenen Anforderungen und ihrer Person zu unterscheiden und meint markig: "Die Breite unserer Schleimspur bestimmen wir selbst." Andererseits weiß sie auch, dass in den noch üblichen Unternehmensstrukturen die meisten Frauen fast zwangsläufig gegen den Strom schwimmen müssen. Deshalb fordert sie auch ein neues Führungsdesign, damit nicht nur Frauen sich an die Spielregeln anpassen, sondern sich die Regeln auch ändern. Die Quote könne dafür eine Initialzündung sein, denn: "Die Verhinderungskräfte sind zu stark."
"Die Breite unserer Schleimspur bestimmen wir selbst", Spiegel online 30.12.11

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Arbeitnehmer als Ressource pflegen 
Montag, 9. Januar 2012 - Arbeit
Immer mehr Unternehmen beginnen zu verstehen, dass sie ihre Angestellten als Ressource auch pflegen müssen. So berichtet das Handelsblatt in einem umfassenden Beitrag über verschiedene Firmenprogramme, die den Mitarbeitern mehr Zeitsouveränität verschaffen sollen. Beim Maschinenbauer Trumpf etwa können können die Arbeitnehmer sich ihre Arbeitszeiten inzwischen selbst aussuchen. Bosch testet mit 100 Führungskräften, welche Wirkungen es hat, wenn ein Teil der Wochenarbeitszeit nicht im Büro, sondern an anderen Orten geleistet wird. Obwohl bereits rund 80 Prozent der vom Institut der Deutschen Wirtschaft befragten 1.300 Unternehmen das Thema Familienfreundlichkeit auf ihrer Agenda sehr weit oben angesiedelt haben, sind Beispiele wie diese immer noch eher die Ausnahme, denn laut Statistischem Bundesamt arbeiten 58,1 Prozent aller Beschäftigten nach wie vor mit starren Arbeitszeiten. Wie sehr sich ein Investment in diesem Bereich lohnen kann, zeigt die Commerzbank, die eine Kindertagesstätte betreibt, in der 90 Kinder betreut werden. Das kostet die Bank jedes Jahr 571.000 Euro. Doch weil die Eltern nach der Geburt früher an den Arbeitsplatz zurückkehren und dann mehr arbeiten können, spart das Unternehmen gleichzeitig 702.000 Euro. Unter dem Strich bleibt ein Plus von 131.000 Euro - rund 23 Prozent. Dass Mitarbeiter nicht unbedingt kürzer treten wollen, wenn sie die Wahl haben, zeigt sich beim Maschinenbauer Trumpf. Dort haben 600 der 3.000 Mitarbeiter inzwischen ihre Arbeitszeiten verändert - 80 Prozent arbeiten nun freiwillig mehr. Stellt sich allerdings die Frage, welche längerfristigen Folgen dies beispielsweise für das Gesundheitsmanagement hat.

Arbeitszeit ist Lebenszeit, HB 18.12.11

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Teilen als Teil einer neuen Konsumkultur 
Freitag, 6. Januar 2012 - Success Stories
Die FAZ stellt in einem Beitrag neue Online-Verleihplattformen vor und zeigt damit, dass das Besitzdenken sich in weiteren Teilen der Gesellschaft zu verändern beginnt. Ob Plattformen, auf denen man sein Autor anderen Menschen zur Verfügung stellen kann, Werkzeuge ausleihen kann oder auch Wohnungen auf Zeit untervermietet - in immer mehr Bereichen, in denen Besitz auf die eine oder andere Weise eine Rolle spielt, zeigt sich eine neue Offenheit, wenn das darum geht, das, was einem gehört, auch anderen zur Verfügung zu stellen. Die Betreiber solcher Plattformen argumentieren, dass diese neuen Modelle den Ressourcenverbrauch verringern und für die Wirtschaft neue Innovationspotentiale mit sich bringen. Im Bereich der Autoindustrie zeigt sich dieses Umdenken bereits in Ansätzen, denn einige der großen Konzerne sind bereits dabei, selbst Leihmodelle zu erproben. Kunden kaufen dann kein Auto mehr für den Eigengebrauch, sondern zahlen für die zur Verfügung gestellte Mobilitätsdienstleistung.
Teilen für Fortgeschrittene, FAZ 28.12.11

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Klimaschutz auf dem Teller 
Donnerstag, 5. Januar 2012 - Management
Wer als Vegetarier häufiger mit der Bahn reist und auf längeren Strecken von Hungerattacken geplagt wird, tut sich schwer damit, im Bordrestaurant eine passable warme Mahlzeit aufzutreiben. Gegenwärtig hat die Bahn zwar grüne Nudeln mit Pilzsoße (sogar in Bio-Qualität) auf der Karte, aber das gräuliche, in der Mikrowelle aufgewärmte Convenience Food erinnert in Aussehen, Konsistenz und Geschmack eher an Pappmaché. Nun hat die Bundesbahn eine Aktion zum Thema "Leibgericht" gestartet, bei der die Bahnkunden wählen können, welche Speisen künftig serviert werden sollen. Das Dumme ist nur, dass Vegetarier völlig außen vor bleiben, denn die zur Wahl stehenden Gerichte beinhalten ausnahmslos Fleisch. Und das, obwohl laut einer Forsa-Umfrage etwa die Hälfte aller Deutschen an drei oder mehr Tagen pro Woche fleischlos ist und laut Deutschem Vegetarierbund rund sechs Millionen gänzlich auf Fleisch verzichten. Die Bahn argumentiert, dass sie vor allem Speisen anbiete, die eine entsprechend große Nachfrage erzeugen. Die Top-Seller im Bahnrestaurant gehen mehr als 20.000 Mal pro Monat über die Theke. Dass mehr fleischlose Kost nicht nur ein Dienst an den Kunden wäre, die kein Fleisch essen möchten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz darstellt, kreidet die taz der Bahn an und rechnet vor, dass ein Rind allein 75 Kilo Methan pro Jahr freisetze und durch die Haltung pro Tier zusätzlich noch einmal 36 Kilo CO2 pro Jahr freigesetzt werden. Damit ist Bahnfahren also nur so lange umweltfreundlich, wie man auf ein Essen im Bordbistro verzichtet.
Das furzende Rind, taz 28.12.11

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Studenten machen Druck in den Wirtschaftswissenschaften 
Mittwoch, 4. Januar 2012 - Wissenschaft
Einen Grund dafür, dass sich das weltweite Denken über Wirtschaft nur sehr zögerlich verändert, ist sicherlich an vielen Universitäten zu finden, denn die Lehrpläne reagieren bisher höchstens in Ansätzen auf die turbulenten Entwicklungen der letzten Jahre und sehen in den Vorlesungen eher ein "business as usual" vor. Ein Zustand, denn immer mehr Studenten kritisieren und sie nach eigenen Lösungen Ausschau halten lässt. So berichtet Spiegel Online über eine ganze Reihe studentischer Initiativen, die - häufig in selbst organisierten Ringvorlesungen - auch kritische Themen wie die Frage, ob der Kapitalismus an sich selbst scheitere oder wie eine zukunftsfähige Wirtschaft gestaltet werden könnte, auf die Agenda setzen. Da der akademische Mainstream sich bisher nur zögerlich auf das neue Erkenntnisinteresse seiner Studentenschaft einstellt und akademische Karrieren wesentlich davon abhängen, sich gemessen an den konventionellen Kriterien, die der Lehrapparat anlegt, zu profilieren, könnte ein nachhaltiger Wandel noch geraume Zeit dauern. Fest steht allerdings, dass der wirtschaftswissenschaftliche Nachwuchs zusehends kritischer wird - vor allem im Hinblick darauf, dass Fachbereiche wie BWL oder VWL sich nach wie vor an Theorien orientieren, die sich in der Praxis zunehmend als überholt oder gar zerstörerisch erweisen.
Warum bringt uns keiner Krise bei?, Spiegel online 28.12.11

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Bundesregierung nimmt Burn-out ins Visier 
Dienstag, 3. Januar 2012 - Arbeit
Nachdem sich in den letzten Monaten die mediale Berichterstattung zum Thema Burn-out, Arbeitsüberlastung und psychische Erkrankungen exponentiell gesteigert hat, will sich im neuen Jahr auch die Bundesregierung dieses Themas annehmen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigte eine Kampagne mit Tarifpartnern, Sozialversicherungsträgern und Länderexperten an, um wirksame Maßnahmen gegen psychische Überlastungen im Berufsleben zu entwickeln. Ein Problem: Zwar sollten die bestehenden Arbeitsschutzbestimmungen der wachsenden Überforderung von Arbeitnehmern vorbeugen, doch werden diese längst nicht von allen Unternehmen auch adäquat umgesetzt. So geht die Ministerin davon aus, dass sieben von zehn Unternehmen das Thema noch nicht ernsthaft auf ihre Agenda setzen - häufig aus "Unwissenheit oder Hilflosigkeit".
Von der Leyen plant Burn-out-Gipfel, SZ 27.12.11

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