Deutsche Intellektuelle meiden Social Media 
Freitag, 29. Januar 2016 - Studien
Soziale Netzwerke scheinen vor allem in Deutschland ein Ort der Dumpfheit zu sein, zumindest wenn man eine Statistik der OECD zum Bildungshintergrund der Internetnutzer in Betracht zieht. Während in den meisten europäischen Ländern die Zahl der Social-Media-Nutzer mit hoher formaler Bildung diejenige der eher wenig Gebildeten übersteigt, und dies zum Teil deutlich, klafft in Deutschland hier eine Lücke. Die bildungsfernen Schichten beherrschen die Diskurse in den Netzwerken, während die Intellektuellen sich anscheinend in vornehmer Zurückhaltung üben. Lediglich in Dänemark und Schweiz weist die Nutzerverteilung Ähnlichkeiten zur deutschen Situation auf - dort allerdings ist die Lücke minimal, während sie hierzulande bei rund zehn Prozentpunkten liegt. Kommt uns das Internet manchmal so dümmlich vor, weil es uns schlicht zu dumm ist, einen geistvollen Beitrag zu leisten?
OECD-Statistik zur Internetnutzung

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Schnell lesen, wenig mitbekommen 
Mittwoch, 27. Januar 2016 - Studien
Meine Arbeit bringt es mit sich, dass ich zu den Viellesern gehöre. Und trotzdem habe ich immer das Gefühl, mit meiner Lektüre im Rückstand zu sein. Ich habe mir über die Jahre immer mal wieder verschiedene Schnelllesetechniken angeschaut, in der Hoffnung, hier eine Lösung für dieses Dilemma zu finden. Aber an allen Ideen, wie man schneller eine gewisse Menge Text in den kognitiven Griff bekommt, hatte ich immer eines auszusetzen - mich beschlich das Gefühl, dass ich bei aller Effizienz vielleicht wesentliches übersehe, Aspekte ausblende, die vielleicht doch wichtig wären. Eine Studie der University of California in San Diego scheint diese Ahnung nun zu bestätigen. Die Wissenschaftler analysierten für eine Metaübersicht Studien zu verschiedenen Ansätzen des Schnelllesens und fanden heraus, dass es unter dem Strich nichts bringt, weil Informationen entweder übersehen oder nicht gemerkt werden. Vielleicht ist die beste Methode, der Vielzahl an Lektüreanforderungen und -möglichkeiten gerecht zu werden, eben doch, zunächst einmal bewusst zu überlegen, was ich lesen will (soll oder muss), was ich mir von der Lektüre erhoffe. Dann kann Lesen wieder ein Genuss sein.
Schnelllesen bringt wenig, spektrum.de 18.1.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Jobs für viele Jüngere ein Unsicherheitsfaktor 
Mittwoch, 20. Januar 2016 - Studien
Eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigt, dass die jüngere Arbeitnehmergeneration mit dem Einstieg ins Berufsleben zu kämpfen hat. Von den unter 35-Jährigen sind 27,9 Prozent "atypisch" beschäftigt, das heißt sie arbeiten nicht in einem regulären Vollzeit-Job. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 46,4 Prozent. Allerdings wurde in der Erhebung anscheinend nicht danach gefragt, ob diese reduzierte Arbeitszeit bewusst gewählt ist, denn gerade in der jüngeren Generation scheint sich gegenwärtig auch ein kleiner Trend zum Downshifting, zur bewussten Reduzierung der Arbeitszeit, abzuzeichnen. Auch die Befristung von Arbeitsplätzen ist für die jüngere Generation ein Thema. Während bei den über 35-Jährigen rund fünf Prozent befristet angestellt sind, sind es bei den unter 35-Jährigen 16,2 Prozent. Fast zwei von drei der jüngeren Befragten fühlen sich belastet, weil sie ihre spätere Rente für nicht oder nur gerade ausreichend halten, bei den über 35-Jährigen sind dies 53,2 Prozent.
Junge leiden unter unsicherne Jobs, Karrierespiegel 8.1.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Weniger auspowern im Job 
Dienstag, 19. Januar 2016 - Studien
Eine Umfrage des Versicherungs-Start-Ups Community Life unter rund 1.100 Personen zeigt: Die Deutschen wollen 2016 bei der Arbeit einen Gang zurückschalten. Flexiblere Arbeitszeiten, weniger Überstunden und ein besseres Abschalten in der Freizeit sind ihnen besonders wichtig. 31 Prozent der Befragten würden sich in diesem Jahr gerne eine längere Auszeit gönnen. Jeweils 29 Prozent liebäugeln damit, auf eine Vier-Tage-Woche umzusteigen oder mehr von zu Hause aus zu arbeiten. Im Hinblick auf die Work-Life-Balance stellen viele den Arbeitgebern ein eher schlechtes Zeugnis aus - 38 Prozent finden, hier werde noch nicht genug getan.
Deutsche wollen Vier-Tage-Woche oder Sabbatical, WiWo 5.1.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Gefühle beeinflussen die Kreativität 
Freitag, 15. Januar 2016 - Studien
Im Zustand der Kreativität, dies zeigen die Neurowissenschaften, nimmt die Aktivität in den Hirnarealen, die für Kontrolle zuständig sind, deutlich ab. Kommen allerdings Emotionen ins Spiel, verändert sich die Reaktion im Gehirn deutlich. Forscher der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore haben untersucht, was in den Gehirnen von Jazz-Musikern vor sich geht, wenn diese zum Foto einer glücklichen oder einer traurig dreinblickenden Frau improvisieren. Dabei zeigte sich: Die Kontrollaktivitäten im Gehirn gingen vor allem bei den Musikern, die fröhlich improvisierten, zurück. Bei denen, die zum traurigen Bild spielten, wurde indes vor allem das Belohnungssystem aktiviert und die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum im Gehirn sogar verstärkt.
Kreative Köpfe arbeiten gefühlsabhängig, spektrum.de 4.1.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Persönlichkeit bestimmt Kooperationsverhalten 
Dienstag, 15. Dezember 2015 - Studien
Eine Studie der Newcastle University in England zeigt, wie stark unser Kooperationsverhalten von unserer Persönlichkeit geprägt ist. Die Wissenschaftler untersuchten zunächst die Persönlichkeitseigenschaften von 184 Studenten. Anschließend mussten diese um Geld miteinander spielen. Sie konnten ihre Token entweder behalten oder in einen gemeinschaftlichen Topf einzahlen, dessen Inhalt automatisch um das 1,6-Fache erhöht und wieder an alle Mitspieler zu gleichen Teilen ausgezahlt wurde (unabhängig davon, was jeder zuvor gegeben hatte). Einmal waren die individuellen Transaktionen geheim, dann erfolgten sie öffentlich. Dabei zeigte sich, dass in den offenen Runden zwar alle Teilnehmer ihre Einsätze erhöhten, die eher extravertierten Probanden allerdings deutlich stärker als die intravertierten. Anscheinend neigen in sich gekehrte Persönlichkeiten insgesamt weniger dazu, mit anderen zu kooperieren.
Kooperation braucht Situation und Charakter, spektrum.de, 10.12.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Was im Job am meisten stresst 
Freitag, 11. Dezember 2015 - Studien
Der DGB befragt regelmäßig rund 5.000 Arbeitnehmer, was für sie "Gute Arbeit" ausmacht. Dabei fällt der Blick auch auf Faktoren, die im Job zur Belastung werden. Die größten Stressoren zur Zeit sind Multitasking, das von 65 Prozent als Überbeanspruchung erlebt wird, eine zu geringe Personalausstattung (63 Prozent) und nicht geplante und kurzfristig zu erledigende Arbeit (61 Prozent). Auch eine zu enge Taktung von Terminen und zu enge Zeitvorgaben erweisen sich als Problem (für 54 Prozent) sowie zu hohe Erwartungen an die Angestellten und der daraus resultierende Druck (41 Prozent).
Das sind die fünf größten Stressfaktoren im Job, WiWo 3.12.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Elektronische Distanz verleitet zum Lügen 
Donnerstag, 10. Dezember 2015 - Studien
Eine Studie der University of Virginia zeigt, dass elektronische Signaturen anscheinend zum Lügen verleiten. In der Untersuchung sollten Probanden leichte Rechenaufgaben lösen. Je mehr sie davon schafften, umso höher fiel ihre Belohnung aus. Allen Versuchsteilnehmern wurden zuvor Richtlinien vorgelegt, mit denen sie bekunden sollten, dass alle ihre Angaben der Wahrheit entsprechen. Eine Gruppe musste diese Erklärung handschriftlich abgeben, eine andere durch eine elektronische Signatur. Die Teilnehmer der Vergleichsgruppe mussten die Bedingungen nur lesen. In der anschließenden Auswertung zeigte sich, dass diejenigen, die per Hand unterschrieben hatten, die Angaben über ihren Rechenerfolg wahrheitsgemmäß zu machen, stets ehrlich bei der Übermittlung ihrer Ergebnisse waren. Sowohl die Kontrollprobanden, die nichts unterschrieben hatten, als auch die Teilnehmer, die die E-Signatur genutzt hatten, erschummelten sich hingegen ein Teil ihrer Belohnung. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass elektronische Signaturen eine weniger starke Bindung entfalten als die handschriftliche Unterschrift, weil diese weniger als Erweiterung des eigenen Selbst begriffen werden. So fühle man sich nicht so stark an das gebunden, was man unterzeichne.
Elektronische Unterschriften verleiten zu Unehrlichkeit, spektrum.de 3.12.15

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter