Die Armut und die Statistik 
Donnerstag, 31. Januar 2013 - Studien
Die relative Armut in Deutschland ist ein Politikum, wie die Schönfärberei im Armutsbericht der Bundesregierung und die öffentliche Diskussion darüber zeigte. In einem Beitrag auf Zeit online analysiert der Ökonom und Politiker (Die Linke) Herbert Schui die preisbereinigten Einkommen von 1999 bis 2009 und kommt zu dem Schluss, dass die realen Einkommen der ärmeren Hälfte der Einkommensbezieher in diesem Zeitraum um fünf Prozent gesunden sind, beim ärmsten Zehntel sogar um 9,6 Prozent. Die obere Hälfte der Einkommensbezieher konnte sich hingegen über einen Zuwachs von fünf Prozent freuen. Und auch in diesem oberen Einkommenssegment herrscht strukturelle Ungleichheit - 80 Prozent innerhalb dieser Hälfte konnten nämlich lediglich Einkommenssteigerungen von zwei Prozent erzielen, während die übrigen 20 Prozent rund 16,6 Prozent mehr verdienten.
Das Missverständnis mit der Armut, Zeit online 21.1.13


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Die Kraft des Unbewussten bei der Bewerber-Bewertung 
Mittwoch, 30. Januar 2013 - Studien
Bei der Bewertung von Bewerbern schleichen sich bisweilen unbewusste Mechanismen ein, die erst in der statistischen Analyse zutage treten. So untersuchte eine US-amerikanische Studie die Bewertung von rund 9.300 Personen, die sich innerhalb von zehn Jahren für einen Ausbildungsgang zum MBA beworben hatten. Die 31 Hochschulangestellten, die die Bewerber bewerteten, führten pro Tag rund fünf Gespräche und vergaben auf einer Skala von eins bis fünf eine Durchschnittsnote von 2,8. Bei den Einzelbewertungen konnten die Forscher dabei folgendes Muster beobachten: Wurde ein Kandidat im Schnitt um 0,75 Punkte besser bewertet als der Bewerber vor ihm, erhielt der darauf folgende Kandidat eine um 0,075 Punkte schlechtere Bewertung. Die Wissenschaftler erklären das statistische Muster damit, dass die Prüfer davon ausgehen, dass sie auch mit schlechten Bewerbern rechnen müssen - erscheinen zu viele gute hintereinander, vergeben die Prüfer dann unbewusst irgendwann schlechtere Bewertungen. Der absolute Punktunterschied, den die Studie zutage förderte, mag gering erscheinen, doch bedeutet er für die schlechter bewerteten Bewerber, dass sie bei einem Englisch-Test 30 Punkte mehr brauchen oder zwei Jahre mehr Berufserfahrung, um diesen Bewertungsnachteil wettzumachen.
Werden Bewerber aus Zufall abgelehnt? WiWo 21.1.13


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Gehaltszufriedenheit ist eine relative Größe 
Dienstag, 29. Januar 2013 - Arbeit
Wie zufrieden Menschen mit ihrem Einkommen sind, ist nicht allein eine Frage des absoluten Einkommens, sondern immer auch eine des Vergleichs. Verdienen Menschen im Vergleich zu Personen, die etwa gleich alt sind, einen ähnlichen Job ausüben und eine ähnliche Ausbildung haben, mehr, macht sie das glücklicher. Liegt das Einkommen jedoch unter dieser intuitiv gewählten Vergleichsgruppe, ist leicht Frust die Folge - selbst wenn das Gehalt vielleicht auskömmlich ist. Eine interessante Facette: Wer mehr verdient als vergleichbare Arbeitnehmer, schreibt das meist den eigenen Fähigkeiten zu, während die Wenigerverdiener die Schuld eher beim Chef suchen, von dem sie sich ungerecht behandelt fühlen. Und: Jüngere Arbeitnehmer fühlen sich durch ältere Kollegen, die mehr verdienen, eher angespornt - wohl weil sie auf einen vergleichbaren Gehaltssprung in der Zukunft hoffen. Etwa ab Mitte 40 kippt diese Perspektive hingegen - dann werden gleichaltrige Besserverdiener schlicht zum Ärgernis.
Hauptsache, ich kriege mehr als du, Spiegel online 21.1.13


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Hälfte der Arbeitnehmer klagt über mehr Hetze 
Montag, 28. Januar 2013 - Studien
Eine Repräsentativbefragung des DGB unter 5.000 Beschäftigten legt nahe, dass die Hektik im Arbeitsleben stetig zunimmt. So fühlen sich rund 56 Prozent der Befragten starker bis sehr starker Hetze am Arbeitsplatz ausgesetzt - vier Prozentpunkte mehr als im Jahr davor. Je nach Branche empfinden mindestens 46 Prozent der Mitarbeiter Stress im Job, bei den Vorgesetzten sogar 64 Prozent. Besonders betroffen sind Lehrer und Bauarbeiter - in beiden Berufsgruppen fühlen sich zwei Drittel unter Druck. Der Studie nach erkunden nur die Chefs von neun Prozent der Befragten, welchen psychischen Stressfaktoren die Mitarbeiter ausgesetzt sind.
Lehrer und Bauarbeiter, noch gestresster als der Rest, SZ 18.1.13


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Umweltschutz? Ja, aber ... 
Freitag, 25. Januar 2013 - Studien
Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt: 35 Prozent der Deutschen betrachten den Umweltschutz als vordringlichste Aufgabe der Politik. Wichtiger ist ihnen, mit einem Prozentpunkt mehr nur die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Zwischen Denken und Handeln wächst jedoch eine Lücke. Zwar fordern 64 Prozent, die Bundesregierung möge mehr für den Umweltschutz tun, doch möchten längst nicht so viele Bürger auch selbst einen Beitrag leisten. Immerhin stieg der Anteil der Haushalte, die Ökostrom beziehen, seit der letzten Erhebung 2010 von acht auf 20 Prozent. Andererseits sank die Bereitschaft zum Stromsparen von 83 auf 74 Prozent. Die Bereitschaft zum Kauf energieeffizienter Geräte wiederum sank von 65 auf 52 Prozent.
Studie des Umweltministeriums, 18.1.13


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Bauchgefühl spielt wichtige Rolle im Management 
Donnerstag, 24. Januar 2013 - Studien
Der Homo oeconomicus denkt mit dem Bauch - dies legt zumindest eine Studie der Unternehmensberatung osb international nahe, für die 600 Manager in leitender Position sowie 1.500 Mitarbeiter in Unternehmen in Deutschland und Österreich befragt wurden. Für 60 Prozent der befragten Manager sind die Schlüsselfaktoren bei strategischen Entscheidungen ihre Intuition und der Austausch mit Kollegen. Rationale Elemente wie Marktdaten folgen erst auf Rang drei.
Manager lassen den Bauch entscheiden, WiWo 11.1.13


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Jeder Dritte arbeitet gern in der Freizeit 
Mittwoch, 23. Januar 2013 - Studien
Eine Forsa-Studie im Auftrag des Versicherers Cosmos Direkt bringt erstaunliche Erkenntnisse zur Einstellung der Deutschen gegenüber dem Arbeiten in der Freizeit zutage. Etwa 50 Prozent der Befragten sind laut Erhebung auch in der Freizeit für berufliche Belange verfügbar - und zwei Drittel der Betroffenen stört das nicht, was umgerechnet ein Drittel aller Befragten sind. 45 Prozent der Befragten können innerhalb vorgegebener Zeitfenster ihre Arbeitszeit frei gestalten. 40 Prozent der Erwerbstätigen geben an, die Balance zwischen ihrem Berufs- und ihrem Privatleben funktioniere gut. Gut jeder Dritte sieht ein leichtes Ungleichgewicht Richtung Arbeit. Bei neun Prozent schlägt das Pendel klar Richtung Arbeit aus.
Jeder Zweite arbeitet gern in der Freizeit, Zeit online 10.1.13


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Die Machtfalle - hemmungslos und wenig emphatisch 
Dienstag, 22. Januar 2013 - Management
In einem Interview mit der SZ erklärt die Organisationspsychologin Myriam Bechtoldt, welche Kollateralschäden unreflektierte Macht nach sich ziehen kann. "Die Forschung zeigt, dass Führungskräfte eigentlich eher positiv bewertete Persönlichkeitsmerkmale aufweisen: Sie sind extrovertiert, gewissenhaft, offen für neue Ideen und emotional stabil. Aber die Forschung zeigt auch, dass Personen ihr Verhalten ändern, wenn sie sich mächtig fühlen. Es ist oft weniger die Persönlichkeit als die Situation, die das Verhalten bestimmt. Sobald Menschen über Macht verfügen, werden sie viel impulsiver und denken viel weniger über ihr Handeln nach", so Bechtoldt. Das führe dazu, dass Menschen in Machtpositionen an das Verhalten Anderer höhere Maßstäbe anlegen als an ihr eigenes, eher Risiken eingehen und sich weniger Gedanken darüber machen, wie ihr Verhalten bei anderen Menschen ankommt. Wissenschaftliche Versuche hätten beispielsweise bestätigt, dass Menschen in machtvolleren Positionen weniger Anteil am Leid anderer nehmen, also weniger emphatisch reagieren, so die Psychologin.
Was Macht aus Menschen macht, SZ 6.1.13


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