Jeder Dritte findet Meetings unproduktiv 
Freitag, 30. Januar 2015 - Studien
Mit der Meeting-Kultur in deutschen Unternehmen steht es nicht zum Besten. In einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert gaben 32 Prozent der befragten 1.000 Arbeitnehmer an, dass Besprechungen eindeutig zu lang seien und zudem auch unproduktiv. Die Studie wertet die schlechte Organisation von Meetings nicht nur als Ausdruck von Nachlässigkeit, sondern sieht in ihr eine mangelnde Wertschätzung der Mitarbeiter. Und diese könne die wirtschaftliche Leistung von Firmen negativ beeinflussen. So zeichneten sich ertragsstarke Firmen durch ein Klima der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern aus, während die Arbeitnehmer in ertragsschwachen Firmen eher als Kostenfaktor behandelt würden.
Zu oft, zu lange, zu unproduktiv, FAZ 21.1.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die emotionale Abwärtsspirale der Arbeitslosigkeit 
Donnerstag, 29. Januar 2015 - Studien
Die Psychologin Maike Luhmann hat in mehreren Studien untersucht, wie sich Arbeitslosigkeit auf das emotionale Befinden der Betroffenen auswirkt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Arbeit sei ein fundamentales Bedürfnis, da Arbeitende durch den Job in ihrer Kompetenz bestätigt werden, ihre Autonomie aufrechterhalten können und der Job einen Raum für soziale Beziehungen bietet. Der Jobverlust macht nicht nur die Arbeitslosen selbst emotional betroffen, er tangiert auch ihr soziales Umfeld, denn Luhmanns Studien zufolge werden auch die Partner von Arbeitslosen in der Beziehung unzufriedener. Umgekehrt zieht es diejenigen ohne Job noch weiter runter, wenn der Lebenspartner erwerbstätig ist. Die Stärke der emotionalen Auswirkungen hängt vom jeweiligen Kontext ab. Menschen, die im Zuge einer ganzen Entlassungswelle ihre Arbeit verlieren, sind weniger geknickt als solche, die als einzige gefeuert werden. In Regionen mit ohnehin hoher Arbeitslosigkeit wirkt der Jobverlust weniger schwer als in solchen, in denen die Beschäftigungslage gut ist. Besonders betroffen sind Menschen, die mehrfach arbeitslos werden, denn einmal wieder im Job, steigt das emotionale Wohlbefinden nicht wieder auf das frühere Niveau an. Bei erneutem Jobverlust verschlechtert sich die Stimmung aber weiter nach unten.
Arbeitslose deprimieren ihren Partner, WiWo 20.1.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Gute Arbeit braucht Solidarität 
Mittwoch, 28. Januar 2015 - Arbeit
In einem Interview mit Zeit online plädiert Günter Wallraff, der in jüngster Zeit wieder verschiedene praktische Untersuchungen zu prekären Arbeitsbedingungen durchgeführt hat, für mehr Mut zu Visionen, um ein angemessenes Leben und Arbeiten für alle möglich werden zu lassen: "Ich glaube, man muss wieder Utopien zulassen, man muss auch ins Unreine denken dürfen, wir brauchen Visionen. Denn das sollten wir nicht vergessen: Die positiven Realitäten von heute, wie beispielsweise die Gleichstellung der Frau, Kinder- und Minderheitenrechte, Arbeitsschutzgesetze und Umweltschutzbestimmungen, waren die häufig verspotteten Visionen und Utopien von einst. Es ist nichts anderes, wenn wir heute die Bewahrung der Natur, Entschleunigung oder eben menschengerechte Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitverkürzung fordern. Wir brauchen auch Spinner und Utopisten, wenn wir an der Realität von morgen bauen wollen." Wallraff setzt sich für eine Aufwertung sozialer und pflegerischer Berufe ein, fordert ein Höchsteinkommen und mahnt, dass wir alle unsere Verantwortlichkeiten im System Wirtschaft stärker zur Kenntnis nehmen sollten. "In den Schulen müsste bereits Verbraucherverantwortung gelehrt werden. Das fängt mit dem Umwelt- und Tierschutz an und geht über die Auswirkungen des Online-Handels auf die Arbeitsbedingungen in diesen Branchen bis hin zum persönlichen Umgang mit Smartphones und dem Internet. ... Wir als Verbraucher sind hier gefordert und haben sogar die Hauptverantwortung. Es ist momentan der Trend, sich möglichst schnell das billigste Produkt liefern zu lassen. Konsumsucht und sofortige Bedürfnisbefriedigung. Egal auf wessen Kosten. Es zahlen aber immer welche drauf, wenn dann Produkte auch noch kostenlos zurückgeschickt werden können", so Wallraff.
"Es wird Zeit für einen Höchstlohn", Zeit online 21.1.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Stressspirale beschleunigt sich 
Dienstag, 27. Januar 2015 - Studien
In einer Umfrage unter 22.000 Beschäftigten aus 100 Ländern untersuchte der Anbieter von Bürolösungen Regus die Stresswahrnehmung der Arbeitnehmer. In Deutschland fühlen sich 44 Prozent der Befragten demzufolge gestresster als vor fünf Jahren, weltweit sind es 53 Prozent und in China sogar 78 Prozent. 79 Prozent der Deutschen glauben, dass ein Wechsel der Arbeitsumgebung zu mehr Entspannung und besserer Work-Life-Balance verhelfen könnte. 43 Prozent in Deutschland sind davon überzeugt, dass Mitarbeiter, die ihren Arbeitsort frei wählen können, ein ausgeglicheneres Leben haben als Arbeitnehmer, die an den Firmenschreibtisch gebunden sind. Sie geben an, dass schon die gelegentliche Möglichkeit zu flexiblem Arbeiten in der Vergangenheit zu einer Entlastung geführt habe. Ob diese Vorstellungen sich langfristig bewahrheiten oder mehr Wunsch denn Wirklichkeit sind, ist indes die Frage. Andere Studien kommen nämlich zu dem Ergebnis, dass flexibles Arbeiten zu mehr Stress führt.
Arbeitnehmer gestresster als noch vor fünf Jahren, FAZ 19.1.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Dem reichsten Prozent gehört fast die halbe Welt 
Montag, 26. Januar 2015 - Studien
2016 wird, was die weltweite Ungleichheit angeht, eine Zäsur, denn dann gehören laut einer aktuellen Studie von Oxfam dem reichsten Prozent der Bevölkerung mehr als 50 Prozent des Wohlstandes. 2009 lag dessen Besitz bei 44 Prozent, 2014 waren es schon 48 Prozent. Heute besitzen die 85 reichsten Menschen so viel wie die 3,5 Milliarden Menschen, die die ärmste Hälfte der Bevölkerung sind. 94,5 Prozent des weltweiten Besitzes konzentrieren sich auf 20 Prozent der Weltbevölkerung - die übrigen 80 Prozent teilen sich 5,5 Prozent. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", zitiert Spiegel online die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima.
Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen, Spiegel online 19.1.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Arbeitsrealität untergräbt Führungsträumen von Frauen 
Freitag, 23. Januar 2015 - Studien
Eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Company wirft ein neues Licht darauf, warum nur wenige Frauen in Führungspositionen zu finden sind. Die Untersuchung zeigt, dass Frauen zum Berufseinstieg häufig noch sehr ambitioniert sind, doch bereits nach fünf Jahren hat die Realität sie eingeholt. 43 Prozent der Einsteigerinnen möchten den Aufstieg ins Top-Management schaffen - nicht zuletzt, weil sie die Erfahrung machen, mindestens genauso gut wenn nicht gar besser zu sein als ihre männlichen Kollegen. Doch bereits nach fünf Jahren sehen sich nur noch 16 Prozent der Frauen als künftige Chefs. Bei Männern liegt der Anteil der Karriereambitionierten zum Berufseinstieg bei etwa einem Drittel - und bleibt mit zunehmender Berufserfahrung ziemlich stabil. Ein Grund: Bei den Frauen scheint sich über die Jahre (aufgrund ihrer realen Erfahrungen in der Arbeits- und Unternehmenskultur das Selbstvertrauen zu verflüchtigen. 27 Prozent von ihnen trauen sich zu Berufsbeginn noch den Aufstieg zu, nach fünf Jahren sind es nur noch halb so viele. Bei Männern hingegen ist ein Abfall von 28 Prozent auf 25 Prozent zu verzeichnen. Ein wesentlicher Punkt für diese Verschiebung scheint die (fehlende) Unterstützung durch die jeweiligen Chefs zu sein. Bei Männern fällt die gefühlte Unterstützung nach den ersten fünf Berufsjahren von 59 auf 56 Prozent, bei Frauen hingegen von 64 auf 44 Prozent.
Vorgesetzte bremsen Frauen, Spiegel online 13.1.15


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Körper - ein unterschätzter "Lebensraum" 
Donnerstag, 22. Januar 2015 - Medien
Solange er "funktioniert" und wir uns halbwegs gesund fühlen, machen wir uns im Alltag nur wenige Gedanken um unseren Körper. Unsere nach außen fokussierte Kultur lässt schlicht aus unserer Wahrnehmung geraten, dass unsere Körperlichkeit im Prinzip der vordergründige Resonanzraum ist, durch den wir mit der Welt im Kontakt sind. Deshalb haben wir uns mit der neuen Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur, die ab heute am Kiosk erhältlich ist, unter dem Titel "Vom Körper, den wir haben, zum Leib, der wir sind" diesem faszinierenden Thema einmal angenommen. In spannenden Interviews mit den Philosophen Gernot Böhme und Thomas Fuchs, mit Erfahrungsberichten mitten aus dem Leben und einem wunderbaren Überblick über die evolutionäre Entwicklung unserer Körperbeziehung von meinem Kollegen Mike Kauschke lässt sich so ein völlig neues inneres Verständnis unseres Daseins entwickeln. Die Gender-Expertin Elizabeth Debold zeigt, wie verschiedene öffentliche Diskurse den Körper zum Politikum machen - andererseits illustriert die spirituelle Lehrerin Tenzin Palmo, dass hinter dieser Art von Entfremdung auch ein Weg zu neuer Freiheit liegen kann. Für mich selbst war das Arbeiten am Thema eine existenzielle Erfahrung, denn gerade im Ringen um Worte für etwas, das eigentlich vor den Worten als Wirklichkeit schon da ist, hat sich mein eigenes Hiersein auf neue Weise erkannt. In meinem Beitrag versuche ich, verschiedene Körpererfahrungen, die wir, sei es durch mediale Vermittlung oder ein unbewusstes von uns selbst Absehen, veräußerlicht haben, in ihrer Bedeutsamkeit wieder von innen verstehbar zu machen. Heute Abend ab 20 Uhr werde ich in Radio evolve gemeinsam mit Thomas Steininger des Thema der Ausgabe weiter erkunden.

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Hoher Status macht selbstbezogen 
Mittwoch, 21. Januar 2015 - Studien
Eine Studie des University College London illustriert, welche Auswirkungen sozialer Status auf die Hilfsbereitschaft von Menschen hat. In verschiedenen Testanordnungen mit Kleinkindern, Studenten und Erwachsenen zeigte sich dabei ein interessantes Muster. Menschen, die einen niedrigen sozialen Status haben (oder dies im experimentellen Setting zumindest glauben), zeigen sich deutlich hilfsbereiter und fürsorglicher im Umgang mit anderen, als diejenigen, die einen hohen sozialen Status haben (oder davon überzeugt sind). „Erwachsene mit geringerem Status planen öfter eine berufliche Karriere, die der Gemeinschaft dient, und vertreten mildtätigere und universellere Werte als Personen mit hohem Status“, heißt es in der Studie. Da selbst bei Kindergartenkindern, die sich der Statusfrage noch gar nicht bewusst sind und die noch keine moralischen Erwägungen anstellen, vergleichbare Verhaltensweisen beobachtet wurden, gehen die Psychologen davon aus, dass die evolutionäre Bedeutung sozialer Verhaltensweisen möglicherweise bis heute in uns fortwirkt: „Mildtätigkeit und partnerschaftliches Verhalten könnte eine Anpassungsstrategie für solche in niedriger Position gewesen sein. Unter vorgeschichtlichen Bedingungen hat ein kooperatives Verhalten den Menschen bessere Aussichten verschafft bei der Nahrungsbeschaffung, Partnerfindung und Verteidigung gegen Bedrohungen.“
Erfolg macht unsozial, WiWo 12.1.15


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter