Kongress Meditation & Wissenschaft am 25./26.11.16 in Berlin 
Freitag, 22. Januar 2016 - Veranstaltungen
Ich habe ja das besondere Vergnügen, seit 2010 im zweijährigen Turnus den von inzwischen drei Stiftungen getragenen Kongress Meditation & Wissenschaft zu organisieren. Der nächste wird am 25./26. November 2016 wieder in Berlin stattfinden. Seit dem ersten Kongress hat sich unglaublich viel entwickelt. Während wir seinerzeit noch vor allem über die Erkenntnisse der Grundlagenforschung einen Zugang zum Thema für die breitere Öffentlichkeit versucht haben zu schaffen, ist Achtsamkeit inzwischen in Medizin, Therapie und Arbeitswelt schon beinahe ein Trend. Und das führt natürlich auch dazu, dass sich immer mehr eher leichtgewichtige Angebote etablieren, die bisweilen mit den spirituellen Grundlagen von Meditation nur noch wenig zu tun haben. Deshalb ist es mir eine besondere Freude, dass der diesjährige Kongress mit seinem Oberthema "Meditation & Wirklichkeit - Macht | Zweck | Sinn" einen sehr differenzierten Blick auf die jüngeren Entwicklungen wirft. Wir haben zum Beispiel Jon Kabat-Zinn im Programm (zugeschaltet per Video), der über das Phänomen "McMindfulness" und die Dharma-Grundlagen von Achtsamkeit sprechen wird. Paul Grossman, der auch beim Mind & Life Institute aktiv ist, wird die ethische Dimension von Meditation im Gesundheitswesen thematisieren. Britta Hölzel wird einige Wirkungszusammenhänge von Meditation darstellen, die durch die Grundlagenforschung belegt sind, und kritisch darauf eingehen, ob und inwieweit diese Erkenntnisse sich überhaupt auf konkrete Anwendungskontexte, beispielsweise im Business, übertragen lassen. Spannend wird mit Sicherheit auch die Diskussion zum Thema "Wie viel Meditation verträgt das Business – und wie viel Business die Meditation?", für die wir eine Vertreterin des Google-Programms "Search Inside Yourself", den bei SAP zuständigen Director der firmeneigenen Mindfulness-Programme sowie den RWE-Vorstandsvorsitzenden Peter Terium (der selbst langjähriger Meditierender ist) und den dm-Geschäftsführer Erich Harsch gewinnen konnten. Tania Singer wird Ergebnisse ihres ReSource-Projekts vorstellen und darauf eingehen, was es braucht, damit Meditation auch auf der Ebene der Persönlichkeit nachhaltige Veränderungen zeitigt. Ich freue mich schon sehr auf diesen spannenden Mix, der hoffentlich auch in der öffentlichen Diskussion neue Impulse setzt.
Programm Meditation & Wissenschaft 2016

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Autorität braucht die richtige Haltung 
Donnerstag, 21. Januar 2016 - Management
Führungsmodelle alter Schule sind zunehmend am Erodieren, denn mit den alten Top-Down-Konstruktionen, die vor allem von einer Amts- oder Funktionsautorität getragen werden, können vor allem die jungen Generationen immer weniger anfangen. "Autorität entsteht heute anders als bislang. Über viele Jahrhunderte galt: Wer die Macht aufgrund seiner Position hat, konnte seine Funktionsautorität ausleben. Doch so etwas wie Funktionsautorität gibt es heute kaum noch. Der Verlust der Führungsautorität ist offenkundig und für die Vorgesetzten eine schmerzhafte, tabuisierte Realität. Heute brauchen Führungskräfte daher oft einen unverhältnismäßig hohen Kraftaufwand und müssen Druck ausüben, um überhaupt einigermaßen akzeptable Resultate vorweisen zu können. Das ist nicht effizient. Daher brauchen wir eine neue Form der Autorität", erklärt der Arbeitswissenschaftler Frank Baumann-Habersack in einem Interview mit Zeit online. Er weist darauf, dass Führungskräfte heute vor der Herausforderung stehen, den Einstellungswandel, der sich immer deutlicher vollzieht, aufzugreifen und sich ihre Autorität aktiv anzueignen: "Wir müssen erkennen, dass sich in unserer Gesellschaft die Einstellungen zur Führung gewandelt haben. Und das in allen Lebensbereichen. Die Digitalisierung mit ihren Möglichkeiten an Teilhabe, Transparenz und Mitbestimmung haben diesen Veränderungsprozess drastisch beschleunigt. Dies hat dazu geführt, dass niemand mehr allein aufgrund seiner Führungsposition respektiert wird. Vorgesetzte müssen sich heute schon den Respekt erst "verdienen" – über die Art, wie sie die Beziehung zu ihren Mitarbeitern gestalten. Dafür reichen keine Führungstools und -trainings, sondern es bedarf eines grundlegenden Wandels der Führungshaltung."
"Niemand wird für seine Führungsposition respektiert", Zeit online 11.1.16

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Jobs für viele Jüngere ein Unsicherheitsfaktor 
Mittwoch, 20. Januar 2016 - Studien
Eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigt, dass die jüngere Arbeitnehmergeneration mit dem Einstieg ins Berufsleben zu kämpfen hat. Von den unter 35-Jährigen sind 27,9 Prozent "atypisch" beschäftigt, das heißt sie arbeiten nicht in einem regulären Vollzeit-Job. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 46,4 Prozent. Allerdings wurde in der Erhebung anscheinend nicht danach gefragt, ob diese reduzierte Arbeitszeit bewusst gewählt ist, denn gerade in der jüngeren Generation scheint sich gegenwärtig auch ein kleiner Trend zum Downshifting, zur bewussten Reduzierung der Arbeitszeit, abzuzeichnen. Auch die Befristung von Arbeitsplätzen ist für die jüngere Generation ein Thema. Während bei den über 35-Jährigen rund fünf Prozent befristet angestellt sind, sind es bei den unter 35-Jährigen 16,2 Prozent. Fast zwei von drei der jüngeren Befragten fühlen sich belastet, weil sie ihre spätere Rente für nicht oder nur gerade ausreichend halten, bei den über 35-Jährigen sind dies 53,2 Prozent.
Junge leiden unter unsicherne Jobs, Karrierespiegel 8.1.16

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Weniger auspowern im Job 
Dienstag, 19. Januar 2016 - Studien
Eine Umfrage des Versicherungs-Start-Ups Community Life unter rund 1.100 Personen zeigt: Die Deutschen wollen 2016 bei der Arbeit einen Gang zurückschalten. Flexiblere Arbeitszeiten, weniger Überstunden und ein besseres Abschalten in der Freizeit sind ihnen besonders wichtig. 31 Prozent der Befragten würden sich in diesem Jahr gerne eine längere Auszeit gönnen. Jeweils 29 Prozent liebäugeln damit, auf eine Vier-Tage-Woche umzusteigen oder mehr von zu Hause aus zu arbeiten. Im Hinblick auf die Work-Life-Balance stellen viele den Arbeitgebern ein eher schlechtes Zeugnis aus - 38 Prozent finden, hier werde noch nicht genug getan.
Deutsche wollen Vier-Tage-Woche oder Sabbatical, WiWo 5.1.16

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Neue Ausgabe von "evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur" 
Montag, 18. Januar 2016 - Medien
Am Donnerstag ist es wieder so weit - dann erscheint die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur. Dieses Mal haben wir uns des Themas Intimität angenommen. Oft denken wir dabei zunächst vor allem an Liebesbeziehungen oder Sexualität, an das, was uns ganz persönlich mit uns nahestehenden Menschen verbindet. Fragen wir uns indes auch, wie nah wir dem Leben selbst sind und kommen können, eröffnet sich ein ganzer Kosmos möglicher Verbundenheiten. Die Mystikerin Cynthia Bourgeault spricht im Interview vom „Sakrament der Verletzlichkeit“, das uns mit der Lebendigkeit in und um uns in Kontakt bringt. In dieser Offenheit vermag, so Jelle van der Meulen in seinem Artikel, eine „Kultur des Herzens“ zu entstehen. Es eröffnen sich uns Bezüge, die, so die Kulturwissenschaftlerin Hildegard Kurt, zu einer Erfahrung der Wirklichkeit führen können, in der wir uns in unserem Nicht-Getrenntsein von der Welt erleben. Viele der Magazin-Beiträge stellen bewusst neue Blickwinkel auf unser In-der-Welt-Sein her und werfen die Frage auf, wie nah wir unserer eigenen Lebendigkeit und dem Leben selbst sind. In meinem eigenen Artikel betrachte ich beispielsweise das Phänomen, dass heute viele Menschen vor allem in ihrem Arbeitsumfeld nach authentischen Bezügen zum Leben suchen. Ein Unterfangen, das häufig fehlschlägt, weil die in der Arbeitswelt zentralen funktionalistischen Rahmenbedingungen dieser Entfaltung geradezu diametral entgegenzustehen scheinen. Auch die in der Postmoderne populär gewordenen Fluchten in Gegenwelten, sei es in Form antikapitalistischer Attitüden oder privater Wellness, helfen kaum weiter, verleugnen sie doch große Teile der gegenwärtigen Realität. Vielleicht gibt es aber auch einen dritten Weg, der uns der Welt und uns selbst gleichermaßen näherkommen lässt, eine Annäherung im Bewusstsein, die eigentlich nur voraussetzt, dass wir versuchen, Atemzug für Atemzug einfach einmal wirklich hier zu sein. Mehr dazu ab Donnerstag im Magazin! Am Donnerstag Abend werde ich gemeinsam mit Dr. Thomas Steininger von 20 bis 21 Uhr auch eine Sendung von radio evolve zum Thema machen - kann online live hören oder später aus dem Archiv runterladen.

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Gefühle beeinflussen die Kreativität 
Freitag, 15. Januar 2016 - Studien
Im Zustand der Kreativität, dies zeigen die Neurowissenschaften, nimmt die Aktivität in den Hirnarealen, die für Kontrolle zuständig sind, deutlich ab. Kommen allerdings Emotionen ins Spiel, verändert sich die Reaktion im Gehirn deutlich. Forscher der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore haben untersucht, was in den Gehirnen von Jazz-Musikern vor sich geht, wenn diese zum Foto einer glücklichen oder einer traurig dreinblickenden Frau improvisieren. Dabei zeigte sich: Die Kontrollaktivitäten im Gehirn gingen vor allem bei den Musikern, die fröhlich improvisierten, zurück. Bei denen, die zum traurigen Bild spielten, wurde indes vor allem das Belohnungssystem aktiviert und die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum im Gehirn sogar verstärkt.
Kreative Köpfe arbeiten gefühlsabhängig, spektrum.de 4.1.16

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Denken contra Technik 
Donnerstag, 14. Januar 2016 - Arbeit
In einem Interview mit der Zeit äußert sich der Informatiker Arno Rolf besorgt darüber, wie stark inzwischen die Technologiegläubigkeit ein Denken in größeren Kontexten erschwert. In Informatik-Studiengängen sei der Schwerpunkt "Informatik und Gesellschaft", der sich unter anderem mit den Wechselwirkungen von Technikentwicklung und gesellschaftlichen Veränderungen beschäftige, so gut wie nicht mehr existent. Die "unfassbar gebrauchstauglichen Dienste", die heute von Technologiegiganten entwickelt werden, führen laut Rolf indirekt dazu, dass es uns immer mehr an kritischer Distanz zu diesen Entwicklungen und ihren möglichen Folgen fehlt: "In den Anfängen des Internets war es der Traum vieler Computerfreaks, ein freies, dezentrales Internet aufzubauen. Aus diesem Traum haben sich heute gigantische Spinnennetze entwickelt. Google, Amazon und Co. stehen dafür exemplarisch. In Spinnennetzen geht die Macht von einem Zentrum aus, mit dem Ziel des Beutemachens, der Einverleibung und der Dominanz. Spinnennetze zu weben und Wettbewerb auszuschalten ist zum Referenzmodell der digitalen Transformation geworden." Dem setzt Rolf entgegen: "Die jungen Leute sollten lernen, dass die Digitalisierung keine Frage allein der Technik und Programmierung ist, sondern auch ökonomische und gesellschaftliche Folgen hat. Und man kann mit Technik die Gesellschaft so oder so gestalten."
Erst denken, dann klicken, Zeit online 31.12.15

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Kulturelle Intelligenz im Business bewahren 
Mittwoch, 13. Januar 2016 - Arbeit
In einem Interview mit der FAZ wirft der Soziologe Andreas Boes einen Blick auf die immer mehr um sich greifende Silicon-Valley-Arbeitskultur und plädiert dafür, sich wieder stärker der kulturellen Intelligenz Europas bewusst zu werden. Boes beschreibt, wie stark sich der einst relaxte Habitus in der Bay Area sich in den letzten Jahren verändert und vor allem beschleunigt hat. Das Herausfordernde daran: "Man hat dort einen Modus gefunden, extrem schnell und viel zu arbeiten und gleichzeitig extrem motiviert zu sein. Diese Arbeit hat nämlich auch gesundheitsförderliche Potentiale. Die Menschen erkennen einen Sinn in ihrer Aufgabe, sie können etwas gestalten und bewirken. Dieses Sich-größer-Denken prägt das Selbstbewusstsein und lässt die Menschen mit dem Stress besser umgehen." Dem hält Boes entgegen: "Ich glaube, dass dieses System nur dort funktioniert. Wir müssen in Europa auch aufpassen, dass wir uns mit unserer kulturellen Intelligenz nicht in die altmodische Ecke stellen lassen. Eine Gesellschaft muss Sicherheit bieten, damit Menschen ihr Leben planen können. Dieses Wissen haben wir uns in einer langen geistesgeschichtlichen Tradition entwickelt und seit den 1950er Jahren verallgemeinert. Denn eine Ökonomie, die diese Sicherheit untergräbt, ruft irgendwann auch Gegenreaktionen hervor."
"Im Silicon Valley ist niemand ausgeschlafen", FAZ 22.12.15

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